Es geht um Schmalfilme. Was dachtest du denn?

NatĂŒrlich erinnerst du dich noch an deine Hochzeit, die erste Fernreise oder die Geburt deines Kindes. Aber wie haben wir das damals âfĂŒr die Ewigkeitâ dokumentiert? Vielleicht war es bei dir auch so wie in meiner Familie: Jedes wichtige Familienereignis hielten wir in den 1970er- und 1980er-Jahren mit surrender Super-8-Kamera auf Zelluloid fest. In stundenlanger Kleinarbeit schnitt und klebte mein Vater die entwickelten Schmalfilme, bevor Familie und Freunde die bewegenden (und bewegten!) Augenblicke nochmals auf der Leinwand erleben konnten. Heute sind die Filme ein Fundus persönlicher Zeitdokumente und â sofern man noch ein passendes AbspielgerĂ€t besitzt â ein Highlight fĂŒr die ganze Familie. Speziell die jĂŒngere Generation hat SpaĂ daran und staunt ĂŒber die âaltertĂŒmlichenâ Aufnahmen, die wir damals gemacht haben.
Bevor Videokameras allgegenwĂ€rtig wurden, war der Schmalfilm der Mainstream-FreizeitspaĂ fĂŒr Hobbyfilmer. Jeder hielt ein StĂŒck Leben fest, das ohne Kamera und Film mit der Zeit in Vergessenheit geraten wĂ€re. Super 8-, Normal 8- und 16mm-Schmalfilm sind sicherlich die bekanntesten Formate. Die nicht ganz billigen Kameras surrten geschmeidig. Man konnte sich seinerzeit schon mal wie ein groĂer Hollywood-Regisseur vorkommen

Nun schlummert in vielen Familien unbeachtet auf kleinen und groĂen Filmspulen eine ruckelnde, körnige und irgendwie heimelige Welt von gestern. Manchmal steht auch noch ein Projektor zur VerfĂŒgung. Wenn du es schaffst, ihn anzuwerfen und die alten Streifen einzufĂ€deln, kannst du dich auf eine nostalgische Zeitreise begeben. Leider sieht die Wirklichkeit hĂ€ufig anders aus: unbedachte Lagerung, chemische Reaktionen, Licht und Feuchtigkeit sowie Staub und Zigarettenqualm haben dem Material womöglich schwer zugesetzt. Vor allem brĂŒchige Klebestellen und Filmrisse sind neben den QualitĂ€tseinbuĂen keine Seltenheit. Auch das sogenannte EssigsĂ€uresyndrom, bei welchem EssigsĂ€urekristalle auf Ă€lteren Filmrollen einen Zersetzungsprozess vorantreiben, trĂ€gt zur Zerstörung der Schmalfilme bei.
Ein âBackupâ, also eine analoge Kopie, ist meist nicht vorhanden. Die VervielfĂ€ltigung von Schmalfilmen war damals schwierig und ziemlich teuer. Davon abgesehen wĂŒrde das Duplikat inzwischen die gleichen Alterungsspuren aufweisen, wĂ€re also keine Hilfe.
Was also tun? Du ahnst es schon: digitalisieren und auf ein modernes Medium speichern. So wird zum einen der Verfall gestoppt. Zum anderen kannst du die Filme dann auch mit moderner Technik abspielen und benötigst keinen Projektor mehr.
Selbst digitalisieren
Wenn du gerne und gut bastelst und viel Geduld aufbringst, kannst du deine Schmalfilme selbst digitalisieren. FingerspitzengefĂŒhl erfordert vor allem die Reinigung der Schmalfilme sowie die Reparatur spröder, eingerissener oder komplett gerissener Stellen mit einem Nass- bzw. Trockenklebeverfahren. Dann erst kannst du mit dem Digitalisieren beginnen.Die einfachste Methode: von der Leinwand abfilmen
Klingt gut, oder? Du hast noch Projektor und Leinwand (oder leihst sie dir aus) und schon kann es losgehen: einfach Film laufen lassen und mit einer modernen Kamera abfilmen â fertig.
Naja. Wenn es superschnell gehen soll, dann ist das vielleicht die Methode der Wahl. Aber qualitativ besser wird die Wiedergabe deiner Schmalfilme durch dieses Duplizieren nicht. Auch die Aufnahme der Tonspurwiedergabe wird sicher nicht so prima gelingen. Das erste Problem bemerkst du schon beim Aufstellen von Projektor und Kamera: Du kannst sie nicht beide auf den gleichen Platz stellen. Es kommt also unweigerlich zu einer perspektivischen Verzerrung beim Abfilmen.
Okay, ich höre es schon: âDann nehme ich halt einen Umlenkspiegelâ. Ja, stimmt. Es gibt so ein GerĂ€t von HAMA hier bei Amazon (*Partnerlink). Der Projektor gibt den Film auf den Spiegel, von dort wird er auf die Leinwand umgelenkt. Wenn du alle GerĂ€te penibel ausrichtest und korrekt zueinander aufstellst, dann stimmt auch die Perspektive wieder. Was fĂŒr ein Aufwand!

