Gerewol - der Heiratsmarkt im Niger

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Niger Tag 6-1: Dogondoutchi - Dosso​


Beim Frühstück grinst Kiboko ein großes Plakat an.
Das hat Kiboko gestern Nachmittag übersehen.
Im Niger gibt es nicht nur Blondinen aus Benin, sondern auch aus Deutschland.


No.1 in Deutschland!​


Es wird für Cody's Export geworben.
Das Bier ist die Nummer 1 in Deutschland.
Auf der Dose steht stolz in Deutsch: Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516.
Wieso kennt Kiboko nicht das Bier Nummer 1 in Deutschland?


Cody's Export wird von der Oettinger Brauerei hergestellt.
Oettinger macht keine teure Werbung für ihre Biere.
Sie sind mehr im unteren Preissegment angesiedelt.
Zwischen 2004 und 2013 war Oettinger das meistverkaufte Bier in Deutschland.
Cody's Export von Oettinger ist das einzige Deutsche Bier, dass in größeren Mengen nach Afrika, insbesondere nach Westafrika, exportiert wird.
Kiboko hat wieder etwas gelernt.



Bild 288: Deutsches Bier im Niger​


Morgens in Dogondoutchi​


Heute sind die Fahrer überpünktlich.
Kiboko hat die beiden Soldaten wieder im Nacken.
Schon vor der vereinbarten Zeit machen wir uns auf dem Weg.
Kiboko knipst wieder aus dem fahrenden Geländewagen durch die Scheiben.

Bild 289: Start in einen neuen Tag​


In Dogondoutchi erwacht das Geschäftsleben.
Die Jungs mit ihren Heißen Öfen warten schon auf Kundschaft.
Es sind Motorradtaxis.

Bild 290: Taxifahrer warten auf Kundschaft​


Fahrt nach Dosso​


Auf der Nationalstraße 1 fahren wir weiter nach Westen.
Es ist die Hauptstraße durch den Süden vom Niger.
Hier ist viel Verkehr.
Viele Busse und LKWs bevölkern die Straße.
Die nächste größere Stadt ist Dosso.

Bild 291: Auf der Nationalstraße 1​


Die Landschaft ist eher flach.
Gegenüber dem Norden ist es hier deutlich grüner.
Die Straße ist hier besser in Schuss.
Schlaglöcher sind selten.
Kiboko kommt flott voran.

Bild 292: Fahrt nach Dosso​


Kleine Ortschaften fliegen am Seitenfenster vorbei.
In Koukoki steht eine kleine Moschee am Straßenrand.

Bild 293: Moschee von Koukoki​


Die Ortschaften bestehen aus kleinen Gebäuden.
Viele Gebäude sind aus Lehm.
Die Lage an der Hauptstraße ermöglicht Handel.
Hier ist eine Tankstelle für Motorräder.
Auf einem wackligen Holztischen stehen braune Glasflaschen mit Benzin.
Hier können die Motorradfahrer literweise ihren Treibstoff kaufen.

Bild 294: Tankstelle für den kleinen Durst​


Nach rund zwei Stunden fahrt erreicht Kiboko die Stadt Dosso.
Dosso ist ein Verkehrsknotenpunkt.
Hier zweigt die Hauptverbindung zum Nachbarland Benin ab.

Bild 295: Willkommen in Dosso​
 
jazzmasterphoto kommentierte
.
Alte Weisheit:
In manchen Gegenden Afrikas gibt's zur Kiste Schnaps gleich den weißen Stock dazu …
.
 
Bremenfrosch kommentierte
Immer wieder schön, Dich auf Deinen Reisen zu begleiten. Ich warte gespannt auf die Weiterfahrt.
VG Holger
 
Kay kommentierte
jazzmasterphoto kommentierte
Kay


Jau, und dem Auge geht's inzwischen viel besser.
.
 
dembi64 kommentierte
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Niger Tag 6-2: Dosso - Kouré​


In Dosso staut sich der Verkehr.
Eine zentrale Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt.
Der Verkehr quält sich über die Umleitungsstrecken.
Aber dann ist es geschafft.
Kiboko ist weiter auf der N1 nach Westen.
Das nächste Etappenziel ist der kleine Ort Kouré.

Bild 296: Kleinbus mit Motorrad​


Bahn​


Wie aus dem Nichts tauchen Warnschilder für einen Bahnübergang auf.
Auf einem ausgeblichenen Schild ist eine Dampflok abgebildet.
Darunter ist ein Schild mit einer 50.
Soll hier eine Lok der Baureihe 50 kommen?

Bild 297: 50 Lokomotiven von rechts​


Schon rumpelt der Geländewagen über einen ungesicherten Bahnübergang.
Hier gibt es keine Schranke, keine Signalanlage und noch nicht einmal ein Andreaskreuz.
Aber es liegen Schienen.

Bild 298: Ungesicherter Bahnübergang​


Kiboko hat sich nicht groß auf die Reise vorbereitet.
Eisenbahn im Niger hat Kiboko gar nicht auf dem Radar.
Kiboko ist von der Sichtung überrascht.
Jetzt schaut Kiboko gebannt auf die parallel führende Bahnstrecke und hofft einen Zug zu erspähen.

Bild 299: Büsche erobern die Strecke​


Bahngeschichte​


Die Bahnstrecke von Niamey nach Dosso wurde 2014/2015 von der Firma Bolloré in Meterspur gebaut.
Es ist das erste Teilstück von 143km.
Die Bahnstrecke sollte weiter nach Süden nach Benin geführt werden.
In Parakou in Zentralbenin sollte sie an die Bahnstrecke zur Hafenstadt Cotonou angeschlossen werden.
An der Bahnstrecke nach Cotonou war die Firma Bolloré ebenfalls Mehrheitseigner.


Leider gab es keine Einigung mit Benin.
Benin wollte die Strecke von einer anderen Gesellschaft bauen lassen.
Es kam zum Rechtsstreit.
Als Folge wurde der Streckenbau ein paar Kilometer südlich von Dosso eingestellt.


2016 wurde die Bahnstrecke zwischen Niamey und Dosso eingeweiht.
Auf dieser Inselstrecke ohne Anschluss an weitere Bahnstrecken findet kein weiterer Bahnverkehr statt.
Büsche erobern sich die Bahnstrecke.
Trockenflüsse wurden durch Bahndämme versperrt.
Wenn sie doch mal Wasser führen, wird der Bahndamm weggespült.
Die Gleise hängen westlich von Toboley in der Luft.
Hier kann kein Zug mehr fahren.

