Je größer die Brennweite, um so blasser die Farben. Warum?


Peter Plappert

Unterstützendes Mitglied
Ich fotografiere gerne bei untergehender Sonne. Also im Zeitraum von ca. 1,5 Stunden vor Sonnenuntergang bis zum Sonnenuntergang. Gibt es da eine Faustregel, nach der man seinen Weißabgleich einstellen kann? Wie viel Kelvin stellt man dann ein?"

Das interessiert mich auch.
Hallo Oldie,

in Zeiten des Chemiefilms spielte das Ganze eine echt große Rolle, da man ggf. entsprechende Farbfilter aufsetzen musste.

Damals gab es - ähnlich wie Belichtungsmesser - auch Farbtemperatur-Messgeräte. Da diese Geräte rel. teuer waren und das Handling ziemlich kompliziert, hat sich das allenfalls bei professionellen Fotografen durchgesetzt.

Das Thema ist ziemlich umfangreich, im Normalfall genügt der automatische Weißabgleich einer Digitalkamera. Wer dies nicht möchte, kann dies auch auf manuell umschalten - dann muss man aber wissen was man tut. Es gibt ja - zumindest bei meiner D7100 - auch die festen Voreinstellungen, die sog. "Scene-Betriebsarten", mit denen man durchaus auch einmal experimentieren kann.

Gerade bei Sonnenuntergängen wechselt die Farbe (Kelvin) in sehr kurzen Zeitabständen ziemlich stark. Dafür gibt es in JPEG auch die "automatische Weißabgleichreihe".

In meinem Buch zur D7100 (Heike Jasper) belegt das Thema Weißabgleich und alles was damit zusammenhängt, rund 30 Seiten...

Letztendlich kommt es aber auch darauf an, ob man in RAW oder JPEG fotografiert, und was man für eine Nachbearbeitungssoftware hat.

LG Peter
 
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luckyshot

Sehr aktives Mitglied
...
Das 18-200er ist selbstverständlich genauso geeignet, Sonnenuntergänge zu fotografieren, wie jedes andere Objektiv auch...
Ja, das ist es.


...
Die genannten Unterschiede in den Bildern sind - wie inzwischen ja schon mehrfach bestätigt - ausschließlich ein Anwendungsproblem, kein Technikproblem...

Der Grund für die Unterschiede beruht auf einer Kombination aus mehreren Ursachen.

1)
Die Belichtungsautomatik orientiert sich am gesamten Bildformat des eingestellten Motivs.
Ergo: In Weitwinkelstellung werden andere Tonwerte zur Messung herangezogen, als in Telestellung.
Folge: Bezogen auf den Bildausschnitt haben WW und Teleeinstellung unterschiedliche Belichtungen.
Abhilfe: Belichtung manuell einstellen (Modus "M"), dann beide Zoomstellungen fotografieren.

2)
Der automatische Weißabgleich orientiert sich am gesamten Bildformat des eingestellten Motivs.
Ergo: In Weitwinkelstellung werden andere Farbwerte zur Messung herangezogen, als in Telestellung (z.B. Himmel/kein Himmel im Bild).
Folge: Bezogen auf den Bildausschnitt haben WW und Teleeinstellung unterschiedliche Farbstimmungen.
Abhilfe: Weißabgleich manuell einstellen (z.B. auf Tageslicht/Sonne), dann beide Zoomstellungen fotografieren.
Achtung: Bei Einstellung auf die zum Zeitpunkt der Aufnahme herrschenden Farbtemperatur wird das warme Licht des Sonnenuntergangs neutralisiert, das ist vermutlich nicht die Intention.

3)
Superzoomobjektive wie das 18/200 bilden in Telestellung etwas weniger kontrastreich ab, als in WW-Stellung.
Ergo: Der Effekt aus 1) und 2) wird davon verstärkt.
Folge: Die Teleaufnahme wirkt auch bei dem oben genannten Vorgehen etwas flauer, als die WW-Aufnahme.
Abhilfe: Durch eine leichte Tonwertkorrektur kann mithilfe der Gradationskurve der Kontrast etwas angehoben werden und der Unterschied ist weitgehend behoben.

