Gedanken eines Digital-Anwärters


J

Juergen64

Guest
Hallo Leute,

ich lasse mir die Beiträge, die ich in den vergangenen Tagen so durchgelesen habe, gerade nochmal revuepassieren. Dabei entsteht bei mir der Eindruck, daß der Stellenwert des Blitzgerätes durch die Möglichkeit hohe Iso-Werte zu nutzen drastisch abgenommen hat. Irgendwie kommen Eure Beiträge bei mir so an, daß ich gegenüber der Analogtechnik mit 50 oder 100 Asa (ohne Zweitbody mit 1600-Asa-Film) meine 4 bis 5 Blendenstufen Gewinn habe, dazu in einzelnen Fällen (bei statischen Motiven) nochmal 3 Blendenstufen durch die VR-Technik. Wenn ich das nun mit meinen typischen Motiven vergleiche, könnte ich zumindest in der Anfangsphase auf einen zusätzlichen Blitz verzichten. Schließlich hat die D300 einen kleinen Blitz integriert, und meinen SB28 hab ich ja auch noch - ich weiß, der kann kein TTL.

Wenn dieser Eindruck so stimmt, dann könnte ich den Umstieg schon wieder ein Stück schneller schaffen. Deswegen bitte ich mal diejenigen mit Analog- und Digitalerfahrung um ihre Meinung. Danke schön.

Gruß
Jürgen
 

Stefan L.

NF-F Premium Mitglied
Ich denke mal, das ist auch Anwendungsbezogen. Auf meiner D300 war jedenfalls der Sigma 500 Super noch nicht ein einziges Mal drauf :D
 
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SuperA

Guest
Speziell bei Brillenträgern freue ich mich jedes Mal aufs Neue wenn ich keinen Blitz benötige. Meinen SB800 habe ich bislang mehr oder weniger nur zu Testzwecken montiert.

Andererseits sind Aufhellblitze oftmals durchaus sinnvoll. Dafür könnte aber auch der eingabaute Blitz reichen.
 
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Kleinbild

Unterstützendes Mitglied
Hallo,

Ich benutze den Blitz eigenlich nur zur Aufhellung. Dafür reicht aber meistens auch der interne aus.
Wo ich alleridngs einen 'richtigen' Blitz unverzichtbar finde, ist bei Innenaufnahmen. Ich blitze lieber indirekt (über die Decke), als mit hohen ISO Werten zu fotografieren.

Gruß,
Jan
 
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Horst S.

Sehr aktives Mitglied
Hallo Jürgen,

Dein Eindruck stimmt schon so, aber auch nicht ganz. Zwar kann man mit hoher Empfindlichkeit im Available Light Bereich oder bei Motiven, die man ohnehin mit einem Blitzgerät nicht ausleuchten konnte "leichter" Bilder machen, aber es gibt genug Situationen, wo man auf das Blitzlicht kaum verzichten kann.

Aber mit dem SB-28 kannst Du auch im A-Modus ertsmal recht gut leben. :)
 
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Horst S.

Sehr aktives Mitglied
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Das Bild entstand freihand ohne Stativ und ohne VR .
Mit einem 100 ASA-Film hätte ich das zu meinen Analogzeiten gar nicht erst versucht.
 
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S

SuperA

Guest
Hallo,

Ich benutze den Blitz eigenlich nur zur Aufhellung. Dafür reicht aber meistens auch der interne aus.
Wo ich alleridngs einen 'richtigen' Blitz unverzichtbar finde, ist bei Innenaufnahmen. Ich blitze lieber indirekt (über die Decke), als mit hohen ISO Werten zu fotografieren.

Gruß,
Jan
Innenaufnahmen gehen doch auch prima ohne Blitz:

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Snape

Unterstützendes Mitglied
Ich möchte gerne ein Vergleichsfoto mit indirektem Blitz sehen.

Edith:
Worauf ich hinaus will:
Der interne Blitz liefert kein schönes Licht, das ist wirklich nur eine Notlösung.
Ein Aufsteckblitz mit genügend Lichtstärke hat da schon eine andere Qualität.
Ich blitze fast ausschliesslich in Innenräumen - draussen gegen die Sonne als Aufhellblitz habe ich noch nichts fotografiert, da wäre das aber auch sinnvoll.
Drinnen ohne Aufsteckblitz geht m.E. fast gar nicht, außer evtl. in großen Räumen, wo der Blitz wie ein Fliegenschiss im Wind wirkt.
 