Bild 300: Weggespült

Bild 301: Hängebrücke​


Die Straße wurde nicht weggespült.
Statt mit der Bahn wird die Fracht weiter auf der Straße transportiert.
Die Dachlasten sind beeindruckend.

Bild 302: Kühlschrank und Möbel auf großer Fahrt​


Die hohen Lasten der Fahrzeuge gehen nur mit viel Gottvertrauen.
Wie gut, dass es in jedem Ort eine Moschee gibt.
Hier kann der Fahrer für die Reise beten.

Bild 303: Moschee in Madina​


Ohne Gottes Segen kann die Reise eine unliebsame Unterbrecherung erfahren.
Oder man nimmt mal einen Sack weniger.

Bild 304: Ein Säckchen zuviel​
 
2 Kommentare
Anthracite kommentierte
Zu Bild 304:
Man beachte die landesüblichen Warndreiecke.

Diese Bauart der Warndreiecke ist aber nicht auf den Niger beschränkt. Die hatte ich in China auch mal, da lagen plötzlich ein paar Büsche auf meiner Spur, und kurz dahinter war ein Unfall zwischen zwei Fahrzeugen.
 
Kay kommentierte
Gibt es auch in Europa: Auf einer griechischen Insel steckte ein abgebrochener Zweig in einem Loch auf der Fahrbahn.
Als "Indianer" passt man dann auf.
 

Niger Tag 6-3: Giraffen von Kouré​


In Kouré erwartet Kiboko ein weiterer Höhepunkt der Reise.
Es ist für Kiboko der Hauptgrund die Überlandfahrt vom Gerewolfest zurück nach Niamey anzutreten.
Rund um Kouré legt eine Herde Westafrikanicher Giraffen.


Westafrikanische Giraffe​


Die Westafrikanische Giraffe, auch Nigrische Giraffe genannt, ist eine Unterart der Nordgiraffe.
Es gibt vier Hauptarten und 9 Unterarten von Giraffen.
Die Nordgiraffe hat die Unterarten: Westafrikanische Giraffe, Kordofan Giraffe, Nubische Giraffe, Rothschild Giraffe und Senegalgiraffe.
Die Senegalgiraffe ist schon ausgestorben.
Die Westafrikanische Giraffe stand kurz davor.


Erfolgsgeschichte​


Mitte der 90er Jahre gab es weniger als 50 Westafrikanische Giraffen.
Lebensraumverlaust und Wilderei haben die Tiere fast ausgerottet.
Der Staat Niger hat die letzten Giraffen unter strengen Schutz gestellt.
Die Bestände erholen sich.
Inzwischen leben über 600 Westafrikanische Giraffen im Niger.
Die wachsende Herde wurde aufgeteilt, um die Akzeptanz in der örtlichen Bevölkerung nicht unnötig zu stapazieren.
Auch gibt es so eine Höhere Sicherheit gegen Umweltkatastrophen und Krankheiten.


Rund um Kouré leben die Hälfte der Westafrikanischen Giraffen.
Sie werden vom Militär beschützt.
Kiboko benötigt einen Guide, um die Giraffen zu besuchen.
Das Besucherzentrum besteht aus drei Rundhütten.
Darin sind Informationstafeln aufgestellt.
Kiboko macht noch schnell ein Foto bei der Ankunft durch die dreckige Scheibe.

Bild 305: Anlaufstelle für Touristen​


Neben der Rundhütte steht ein Bus.
Die Rundhütte ist voll von Touristen.
Darunter viele bekannte Gesichter vom Gerewol.
Statt einen Besuch der Giraffen in kleiner Gruppe gehen jetzt 30-40 Touristen auf Giraffensafari.
Das hat sich Kiboko anders vorgestellt.


In der Hütte wartet Kiboko mit den anderen Touristen auf den Guide.
Kiboko hat keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht.
Kiboko traut sich nicht, sich etwas abzusondern, um Außenaufnahmen zu machen.
Das ist auch gut so.
Plötzlich geht es los.
Die Touristen entern die Fahrzeuge.
Eine Fahrzeugkolonne fährt zurück Richtung Dosso.
Zwei Orte weiter biegt die Karawane ab.
Kiboko rumpelt auf freier Strecke über die Bahngleise.
Weiter geht es querfeldein.


Eine Giraffengruppe wartet bereits auf die Touristen.
Neugierig schauen sie zu, wie die Touristen mit klickenden Kameras aus den Fahrzeugen hüpfen und entgegen der Anweisungen der Guides auf die Giraffen zustürmen.
Kiboko ahnt schon was gleich passieren wird.

Bild 306: Empfangskommitee​


Sehr schnell fühlen sich die Giraffen bedrängt.
Die ersten gehen gemächlich den Touristen aus dem Weg.
Die anderen folgen im Giraffengalopp.
Die Touristenhorde mit ihren Handys folgt im Touristengalopp.


Kiboko sondert sich etwas von der Touristengruppe ab.
Kiboko wählt einen weiten Bogen mit großem Abstand zu den Giraffen.
Kiboko hofft, dass sie in bestem Licht von vorn auf die Speicherkarte bekommt.


Das findet der Guide gar nicht lustig.
Kiboko muss zurückkommen.
Jetzt hat Kiboko eine denkbar schlechte Position.
Die Touristenherde vor ihm verjagt die Giraffen.
Aber nach einigen Minuten gelingt es den schwitzenden Kiboko die Touristen zu überholen und sich seitwärts zur davontrabenden Herde zu bewegen.
So gelingen doch noch ein paar brauchbare Fotos.

Bild 308: Flüchtling und Aufpasser



Bild 307: Der Aufpasser verschafft sich einen Überblick

Bild 309: Giraffe im Trab​


Eine junge Giraffe macht eine kurze Pause.
Kiboko kann etwas aufholen und knipsen.

Bild 310: Junge Giraffe



Bild 311: Stillgestanden! Die Augen geradeaus!​


Die Giraffenherde zieht weiter.
Die Guides stoppen die Touristen.
Nach einer Viertelstunde ist der Besuch beendet.
Nix geht mehr.
Das hat sich Kiboko anders vorgestellt.

