Im Land der Aragonen

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Auf dem Bild ist nicht zu viel und nicht zu wenig darauf. Ich mag diese Dreidimensionale Vorstellungen. Schön finde ich die leere Autobahn, sowas kommt schon seltener als erhofft vor. Der Zug ist nicht typisch Klaus, zumindest ist er not black.....

Das Bild dagegen schon, danke fürs Zeigen!
 
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Wobei ich zum Bild eine andere Meinung habe, allerdings erschließt sich das erst, wenn man es länger intensiv betrachtet. Im oberen Teil erinnert es stark an klassische Landschaftsmalerei (wenn man alles ab der Eisenbahn nach unten wegblendet), im unteren ist es mehr Werbung für die Eisenbahn (dank uns bleibt die Autobahn leer) - insgesamt dann alte Landschaft mit modernen Verkehrsmitteln (wobei die körnige SW-Variante das ganze Bild wieder als historisch ausweist).

"Dem Kanditaten 100 Punkte". Er macht die Augen auf und sieht nicht nur Pixel....

Dieses Bild erscheint so unscheinbar, so grausam langweilig und banal. Es fordert zu Kommentaren auf wie " Ich hätte den mittigen Horizont etwas weiter nach oben versetzt."
Dieses Bild beweist, dass wir im Grunde genommen auf Bildern nichts sehen, sondern durch sie lediglich Erwartungen bestätigt haben wollen. Eine wäre: Ein Landschaftsbild hat so und so auszusehen...
Dieses Bild, so simpel es offensichtlich gestrickt sein mag, ist ein großartiges Bild.
Es beschreibt einen überlicherweise sonnenverbrannten Landstrich, den man eher flieht.
Eine je nach Witterung staubige oder lehmig-schmierige Beckenlandschaft, in die sich seit Jahrmillionen der Schutt der umliegenden Gebirge ergossen hat. Die Erosion hat dort leichtes Spiel. Der größte Fluss Nordspaniens, der Ebro hat sich durch diese Ebenen hindurchgegraben. Eine Landschaft ist entstanden, spektakulär durch ihre Weite, durch ihre "Langeweile" und trotzdem aufregend, von nahem betrachtet durch ihre Verwitterungsformen und ihre Unzugänglichkeit. Eine Landschaft, sonnenverbrannt, durchglüht in wenigen Monaten und bitter kalt im Winter. Das leichte Leben fand hier nie statt. Viele Dörfer sind entvölkert. Arbeit, "Aufstiegsmöglichkeiten" versprechen wenige Zentren im Land. Vielerorts scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.
So wie diese Land in sich ruht, ruht auch das Bild in sich. Einem Himmel, der auch diesmal keinen Regen verspricht, steht eine Landschaft gegenüber, deren Vordergrund der Mensch für sich allein bestimmt hat. Dahinter öffnet sich eine unfassbare Weite. Vertikale Elemente, Bäume, nehmen in dieser Landschaft eine Randposition ein. Sie sind da, wo der Mensch sie hinpflanzt, an die Ränder der spärlichen Wasserläufe, schnellwüchsige Pappeln zumeist.
Gerade so hat es der Bildautor hier auch gehalten. Das, was auf dem Bild Erde und Himmel verbindet, rückt er an den rechten Rand, im Grunde genommen eine gestalterische Bodenlosigkeit. Und was stellt er dieser Ungeheuerlichkeit gegenüber? Eine andere: Ein Nichts! Und genau da, wo sich die Bilddiagonalen kreuzen, erhebt sich über den Horizont als einziges Objekt unscheinbar und doch den Blick anziehend, eine Burg aus maurischer Zeit.
Mag auch der Zug im Mittelgrund etwas Dynamik versprechen, dieses Bild ruht in sich wie dieses Land. Und genau deshalb finde ich es großartig.

Viele Grüße
Herbert
 
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