Grand Malheur beim Gurtwechsel

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Jürgen B.

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Hallo Leute,

ich bin wirklich Niemand, der den Anspruch hat, dass seine Kameras nach Jahrelangem Gebrauch Mint in die Vitrine wandern. Dennoch behandele ich meine Ausrüstung sorgfältig und versuche jegliche Beschädigung zu vermeiden.
Gestern Abend habe ich nun mein Waterloo erlebt. Ich wollte an meiner kleinen Fuji X100V den original Gurt gegen einen Gurt mit den Peak Design Ankern tauschen. In den Gurtösen der Fuji befinden sich jedoch kleine Federstecker die zu eng für dieses Gurtsystem sind. Das wusste ich vorher. Ich hatte auf YouTube ein Tutorial gesehen, wie das Problem zu lösen ist. Mit einem passenden Schraubendreher die Innenteile herausdrücken, dann passen die Peak Design Teile hindurch. Das hat auf der einen Seite auch hervorragend funktioniert. Bei der anderen Öse war jedoch nichts zu machen. Nicht mit aller Kraft und auch nicht mit der Unterstützung einer anderen Person (...las mich mal, das muss doch gehen...). Pustekuchen.
Aber wie das dann so ist als gelernter Handwerker im Metallbereich....keine Angst vor großen Geräten an kleinen Apparaten. Den Akkuschrauber gezückt, nen 2,5 er Bohrer rein und die Hülse ausgebohrt. Und dabei wie ein blutiger Anfänger richtig schön das Gehäuse der Kleinen erwischt und verkratzt. Der Abend war gelaufen, ich hätte Ko..en können bei so viel Blödheit.
Doch was soll's, die Kamera macht immer noch Bilder und vielleicht kommen im Laufe der Zeit noch einige Kratzer hinzu. Sie ist nunmal ein Werkzeug und kein Schmuckstück zum Herumzeigen.
Dennoch möchte ich hier mal in die Runde fragen, ob mir jemand einen Tipp geben kann, womit ich einen solchen Lackschaden etwas retuschieren kann. Ich habe das schwarze Modell und habe an einen Edding oder ähnliches gedacht. Doch deren Produktpalette ist riesig und die Beurteilungen zur Haltbarkeit der Stifte oftmals total unterschiedlich. Mit fetten Reparaturlack aus dem KFZ- Bereich möchte ich da nicht unbedingt ran. Und Kameralack wie früher? Gibt es das überhaupt noch in kleineren Mengen?

Ich bin für Tipps dankbar.

Viele Grüße
Jürgen
 
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Beuteltier
Beuteltier kommentierte
Klingt zwar gut, kommt aber aus GB - den Stress mit langen Lieferzeiten, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer möchte ich vermeiden...
 
wenn Du eine Kerbe "auffüllen" musst, hilft Aerosil. Das ist eine Hydrophile Kieselsäure in Pulverform, und die kannst du in Sekundenkleber oder jede Art Harz einrühren. Im Ergebnis wird dann aus einem flüssigen Kleber eine zähe Paste, je nach Mengenverhältnis zwischen Honig und Knetmasse.

Zur Applikation reisst Du ein "Haar" aus einer Wurzelbürste, Spülbürste oder Klobürste raus (bei letzterer gibt es extra Hartmannpunkte, wenn sie schon in Benutzung war). Wenn Du den Kleber jetzt aufträgst härtet die Schicht "dick" aus und füllt so die Scharte. Im Zweifel lieber mehrfach wiederholen als einmal "so richtig viel" draufschmieren.

Erst danach den Lack auftragen.
 
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@Stefan:

Du meine Güte, das ist ja schon fast eine wissenschaftliche Abhandlung. Danke für diese ausführliche Anleitung.

Aber Gott sei Dank ist es so schlimm nicht geworden. Ist halt "nur" ein unschöner Lackschaden. Und da mich die Kamera irgendwann auch mal zu Lost Places, in Felswände und Höhlen begleiten wird, geh ich davon aus, das es allein bei diesen Kratzern nicht bleiben wird.

Gruß

Jürgen
 
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E
Einhorn kommentierte
Funktioniert die Kamera wenigsten noch, im Dunkeln der Grotten wirdst du wohl keine Kratzer mehr sehen. Der Aerger verliert sich dann auch.

Gut Licht

Gruß Warner
 
Sie ist nun mal ein Werkzeug und kein Schmuckstück zum Herumzeigen.
Warum eigentlich nicht? Falls die bisherigen Reparaturkonzepte zu keinen befriedigenden Ergebnissen führen, hier die Mutter aller Alternativen:

Abbeizen und Bürsten.

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Jürgen B.
Jürgen B. kommentierte
Das sieht wirklich Klasse aus. Fast besser als neu. Allerdings fürchte ich, schlummert unter dem Lack der x100v kein Messing :unsure:
 
Funktioniert die Kamera wenigsten noch, im Dunkeln der Grotten wirdst du wohl keine Kratzer mehr sehen. Der Aerger verliert sich dann auch.

Gut Licht

Gruß Warner
Das hatte ich ja schon geschrieben. Sie macht mit dem Kratzer genauso tolle Bilder wie bisher ohne. Und ich kann mich noch sehr gut an das erste Mal erinnern als mir eine Kamera an eine raue Felswand schlug :wut: Aber dann muss man sich entscheiden....entweder du akzeptierst so etwas, oder du bleibst weg wo es rauh werden könnte. Mittlerweile seh ich das mit kleinen Macken an der Ausrüstung nicht mehr ganz so eng, solange es die optische Leistung nicht beeinträchtigt.
Das ist aber kein Grund, so einen Kratzer nicht doch zu überdecken wenn es denn mit vertretbarem Aufwand möglich ist.

Gruß
Jürgen
 
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