Bild 312: Da ziehen sie hin​


Den Touristen ist das alles egal.
Sie haben flüchtende Giraffen von hinten gesehen.
Jetzt werden noch schnell ein paar Selfies geschossen.


Gruppenbild​


Den Touristen ist jetzt auch schon wieder langweilig.
Sie lechzen nach neuen Fotomotiven.
Die Soldaten treten in Formation an.
Jetzt gibt es ein Gruppenbild mit Dame.
In keinem afrikanischen Land ist Kiboko so entspannten Sodaten begegnet.

Bild 313: Touristenfotoformation​


Immerhin hat Kiboko ein paar Westafrikaniche Giraffen gesehen.
Kiboko fehlt jetzt nur noch die Nubische Giraffe.
Die lebt im Südsudan und im Westen von Äthiopien.
 
2 Kommentare
Robert Goppelt kommentierte
Das tut mir echt Leid....

für die Giraffen....
 
Robert Goppelt kommentierte
Naja, für dich natürlich auch, nur so war der Gag besser....
 
Giraffen bewegen sich ohne Touristen langsam und würdevoll. Es ist ein Traum, ihnen zuzusehen.
Schade, daß es Menschen gibt, die am liebsten das Sälvieh "Ich auf der Giraffe beim Ausritt" hätten haben wollen.
Wir hatten u.a. eine Fußpirsch mit einem Ranger vorgebucht und das gibt dann andere Erlebnisse als Rudelschuhting.

Schade für Kiboko!
 
Kommentar
Bernd, ich kann Deine Frustration völlig verstehen. Wir haben auf unseren Reisen leider immer wieder solche negativen Erfahrungen machen müssen.

Aber es gibt durchaus auch positiver Erlebnisse.
In Uganda haben wir damals eine Pirsch zu Fuß unternommen. Zwei Gruppen mit max. 8 Pesonsen samt Ranger die super motiviert waren. Jeder wusst worum es geht, hat sich an die Spielregeln gehalten. Die Giraffen die wir getroffen haben waren tiefenentspannt wie auch die andere Tiere. Die Distanz war aufgrund unseres bedachten Verhalten sehr gering. Wir waren erstaunt wie nahe man den Tieren kommen kann wenn man sich nur ruhig verhält und ohne hekische Bewegungen sich fortbewegt. Es hat uns beeindruckt. max. 2 1/2 Stunden waren vorgesehen, am Ende waren es über 3 1/2 Stunden.
 
jazzmasterphoto kommentierte


Mit anderen Worten: Dein Französisch ist ganz gut, nur mit der Sprache hapert's …

.
 
Georgie1956 kommentierte
Kay kommentierte
il faut laisser passage ici
 
Kay kommentierte
il faut laisser passage ici
 
Rudi kommentierte


Das waren oft Menschen, die die gleichen Interessen hatten. Eben Tiere sehen, Beobachten auch mit dem Fernglas / Fernrohr und eben Fotografieren mit einer DSLR. Man mußte morgens sehr früh raus und kam abends um 2100 heim. Kleinigkeit essen und ab in die Falle. Und ja da gab es auch schon Smartphones. Vielleicht haben wir einfach nur Glück gehabt.
 

Niger Tag 6-4: Fahrt nach Niamey​


Weiter geht die Reise auf der Nationalstraße 1 nach Westen.
Bis Niamey ist es nicht mehr weit.

Bild 314: Nationalstraße 1​


Achsbruch​


Marmor, Stein und Eisen bricht - nur meine Vorderachse nicht.
Für diesen LKW Fahrer ist das nur ein Wunschtraum.
Das Fahrwerk des LKW wird auf der Landstraße demontiert.

Bild 315: Achsbruch​


Unfall​


Schwerwiegender als ein Achsbruch sind die Unfälle.
Die LKW-Fahrer sind Tage und Wochen unterwegs.
Es gibt keine Fahrzeitbeschränkungen.
Viele LKW sind nur notdürftig geflickt.
Übermüdung, Erschöpfung, Überladung und versagende Technik führen zu schlimmen Unfällen.


Hier war die Fahrweise umwerfend.
Der LKW liegt auf der Seite.
Hinten hat der LKW drei Achsen.
Jede Achse hat andere Reifen.
Zwillingsreifen, Einzelreifen, breite und schmale Reifen.
Das kann nicht immer gut gehen.

Bild 316: Stabile Seitenlage​


Der nächste LKW am Straßenrand hat ein breitgedrücktes Führerhaus. Ob der Fahrer das überlebt hat?

Bild 317: Auweia​


In einer weitgestestreckten Kurve ist der LKW von der Straße abgekommen.
Abgebrochene Äste, Knüppel oder Steine warnen in Afrika andere Verkehrsteilnehmer vor ein Hinderniss.
Hier gibt es sogar ein Warndreieck, Warnleuchte an einem Reservereifen.

Bild 318: Die Kurve war zu eng​


Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreicht Kiboko Niamey.
Dort steigt Kiboko im bekannten Hotel von der Hinreise ab.
Nach der anstrengenden Tour durch das Land braucht Kiboko eine Pause.


Hotelgarten​


In der weitläufigen Hotelanlage findet Kiboko etwas Ruhe.
Kiboko geht auf Vogelpirsch.
Eine Palmtaube, auch Senegaltaube genannt landet auf der Speicherkarte.

Bild 319: Palmtaube (Laughing Dove)​


Mehrere Langschwänzige Glanzstare haben es Kiboko schwer gemacht.
Aber am Ende hat Kiboko doch ein Foto bekommen.

Bild 320: Langschwänziger Glanzstar (Long-tailed Glossy Starling)​


Biere Du Niger​


Dann hat Kiboko genug.
Kiboko lässt sich von einer gut gelagerten, kühlen einheimischen Köstlichkeit Verwöhnen.



Bild 321: Ein LIBS kommt selten allein​
 
Kommentar
Die Reparaturmethoden erinnern mich an Pakistan, Afghanistan und Indien
 
Kommentar
Das verdirbt einem ja die ganze Freude an der tollen Reise
Das verdirbt mittlerweile die Freude an jeder Reise. Diese Handy-Insta-Fetischisten sind die schlimmste Plage auf jedweder Reise - und vermiesen mir schon den normalen Alltag.
 