4)
Grundsätzlich wirkt sich vorhandener Dunst oder Luftfeuchtigkeit bei Tele-Aufnahmen stärker (kontrastmindernd) aus, als würde man näher rangehen und die Aufnahme mit einer kürzeren Brennweite machen.
Ergo: Teleaufnahmen sehen manchmal (je nach Klima- und Wettersituation) etwas flau aus.
Abhilfe 1: Nur bedingt wirksam: Gegenlichtblende verwenden und diese sollte möglichst optimal an die Brennweite angepasst sein.
Problem: Bei Zoomobjektiven ist die Gegenlichtblende immer an die kürzestmögliche Brennweite angepasst, also für die Teleeinstellung zu klein.
Abhilfe 2: Polfilter verwenden. Der Polfilter eliminiert winzige Lichtreflexe auf den Wassertröpfchen des Dunstnebels, die Aufnahme wirkt weniger flau.
Problem: Polfilter schlucken viel Licht (1-2 Blenden), Polfilter verändern häufig die Farben, Polfilter beeinflussen alle Reflexe auf organischen Materialien, können also den Bildeindruck verändern.
 
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falconeye

Sehr aktives Mitglied
kk
War echt enttäuscht, weil ich denke, dass der schöne Teil des Herbstes bald vorbei ist und ich vermutlich nicht nochmals dieses Jahr die Chance kriege bei Sonne dieses Wälchen zu fotografieren.
Mir ist dieser Thread zu technisch, was sicher auch an der Eingangsfrage liegt. Die technischen Aspekte liessen sich alle in der Nachbearbeitung reparieren und man sollte ggfs. fragen, wie, nicht warum die Kamera das nicht von allein gemacht hat. Die Herbstfarben bekommt man da schon noch hin.

Aber ...

... die Bilder mit längerer Brennweite sind einfach auch weniger gut vom Ausschnitt. Nur das erste mit dem WW gefällt mir bzgl. Komposition und Lichtstimmung.

Die längeren ... Zoom in den Schatten, die Leitplanke etc., fallen dagegen ab. Bei einem solchen Motif ist halt auch nicht jeder Bildwinkel / Brennweite gleich interessant. Für eine lange Brennweite und ein Herbstwaldmotif passt es besser, ein Waldstück von oben zu streifen (von einer Anhöhe), statt frontal nur einige wenige Bäume. Du hast versucht, die Farbtupfer zu erwischen. Da finde ich #005 noch ganz ok, wenn Du die Leitplanke wegstempelst und Kontraste etc. nachbearbeitest.
 
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freeman303

Unterstützendes Mitglied
Deine Ausführungen möchte ich nun doch mal kommentieren. Wenn Du Sonnenuntergänge fotografierst, muss zwingend auch die untergehende Sonne im Bild zu sehen sein - sonst hat das Bild halt nur einen Farbstich...
Danke für Deine Empfehlungen. Allerdings muss ich etwas richtig stellen, da es scheinbar falsch rüber gekommen ist.

Ich fotografiere eigentlich keine Sonnenuntergänge. Tatsächlich habe ich noch nie einen Sonnenuntergang fotografiert.

Ich fotografiere gerne im Licht des Sonnenuntergangs, weil dann z.B. die Blätter von Bäumen mit ihren Herbstfarben besonders (für mich persönlich zumindest) farbvoll wirken. Die Herbstfarben stechen dan richtig stark raus - zumindest sieht es für mich persönlich so aus.

Als Beispiel für solche Bider ist z.B. das Alpenglühen, wo die untergehende Sonne im Rücken oder von der Seite die kahlen Spitzen der Alpenberge beleuchtet und die Berge dann zu "glühen" beginnen.

Dass da die Sonne nicht mit drauf ist auf den Bildern, das war schon Absicht. Die Sonne stand da rechts hinten von meiner Position aus gesehen. Also auf ca. 4-5 Uhr, wie ein Pilot sagen würde. Das Wäldchen war auf 12 Uhr.

Ich habe noch andere Fotos gemacht, die das Wäldchen aus der Nähe abbilden. Da waren Bäume drauf in unterschiedlichen Rottönen. Auf dem Fotos sieht es aber aus, als wäre alles in einem Rost-Rot.

Kann mir Jemand einen kostenlosen FTP-Server oder einen Bilder-Hoster nennen, wo ich Bilder für z.B. Foren hochladen kann, ohne dass ich die Urheberrechte an den hochgeladenen Bildern gleich mit abgebe?

Habe diese Fotos oben auf Arcor abgelegt. Aber scheinbar ist das 1 GB freie Trafficvolumen fast schon für diesen Monat aufgebraucht und es kann sein, dass sie bald nicht mehr zu sehen sein werden.
 