Die gÀngigste Methode: Einscannen
Die dazu notwendigen Scanner sind ziemlich teuer, unter ca. 380 ⏠habe ich bei der Recherche nichts gefunden, z.B. hier einen Scanner von Reflecta fĂŒr Normal 8 und Super 8 (*Partnerlink). Mittlerweile kann man so einen Scanner auch mieten (80 ⏠fĂŒr eine Woche Mietzeit habe ich gesehen. Das ist nicht viel preiswerter, als einen Scanner zu kaufen, nach Belieben zu nutzen und spĂ€ter weiter zu verkaufen). Die Tonspur muss man dann ĂŒbrigens immer noch separat mit einer Software zur Videobearbeitung (z.B. MovieMaker oder Adobe Premiere) hinzufĂŒgen. Der Scanner verarbeitet nur das Bildmaterial.
Also: prinzipiell kannst du selbstverstĂ€ndlich selbst digitalisieren. Ich denke aber, du musst dann schon richtig SpaĂ an dem ganzen Procedere haben. FĂŒr mich wĂ€re das nichts; alleine der Zeitfaktor ist ja immens. Ich bin zwar von Haus aus ziemlich geduldig. Wenn ich jedoch kein Ende des Projekts sehe und âder Weg ist das Zielâ fĂŒr mich wie in dem Fall nicht passt, dann nehme ich doch lieber die andere Lösung:
Digitalisieren lassen
Treue Leser:innen wissen schon, was jetzt kommt. Was soll ich sagen - wir arbeiten aus gutem Grund mit unserem Partner digitalspezialist zusammen: Richtig gute Dienstleister wie digitalspezialist erzielen eben auch sehr gute Scanergebnisse. Der Schmalfilm wird Bild fĂŒr Bild direkt abgetastet. Neben dem obligatorischen WeiĂabgleich wird eine Bildoptimierung durchgefĂŒhrt. Belichtung, SchĂ€rfe und FarbsĂ€ttigung werden korrigiert. Auch Bildstand und BildstabilitĂ€t sind wichtig, um ein ruhiges Bild am Monitor zu erzeugen. Die Originaltonabtastung ist ĂŒbrigens ohne Aufpreis mit dabei.Du bekommst flackerfreie Filme ohne UnschĂ€rfen oder verblasste Farben â soweit es möglich ist â wahlweise in VOB- oder MPEG4-Format auf Video DVD oder USB-Stick inklusive deiner Originale wieder zurĂŒck. So sind deine Filme vor weiterem Verfall geschĂŒtzt und du kannst selbst jederzeit problemlos Kopien davon anfertigen.

Alles zum Service von digitalspezialist inkl. vieler interessanter Informationen zum Thema Schmalfilm gibt es unter diesem Link:
Fazit
Schmalfilme selbst digitalisieren oder als Service in Auftrag geben: beides funktioniert. FĂŒr welche Lösung du dich entscheidest, hĂ€ngt dabei weniger von deinem Geldbeutel ab als davon, wieviel Aufwand du betreiben möchtest und wie hoch deine AnsprĂŒche an die QualitĂ€t der Ergebnisse sind.Einen Filmriss hast du auf die eine wie auf die andere Art nicht mehr zu befĂŒrchten â jedenfalls, was deine Schmalfilme angeht