2 Kommentare
Georgie1956 kommentierte
Der Typ, der auf die irre Idee gekommen ist, ein Kommunikatonsgerät mit einem Bildaufzeichnungsgerät zu verkuppeln, gehört verprügelt, bis er nicht mehr weiß, ob der Telefon oder Kamera ist. An Sheldon Cooper: das war Sarkasmus.
 
B
Brunke kommentierte
Ne Ne Ne, auf meine Handykamera will ich auf keinen Fall verzichten. Ich verstehe das Bashing wirklich nicht. Die Kameras sind mittlerweile so gut, um damit gute Alltagsfotos zu machen. Ich habe damit schon Bilder gemacht, die es an die Wand geschafft haben. Städtetour nach Florenz.. ob ich da einen Fotorucksack durch die Museen und Scanner schleppen würde, die in jeder Sehenswürdigkeit installiert sind… eher nicht. Vermutlich würde ich heute nicht mal die Sony RX100III nehmen, sondern mich auf das iPhone verlassen. Wenn ich bedenke was Agfa Klick und ihre kompakten Nachfolger abgeliefert haben, kann ich sehr gut verstehen, warum sich Smartphones durchgesetzt hat. Ich freue mich über diese zusätzliche Kamera.

Das Benehmen der Mitreisenden ist aber unsäglich. Ehrlich gesagt, habe ich auch schon Fotografen mit professioneller Ausrüstung gesehen, die glaubten mit dem Erwerb eines teuren Equipements, überall Vor- und Zutritt zu haben. Ebenso unerträglich können surrende Drohnen der semiprofessionellen Videografen sein, weil ein Youtube Reisebericht ohne Luftaufnahmen nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

Benehmen ist eine Frage der Erziehung und des Charakters.
 
Hier wird der Straßenverkehr diskutiert und das Verhalten von Individual-Gruppenreisenden.

Jetzt möchte ich endlich ein Portrait von Kibokos neuer Frau sehen!
 
1 Kommentar
Kiboko kommentierte
@Kay Wenn Du jetzt eine Schönheit mit lila Haaren und Tatoos erwartest, muss ich Dich enttäuschen.

Als kleinen Trost gibt es ein "Portrait" meiner kubanischen Reiseleiterin.

 

Niger Tag 7-1: Niamey​


Heute ist schon der letzte Tag im Niger.
Für Kiboko und die Überlandrückreisenden gibt es ein Besichtigungsprogramm in Niamey.
Kiboko darf vorn sitzen und durch die dreckige Scheibe fotografieren.
Dann geht es auf staubige Straßen durch Niamey.

Bild 322: Viel Verkehr in Niamey​


Die Geschäfte florieren am Straßenrand.
Ein LKW mit fünfachsigem Sattelauflieger wird gerade entladen.
Bei der Konstruktion würde der TÜV große Augen machen.

Bild 323: LKW mit extralangem Auflieger​


Große Moschee​


Das erstes Ziel ist die Große Moschee.
Sie bietet Platz für 10000 Gläubige.
Gebaut wurde sie zwischen 1975 und 1989.
Finanziert hat sie Gaddafi.

Bild 324: Große Moschee von Niamey​


Das Geld hat nur für ein Minarett gereicht.



Bild 325: Großes Minarett der Großen Moschee


Kiboko darf den Hof der Moschee betreten.
Über eine breite Treppe geht es in den Eingangsbereich mit 5 Türen und orientalischen Ornamenten.

Bild 326: Hier geht es rein​


Innen​


Kiboko darf als Ungläubiger das heilige Gebäude betreten.
In Socken wandelt Kiboko auf flauschigem, grünen Teppich.
Hellgrüne Säulen stützen das Dach.
Alle Decken und Wände sind mit feinen Mosaiken und Steingravuren verziert.
Nur wenige Menschen sind in der Mochee.
Kiboko darf sogar ein paar Bilder machen.

Bild 327: Platz für 10000 Menschen​


Kiboko schaut in der Mitte der Moschee nach oben.
Kiboko steht unter der großen Kuppel.
Es ist ein erhabener Anblick.

Bild 328: Blick nach oben in die Kuppel​


In einer verzierten Nische treffen orientalische Muster und Formen auf eine sachliche Formensprache.
Die Goldranduhr kann mit der orientalischen Schönheit nicht mithalten.

Bild 329: Orientalische Schönheit mit Quarzuhr​


Wände und Säulen sich mit Mosaiken geschmückt.
Der Formenreichtum ist überwältigend.
In einem Wandbereich treffen unterschiedliche Muster zusammen.

Bild 330: Mosaikentreffpunkt​


An einer Wand steht ein Regal mit heiligen Schriften.
Hier lagern 36 Bücher.
Ob die für 10000 Gläubige reichen?
Vielleicht kennen die anderen Moscheebesucher den Inhalt auswendig und brauchen kein Buch.
Das Regal ist durch eine rote Absperrung geschützt.
Die Rote Linie darf nicht überschritten werden.

Bild 331: Heilige Bücher​


Während des Besuchs kommt es zu einem lautstarkem Disput.
Der Moscheewächter verlangt nach einer großen Spende.
Unser Guide lehnt diese Art von Spendensammeln ab.
Es ist ein Haus Gottes.
Da ist der Eintritt frei.
Er hat den Verdacht, dass der Wächter sich die Spende unter den Nagel reißen will, statt sie Bedürftigen zu geben.
Kiboko hätte gerne eine kleine Spende gegeben.
Aber durch den lautstarken Streit in der Moschee gab es dann eben nix.
 
Kommentar

Niger Tag 7-2: Niamey Markt​


Das nächste Ziel ist der Markt.
Dafür geht die Fahrt quer durch die Stadt.


Verkehr​


Die Verkehrsdichte in Niamey ist der einer Hauptstadt angemessen.
An den Kreuzungen staut und drängelt sich der Verkehr.
Der Verkehrsteilnehmer hat Zeit sich die Werbeplakate anzuschauen.
Im Vordergrund ist ein drei Sterne Taxi.

Bild 332: Werbung an der Kreuzung​


An einer weiteren Kreuzung stehen ein klappriges Taxi von Peugeot und ein Lastentrike in der ersten Startreihe.
Wenn die Ampel auf Grün springt, werden sie mit Vollgas um die Wette fahren.
Oder eher laut knatternd und widerwillig sich in die Bewegung setzen.