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falconeye

Sehr aktives Mitglied
Kann mir Jemand einen kostenlosen FTP-Server oder einen Bilder-Hoster nennen, wo ich Bilder für z.B. Foren hochladen kann, ohne dass ich die Urheberrechte an den hochgeladenen Bildern gleich mit abgebe?
Warum muss immer alles kostenlos sein? Diese Dinge kosten in echt Geld, und man zahlt immer einen Preis.

Ich kann jedem Fotografen nur SmugMug empfehlen (ab 40$ pro Jahr). Schon ab dem Basistarif unbegrenzt Speicher und Traffic. Und echte High-Res Bilder bis 150MB Bildgröße.
 
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Christoph Blümer

NF-F Premium Mitglied
Der Knackpunkt dabei ist aber, dass man dann zwar korrekte Farben erhält, aber die Lichtstimmung ist hinüber. Beim Sonnenuntergang möchte man ja eher orange Töne haben als einen blauen Himmel. Da muss man also nicht nur die Belichtung sondern auch die Farbe bewusst falsch einstellen, um die richtige Stimmung zu erhalten.
Ich habe in den letzten Tagen am Mittelmeer mal bewusst etwas mit Sonnenuntegangsfotografie experimentiert, auch mit dem Weißabgleich. Am interessantesten fand ich die Ergebnisse mit ca. 2700-3100K, weil eben nicht das ganze Bild leuchtend gelb-orange wird, sondern der Himmel schön intensiv blau, das Meer ebenso und die rötlich-gelb schimmernden Wolkenfetzen am Himmel ganz wunderbar herauskommen. Die Lichtstimmung war dabei "gefühlt" auch weit näher am Gesehenen als mit allen WB-Voreinstellungen der Kamera. Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

CB
 
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Christoph Blümer

NF-F Premium Mitglied
Kann mir Jemand einen kostenlosen FTP-Server oder einen Bilder-Hoster nennen, wo ich Bilder für z.B. Foren hochladen kann, ohne dass ich die Urheberrechte an den hochgeladenen Bildern gleich mit abgebe?

Habe diese Fotos oben auf Arcor abgelegt. Aber scheinbar ist das 1 GB freie Trafficvolumen fast schon für diesen Monat aufgebraucht und es kann sein, dass sie bald nicht mehr zu sehen sein werden.
Ich habe ein Webpaket bei Hosteurope. Das kostet ein bisschen was im Monat, hat aber keine Trafficlimitierung und ist sehr zuverlässig (Serverstandort Köln); bin seit ca. 10 Jahren da Kunde und anhaltend zufrieden, da es einfach ohne Probleme funktioniert. Speicherplatz gibt es da je nach Pakettyp in rauhen Mengen, z.B. 25 GB im Webhosting Basic für 3,99€/Monat, incl. dem ganzen Drumherum wie eigene Domain, Mailserver usw.

CB
 
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pbhq

Unterstützendes Mitglied
Ich habe ein Webpaket bei Hosteurope. Das kostet ein bisschen was im Monat, hat aber keine Trafficlimitierung und ist sehr zuverlässig (Serverstandort Köln)
Ich wäre mit derartigen Empfehlungen sehr vorsichtig, denn das Rechenzentrum von Host Europe zieht in Kürze ins malerische Frankreich, direkt ins Hochwassergebiet am Rhein, um. Somit ergeben sich dann wenigstens einige ernsthafte datenschutzrechtliche Fragen, wenn man in Zukunft deutsche Daten in Frankreich speichert ...
 
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Christoph Blümer

NF-F Premium Mitglied
Ich wäre mit derartigen Empfehlungen sehr vorsichtig, denn das Rechenzentrum von Host Europe zieht in Kürze ins malerische Frankreich, direkt ins Hochwassergebiet am Rhein, um. Somit ergeben sich dann wenigstens einige ernsthafte datenschutzrechtliche Fragen, wenn man in Zukunft deutsche Daten in Frankreich speichert ...
Danke für den Hinweis, war mir nicht bekannt.
Was das Hochwassergebiet angeht: ich nehme mal stark an, dass sie die Server nicht direkt ans Rheinufer stellen werden.
Was den Datenschutz angeht: Dort gespeicherte Bilder werden ja trotzdem nicht sofort Gemeingut. Welche "ernsthaften datenschutzrechtlichen Fragen" meinst Du konkret im Hinblick auf die Fragestellung hier?

CB
 
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