Hiroshima & Co: Japan mittendrin

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RealK

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Ich würde mit euch gern ein paar Bilder und Geschichten aus meinem Japan Aufenthalt 2012/2013 teilen. Ich war ein knappes halbes Jahr in Japan, allerdings nicht nur zum Spaß, ich habe dort auch ein Praktikum an der Universität Hiroshima absolviert. Da die Japaner ja bekanntlich sehr freizeitfreundliche Arbeitszeiten haben, kam ich während meines Uniaufenthalts leider nicht sehr viel zum Fotografieren. Unter der Woche war ich von 9-20 oder 21 Uhr in der Uni und Samstags nur von 9-16 Uhr
Da es nicht mein erster Besuch in Japan war und man auch eine andere Beziehung zu allem entwickelt wenn man wirklich da lebt, habe ich viele Sachen die ungewöhnlich erscheinen (leider) nicht fotografiert. Ich hoffe trotzdem dass ich ein paar schöne Bilder zeigen kann und euch Japan etwas näher bringen kann. Einiges erscheint recht ungewohnt, wird aber relativ schnell "normal" wenn man längere Zeit da ist.

Für die Technik Interessierten, dabei hatte ich die Nikon D600, AF-S 24-70mm 2.8, AF-S 50mm 1.4 und das AF-S 105mm Micro. Später kam noch ein AF 80-200mm 2.8 Schiebezoom dazu. Ca. 90% aller Bilder habe ich jedoch mit dem 24-70 gemacht

Heute zur Einstimmung gibts den allabendlichen Ausblick aus meiner Wohnung in der ich während meines Praktikums gewohnt habe:

#1 - Ausblick aus dem Fenster: Studentenwohnheim
 
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Danke fürs freischalten!

Ich werde versuchen das ganze chronologisch zu ordnen, dh. wir werden verschiedene Orte mehrfach besuchen, ich versuche allerdings Wiederholungen so gut es geht zu vermeiden.
Bevor ich zur Universität gezogen bin, habe ich in einem Hostel in einem "Vorort" von Hiroshima, in Hatsukaichi, gewohnt. Das Hostel ist quasi direkt neben der Fähre zur Insel Miyajima, die wohl eine der bekanntesten Reiseziele in Japan ist. Ich hatte dort auch schon während meines letzten Japanurlaubes übernachtet, kannte also einige der Leute. Von Miyajima wird es also einiges an Bildern geben, da dies auch mein absoluter Lieblingsort in Japan ist.
Bevor ich allerdings mein Quartier beziehen konnte blieb mir noch etwas Zeit, so dass ich erst einmal nach Miyajima fuhr, welches mein absoluter Lieblingsort in Japan ist. Die haupt Touristenattraktion ist der Itsukushima Schrein, dieser genauso wie das dazugehörige noch bekanntere Torii stehen bei Ebbe auf Land, und bei Flut mitten im Wasser. Bei meiner Ankuft war gerade Ebbe und man konnte zum Torii hinlaufen. Im laufe meiner Fotostrecke werden wir noch einige male nach Miyajima zurückkehren und noch mehr dieser wunderschönen Insel, welche zu den drei schönsten Landschaften Japan gehört, erkunden. Aber für den Anfang gibt es erstmal die beiden Hauptattraktionen zu sehn:

#2 Das berühmte Torii vor dem Itsukushima Schrein


#3 Der Itsukushima Schrein, vom Torii aus fotografiert


#4 Nochmal als LZB von der Seite, diesmal im Wasser
 
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Für die ganzen Naturfotografen gibts heute ein bisschen Wildlife (ja ist wirklich Wildlife). Miyajima ist voll von Rehen, die keinerlei Scheu gegenüber Menschen zeigen und ihnen auch gern schonmal versuchen jegliches Papier und Plastik aus den Taschen zu fressen. Eine besondere Delikatesse sind natürlich die Fährentickets ... manchmal frage ich mich wirklich ob die darauf trainiert wurden. In der Regel sind die Hörner allerdings gestutzt, damit die Rehe (und Hirsche) keine Leute verletzten, wenn sie mal wieder hinter Papier her sind.
Entfernt man sich etwas aus den Touristenregionen, so werden die Tiere scheuer und auch die Geweihe größer. Manche überwinden aber auch ihre Scheu um mal zu schauen ob man die GeLi vielleicht nicht doch essen kann.