Bild 333: Erste Startreihe​


Markt​


Kiboko erreicht den Markt.
Unser Taxi rumpelt über Sandwege durch enge Gassen.
Hier werden Fahrzeuge be- und entladen.
Dabei stehen sie auch auf der Fahrbahn.
Der wuselige Verkehr nutzt die Restflächen.

Bild 334: Zufahrt zum Markt

Bild 335: Markt

Bild 336: Gegenverkehr​


Das Gedränge wird immer dichter.
Unser Guide entscheidet sich zum Aussteigen.
Kiboko läuft die Marktstraße entlang.
Unser Taxi wird schon irgendwann folgen.


Potje​


Der Markt ist eher etwas für Hersteller und Großhändler.
Viele Geschäfte haben nur wenige Waren im Sortiment.
Dafür aber entsprechend viele.
Hier türmen sich große, gußeiserne Töpfe.
Sie können direkt ins Feuer gestellt werden.

Bild 337: Feuerfeste Töpfe​


Trockenfleisch​


Ein Hauch von Verwesung liegt in der Luft.
Millionen Fliegen zeigen den Weg.
Auf einem Platz wird Fleisch hauchdünn geschnitten und auf Schilfmatten gespannt.
Hunderte Strohmatten stehen hochkannt an der Straße, liegen auf Wellblechdächern und auf Steintischen.
Die Sonne trocknet das aufgespannte Fleisch.
Staub und Abgase sorgen für die Würze.
Gourmet-Fliegen sind die Vorkoster.

Bild 338: Fleischtrockner​


Die Arbeiter wollen nicht fotografiert werden.
Aber da ist schon das erste Bild im Kasten.
Sehr schnell herrscht eine aggresive Stimmung.
Kiboko verduftet lieber, bevor es großen Ärger gibt.
Gerne hätte Kiboko an diesen spannenden Ort noch viel mehr Bilder gemacht.

Bild 339: Lecker!​
 
1 Kommentar
Robert Goppelt kommentierte
So ist das eben in den Ländern, Fleisch mit Fliegeneiern. Zusätzlich Protein erhöt die Marge....
Wenn das Gesundheitsamt das bei mir sehen würde, wäre mein Geschäft geschlossen.
Dafür haben die einen robusteren Magen.
Herrlich der Bericht.
 

Niger Tag 7-3: Niamey Markt​


Der Zentrale Taxenstand ist nicht weit entfernt von der Fleischtrocknung.


Sammel-Taxi​


Hier warten Peugeot-Pickups mit Blechaufbau auf Fahrgäste.
Aufgeschnittene Fenster sorgen für Frischluft und Frischstaub.
Hinten sind zwei Sitzbänke in Längsrichtung eingebaut.
Peugeot - Reisen wie Gott im Niger.

Bild 340: Taxistand​


Am Taxistand hat der Fahrgast die Qual der Wahl.
Scheinwerfer hat keines der beiden Taxis.
Die Rückspiegel fehlen auch.
Dafür gibt es eine erlesene Sammlung von Beulen und Roststellen.
Vorn und hinten sind die Räder jeweils mit zwei Radmuttern gesichert.
Mehr ist Luxus.

Bild 341: Qual der Wahl​


Nobelhobel​


Die gleichen Fahrzeuge werden auch für den Gütertransport eingesetzt.
Der Blechaufbau auf der Ladefläche entfällt.
Statt Nummernschild gibt es eine aufgemalte Nummer auf der Stoßstange.
Ein Zusatzscheinwerfer, der den Straßenrand ausleuchtet ersetzt die Hauptscheinwerfer.
Die Frontscheibe wird durch zwei Bänder in Position gehalten.
Die Beifahrertür hat ein leicht erweitertes Spaltmass.
Der Rückspiegel ist noch vorhanden und sicherheitshalber angeklappt.
Das Reserverad liegt in einer großen Delle auf dem Dach.
Das Vorderrad ist mit drei Radmuttern befestigt.
Hinten gibt es sogar vier.
Ein Radbolzen fehlt.

Bild 342: Nobel-Hobel​


Baumarkt​


Dann folgt die Straße der Baumärkte.
Neben einem Holzgroßhändler gibt es viele kleinere Geschäfte.
Manche haben ein breitgefächertes Angebot.
Andere haben sich spezialisiert, z.B. auf Zäune.

Bild 343: Alles gibt es hier oder bei OBI

Bild 344: Zäune gibt es hier oder bei OBI​


Der Guide bremst Kiboko.
Kiboko soll im Schatten warten, während er das Taxi sucht.
Kiboko nutzt die Zeit und beobachtet den Verkehr.


Transport​


Die Waren müssen von und zum Markt bewegt werden.
Dafür gibt es ein Heer an Transportarbeitern.
Viele Waren werden mit Muskelkraft befördert.
Aber es gibt auch motorisierte Lastesel.

Bild 345: Kassawa auf Reisen

Bild 346: Ein Fass aufgemacht?​
 
4 Kommentare
Robert Goppelt kommentierte
Es geht alles, wenn man nur will...
 
Robert Goppelt kommentierte
Ich dachte erst im Bild 1, den kenn ich doch. Da war ein Bild mit einem Motorad/Dreirad an einer Kreuzung.
Aber die sehen ja alle so aus, so ohne Scheinwerfer. Vieleicht wollen die verhindern das sie Nachts fahren und
das ist Vorschrift.
 
Kiboko kommentierte
Jedes Sammeltaxi ist unverwechselbar.
Sie wurden in Jahrzehntelanger Arbeit sehr aufwändig individualisiert.

Nachts war ich nur zwischen Flughafen und Hotel unterwegs.
Der Verkehr war sehr spärlich.
Die Sammeltaxis habe ich nicht gesehen.

Trotzdem können die Sammeltaxis auch nachts fahren.
Die großen Straßen haben Laternen.
Wer braucht da schon Licht am Fahrzeug?
 
B
Brunke kommentierte
Auf Kuba haben sie Nachts ein Handy mit Taschenlampe aus dem Fenster gehalten und sind damit auf die dreispurige „Autobahn“ gefahren.
 