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J

Juergen64

Guest
Mensch Leute,

das geht aber fix hier ... habt Ihr nix anderes zu tun? ;) :fahne:

Nee, ehrlich, ich bin erfreut über so viel brauchbare Antworten in der kurzen Zeit, Danke schön! Gerade auch wenn ich die Beispielaufnahmen sehe, bestätigt sich zumindest bis jetzt meine Vermutung die erste Zeit ohne externen Blitz auskommen zu können. Daß der als gestalterisches Mittel zusätzliches Potential der Kamera auslotet, ist mir auch klar; andererseits werde ich diese erste Zeit sicherlich dazu nutzen können, das Potential der Kamera ohne Blitz kennenzulernen. Wenn ich das dann teilweise geschafft habe, wird auch der Nachfolger des SB800 oder ein Metz Stabblitz drin sein.

Gruß
Jürgen
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Dabei entsteht bei mir der Eindruck
Das lässt sich ändern.

Du vermischt hier ein wenig Beleuchtung, High-ISO Fähigkeiten und Verwacklungstoleranz zu einem unbekömmlichen Brei.

Ja, es ist richtig, dass beim Vergleich des Filmkorns eines Ektachrome 200 (die Grundempfindlichkeit vieler aktueller DSLRs) und des Bildrauschens einer FX-Kamera selbst unter Beachtung der nicht vollständigen Vergleichbarkeit nicht Welten, sondern Universen zwischen Film und Chip liegen. Bei ISO 1600 tendenziell noch mehr.

Nein, mit VR hat das nichts zu tun. Selbst das kleinste meiner Stative ist in der Lage die Kamera so lange ruhig zu stellen, bis jemand darüber stolpert, die 3 oder 4 Zeitstufen des VR interessieren dabei nicht. Nebenbei bemerkt funktionieren meine VR Objektive allesamt auch an der F6, kommen also auch der Fotografie auf Film zu gute.

Auf einen Blitz kannst du auch mit mit einer Nikon EL mit Kodachrome 25 verzichten, wenn deine Motive keine Zusatzbeleuchtung erfordern. Generell sind eine Stativaufnahme im Sekundenbereich mit niedrigempfindlichem Film oder Sensor, eine ISO 25600 Gruselaufnahme im Kohlenkeller oder eine im gleissenden Leuchtfeuer des LZ56 Blitzes abgefackelte Innenraumszene so völlig verschiedene Dinge, dass sich vergleichende Diskussionen erübrigen.

In einigen Punkten hast du allerdings recht. Einfachknipsereien bei der Silvesterparty - ermutigt durch die Erkenntnis, dass es auch ein Leben nach dem Totblitzen gibt - sind im Digitalzeitalter einfacher und durch schlauere Blitzautomatiken in den Ergebnissen potentiell besser. Detto sind anspruchsvollere Setups mit mehreren Blitzen einfacher, weil in Zeiten höherer Empfindlichkeiten preiswertere Geräte in Frage kommen, wo früher ohne leistungsfähige Studioblitzanlage kein Auslangen zu finden war.

Wenn dieser Eindruck so stimmt
Tut er nicht, aber die Summe der Vorteile spricht für die neue Technik. Da du für die alte Kamera ohnehin nur mehr einen Bettel kriegst, spricht nichts dagegen, sie mal beim Service putzen und neu besohlen zu lassen und für Nostalgieanfälle ein paar Filme im Kühlfach zu lagern.
 
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Superkachina

Unterstützendes Mitglied
Hallo,

ein interessantes Thema, über das ich mich am Wochenende geärgert habe.
Ich war bei einer Siegerehrung für kleine Radfahrer dabei, die in einer
gemütlichen Scheune durchgeführt wurde. Da ich gemerkt habe, daß ich
mit der D300 auch bei wenig Licht noch gemütliche und schöne Bilder machen
kann, habe ich gedacht, daß ich eh keinen Blitz brauche. Das war ein Fehler.

Im hinteren Teil der Scheune waren die Tische und eine festliche, aber
schummrige Beleuchtung. Da viel aber trotzdem so viel Licht in das Objektiv
(2.8) daß ich noch schöne Aufnahmen bekommen habe. Allerdings auch nur
mit F3.5 das ist für einen tiefen Raum leider etwas wenig Schärfentiefe.
Stativ habe ich im Moment nur ein windiges, das bringt auch nicht viel. Und
außerdem waren da lauter wuselige Menschen, die auf der Stativaufnahme mit
längerer Belichtungszeit eine unmögliche Figur gemacht hätten. ;)

Vorne auf der Bühne war das Licht wegen schlechter Beleuchtung noch viel
lausiger. Kleine Bewegungen mit der Kamera wurden sofort mit neuen
Belichtungszeigen, die ich korrigieren mußte bestraft. Ich war also ständig
am Prüfen und Justieren und bin dabei total ins Schwitzen gekommen.
Das erste Bild hier machte ich ohne Blitz und es zeigt sich natürlich
verwackelt. das Objektiv hat leider keinen VR, freihändig sieht man das dann
im Ergebnis. Trotzdem gefällt mir besonnders die weiche Stimmung im Bild.

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Das nächste Bild habe ich dann mit dem eingebauten Blitz gemacht.
Dummerweise ist mir vor Aufregung erst am Ende der Veranstaltung
eingefallen, daß ich einen eingebauten Blitz habe.
Die Leute sind schön scharf und eigentlich ganz ordentlich ausgeleuchtet.
Aber mir ist das Licht nun viel zu hart. Ob das Licht mit einem SB800 besser
gewesen wäre?

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Viele Grüße,
Werner
 
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J

Juergen64

Guest
Hallo tengris,

danke für Deine guten Erläuterungen. Daß die VR-Optiken in diesem Modus auch an meiner 801 arbeiten, wußte ich noch nicht! Und wegwerfen (anders kann man den Verkauf bei dem Zeitwert nicht bezeichnen) werde ich weder das gute Stück noch das Zubehör; 20 Jahre schmeißt man nicht einfach so weg!

Dennoch, da scheint bei meiner Frage etwas falsch rübergekommen zu sein:

Du vermischt hier ein wenig Beleuchtung, High-ISO Fähigkeiten und Verwacklungstoleranz zu einem unbekömmlichen Brei.
Nein, vermische ich nicht wirklich, hab ich nur vielleicht etwas unglücklich beschrieben: Ich weiß auch, daß fotografieren "malen mit Licht" ist, eine gelungene Ausleuchtung des Motivs also elementar für ein gutes Foto. Nur, dafür ist mir der erforderliche Aufwand bei mangelnder verfügbarer Beleuchtung einfach zu groß, dann kaufe ich lieber ein gutes Bild vom Profi. Schließlich will ich dem keine Konkurrenz machen, sondern einem Hobby frönen! Ich glaube gar, weil ich etwas mehr als der Durchschnitts-Deutsche vom guten Foto und dem erforderlichen Aufwand weiß, bin ich eher bereit dafür einen angemessenen Preis zu zahlen als eben dieser?

Dennoch gibt es manche Situationen, in denen ich einfach eine Erinnerung haben möchte. Da hat es bisher der aufgesteckte SB28 getan, wenn ich auch mit dem Ergebnis nicht immer ganz glücklich war. Naja, für die damalige Zeit waren die Ergebnisse schon weit besser als das was von den ganzen Pocketknipsern kam und kommt. Dank meist ausreichender Blitzleistung und schwenkbarem Reflektor, größerem Abstand zwischen Blitz- und Objektivachse, und den diversen Möglichkeiten die die Kombi mit der 801 und einer lichtstarken Optik bietet war das schon ok. Für gute Fotos allerdings hab ich mich in Ermangelung professioneller Lichttechnik (und fehlender Kenntnis) an available light gehalten oder es ganz gelassen. Zwei brauchbare Stative hab ich deshalb meist in Griffweite. Bei available light verspreche ich mir, nach dem Gelesenen und Gesehenen, durch die neue Technik ein erweitertes Anwendungsspektrum, und zusätzlich geringeren Blitzbedarf bei den Erinnerungsfotos.

