Frage zu Zwischenringen


solo

Nikon-Clubmitglied
Hallo zusammen,

in den letzten Tagen war ich wieder mal in Sachen Makro auf der Lauer gelegen. Dabei war ich öfter in der Situation, dass ich mit meinem MF Micro Nikkor 2.8/105 nicht nah genug ans Motiv rangehen konnte (Naheinstellgrenze). Die Folge war, dass das Motiv hinterher recht klein im Bild war und ich am PC eine ziemlich große Ausschnittvergrößerung - mit den üblichen Qualitätseinußen - machen musste.
Nun überlege ich, mir zur Lösung dieses Problems Zwischenringe zu kaufen. Ich habe mich für die Nikon-Ringe entschieden, da ich keine AF-Übertragung brauche. Alle drei Ringe möchte ich mir aber nicht sofort kaufen (teuer...).
Nun meine Frage: Es gibt bestimmt eine Formel, mit der ich bei bekannten Objektivdaten und Länge des Zwischenrings den maximalen Abbildungsmaßstab berechnen kann, oder? So könnte ich schnell feststellen, welcher Zwischenring (für den Anfang) der richtige für mich ist.
 
V

volkerm

Guest
Den Abbildungsmaßstab kannst du aus dem Auszug bestimmen.

Der Auszug ist 0 bei Einstellung auf Unendlich.
Bei Abbildungsmaßstab 1:1 ist der Auszug gerade so groß wie die Brennweite.
Bei Abbildungsmaßstab 2:1 ist der Auszug doppelt so groß wie die Brennweite.
Bei Abbildungsmaßstab 1:2 ist der Auszug halb so groß wie die Brennweite.
...

Das 105/2.8 fokussiert ohne Zwischenringe bis 1:2, indem es mit dem Fokusring einen Auszug von 52.5mm ermöglicht. Mit dem Zwischenring PN-11 fügst du nochmal 52.5mm hinzu, so daß du damit den Bereich von 1:2 bis 1:1 abdeckst. Der optimale Zwischenring ist also bei diesem Objektiv (und anderen 1:2 Makros) erstmal einer, dessen Länge der halben Brennweite entspricht. Dann deckst du ohne Zwischenring Unendlich bis 1:2 ab, und mit Zwischenring 1:2 bis 1:1. Wenn du noch über 1:1 gehen möchtest, dann benötigst du noch zusätzliche Länge.

Ich hoffe, der Rechenweg ist nachvollziehbar?
 
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solo

Nikon-Clubmitglied
Ich hoffe, der Rechenweg ist nachvollziehbar?
Hab's verstanden :)
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung!

Ich habe mir den PN-11 eben mal auf der Nikon-Homepage angesehen ( ). Wozu dient denn die Schraube an der Seite?
 
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V

volkerm

Guest
Der PN-11 hat eine eigene Stativschelle, weil er schon recht lang ist. In dieser Stativschelle kann man ihn drehen. Mit der Schraube wird der Zwischenring in der Stativschelle festgesetzt.
 
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WilfriedV

Unterstützendes Mitglied
Hallo Thomas,

meine Erfahrung mit Zwischenringen (hätte mir damals sehr geholfen):

Ich habe das Makro Nikon AF D 2.8/105 und nutze es ohne Makro-Einstellschlitten. Die Burzynski Schnellkupplung nutze ich soweit möglich als Ersatz für den Makro-Einstellschlitten. Eine Feineinstellung/das Scharfstellen ist damit jedoch nicht möglich. Um einen größeren Abbildungsmaßstab als 1:1 zu erreichen habe ich mir die Nikon Zwischenringe PK-13 (27,5 mm) und PN-11 (52,5 mm) bei ebay gekauft. Den PK-13 fand ich zu kurz, d. h. die Änderung im Abbildungsmaßstab zu gering. Der PN-11 brachte eine deutliche Änderung des Abbildungsmaßstabes. Mit der Stativschelle des PN-11 kann man bequem die Formate HF-QF wechseln. Alles damals noch analog mit der F100.

