Eine Rezension unseres Community-Mitglieds Steffen Kappes
Ich fotografiere seit Jahren mit einer Nikon Kamera aus der 5000-er Serie und habe nun entschieden, mich mit dem Thema Semi-Profi-Kamera weiter zu beschäftigen. Aus diesem Grund habe ich mir die D7200 zugelegt. Als Umsteiger von der 5000-er Serie macht der Umstieg auf die neue D7200 absolut Sinn. Demzufolge brauchte ich ein Buch über die D7200, um nicht die spartanische Bedienungsanleitung von Nikon studieren zu müssen.
Das erste Kapitel trägt den Titel „Schnelleinstieg“ und dient dazu, dem neuen Besitzer einer D7200 möglichst „schnell“ Kameraeinstellungen zu erklären, damit er sofort mit dem Fotografieren loslegen kann. Warum nun auf einmal mittendrin auf zwei Seiten erklärt wird, wie man urheberrechtliche Copyright-Hinweise einrichtet, vermag ich nicht zu verstehen, da diese Funktion meiner Meinung nach eher in den speziellen Teil gehört und nicht in das Kapital Schnelleinstieg. Das war aber auch schon der einzige kleine Kritikpunkt an diesem Kapitel. Generell lässt sich sagen, dass der Schnelleinstieg recht ausführlich ausgefallen ist und man sich während dem Lesen fragt, was dann in den folgenden Kapiteln noch so alles beschrieben wird. Man merkt sofort, dass man es hier nicht mit einem Buch für Einsteiger zu tun hat, sondern dass die D7200 ein Semi-Profi Gerät sein soll und dementsprechend auch das Niveau der Leser und Anwender ein anderes ist, als wenn ich ein Buch über eine Einsteigerkamera lese. Nach 50 Seiten Schnelleinstieg wird es nun etwas detaillierter.
Im nächsten Kapitel wird die Kamera mit allen Elementen sowie die einzelnen Menüs wie auch das Sucherfeld ausführlich beschrieben.
Dann aber geht es ans Eingemachte:
Das dritte Kapitel widmet sich auf knapp 50 Seiten dem Kapitel „Schärfe und Autofokus“. Ein schwieriges Thema, das Heike Jasper in meinen Augen sehr gut beschreibt. Mit diesem Kapitel muss man sich beschäftigen, wenn man auf die D7200 umsteigt und den Anspruch hat, gute Bilder zu machen. Es wird hier viel Grundlagenwissen vermittelt, welches aber auch notwendig ist, wenn man nicht nur „Knipsbilder“ machen will, sondern seinen Anspruch an die Qualität der Bilder steigern will. Untermauert werden die beschriebenen Themen durch aussagekräftige Bilder mit den dazugehörigen Kameraeinstellungen. Abgerundet wird das Kapitel durch viele Praxistipps, die einem dabei helfen, die viele Theorie in der Praxis zu verstehen. Für einen Umsteiger, wie ich es einer bin, ein sehr gut geschriebenes Kapitel.
Ein genauso wichtiges Kapitel ist das nun folgende Thema „Belichtung“. Auch hier werden auf über 50 Seiten die Grundlagen der Belichtung und die verschiedenen Messmethoden ausführlich beschrieben. Wie in dem vorangegangenen Kapitel werden die Grundlagen durch Positiv- wie auch durch Negativbeispiele in Form von Bildern verdeutlicht, was dazu beträgt die Theorie besser zu verstehen. Heike Jasper geht hier detailliert auf das Zusammenspiel zwischen Blende, Verschlusszeit. ISO-Werten und Bildrauschen ein. Ergänzt wird das Kapitel durch sog. Exkurse und Praxistipps. Wen man die drei Funktionweisen Blende, Verschlusszeit und ISO und deren Abhängigkeiten auch untereinander begriffen hat und kombiniert das Wissen mit den verschiedenen Autofokus-Betriebsarten aus Kapitel drei, steht eigentlich einem guten Bild technisch nichts mehr im Wege.
Erfreulich war für mich, dass Heike Jasper die in der Kamera verbauten Motivprogramme ignoriert und sagt, dass diese für das Klientel der D7200 nicht notwendig sind. Warum Nikon diese trotzdem in eine Halbprofi-Kamera eingebaut hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Selbst ich als Umsteiger habe mit meiner alten Kamera auf diese Motivprogramme verzichtet und nur im A-/S-/M-/P-Modus gearbeitet.
Wer von der Theorie immer noch nicht genug hat, sollte sich auch noch durch das nächste Kapitel „Weißabgleich und Farbe“ kämpfen. Auch hier wird einem wissenschaftlich fundiert und verständlich das Thema Weißabgleich nähergebracht. Beim Lesen der vorherigen Kapitel dachte ich schon; jetzt habe ich die Grundlagen für ein gutes Bild. Aber es gibt immer noch Funktionen in der Digital-Fotografie, die man kennen sollte, um gute Bilder zu machen. Dazu gehört, wenn es auch schwierig ist, das Kapitel Weißabgleich und Farbe.
Die nächsten zwei Kapitel beschäftigen sich mit vielen Objektiven, dem Kamerazubehör und der Blitztechnik. Hier werden eine Vielzahl unterschiedlichster Objektive und deren Einsatzmöglichkeiten besprochen. Auch bei den Blitzen werden alle möglichen Modelle beschrieben. Bei diesen Kapiteln ist man eher geneigt, diese zu überspringen und ggf. bei der Neuanschaffung von Kamerazubehör darauf zurückzugreifen, wenn die beschriebenen Objektive und Blitze dann noch aktuell sein sollten. Also in meinen Augen eher ein Nachschlagewerk. Wichtig fand ich jedoch die Theorie und die Praxistipps zum Blitzen. Leider gehen diese unter den vielen Beschreibungen der Blitzmodelle etwas unter und man sollte diese nicht überblättern.
Den Schlusspunkt setzt das Kapitel über die Videofunktion der D7200. Ich denke, es ist nice-to-have, aber mit der D7200 werde ich nur in Ausnahmesituationen auf diese Funktion zurückgreifen. Wer mit der D7200 Filmaufnahmen drehen will, sollte das Kapitel studieren, ist aber kein MUSS und vervollständigt die Funktion der D7200.
Fazit:
Das Buch über die neue D7200 von Heike Jasper ist ein tolles Buch und vermittelt viel Theorie und Wissen rund um die Fotografie. Heike Jasper versteht es, dem Leser diese graue Theorie und das vermittelte Grundlagenwissen so nahezubringen, damit dieses Wissen mit der D7200 umgesetzt werden kann. Ich benutze das Buch auch gerne als Nachschlagewerk, wenn doch die eine oder Funktion bei mir nicht mehr so präsent ist. Toll wäre es, wenn es dieses Buch als E-Book geben würde, um auch im Urlaub über ein Tablet etc. darauf zurückzugreifen ohne dass man gleich das schwere Buch mitnehmen muss. Damit würde auch der relativ hohe Preis von knapp 40 EURO gerechtfertigt sein, wenn neben der Hardcover-Ausgabe noch die Möglichkeit des Herunterladens als E-Books gegeben wäre.
Rezensent: Steffen Kappes
Bewertung: