Ich habe nun auch seit einigen Tagen das 50-140 und sehe das Objektiv nicht ganz so euphorisch - "sehr gut" auf jeden Fall, aber nicht "so gut wie FB".
Bisher hatte ich das 55-200 welches sich auch als sehr gutes kompaktes Zoom erwiesen hat.
Das 50-140 ist natürlich größer und schwerer, und hat eine große Stativschelle, die dem 55-200 beim voll ausgefahrenem Tubus (200mm) aus Gründen der Stabilität auf dem Stativ schon fehlt.
Das Objektiv bleibt beim Zoomen immer gleich lang und ist dadurch auch deutlich stabiler als der kleine Bruder, bei dem der Tubus recht lange ausfährt.
Die Sonnenblende des 50-140 ist kelchförmig, aber trotzdem stabil. Man kann bedenkenlos die Objektiv-Kamera-Kombination auf der Sonnenblende abstellen. Endlich wurde auch mal der Sonnenblende eine aufschiebbares Polfilterfenster zum Drehen spendiert. Zudem ist die Sonnenblende innen mit großen lichtbrechenden Rillen versehen, dies hat Nikon bei den Telezooms noch nicht hinbekommen.
Auf dem Stativ sitzt durch die Stativschelle das 50-140 deutlich stabiler, gerade auch weil die X-T1 durch die schmale Gehäusetiefe wenig Stabilität bei länger bauenden Objektiven auf dem Stativ ermöglicht.
Der AF ist deutlich zackiger als beim 55-200. Der Stabilisator des Objektives arbeitet sehr effektiv, ähnlich dem Nikon 4.0 70-200. Allerdings kann hier auch das 55-200 sehr gut mithalten.
Im Nahbereich fällt eine kräftige Brennweitenverkürung auf, ähnlich dem 2.8 70-200 VRII von Nikon. Hier zeigt das 55-200 schon eine deutlich größer Abbildungsgröße auf (135mm).
Optisch würde ich das 50-140 mit dem 55-200 fast gleich setzen, halt mit dem Vorteil der höheren Lichtstärke. Bei 128mm bietet der kleine Bruder lediglich eine Anfangslichtstärke von 4.2, bei 135mm steht nur noch 4.4 zur Verfügung. Also eine Vorteil von 1.5 Blendenstufen.
Etwas befremdlich ist, dass das 50-140 in ausgeschalteten Zustand eine leises aber deutlich hörbares "klonk, klonk" beim Bewegen der Linse von sich gibt. Das VR-Element hat großes Spiel im Tubus, welches sich erst bei angeschalteter Kamera satabilisiert, egal ob der VR aktiviert ist oder nicht. Das Fuji bei den VR-Optiken den VR immer an hat, aber erst beim angeschaltetem VR dann auch wirklich stabilisiert, fällt mit zum ersten Mal bei diesem Objektiv auf. Besonders vertrauenerweckend ist dies für mich nicht, keine Ahnung ob da etwas mit der Zeit ausschlägt, oder bei das VR-Element ohne VR-on immer seine goldene Mitte finden wird.
Zur optischen Qualität lässt sich folgendes sagen:
Sehr gut, minimal besser als das 55-200. Allerdings zeigen sehr gute FX Festbrennweiten mit Novoflex-Adapter (mit eigener Stativschelle) eine optische bessere Performance. Selbst das Nikon 4.0 70-200 kann optisch recht gut mithalten. Da ich sehe wie gut die FB sind, die Fuji auf den APS-C großen Sensor gerechnet hat, würde ich behaupten, dass eine Tele FB auch sichtbar besser sein wird. Nur gibt es die bisher nicht, von daher kann man nur abwarten bis neue Objektive kommen werden.
Oli