AW: Ist das Arbeiten mit MF Objektiven noch stark verbreitet
Also ich arbeite mit beiden sehr gerne. Der AF ist halt eine tolle Sache für Sportaufnahmen, vor allen, wenn man ganze Serien im Kasten haben möchte. Mir gelingt es mit MF nur wenn ich vorfokusiere und dann rechtzeitig abdrücke, wobei hohe Serienfrequenz hilfreich ist.
bei den AF Objektiven muss man auch unterscheiden. Die kleinen FBs sind haptisch elend, aber auch die billigen Zooms. Das 2.8/20mm und 3.5-4.5/28-105mm habe ich wieder verkauft, das 1.4/50mm behalte ich notgedrungen, aber man bekommt beim angreifen die Krätze.
Hochwertige AF-Ds wie das 2.8/80-200mm, oder AF-S 2.8/28-70mm oder auch Teles wie das 4/300mm nehmen sich nicht viel und sind gut manuell zu fokusieren.
Was mir an den moderenen AF-S und VRs nicht gefällt, ist eine gewisse Anfälligkeit und Endlichkeit wie alle elektronischen Produkte, die einmal das Zeitliche segnen, weil die Elektronik versagt und keine E-Teile mehr lieferbar sind.
Allerdings ist mir schon des öfteren passiert, dass manuelle Fokusierung schneller und sicherer zum Ziel führt. Im Dunklen, durch Gitterstäbe, oder wenn andere Strukturen im Weg sind, oder aber auch wenn man selber den Schärfepunkt festlegen will.
Ich habe in meinem Leben mit der manuellen Fokusiererei sicher schon viele Fotos versäumt oder unscharf abgebildet. Aber mit dem AF ist mir auch schon viel daneben gegangen. einfach gerade für die Situation das falsche setting, oder den gewünschten Punkt anfokusiert und vergessen dass ich AF-C drinnen habe. Die leisen AF-S sind da besonders gemein, da man gar nicht bemerkt,dass das System "heimlich" nachfokusiert. Oder auf Multifeld, näheste Entferung gestellt, und prompt ist der Schwanz des Tieres und nicht der Kopf scharf. Oder auf alle Felder eingestellt und der AF rechnet zu langsam.
Kleines beispiel aus der Praxis: ich möchte ein Eichhörnchen ablichten. Bitte meine Tochter es zu füttern. Nur ich bekomme das Biest nicht scharf, weil bei Einzelfeldfokus dauert es zu lange bis ich verschwenke. Das Anwählen des passenden Feldes ebenfalls, weil so ein Tierchen ja immer in Bewegung ist. Wenn der Kopf weiter vorne ist, dann ist das Programm "dynamsiche Messfeldsteuerung mit Priorität auf die kürzeste Aufnahmedistanz" auc ein Lotteriespiel.
Neulich hatte ich zufällig mein 4/200mm micro IF drauf, weil am Weg ins "Haus des Schreckens" war, und auf einmal hüpft mir das Eichhörnchen vor die füsse. ich denke, noch sch.. und nur dieses Objektiv drauf. Und ich habe es geschafft! Hurra. Ein Schuss = ein Treffer. Ich hatte ein ähnliches Problem mit einem pickenden Pfau. Es ging mit AF nach ein paar Anläufen ganz gut, aber ich probnierte es dann mit dem 200mm wieder, und siehe da es ging mindestens so gut. Ein weisses Pfauenkücken war mit AF kaum scharf zu kriegen,weil der AF keine Struktur auf dem weissen Federnkleid fand. Manuell war es auch mühsam, aber es ging.
Bei Portriats geht MF oft auch besser, weil die Verschwenkerei oft mehr Unschärfen produziert, als wenn man manuell einstellt. Bei Kindern,d ie nicht still sitzen, verwende ich oft den AF-C , aber da bekommt nur durch Zufall das Auge scharf, wenn man gerade das passende Messfeld hat. MF ist da mindestens so gut.
Nur leider sind die Mattscheiben des moderenen DSLRs nicht sehr geeignet, Ich rede weniger von den Eisntellhilfen, die in der Hektik auch zu lange dauern, sondern eher dass die Mattscheiben kein genaues einstellen zu lassen.
Daher verwende ich wieder meine alten Analog SLRs, weil mich das bei DSLRs nicht befriedigt.