herzlich willkommen beim weitestverbreiteten Irrtum der HDR-Technik.ich frage mich schon seit einiger Zeit, ob ein HDR-Bild auch aus einer RAW-Datei machbar ist, [...]
auch nicht. Setzte einfach auf eine Belichtungsreihe, die in der Lage ist, den Dynamikumfang Deines Motives einzufangen. In der Regel werden das 3 bis 5 Einzelaufnahmen mit 2 EV Differenz sein. In besonderen Situationen auch mal mehr oder weniger. 10 Einzelaufnahmen sind Unsinn.[...] oder ob man lieber auf eine große Belichtungsreihe von 10 oder mehr Einzelaufnahmen setzen sollte.
ja genau, Du irrst Dich. Die Belichtung findet während der Belichtung statt, nicht anschließend mit dem RAW-Konverter. Am PC lassen sich die aufgezeichneten Tonwerte so verschieben, dass das Bild wie nach einer Über- oder Unterbelichtung aussieht, aber deshalb bekommst Du nicht die Bild-Nettoinformationen, die in einer "echten" Belichtungsreihe gewonnen werden und die für den (in der HDR-Technik wichtigen) Dynamikumfang verantwortlich sind.Theoretisch könnte man ja in einer RAW-Datei die Belichtung nach belieben anpassen und somit eine Belichtungsreihe beim Abspeichern in ein anderes Format simulieren. Oder irre ich mich da ?
...
da hier in dem Thread eher die Praktiker als die Physiker vertreten sind (was ja durchaus lobenswert ist): Mach´ Dir doch mal den Spaß wenn Du mit einem 3- oder 5 Bilder Pseudo-HDR fertig bist lade das initiale RAW-File (aus dem das Pseudo-HDR entstanden ist) als einzige Datei in das HDR-Tool. Wenn Du die die identisch gleichen Verarbeitungsparameter für diese einzelne Eingangs-Datei wählst (ja, das funktioniert auch), wirst Du das identisch gleiche HDR-Ergebnis erhalten.
Wie kann das sein? Das Geheimnis liegt im ersten Schritt der Verarbeitung. Das HDR-Tool generiert auf der Basis (a) des zunächst relativen Pixelwertes und (b) der Belichtungsdaten (Blende, Verschlußzeit, ISO-Wert) einen absoluten Helligkeitswert für ein bestimmtes Pixel und trägt ihn als 32-Bit Fließkommawert (= mit Nachkommastellen und Exponent) in die eigentliche HDR-Datei ein. Für das gleiche Pixel wird dieser Vorgang mit den Informationen aus der nächsten Datei der Belichtungsreihe wiederholt. Der absolute Pixelwert wird sich logischerweise nur wenig (bis gar nicht) vom ersten Wert unterscheiden. Der nun etwas präzisere Mittelwert aus beiden Informationen wird nun in die HDR-Datei eingetragen. Der Vorgang wird wiederholt, solange Dateien vorhanden sind, die einen Informationsbeitrag für dieses Pixel enthalten.
Im Falle einer einzelnen RAW-Datei wird der Vorgang nicht wiederholt, verwendest Du aber Pseudo-RAW-Dateien, dann besteht der einzige Unterschied zum ersten Fall darin, dass die "Entrelativierung" des absoluten Pixelwertes von den Belichtungsdaten teilweise schon der RAW-Konverter vorweg genommen hat. Wenn in keinem der verwendeten Algorithmen kein Fehler ist, muss anschließend das HDR-Tool aus den Werten jeder einzelnen Datei des gleichen Pixels den identisch gleichen absoluten Wert errechnen, denn jedes Pixel hat in der Realität nur einen absoluten Wert ... und zwar genau denjenigen, Wert, den es auch aus dem originalen RAW kennt.
Für das Tonemapping greifen beide HDR-Durchläufe auf quasi das identisch gleiche Datenmaterial zu. Die beiden Berechnungsvarianten unterscheiden sich dann nur noch durch die unterschiedlichen Rundungsfehler, die sich durch die unterschiedlichen Rechenwege und Reihenfolgen eingeschlichen haben. Eine "sichtbare" Unterscheidung gibt es aber nicht.
Ciao
HaPe
Drei Einzelbilder also mit einmal auslösen.
Ich hoffe ich werd jetzt hier wegen dem Bild nicht zur Kategorie b gezählt.
Was genau lässt dich daran zweifeln? Bei diesem Bild liegt der Effekt eindeutig auf dem Tonemapping. Ohne das jetzt wertend zu meinen, ist das keine Aufnahme der Kategorie "realistisch". Das ist jene Art von Bildwirkung, die man in der "analogen Zeit" mit dem Airbrush und einem halben Liter Farbe aus einem Foto gemacht hat.
Das Bild von DonMullero gehört dazu sowie mindestens 95% aller im Intenet gezeigten HDR-Werke. Wie gesagt: Ist Geschmackssache, der Verfremdungseffekt kommt in diesem Fall eben zufällig aus einem HDR-Tool
Hi, schönes Bild, vielleicht ein gutes Beispiel für ein nicht kitschiges HDR, auch wenns nicht den Sehgewohnheiten entspricht. Hast Du die Bilder aus einem oder mehreren Fotos gemacht? Hab ich das richtig verstanden das das zweite auch in Photomatix entstanden ist? Die Zeit für das Zifferblatt hättest Du Dir aber noch nehmen sollen.
Ja, beide Versionen sind in Photomatix entstanden.
Mit der Uhr haste recht, da könnt ich in Photoshop per Maske die Überlagerung der zwei Bilder verhindern, sodass nur das Ziffernblatt des ersten Bildes zu sehen ist (in Originalgröße isses zu erkennen, aufgrund der Verkleinerung isses halt fast weiß). Oder noch ne dritte Tone-Mapping-Version erstellen, die auf das Ziffernblatt optimiert ist und die im entgültigen Bild mit verwursten ^^
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