Herbstliche Grüße aus den Schottischen Highlands

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assiliisoq

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Hi ye!

Wie schon fast chronisch war ich diesen Herbst wieder für 10 Tage in den Scottish Highlands wandern.
Ich wollte mit meiner Freundin die erste Hälfte des Cape Wrath Trail von Fort William nach Norden bis Kinlochewe gehen.

Vieles kam anders als geplant, aber auch das gehört schon fast chronisch dazu. ;)

(Einen detaillierteren Erlebnisbericht schreibe ich in einem Outdoor-Forum.
Wenn jemand Interesse hat, kann ich den Link dazu hier mit einstellen.
Da kommen dann auch die weniger gelungenen Aufnahmen mit rein, die zur Story gehören.)

Hier möchte ich euch ein paar Eindrücke der herbstlichen Highlands zeigen.

In den ersten beiden Tagen sind wir von Fort William durch das Cona Glen nach Glenfinnan gelaufen.
Wir starteten bei zum Teil sehr heftigem Regen, doch nach und nach fanden auch ein paar Sonnenstrahlen zu uns hinunter.

























 
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In Glenfinnan zelteten wir an einem Waldrand mit herrlichem Blick bei Sonnenuntergang ...




... und bei Sonnenaufgang.








Morgens waren wir langsam genug den legendären Jacobite Steam Train zu sehen, auch bekannt als Hogwarts Express
(auch wenn dafür die Lok rot angemalt wurde),
wie er über den ebenfalls berühmten Glenfinnan Viaduct dampft.

Interessant: In der Touri-Info von Glenfinnan konnten sie uns die Fahrzeiten nicht sagen. :confused:
Auf unserem Weg trafen wir einen Typ mit schwerem Stativ. Den hab ich gefragt. Stativträger wissen Bescheid, hab ich zu meiner Freundin gesagt.
Und natürlich wusste er genauestens Bescheid und zeigte uns auch gleich einen der Plätze, von wo aus man klassischerweise fotografiert. Danke! :cool:




 
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Am nächsten Tag geht es durch ein langes Tal mit unzähligen Hirschrudeln hinauf, die sich von einer Talseite zur anderen unterhalten. Ob sie wissen, dass die Jagdsaison auf männliche Hirsche gerade heute zu Ende ist?




Jenseits des Passes steigen wir wieder hinab und suchen uns irgendwo einen trockenen, ebenen Platz für unser Zelt.




Am nächsten Morgen steigt Nebel aus dem Tal herauf.







Wir haben ein Problem: Die Sohle eines Trekkingschuhs meiner Freundin hat sich auf ganzer Länge vom Schuh gelöst!
Sie ist nur noch ganz vorne und ganz hinten fest und wird in der Mitte von den Gamaschen gehalten.
Wir haben wenig Alternativen und müssen zurück nach Fort William, wo es mehrere Outdoor-Läden gibt, und neue Schuhe kaufen.
Dummerweise gibt es hier keinen Bus. Wir steigen ans Loch Arkaig hinunter. Hier führt ein Sträßchen am See entlang. Wenn wir Glück haben, können wir per Anhalter die ca. 20 km bis zum See-Ende und noch einmal so viel bis nach FW trampen.
Wir latschen und latschen das Asphaltsträßchen entlang, aber es kommt nicht ein einziges Auto. Dann eines in die falsche Richtung. Dann 2 Radfahrer. Die sind unsere Rettung! Sie haben am far end of the lake ihren Camper stehen. Und wenn sie uns auf dem Rückweg immer noch auf der Straße treffen, dann holen sie den Camper, kommen uns damit entgegen und bringen uns nach Fort William! Und genauso kam es auch. Weiterhin trafen wir nur ein anderes Auto. Und das nahm uns nicht mit. Mussten wohl Touristen sein. Die beiden haben schließlich tatsächlich ihren Nachmittag damit zugebracht, uns auf der Straße einzusammeln und nach FW zu bringen! Wir waren ihnen soooo dankbar!

Loch Arkaig (die Sonne kam leider erst dann raus, als wir schon im Auto saßen).




 
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Nach einer Nacht in Fort William und einem Vormittag, in dem wir neue Schuhe kauften, Bus- und Bahnverbindungen und neue Routen-Optionen planten und verwarfen, konnten wir tatsächlich am nächsten Nachmittag wieder auf dem Cape Wrath Trail einsteigen. Allerdings weiter nördlich, was uns leider einen der wohl schönsten und wildesten Abschnitte verpassen ließ.
Wir stiegen "eine Haltestelle hinter Shiel Bridge" aus, denn den gälischen Namen der Haltestelle konnte auch die Dame am Ticket-Schalter nicht aussprechen :D




Wieder geht es an vielen vielen Hirschen vorbei, die von beiden Talseiten röhren.




So gelangen wir zu den Falls of Glomach, einem der höchsten Wasserfälle Großbritanniens, der 113 m tief in einen Canyon stürzt.




Seht ihr das orange Pünktchen da oben? Das ist die Jacke meiner Freundin.







Entlang des Canyons geht es hinab ins nächste Tal.

 
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Am nächsten Morgen steigen wir bei herrlichem Wetter, allerdings eisig kaltem Wind, das nächste Tal hinauf.




Wie üblich röhrende Hirsche überall um uns herum.




Schließlich gelangen wir zur Maol bhuidhe Bothy, dem kleinen weißen Häuschen da unten am Loch Cruoshie.



Bothys stehen in den Highlands einige. Es sind verlassene alte Steinhäuser, die für Wanderer offen stehen. Sie sind äußerst einfach, meist findet man nur Wände, ein dichtes Dach und Fenster, oft Pritschenbretter, auf denen man schlafen kann, ein paar Sitzmöglichkeiten. Bei Wetter bieten sie aber immerhin einen windstillen, trockenen Platz.
Wir zelten neben der Bothy.

Die Umgebung ist besonders am nächsten Morgen sehr schön.
























Was für ein Glück für uns, dass zur Zeit die Bäche nicht so viel Wasser führen. Meist kommen wir über stepping stones hindurch. Bei mehr Wasser muss man mehrmals täglich Schuhe und Hose ausziehen und wird doch bis zu den Knien oder gar bis zum Bauch nass.
 
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Außer keine Brücken gibt es auch abschnittsweise keine Wege.
Diese Abschnitte sind mir die liebsten. :)




Der See, den wir ansteuern, überrascht uns mit einem Strand!
Mitten in den schottischen Torfbergen ein richtiger Sandstrand! Ohne Matsch!
Hier bleiben wir eine Weile.




Wir gehen weiter über einen Pass - und bekommen einen Schock! Mitten durch all die herrlich einsamen Täler, auch durch das, was unser Tagesziel ist, werden breite Straßen gebaut! Überall fahren Bagger und LKWs lang! Was ist denn hier los!?
Wir ändern wieder einmal unsere Pläne und verlassen so schnell wie möglich diese riesige Baustelle.
Später erfahren wir, dass die Regierung Wasserkraftwerke fördert, wenn der Baubeginn noch in diesem Jahr liegt. Daher werden ganz plötzlich ohne Rücksicht auf Verluste wie verrückt Straßen und Wasserkraftwerke in die Berge geschlagen! Wir sind schockiert.
Noch später erfahren wir jedoch, dass zumindest "before the end of the day" die Straßen wieder mitgenommen, zurückgebaut werden müssen. Dafür werden sogar vorher extra Fotos von der Landschaft gemacht, um sie nachher so gut wie möglich wieder herzurichten.
Immerhin. Sieht sicher "at the end of the day" weniger schlimm aus als unsere gewaltigen Windparks.

Wir suchen uns auf jeden Fall ein gemütlicheres Plätzchen.




Der Nachmittag ist herrlich um mal Haare und T-Shirt im Bach zu waschen.










 
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Wie immer eine eindrückliche Reportage mit tollen Bildern von dir. Also, mich würd auch der Link auf den anderen Bericht interessieren.

Danke fürs mitnehmen, Martin

www.skotPHos.de - Licht und Schatten
 
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In dieser Nacht hatten wir den ersten Frost.
Und zwar so doll, dass das Wasser, das ich im Topf schon für das Frühstück aus dem Bach ins Vorzelt geholt hatte, über einen Zentimeter dick gefroren war. Ich hatte einige Mühe, das Eis herauszuklopfen. Das Zelt war dick von weißem Raureif überzogen. Als wir es ausklopften um es einzupacken, erhielten wir einen hübschen Hügel Schnee.

Ich liebe solche Morgende, wenn nur Schlafsack und Kleidung warm genug sind.



Einem herrlich mäandernden Bach folgten wir heute hinauf zu einem Pass.




Im nächsten Tal trafen wir auf eine hübsche Kuriosität, eine Wire Bridge.
Wieder war der Wasserstand so niedrig, dass wir den Fluss ohne Probleme durchqueren konnten. Dennoch wollte ich unbedingt ausprobieren, wie sich so eine Wire Bridge anfühlt. Besonders mit großem Rucksack. Wer weiß, vielleicht muss man den nächsten Fluss tatsächlich auf diese Weise queren.
Daher spielten wir hier eine Weile herum.







Danach war es leider mit der Sonne vorbei und den restlichen Weg bis Kinlochewe sind wir überwiegend im Regen gelaufen. Das ist vor allem deshalb schade, weil gerade die Torridonians, auf die wir zuhielten, ein besonders eindrucksvoller Gebirgszug sind.
Aber wir können uns nicht beklagen, wir hatten doch überwiegend trockenes Wetter und sogar immer wieder Sonne zwischendurch.