Ich habe die Zwischenringe wieder verkauft, da sie zwar die Blendenfunktion übertragen, aber die Kamera nur manuell, d. h. nicht über Zeitautomatik eingestellt werden kann. Im Studio mag das nicht stören, aber beim Fotografieren draußen ist man damit oft zu langsam. Außerdem ist mir das Scharfstellen bei dem Abbildungsmaßstab ohne Einstellschlitten nie richtig gut gelungen und es war immer sehr nervig, da sich die Motive selbst (Insekten) oder durch den Wind bewegten.

Mein erstes Makro war das Sigma 2,8/90. Der Abbildungsmaßstab betrug 1:2 und mit der beiliegenden Vorsatzlinse 1:1. Der Abbildungsmaßstab 1:2 war mir oft zu gering.

Meine Empfehlung:
Kauf dir ein Makro 2,8/105 mit einem Abbildungsmaßstab 1:1 (Nikon 2,8/105, AF, mit/ohne D). Gegenüber deinem MF 2,8/105 + Zwischenring entfällt das zeitaufwendige manuelle Einstellen der Kamera.
Falls du einen größeren Abbildungsmaßstab als 1:1 wünscht, empfehle ich dir an Zwischenringen den PN11. Mit Balgen habe ich keine Erfahrung. Meine kurze Erfahrung mit den Zwischenringen hat mir jedoch die Erkenntnis gebracht, dass es bei Abbildungsmaßstäben größer 1:1 aufwändig wird.
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Nikon 2,8/105, AF, mit/ohne D ... an Zwischenringen den PN11. Mit Balgen habe ich keine Erfahrung.
Nur zur Sicherheit:
Für die Verwendung an manuellen Zwischenringen oder Balgengeräten muss es unbedingt das ältere und wohl nur mehr gebraucht erhältliche AF 105mm f/2.8, nicht das aktuelle AF-S VR 105mm f/2.8G sein. Letzteres hat keinen Blendenring und ist daher nur direkt an der Kamera verwendbar. Von einer Empfehlung der wackeligen Kenko Zwischenringe sehe ich einmal ab.
 
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solo

Nikon-Clubmitglied
Vielen Dank für die Tipps!
Ich habe jetzt die Möglichkeit, einen PN-11, neuwertig, zu erstehen. Daher werde ich mein MF-Micro erstmal behalten und es zusammen mit dem PN-11 nutzen. Die manuelle Scharfstellung hat mich bisher nur bei meinen Versuchen, fliegendes Getier zu fotografieren gestört, aber ansonsten bin ich mit dem Objektiv sehr zufrieden. Die finanzielle Hürde zum aktuellen 105er-Makro oder dem Vorgängermodell ist mir im Moment zu hoch.
 
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D

D200User

Guest
Nur zur Sicherheit:
Für die Verwendung an manuellen Zwischenringen oder Balgengeräten muss es unbedingt das ältere und wohl nur mehr gebraucht erhältliche AF 105mm f/2.8, nicht das aktuelle AF-S VR 105mm f/2.8G sein. Letzteres hat keinen Blendenring und ist daher nur direkt an der Kamera verwendbar. Von einer Empfehlung der wackeligen Kenko Zwischenringe sehe ich einmal ab.
Also wackelige Kenko AF-Zwischenringe sind mir bisher nicht unter gekommen...

Helmut
 
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sportandmore

Unterstützendes Mitglied
Nur zur Sicherheit:
Von einer Empfehlung der wackeligen Kenko Zwischenringe sehe ich einmal ab.
also meine wackeln auch nicht .....
und alle Funktionen bleiben erhalten beim 105 VR
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Gut, also fassen wir zusammen:
D200User, Xapathan und sportandmore empfehlen die Verwendung von Kenko AF Zwischenringen.
 
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Phyto57

Unterstützendes Mitglied
Meine Kenko Zwischenringe haben ab und an Kontaktschwirigkeiten. Seltsamer Weise nur an der D200, nicht an der D70.
Du hast nicht gesagt mit welcher kamera du die makros machen willst. Ich habé mit dem PN-11 an der F-601 gute Ergebnisse gehabt, Mit der D70 habe ich die Lust verloren immer bei jeder ändernden Situation die Belichtung neu ausprobieren zu müssen. Habe mir dann die Kenko AF Zwischenringe geholt und auch wenn ich nicht den AF nutze habe ich doch wenigstens eine Belichtungsmessung. Die D200 mit PN-11 habe ich noch nicht ausprobiert.
Gruß Phyto57
 
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solo

Nikon-Clubmitglied
Hallo,

ich habe eine D300, d.h. in Sachen Belichtungsmessung kein Problem mit dem MF-Micro-Nikkor.
Der Deal mit dem PN-11 hat sich leider zerschlagen. Falls Du Deinen also loswerden möchtest, PN genügt... :)
 
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NIK_ON

Unterstützendes Mitglied
Vielen Dank für die Tipps!
Ich habe jetzt die Möglichkeit, einen PN-11, neuwertig, zu erstehen. Daher werde ich mein MF-Micro erstmal behalten und es zusammen mit dem PN-11 nutzen. Die manuelle Scharfstellung hat mich bisher nur bei meinen Versuchen, fliegendes Getier zu fotografieren gestört, aber ansonsten bin ich mit dem Objektiv sehr zufrieden. Die finanzielle Hürde zum aktuellen 105er-Makro oder dem Vorgängermodell ist mir im Moment zu hoch.
PN-11 und das besagte 105er sind eine geniale Kombination, habe ich über Jahre hinweg benutzt und stets gute Ergebnisse erzielt.
Beim aktuellen VR 105er nutze ich momentan den TC2.0EII als "Zwischenring", da Nikon keine ZW dafür entwickelt hat.

Nik
 
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lumopix

Registrierte Benutzer_B - NF-F "proofed"
Den Abbildungsmaßstab kannst du aus dem Auszug bestimmen.

Der Auszug ist 0 bei Einstellung auf Unendlich.
Bei Abbildungsmaßstab 1:1 ist der Auszug gerade so groß wie die Brennweite.
Bei Abbildungsmaßstab 2:1 ist der Auszug doppelt so groß wie die Brennweite.
Bei Abbildungsmaßstab 1:2 ist der Auszug halb so groß wie die Brennweite.
...

Das 105/2.8 fokussiert ohne Zwischenringe bis 1:2, indem es mit dem Fokusring einen Auszug von 52.5mm ermöglicht. Mit dem Zwischenring PN-11 fügst du nochmal 52.5mm hinzu, so daß du damit den Bereich von 1:2 bis 1:1 abdeckst. Der optimale Zwischenring ist also bei diesem Objektiv (und anderen 1:2 Makros) erstmal einer, dessen Länge der halben Brennweite entspricht. Dann deckst du ohne Zwischenring Unendlich bis 1:2 ab, und mit Zwischenring 1:2 bis 1:1. Wenn du noch über 1:1 gehen möchtest, dann benötigst du noch zusätzliche Länge.

Ich hoffe, der Rechenweg ist nachvollziehbar?
naja, so ganz habe ich das ehrlichgesagt noch nicht verstanden.


aus erfahrung weiss ich dass der zwischenring umso dicker sein muss je größer die brennweite, bei gleichem abstand, richtig?

ergo:
teleobjektiv dicker zwischenring
weitwinkel dünner zwischenring

gibt es eine formel oder noch besser, kann mir jemand ein beispiel nennen wie dick ein zwischenring maximal sein darf, wenn ich ihn an einem 28er oder 17er objektiv benutzen möchte und nicht nur 30 cm sondern etwa 10 cm nah ans motiv möchte?

und spricht etwas dagegen an einem (weitwinkel)zoom einen zwischenring zu benutzen? (nein, ich benutze keine G objektive)

danke und viele grüße,
jan
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Eine Formel für den freien Objektabstand könnte es nur äußerst näherungsweise geben. Bei Weitwinkelobjektiven hast du grundsätzlich mit solchen Formeln ein gewisses Problem, weil diese vom vereinfachten Ansatz einer Einzellinse mit der Nennbrennweite ausgehen. Bei einem 100mm Makro Objektiven ohne Innenfokussierung geht das noch einigermaßen, wenn man die Objektivmitte etwa als Lage dieser virtuellen Linse annimmt. Bei kürzer werdender Brennweite werden aber die Abstände immer kleiner, sodass bei lichtstarken Weitwinkelzooms, welche große Außenabmessungen bei kurzen Brennweiten haben, die Schärfenebene mit Zwischenring ziemlich schnell in das Objektiv hinein wandert, soll heissen, du kannst überhaupt nicht mehr scharf stellen.

Mal auf die Schnelle nachgemessen:

Für ein 28mm f/2 Objektiv ist der manuelle Zwischenring K1 aus dem K-Zwischeringsatz für einen Abstand von 10cm ab Frontlinse gerade richtig. Abbildungsmaßstab dabei etwa 1:4 an der FX Kamera, also nicht so berauschend. Extrem starke Bildfeldwölbung und Randunschärfe bei offener Blende bereits im Sucher sichtbar.

Bei der Verwendung mit Zoomobjektiven sollte dir klar sein, dass klassisches Zoomen nicht mehr ist, weil dazu die Dicke des Zwischenringes proportional mitzoomen müsste. Soll heissen, dass sich die Schärfe bzw. der Abstand zum Objekt beim Zoomen stark verlagert. Man fokussiert im Makrobereich ohnehin eher durch Abstandsänderung als durch den Fokussierring. Beim Zoom kommt dann die Brennweiteneinstellung als möglicher Parameter dazu, sprich es wird eine ziemliche Rumkurbelei. Noch dazu, weil auf grund der geringen Schärfentiefe im Makrobereich mit einem kleinen Ruck gleich alles extrem unscharf wird. Wenn dann die Kamera noch meint, per Autofokus mitschrauben zu müssen und vermutlich ziemlich hin und her pumpt, bis sie mal einen Schärfepunkt findet, stelle ich mir das eher kurios vor.
 
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lumopix

Registrierte Benutzer_B - NF-F "proofed"
der dünnste ring ist glaube ich einer mit 8 mm, richtig? also wenn, dann damit oder wäre eine nahlinse wohl die bessere alternative -- evtl auch bei 17mm?

(wobei die bei 77 mm durchmesser nicht gerade günstig sind)
 
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tengris

Sehr aktives Mitglied
Achromatische Vorsatzlinsen wie die Canon 500D oder andere haben 2 bis 3 Linsen und damit eine sehr dicke Fassung. An einer FX Kamera geht da bei 17mm nichts mehr. An DX müsste man es im Einzelfall versuchen. Könnte etwa die Grenze sein. Ich habe eine einlinsige Nahlinse von Heliopan, welche mich mal aus der Wühlkiste angesprungen hat. Bei dieser ist die Fassung sehr flach. Das könnte reichen. Notfalls mit leichtem Beschnitt der Ecken. Einlinsige Nahlinsen sind zwar nicht so der Bringer, bei stärkerer Abblendung könnte man es aber einmal auf einen Versuch ankommen lassen.

P.S.:
Zwischenringe verlängern den Objektivauszug um einen fixen Betrag, deshalb ist die Wirkung brennweitenabhängig. Nahlinsen positionieren den den Unendlichanschlag der Objektiv-Linsen-Kombi auf die Brennweite der Linse, deshalb ist die Wirkung brennweitenunabhängig. Mit der Linse funktioniert also der Zoom auch im Nahbereich als Zoom. Damit sollte sich eigentlich leicht austesten lassen, ab welcher Brennweite eine Linse nicht mehr vignettiert.
 
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