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Du bist unterwegs, die Speicherkarte ist fast voll, morgen steht schon die nächste Fototour an. Und der Laptop? Liegt zu Hause. Eine externe SSD ist zwar dabei, aber wie bekommst du die Fotos von der Speicherkarte dorthin, ohne einen Computer zu benutzen? Genau diese Frage kam schon häufig in unserer Community auf. Und tatsächlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Fotos unterwegs zu kopieren. Ich zeige dir die verschiedenen Möglichkeiten, ihre Grenzen und ein paar Fallstricke, die du kennen solltest.​

Grafische Darstellung einer SD-Karte und einer externen SSD mit der Frage, wie Fotos ohne Laptop gesichert werden können
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Das Smartphone als kleine Kopierstation​

Die einfachste Lösung für viele Fotograf:innen ist das Smartphone. Es übernimmt dabei die Aufgabe, die sonst der Computer erledigt: Es erkennt die angeschlossenen Speichermedien und steuert das Kopieren der Dateien.

Dafür brauchst du:
  • ein Smartphone oder Tablet mit geeigneter USB-Anbindung,
  • einen Kartenleser für deine SD- oder CFexpress-Karten,
  • eine externe SSD mit ausreichend Speicherplatz,
  • einen USB-C-Hub, an den sich Kartenleser und SSD gleichzeitig anschließen lassen.
Praktisch ist ein Hub mit USB-C-Power-Delivery-Anschluss. Darüber kannst du bei Bedarf auch eine Powerbank anschließen, denn nicht jedes Smartphone kann Kartenleser und SSD gleichzeitig zuverlässig mit Strom versorgen. Wichtig ist außerdem, dass der Hub tatsächlich Daten übertragen kann. Ein USB-C-Anschluss allein sagt noch nichts darüber aus, welche Geräte sich verbinden lassen oder wie schnell die Übertragung funktioniert.

SD-Karte auf SSD kopieren: So funktioniert es​

Das Prinzip ist bei Android und iPhone ähnlich: Die Speicherkarte liefert die Dateien, die SSD nimmt sie auf und das Smartphone verwaltet beide Datenträger. Zunächst verbindest du Kartenleser und SSD mit dem Hub, anschließend den Hub mit dem Smartphone. Falls nötig, kommt eine Powerbank dazu.

Anschlussübersicht zur Fotosicherung: SD-Kartenleser und externe SSD sind über einen USB-C-Hub mit dem Smartphone verbunden
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Mit Android​

Bei einem kompatiblen Android-Smartphone kannst du externe USB-Datenträger über eine Dateimanager-App öffnen, z.B. Files by Google oder die Dateiverwaltung des Herstellers. Wenn beide Datenträger erkannt werden, öffnest du den Ordner mit deinen Aufnahmen auf der Speicherkarte. Bei vielen Kameras liegen sie unter DCIM. Nun markierst du die gewünschten Dateien oder Ordner, wählst Kopieren aus und fügst die Daten auf der SSD in einen passenden Zielordner ein. Eine einfache Ordnerstruktur nach Datum und Fototour erleichtert später die Übersicht, z.B. 2026-10-16_Schweinfurt.

Aber Achtung: Nicht alle Android-Geräte unterstützen dieselben USB-Funktionen. Ob zwei externe Datenträger gleichzeitig erkannt werden, hängt von der jeweiligen Kombination aus Smartphone, Hub und Speichermedien ab.

Mit iPhone oder iPad​

Auf einem geeigneten iPhone oder iPad übernimmt die Dateien-App die Verwaltung. Unter Durchsuchen erscheinen die angeschlossenen Datenträger, sofern sie erkannt und unterstützt werden. Von dort kannst du die Aufnahmen auswählen, kopieren und auf der SSD einfügen. Mit USB-C-iPhones ist der Aufbau meist einfacher. Ältere Lightning-Modelle benötigen passende Adapter und sind bei der gleichzeitigen Verbindung mehrerer Geräte sowie der Stromversorgung stärker eingeschränkt.

Auch hier gilt: Beide Datenträger müssen gleichzeitig zugänglich sein. Ob das funktioniert, musst du mit der eigenen Gerätekombination ausprobieren.

Wenn das Kopieren nicht funktioniert​

Meist liegt es nicht an den Dateien, sondern an der Verbindung zwischen den Geräten.

Stromversorgung: SSD und Kartenleser benötigen Energie. Verschwinden Datenträger plötzlich aus der Anzeige der Dateiverwaltung oder werden gar nicht erkannt, kann die Stromversorgung die Ursache sein. Ein Hub mit zusätzlicher Stromversorgung kann helfen.

Dateisystem: Nicht jedes Smartphone kann jedes Speicherformat lesen oder beschreiben. Für den Austausch zwischen verschiedenen Betriebssystemen ist exFAT häufig eine gute Wahl. Das Format unterstützt auch große RAW- und Videodateien. Welche Dateisysteme tatsächlich funktionieren, hängt vom Gerät ab.

USB-Geschwindigkeit: Kartenleser, Hub, Smartphone und SSD bilden gemeinsam die Übertragungskette. Die langsamste Komponente bestimmt, wie schnell kopiert werden kann. Ein schneller Kartenleser nützt wenig, wenn der Hub nur USB-2.0-Geschwindigkeit unterstützt.

Ob das Kopieren funktioniert, probierst du deshalb am besten schon vor der Fototour mit einem Probelauf zu Hause aus. Eine SSD, die an deinem heimischen Computer problemlos funktioniert, muss nicht automatisch auch am Smartphone erkannt werden. Und falls eine SSD neu formatiert werden muss, gehen dabei vorhandene Daten verloren.

Sind wirklich alle Fotos angekommen?​

Ein abgeschlossener Kopiervorgang ist schon einmal ein gutes Zeichen. Ob tatsächlich alle Dateien vollständig übertragen wurden, ist damit aber noch nicht sicher. Eine erste Kontrolle ist einfach: Stimmen die Anzahl der Dateien und die Gesamtgröße der kopierten Ordner überein? Kannst du stichprobenartig einige RAW-Dateien und Videos auf der SSD problemlos öffnen?

Noch zuverlässiger ist ein Vergleich über Prüfsummen, beispielsweise SHA-256. Damit kannst du feststellen, ob Quelldateien und Kopien inhaltlich identisch sind. Die üblichen Smartphone-Dateimanager bieten diese Möglichkeit allerdings nicht unbedingt an.

Deine Originale bleiben deshalb am besten auf der Speicherkarte. Wenn du die Karte direkt nach dem Kopieren formatierst, hast du anschließend wieder nur eine einzige Kopie deiner Aufnahmen. Diesmal zwar auf der SSD und die Karte ist wieder einsatzbereit, aber doppelt gemoppelt hält hier wirklich besser. Ich finde es deshalb wirklich sinnvoll, genügend Speicherkarten mitzunehmen und die zusätzlichen SSD-Kopien jeden Abend anzulegen. So liegen die Fotos auf zwei getrennten Datenträgern. Und wenn du dann noch Karte und SSD getrennt aufbewahrst, ist das Risiko eines gleichzeitigen Verlusts geringer.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt übrigens auch Prof. Dr. Erhardt Barth, Gründer von Excire. In seinem Reise-Workflow ohne Laptop beschreibt er, wie er seine Aufnahmen unterwegs zusätzlich auf eine SSD kopiert und die Originale bis zur Rückkehr auf den Speicherkarten behält.

Geht es auch ganz ohne Smartphone?​

Ja, es gibt spezielle Backup-Geräte, die Speicherkarten selbstständig auf einen eingebauten oder angeschlossenen Datenträger kopieren können. Allerdings ist die Auswahl inzwischen nun ja… überschaubar.

Ältere Lösungen wie GNARBOX oder bestimmte mobile Fotospeicher werden zum großen Teil nicht mehr hergestellt oder sind bestenfalls nur noch gebraucht erhältlich. Bei solchen Geräten können außerdem die Softwareunterstützung und Ersatzteilversorgung zum Problem werden. Daneben gibt es kompakte Daten-Hubs, die Kartenleser und SSD kombinieren. SmallRig bietet z.B. solche Lösungen für mobile Foto-Workflows an. Eine davon hatte ich hier schon einmal vorgestellt.

Aber Achtung: schau dir die Funktionen genau an! Ein Hub mit Kartenleser und SSD ist noch kein eigenständiges Backup-Gerät. Viele dieser Produkte benötigen weiterhin ein Smartphone oder einen Computer, der den Kopiervorgang steuert. Wichtig ist hier weniger, wie viele Anschlüsse ein Gerät mitbringt, sondern ob es tatsächlich ohne weitere Technik arbeiten kann.

Welche Lösung passt zu welcher Fototour?​

Für einen Tagesausflug mit überschaubaren Datenmengen reichen meist genügend (zusätzliche) Speicherkarten. Das spart Kabelgedöns, Adapter und weitere Geräte. Auf längeren Reisen wird eine SSD als zusätzliche Sicherung interessant. Ein Smartphone mit Kartenleser und USB-C-Hub ist dabei eine vergleichsweise kompakte Lösung, sofern die Geräte zuverlässig zusammenarbeiten.

Bei großen RAW-Serien oder umfangreichen Videoaufnahmen werden Übertragungsgeschwindigkeit und Kopierkontrolle wichtiger. Wenn du regelmäßig große Datenmengen sichern möchtest, hast du natürlich andere Anforderungen als jemand, der am Abend ein paar Dutzend Fotos kopiert.

Auch in unserer Community-Diskussion zur Datensicherung ohne Laptop werden unterschiedliche Wege beschrieben. Einige Mitglieder setzen auf ausreichend viele Speicherkarten, andere bevorzugen die zusätzliche Kopie auf einer SSD. Außerdem findest du dort konkrete Erfahrungen mit Smartphone-Hub-Kombinationen.

Weitere Möglichkeiten, Aufnahmen schon während oder unmittelbar nach einem Shooting zu sichern, habe ich in unserem Ratgeber Tipps zur Datensicherung während eines Fotoshootings zusammengestellt.

Fazit​

Für die Übertragung von SD- oder CFexpress-Karten auf eine externe SSD brauchst du nicht unbedingt einen Laptop. Ein geeignetes Smartphone oder Tablet kann zusammen mit Kartenleser und USB-C-Hub die Aufgabe übernehmen. Entscheidend ist, dass die Geräte zuverlässig zusammenarbeiten. Deshalb ist ein Probelauf mit der eigenen Ausrüstung hilfreicher als jede theoretische Geschwindigkeitsangabe. Und wenn die Fotos auf der SSD angekommen sind, bleiben die Originale idealerweise trotzdem auf den Speicherkarten. So wird aus dem Kopieren tatsächlich eine zusätzliche Sicherung.
 
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