Vielen Dank an alle, die hereingeschaut haben und ein wenig mitgewandert sind.
Schottland ist gerade im Herbst für mich immer wieder ganz toll!

Viele Grüße aus den Northern Highlands,
Sylvia
 
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Hi Sylvia,

Danke für den Bericht und die tollen Bilder!!!
 
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Vor deinen bzw. euren Leistungen habe ich immer wieder größten Respekt! Der Rucksack deiner Freundin zeigt anschaulich, wie viel Gepäck ihr wohl geschleppt habt, dazu der Regen und die herbstlichen Temperaturen...
Belohnt wurdet ihr allemal, sehr schöne Farben und fantastisches Licht!
Die Erfahrung einer sich lösenden Schuhsohle musste ich auch schon machen - da hilft nicht einmal Panzertape, die Scherkräfte sind einfach zu groß. Zum Glück habt ihr Hilfe bekommen, mir tat nach einem Tag auf unterschiedlich hohen Stiefeln total der Rücken weh. ;)
 
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Ich würde dann mal ein Antrag auf ein Highlight setzen ...


Wird glatt durchgewunken :D

Eine sehr spannende Landschaft, einen tollen bebilderten Reisebericht hast du uns mitgebracht, Sylvia! Grandios, dass Ihr diese hilfsbereiten Menschen getroffen habt, man ist in diesen einsamen Regionen doch sehr aufgeschmissen, wenn mal etwas ordentlich schief geht.

Den Link zum Outdoorforum kannst du gerne posten...
 
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Moin Sylvia,

juhu, endlich wieder mit Dir in Schottland unterwegs! :up:
Mitleiden, mitfreuen - und das alles trockenen Fußes. ;)

Danke für die tollen Fotos und den sehr unterhaltsamen Text dazu!
 
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Vielen herzlichen Dank euch allen für eure wunderbaren Antworten!


Der Rucksack deiner Freundin zeigt anschaulich, wie viel Gepäck ihr wohl geschleppt habt, dazu der Regen und die herbstlichen Temperaturen...
Belohnt wurdet ihr allemal, sehr schöne Farben und fantastisches Licht!
Die Erfahrung einer sich lösenden Schuhsohle musste ich auch schon machen - da hilft nicht einmal Panzertape, die Scherkräfte sind einfach zu groß. Zum Glück habt ihr Hilfe bekommen, mir tat nach einem Tag auf unterschiedlich hohen Stiefeln total der Rücken weh. ;)

Rucksack: Wir sind mit knapp über 20 kg losgelaufen (incl. Essen für 11 Tage).

Wetter: Wir sind bisher auf unseren Touren ziemlich verwöhnt worden. Zumindest war es immer überwiegend trocken, wenn auch kräftiger Regen und Wind immer dazugehörten. So auch diesmal. Anfang und Ende waren sehr nass, dazwischen hatten wir Glück und sogar häufiger Sonne.
Letztes Jahr auf Mull, wo ich alleine und mit Mietauto war, hatte ich 10 Tage Dauerregen - das war schon eine echte Herausforderung.

Schuhsohlen: Die Panzerband-Variante hatte ich in Nepal vor vielen Jahren. Ideal ist was anderes, außerdem klebt man das ganze Profil zu. Als das Tape nach einigen Tagen nicht mehr hielt, Fanden wir jemanden mit Schräubchen. Bei den alten zwiegenähten Schuhen konnte man die Sohle noch am Rand entlang anschrauben. Das geht bei den Schaumkonstruktionen von heute nicht mehr. Mit den geschraubten Schuhen bin ich nachher tatsächlich noch ein paar Touren gelaufen. :)

Hilfe: Die Schotten sind unschlagbar was Hilfsbereitschaft angeht! Man braucht sie nicht einmal darum zu bitten, sie kommen ganz oft gleich von sich aus und fragen, ob sie einem den Weg zeigen können, bieten Platz im Auto an (egal wie nass und dreckig man gerade ist). Sobald man die Karte heraus holt, kommt ein Schotte (sofern einer in Sichtweite ist) und gibt Tipps zu besonders schönen Routen oder Gegenden. Latscht man mit dem großen Rucksack auf einer Straße, hält bestimmt bald einer und fragt, ob er einen mitnehmen kann wohin auch immer. So offen und hilfsbereit wie die Schotten habe ich bisher nur noch die Neufundländer erlebt.

Den Link zum Bericht im Outdoor-Forum gebe ich euch, sobald es dort etwas zu lesen und zu sehen gibt.

Viele Grüße,
Sylvia
 
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