Niger Tag 7-4: Niamey Nationalmuseum​


Der dritte Besuchspunkt der Stadttour durch Niamey ist das Musée National du Niger.
Das Nigrische Nationalmuseum wurde 1959 eröffnet.
Auf einem weitläufigen Gelände stehen mehrere Gebäude.
Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte über die Volksgruppen im Niger, Trachten, Musikinstrumente und Künstler.
Angegeliedert ist ein Zoo mit rund 50 Tierarten.


Boubou-Hama_Pavillon​


Der Boubou-Hama_Pavillon ist das erste Gebäude im Museum.
Es ist den verschiedenen Volksgruppen im Niger gewidmet.
Die Ausstellungsstücke waren für Kiboko wenig fotogen.

Bild 347: Boubou-Hama_Pavillon​


Nachdem Kiboko eher lustlos durch die Gebäude geschlappt ist, landet Kiboko im Zoo.


Hinweise​


Ein großes Schild weist die Besucher darauf hin, was alles verboten ist.
Es ist verboten mit Stöcken an die Eisengitter zu schlagen, in die Hände zu klatschen oder einen Stock zwischen die Gitterstäbe zu stecken. Des weiteren ist es verboten auf Nilpferde zu steigen, Arme durch die Gitterstäbe zu stecken oder mit dem Krokodil zu spielen.
Wer ist doch macht, soll seine blutende Gliedmaße über einen Behälter abtropfen lassen.

Bild 348: Alles was Spaß macht ist verboten​


Löwen​


Der ganze Stolz des Zoos ist das Löwengehege.
Für Kiboko ist der Anblick eher traurig.
Ein Löwe und eine Löwin teilen sich einen halbkreisförmigen Käfig auf einer Betonplatte.
Abgenagte Knochen liegen herum.
Wer hat hier seinen Arm zu weit durch die Gitterstäbe gesteckt?

Bild 349: Löwin in Käfighaltung

Bild 350: Trauriger Löwe​


Entfernte Verwandte​


Kiboko besucht seine entfernten Verwandten.
Das vollgeschissene Schwimmbecken in der Kiboko-Badeanstalt.
Früher war bestimmt schon einmal sauberer.
Dem staunenden Publikum ist es wohl egal.
Der Guide sagt mir, dass es in Niamey auch noch wilde Hippos gibt.
Hippos in der Großstadt?
Kiboko kann sich das nicht so recht vorstellen.

Bild 351: Hippoparadies mit Vollpension​


Die nächsten Tiere sind bis auf die Knochen abgemagert.
Ob sie verhungert sind?


Dinosaurier​


In der Nähe von Agadez wurden Dinosaurierknochen entdeckt.
Die ersten gefundenen Knochen werden hier im Nationalmuseum ausgestellt.
Für eine temporäre Ausstellung wurde eine Wellblechhütte gebaut.
Jetzt stehen die Dinos hier schon Jahrzehnte.

Bild 352: Traurige Dinosaurier

Bild 353: Riesenkrokodil​


Künstler​


Einige der Pavillons ind Künstlern gewidmet.
In einer Hütte wird traditionelle Handwerke gezeigt.
Der Weber wollte aber nicht fotografiert werden und hat seinen Schauarbeitsplatz verlassen.
Im Hintergrund kann man seine ausgestellten Arbeiten erwerben.

Bild 354: Webstuhl ohne Weber​


Hotel Terminus​


Damit endet die Stadttour.
Das Taxi fährt zurück ins Hotel Terminus.

Bild 355: Einfahrt Hotel Terminus​


Kiboko hat jetzt frei.
Am Nachmittag darf Kiboko noch eine exklusive Pirogenfahrt auf dem Niger machen.
 
1 Kommentar
B
Brunke kommentierte
Wenn man die Art der Tierhaltung sieht...
Absolut respektlos.
Da bekomme ich Bauchschmerzen.
 
4 Kommentare
Kiboko kommentierte
Auch Kiboko hat bei dem Anblick Bauchschmerzen.

Das Museum mit dem Zoo wurde in den 1950er und 1960er Jahren erbaut.
Damals herrschte noch eine andere Einstellung zu Tieren im Zoo.
In Niamey sind rund 50 Tierarten im Zoo.
Die anderen Käfige für Schakale, Äffchen oder Schwarzhalskronenkranichen sehen im Prinzip ähnlich aus.
Sie sind nur viel kleiner.
Nur die Rinder dürfen auf einer vollgeschissenen Wiese herumlaufen.

Die anderen Ausstellungsstücke im Nationalmuseum sind ebenfalls eher dürftig dargestellt.

Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt.
Die Bevölkerung "explodiert".
Eine Frau hat im Schnitt 7 Kinder.
Das Land hat andere Sorgen als artgerechte Tierhaltung im Zoo.
 
Robert Goppelt kommentierte
Ist schon klar, denn gut war das hier früher auch nicht.......
 
Zuletzt bearbeitet:
B
Brunke kommentierte
Bis in die 70er vegetierte im Jaderberger Tierpark ein Löwe unter ähnlichen Bedingungen.
 
dembi64 kommentierte


nicht nur dort. Viele heutige vorzeigezoos haben bis weit in die 70er wenig getan um den Tieren ein halbwegs vernünftiges Leben zu bieten. Damals ging es eher um Masse (anTieren) als um Klasse. Jeder Zoo wollte möglichst viele unterschiedliche Tiere haben, in der Folge waren die Gehege eher klein und wenig Tiergerecht.. Heut sieht es zum Glück deutlich besser aus. Man gibt gerne Tiere an Zoos ab die sich eine bestimmte Spezies spezialisiert haben.
 

Niger Tag 7-5: Niamey, Fahrt auf dem Niger​


Der Reiseveranstalter hat Kiboko eine Bootfahrt auf dem Niger versprochen.
Die anderen Reiseteilnehmer haben die Bootfahrt schon gemacht.
Damit hat Kiboko eine exklusive Tour.
Kiboko möchte erst am späten Nachmittag die Tour machen.


Gegen 16 Uhr geht Kiboko mit einem Guide zum Bootsanleger.
Eine knappe halbe Stunde später steht Kiboko am Anleger.
Mehrere Pirogen dümpeln zwischen Schlingpflanzen und Müll am Ufer.