In einigen Punkten hast du allerdings recht. Einfachknipsereien bei der Silvesterparty - ermutigt durch die Erkenntnis, dass es auch ein Leben nach dem Todblitzen gibt - sind im Digitalzeitalter einfacher und durch schlauere Blitzautomatiken in den Ergebnissen potentiell besser.
Das ist das, was ich mit Erinnerungsfotos meine, egal ob nun bei der Sylvesterparty, einem runden Geburtstag, oder was auch immer. Wobei besser nicht gleich gut ist, aber der Anspruch entsteht da auch noch nicht.

Detto sind anspruchsvollere Setups mit mehreren Blitzen einfacher, weil in Zeiten höherer Empfindlichkeiten preiswertere Geräte in Frage kommen, wo früher ohne leistungsfähige Studioblitzanlage kein Auslangen zu finden war.
Da würde ich gerne mal hin ... mal sehen ob ich das bis zur Rente, also nach heutiger Kenntnis A.D. 2031, noch schaffe :nixweiss:

Auf jeden Fall nochmal Danke für Deine Mühe

Gruß
Jürgen
 
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ppwill

Unterstützendes Mitglied
Hallo,

früher war es halt schwieriger bei wenig Licht zurecht zu kommen. Entweder man schraubte einen Blitz drauf oder ein Stativ unter die Kamera, fertig viel mehr möglichkeiten hatte man halt nicht. Die Filme die ich benutzt habe hatten meist 100 oder 400 ISO ein bißchen was ging mit den 400er schon aber man war halt schnell am Ende.

Heute hat man wirklich mehr möglichkeiten die höheren ISO-Werte (bei der D300 bis 1600 ISO) sind gut nutzbar und mein Standardzoom (16-85mm) hat einen VR so das man sogar mit so einem nicht lichtstarken Objektiv zumindest Motive die sich nicht/wenig bewegen noch bei wenig Licht fotografieren kann.

Denoch wird man in meinen Augen kaum um einen richtigen Blitz und ein Stativ herumkommen, denn auch wenn sich die Grenze des machbaren nach oben verschoben hat so wird man immer wieder in Situationen kommen wo man ohne die Dinge einfach keine Bilder mehr machen kann. In der Praxis benötige ich diese Dinge seltener und habe den Vorteil das ich z.B. auf Reisen (wenn man nur wenig Gepäck dabei hat) mehr möglichkeiten habe.

Gruss

Patrick
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
vielleicht etwas unglücklich beschrieben
Gut, dann sind wir ja offensichtlich näher beisammen als ursprünglich gedacht.

Grundsätzlich ist natürlich das Thema Available Light hier im Forum noch ausbaufähig. Nachdem wir diverse Aufnahmeserien vom nächtlichen Parkplatz geduldig abgenickt haben, kann man sich ja zunehmend den erweiterten Möglichkeiten der fotografischen Bildsprache durch die verbesserte Technik zuwenden. Und da meine ich nicht allzusehr die Fotos, welche bei miesem Flutlicht noch akzeptable Ergebnisse ermöglichen, sondern wirklich Aufnahmen, welche bisher nicht möglich waren. Aufnahmen scheuer dämmerungsaktiver Tiere, schwach leuchtende Phänomene in Natur oder Technik, bewegte nächtliche Straßenszenen, in welche man nicht einfach rein blitzen kann, was auch immer. Hier haben wir noch nicht alles gesehen und hier wurde wohl noch lange nichts alles probiert.
 
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frimp

Sehr aktives Mitglied
Moin,

also ganz ehrlich: es gibt nichts schlimmeres auf einer stimmungsvollen Party als die Knipser mit ihren Kompaktkameras, die mit Vorblitzroteaugenstroboskopgewitter einem so richtig auf den Keks gehen. Ich bin dankbar für jeden Fotografen mit einer (D)SLR und lichtstarken Objektiven, der auf einen Blitz verzichtet. Und die Motive sind es auch.
 
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Ekke Kaplan

Unterstützendes Mitglied
Moin,

also ganz ehrlich: es gibt nichts schlimmeres auf einer stimmungsvollen Party als die Knipser mit ihren Kompaktkameras, die mit Vorblitzroteaugenstroboskopgewitter einem so richtig auf den Keks gehen. Ich bin dankbar für jeden Fotografen mit einer (D)SLR und lichtstarken Objektiven, der auf einen Blitz verzichtet. Und die Motive sind es auch.
Hallo Frank,da muß ich dir voll zustimmen,nur die Anzahl der kleinen Alleskönner,wird immer größer.:up:
Gruss Ekke
 
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