#5- Manchmal gibts auch was Grünes zu essen ... neben all dem Papier


#6 - Kurz bevor er die Geli probieren wollte


#7 - Ein Halbstarker mit größerem Geweih, hier muss man sich teilweise wirklich in Acht nehmen, falls er denkt man hat was essbares dabei
 
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So nun geht die Reise weiter. Auf der Insel Miyajima gibt es den Berg Mt. Misen. Diesen zu erklimmen ist immer eine Qual, man hat jedoch die Auswahl zwischen drei verschiedenen Pfaden, einer davon ist mit einer Seilbahn ausgestattet. Der zweite besteht fast nur aus Treppen, die alle unterschiedlich hoch und abgetreten sind ... 500 wunderschöne Höhenmeter . Der letzte Weg ist ein etwas längerer Wanderweg, durch die Natur. Unterwegs hat man immer wieder die Möglichkeit auf wunderschöne Ausblicke auf das umliegende Land, hierbei kann man auch gut erkennen, dass Japan zu einem Großteil aus bergigem Land besteht.

#8 - Blick auf Hatsukaichi und den Fährensteg von Mt. Misen


#9 - Panorama von Mt. Misen, links ist Hiroshima zu sehen


Natürlich gibt es nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch Tempel auf Miyajima. So befindet sich unter anderem die Reikado Hall auch kurz vor der Spitze des Berges. Hier lodert die "Ewige Flamme" seit angeblich 1200 Jahren. Das Feuer dieser Flamme wurde benutzt um die Friedensflamme in Hiroshima zu entzünden (gibts dann später zu sehen)

#10 - Etwas unspektakulär - Die ewige Flamme .... wo ist sie nur


Auf dem Weg nach oben passiert man auch ein Tor, welches vor 4 Jahren nur aus ein paar rumliegenden Steinen bestand, jetzt aber restauriert wurde. Der Name ist mir leider entfallen, ich meine es war das "Nimon Gate" (oder so ähnlich). Diese Tore werden von Tempelwächtern bewacht, welche links und rechts von solchen Toren postiert sind. Hierbei hat immer einer den Mund geschlossen und einer den Mund geöffnet.

#11 - Tempelwächter


Zuletzt gibt es natürlich noch die Aussicht von der Spitze des Berges. Leider war auch diesmal die Sicht nicht die beste, jedoch um einiges besser als ich das erste mal oben war, da konnte man nämlich garnichts sehen.

#12 - Aussicht vom Gipfel von Mt. Misen
 
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Heute gibt es Bilder vom Neujahrsfest, bzw dem Fest am Abend davor (31.12). In Japan wird an Silvester ja kein Feuerwerk abgebrannt, dafür gibt es am Abend davor auf Miyajima ein Feuer Festival. Hierbei werden riesige Fackeln angezündet und durch die Menge getragen. Vorher kann sich jeder selbst keine Fackeln besorgen, die wohl auch traditionell auf Miyajima hergestellet werden.
Wie alles tuen die Japaner es um Glück zu erhalten und alles böse zu vertreiben. Ich kam auf der Insel eine Stunde vor Beginn an, und es war voll ... Japan voll, voll! Fotografieren war in der Masse sehr schwierig, ich wusste nicht wirklich wie die ganze Sache abläuft. Überall nur Schreie, Rufe, Fotos, Menschenmassen. Plötzlich wurde es extrem hell, als die riesigen Fackeln angezündet wurden und wir wurden zur Seite gedrängt. Die Fackelträger rannten mit den großen Fackeln durch die Menge. Alle stürzten darauf zu um ihre Fackeln an den großen zu entzünden. Die großen Fackeln wurde zurvor in Benzin getränkt, was natürlich auch etwas verschüttet wurde, so brannte teilweise auch der Boden ein bisschen, Asche und brennende Teile flogen durch die Luft, zwischendrin kleine Kinder ... aber es ist niemandem etwas passiert.
In Deutschland wäre es unmöglich so etwas zu machen, in Japan funktioniert das allerdings. Es wurden auch noch weitere "Feuerstellen" entzünde wo jeder seine kleine Fackel anzünden konnte. Zum Schluss wurden die großen Fackeln zum Torii getragen, dann etwas rumgewirbelt uns so plötzlich wie alles angefangen hatte war es auch wieder vorbei.
Fotografisch war das Ganze im Gedränge leider sehr schwierig festzuhalten und ich kam definitiv an den Grenzen meines Equipments (ISO, AF ...), ich hoffe euch gefallen die Bilder trotzdem.
Alles in allem ein sehr beeindruckendes Erlebnis, bei dem Fotografieren eher zur Nebensache wurde!