Piroge​


Eine Piroge ist ein hölzernes Langboot.
Damit die Touristen nicht in der Sonne sitzen müssen, gibt es ein Gestell mit einen löchrigen Schutz aus alten Säcken.
Die Säcke reichen tief nach unten.
Sie sind sehr hinderlich um aus dem Boot Vögel auf Bäumen zu knipsen.


Ein paar Bänke stehen längs an der Bordwand.
Wenn sich Kiboko auf eine Bank sitzt, bekommt die Piroge gefährliche Schlagseite.
Der Guide muss als Gegengewicht auf die andere Seite wechseln.
In dieser Position kann Kiboko aber nur in eine Richtung fotografieren.
Wenn Kiboko in die andere Richtung fotografieren möchte, müssen Kiboko und Guide gleichzeitig sie Seite wechseln.


Das Boot ist nicht ganz dicht.
Wasser dringt ein.
Das Wasser muss vom jungen Kapitän regelmäßig ausgeschöpft werden.
Das Restwasser plätschert lustig in der Rumpfmitte.
Dafür fehlen hier ein paar Bohlen.
Ein falscher Tritt führt zu einem ungeplanten Fußbad.
Kameras sollten auch nicht auf den Boden fallen.

Bild 356: Piroge auf dem Niger​


Das Einsteigen erfolgt hastig.
Kiboko bleibt keine Zeit für ein gutes Foto von der Piroge.
Kiboko hat gerade einen Platz gefunden, da lässt der junge Kapitän den Motor röhren.
Das Wasser spritzt.
Kiboko saust über den Niger.


Palast​


Die Piroge fährt flussaufwärts.
Am Ufer breitet sich die Stadt Niaemey aus.
Die besten Lagen haben große Hotels und Paläste.
Das Hotel Gaweye bietet beste Aussicht auf den Niger.

Bild 357: Hotel Gaweye​


Brücken​


Drei Brücken queren den Niger in Niamey.
Die Kennedy's Bridge ist die erste Brücke.
Die 710m lange Brücke wurde 1970 mit Amerikanischer Unterstützung gebaut.
Daher wurde sie nach einem Amerikanischen Präsidenten benannt.
Sie überspannt den Niger in zwei kleineren Abschnitten und nutzt dafür eine Insel.

Bild 358: Kennedy's Bridge​


Die zweite Brücke ist die Brücke der chinesisch-nigrischen Freundschaft.
Die ist weiter südlich.
Kiboko fährt aber nach Norden.


Hier unterquert Kiboko die dritte Niger Brücke.
Diese ist 920m lang und vierspurig.
Sie wurde erst ein Jahr vorher (2021) eröffnet.
Sie wurde überwiegend von China finanziert und von einer chinesischen Firma errichtet.
Sie heisst: Pont Général Seyni Kountché.
Die Brücke wurde nach dem von 1974 bis zu seinem Tod 1987 regierenden Staatschef Seyni Kountché benannt.

Bild 359: Pont Général Seyni Kountché​


Niger​


Die Piroge fährt wieter nach Norden.
Die Stadt verschwindet am rechten Ufer hinter Bäumen.
Hügel und Inseln tauchen auf.

Bild 360: Fahrt auf dem Niger​


Am Ende der Regenzeit führt der Niger Hochwasser.
Die Ufer sind überschwemmt.
Die Bäume stehen im Wasser.
Während der Trockenzeit sind hier Felder und Gärten.

Bild 361: Uferbäume im Abendlicht

Bild 362: Bäume beim Fußbad​
 
Kommentar

Niger Tag 7-6: Niamey Vögel am Niger​


Der Kapitän treibt den Außenborder an.
Die Piroge röhrt über das Wasser.
Kiboko hat eine Exklusivtour und braucht auf andere Mitreisende keine Rücksicht nehmen.
Kiboko möchte gerne Vögel fotografieren.


Kiboko erspäht die ersten Vögel am Ufer.
Kiboko schreit:

Stop! Stop! STOP!

Bis der jung Kapitän reagiert, sind wir am Vogel schon vorbeigerauscht.
Oder wir haben den Vogel aufgeschreckt.
Der Vogel gehört dann zur weit verbreiteten Spezies: It`s Gone.


Vögel​


Der junge Kapitän lernt schnell.
Hier hat er einen ziemlich bekloppten Passagier, der Vögel fotografieren will.
Er lernt langsam am Ufer entlangzufahren.
Bei Vogelsichtungen wird die Piroge so gegen den Strom positioniert.
Das Boot steht auf der Stelle oder bewegt sich extrem langsam.
Kiboko kann das hüpfende Federvieh am Ufer oder im Gestrüpp auf der Speicherkarte verhaften.


Er hat sich dann auch aktiv an der Vogelsuche beteiligt.
Vielen Dank dafür!
Damit hat er sich auch ein großzügiges Trinkgeld verdient.

Bild 363: Seidenreiher (Little Egret)


Bild 364: Seidenreiher (Little Egret)​



Was würde der Seidenreiher zur Riedscharbe sagen:

a) Sehe ich so alt aus, dass ich schon einen Stock brauche?.
b) Ich springe nicht über jedes Stöckchen, dass mir vorgehalten wird.
c) Ich mag keinen Stockfisch.
d) Wenn ich Dir das Stöckchen wegnehme, bist Du gleich stocksauer.

Bild 365: Seidenreiher (Little Egret) und Riedscharbe (Long Tailed Cormorant)​


Der Rallenreiher hat für Kiboko extra sein Hochzeitskleid angezogen.
Im Gebüsch auf einer Insel waren viele Nester von Rallenreihern und Silberreihern.

Bild 366: Rallenreiher (Squacco Heron)​


Die Kiebitze am Ufer machen viel Radau, als Kiboko langsam vorbeigleitet.
Kiboko knipst trotz Protest.

Bild 367: Weißscheitelkiebitz (White-Headed Lapwing)​


Beim Spornkiebitz ist leider das Weiß fast vollkommen ausgefressen.
Normalerweise wählt Kiboko eine Unterbelichtung von ein bis zwei Blenden, um genau das zu vermeiden.
Vielleicht lag es nur an einen Fehler bei der Bearbeitung.
Dann wird das Bild noch ausgetauscht.

Bild 368: Spornkiebitz (Spure-Winged Lapwing)​


Liebe eine graue Turteltaube im Gebüsch, als einen lila Spatz mit Handy.