#13 - Es geht los, auf einmal brennt es mitten in der Menge!


#14 - Jeder will seine Fackel entzünden


#15 - Fackel vor dem Torii


#16 - Fackelträger mit Fackel


#17 - Feuerstelle
 
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Tut mir leid für dass es jetzt erst weitergeht, allerdings war ich die letzten Tage leider sehr beschäftigt.
Heute gibt es deshalb ein paar Aufnahmen aus Hiroshima. Das "Highlight", wenn man es so nennen darf, ist natürlich der Atomic Bomb Dome, das mehr oder weniger einzige Gebäude, welches die Detonation überlebt hat. Im Friedenspark (der Gegend um den Dom), befindet sich natürlich noch vieles weiteres, wie zum Beispiel die Friedensflamme und das Mahnmal. Auf dem Mahnmal, welches auf einer Linie mit der Friendsflamme und dem A-Bomb Dome steht, sind die Namen aller Opfer der Atombombe, sowie der Satz " Ruhet in Frieden, der Fehler soll nicht wiederholt werden", eingraviert.
Überall im Peace Park findet man auch die gefalteten Papierkraniche, diese hängen mit der Geschichte von Sasaki Sadako zusammen, welche auch ein Opfer der Atombombe war. Bei Bedarf kann ich ja noch etwas dazu schreiben und ein paar Bilder zeigen.

#18 - Atomic Bomb Dome


#19 - Panorama vom anderen Ufer des Flusses


#20 - Das Mahnmal auf einer Linie mit der Friedensflamme und dem Dom


#21 - Die allgegenwärtigen Papierkraniche
 
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So weiter gehts, das Neujahresfestival haben wir ja bereits hinter uns gebracht, jedoch fehlt natürlich noch der Neujahresmorgen. Traditionell besteigen die Japan ja zu Neujahr immer einen Berg um sich den ersten Sonnenaufgang des Jahres anzuschauen. Dies war auch der Plan im Hostel, in dem ich genächtigt habe, es kam jedoch wie es kommen musste, jeder wollte mit, aber am Ende waren fast alle zu betrunken oder schon am schlafen, um zu gehen. Ausser Silvester gab es nämlich auch noch einen Geburtstag zu feiern.
Die einzigen 3, die noch "fit" genug waren, waren 2 Japanerinnen, mit denen ich mich schließlich auf den Weg machte erneut den Berg auf Miyajima (Mt. Misen) zu erklimmen. Ich glaub ich war innerhalb von 1-2 Wochen 3 mal auf diesem Berg, ich kann ihn langsam nicht mehr sehen
Zu meinem Glück konnten, bzw. mussten wir einen Großteil mit der Seilbahn fahren, da es einfach zu dunkel war um zu laufen, denn es gibt auch keine Beleuchtung. Oben angekommen standen wir hinter riesigen Menschenmassen, die die gleiche Idee hatten wie wir. Anfangs war es leider schwierig etwas zu sehen, aber da die Japan sehr gesittet und nett sind, darf jeder mal vor und etwas sehen. Leider war es sehr bewölkt, allerdings war es trotzdem ein sehr schöner Sonnenaufgang.
Nach dem Abstieg gingen wir in den Itsukushima Schrein um uns den "Reislöffel dieses Jahres" abzuholen und natürlich um unser Glück für dieses Jahr zu ziehen.
Was auf meinem Zettel stand weiss ich bis heute nicht genau, da keine der 3 Damen wirklich Englisch sparach
Die gelesenen Zettel bindet man an einen Baum oder an dafür vorgesehene Stangen, damit sie wahr werden und die negativen Sachen, welche evtl. draufstehen könnten verschwinden. Danach ging es erstmal zurück ins Hostel und schlafen


#22 - Erster Sonnenaufgang des Jahres 2013 I


#23 - Erster Sonnenaufgang des Jahres 2013 II


#24 - Die 3 Mädels mit Reislöffeln


#25 - Die Glückszettel angebunden an die Stangen
 
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