Bild 369: Afrikanische Turteltaube (African Mourning Dove)​
 
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Niger Tag 7-7: Niamey, Vögel am Niger​


Weiter geht die Fahrt mit der Piroge auf dem Niger.
Es hat mehrere Anläufe mit der Piroge gebraucht, um die quirligen Webervögel im Gebüsch vor die Linse zu bekommen.
Dank des geduldigen Kapitäns ist es Kiboko gelungen.
Bild 370: Herr Schwarzkopfweber (Black-Headed Weaver)


Bild 371: Frau Schwarzkopfweber (Black-Headed Weaver)​



Eine ähnlich Art treibt sich ebenfalls im Ufergebüsch herum.

Bild 372: Herr Dorfweber (Village Weaver)​


Während sich einige Vögel gerne im Gebüsch verstecken, sind andere an exponierter Position auf Futtersuche.
Kiboko hat viele Graufischer am Niger gesehen.
Andere Eisvogelarten haben sich aber nicht gezeigt.

Bild 373: Frau Graufischer (Pied Kingfisher)​


Der Vogel hat sich ihr Abendessen schon gefangen.
Der kleine Zwergspint hat gerade eine große Libelle gefangen.

Bild 374: Zwergspint (Little Bee-Eater)​


Die bunten Racken mag Kiboko.
Sie sitzen als Ansitzjäger gerne an exponierten Position.
Kiboko hat auf der Bootfahrt mehrere Senegalracken gesehen.

Bild 375: Senegalracke (Abyssinian Roller)​


Der Feuewida hat ebenfalls für Kiboko sein Hochzeitskleid angezogen.
Auch von diesen Vögeln hat Kiboko mehrere gesehen.

Bild 376: Feuerwida (Northern Red Bishop)​


Ein großer Vogel hat sich etwas versteckt.
Trotzdem konnte er der Kamera von Kiboko nicht entgehen.
Er ist seinen Namen nicht gerecht geworden und stumm geblieben.

Bild 377: Schwarzschwanz Lärmvogel (Western Grey Plantain-Eater)​


Eine weitere Vogelsichtung sind Blaustirnhühnchen.
 
1 Kommentar
Bremenfrosch kommentierte
Ganz tolle Aufnahmen!!!
VG Holger
 
Fette Beute, mein Glückwunsch.
 
4 Kommentare
Kiboko kommentierte
Danke Robert,
aber die richtig fette Beute ist im nächsten Beitrag.
 
Robert Goppelt kommentierte
Oh, da bin ich aber gespannt, denn hier sind schon ein paar Seltenheiten dabei.
 
Kiboko kommentierte

Es ist schon ein schöner Abschluß der Reise gewesen.
Das ging aber nur, weil ich die Piroge für mich alleine hatte.
Eine Mitreisende hat mir gerade berichtet, dass sie ein paar Tage vorher mit Otto-Normal-Touristen (lila Pause) die Pirogenfahrt gemacht hat und keinen Vogel fotografieren konnte. Auch waren die Nigerpferde gleich abgetaucht und nicht wieder aufgetaucht.

Seltenheiten beim Federvieh kommt immer ein wenig auf die Sichtweise an.
Ich war schon mehrmals in der Region: Uganda (Kidepo Valley) Tschad (Zakouma), Senegal und Gambia.
Somit waren die jetzt nicht so neu für mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Robert Goppelt kommentierte
Ja, das ist in der Tat so mit der Seltenheit, da ich meist in Südafrika, Namibia, Botswana und zu letzt mehrmals in Kenia unterwegs war.
Ist halt eine ganz andere Ecke von dem doch sehr großen Kontinent.
 

Niger Tag 7-8: Niamey Niger​


Es leben nicht nur viele Vögel am Niger.
Menschen hausen in einfachen Hütten und warten darauf, dass der Fluss ihre Felder wieder freigibt.
Die langsam am Ufer entlangfahrende Piroge mit dem fotografierenden Nilpferd hat einige Bewohner überrascht.
Sie sind am Wäsche waschen, Nacktbaden oder verrichten gerade ihre Notdurft.
Die Freude war nicht sonderlich groß.
Kiboko hat davon keine Bilder gemacht.


Fischer​


Auch der Fischer war nicht erfreut.
Er stierte ans Ufer und paddelte hastig in die Gegenrichtung.
Da er so unerrkannt bleibt, hat Kiboko auf den Auslöser gedrückt.

Bild 378: Fischer​


Das Wohnhaus vom Fischer.
Die wechselnden Wasserstände erfordern ein häufiges Umziehen.
Luxusbauten sind dafür ungeeignet.

Bild 379: Temporäres Eigenheim​


Freunde von Kiboko​


Der Guide im Museum hat doch nicht gelogen.
In der Nähe einer Flussinsel lebt eine Nilpferdherde.
Eigentlich müssten sie Nigerpferde heißen.
Im Hintergrund ist die Stadt Niamey.
Es ist erstaunlich, dass die Tiere hier genügend Futter finden.
Bei Niedrigwasser werden sie die umliegenden Felder und Gärten plündern.

Bild 380: Nigerpferde​


Die Piroge nähert sich der Herde.
Alle Nigerpferde tauchen ab.
Das war ganz klar zu dicht.
Aber das ist die typische Touristendistanz.
Kiboko macht den Kapitän klar, dass er etwas weiter weg fahren soll.
Für das Teleobjektiv (500/5.6 PF an der D500) sind sie auch viel zu nah.
Mit etwas Abstand tauchen die Hippos wieder auf.

Bild 381: Hallo Kiboko

Bild 382: Kiboko wird ausgelacht​


Heimfahrt​


Der Sonne geht die Kraft aus.
Sie kann sich nur noch mit Mühe über dem Horizont halten.
Mit Vollgas fahren wir den Niger stromabwärts.
Es geht zurück zum Anleger.
Der Kapitän fährt im Stehen und dirigiert das Boot locker mit den Zehenspitzen.

Bild 383: Vollgas mit den Zehenspitzen​


Der Sonne verschwindet im Dunst am Horizont.
Es ist der letzte Sonnenuntergang im Niger.
In der Nacht geht noch der Flieger.
Am nächsten Tag wird Kiboko schon in Istanbul sein.

Bild 384: Tschüß Niger​


Tatatataaaaaaaaaaaaaaaa​

Das ist die 1000. Seite bei Foto-Kiboko.
 
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