Ich halte Nikons D90 für eine exzellente Kamera. Ich fotografiere sehr gerne mit ihr. Für die D90 ist ja nach wie vor kein Nachfolger in Sicht, woraus sich schließen lässt, dass sie von Nikon als noch immer aktuelle Mittelklasse-DSLR betrachtet wird. Man sollte annehmen, dass das für einen Foto-Amateur wie mich mehr als ausreichend ist. Dennoch ist es so, dass die Bild-Resultate in ihrer Wirkung nur in seltenen Fällen so werden, wie ich mir das wünsche, und wenn, dann meist nur nach ausgiebiger Nachbearbeitung.
Dieser Umstand also hat dazu geführt, dass ich seit einigen Wochen Besitzer einer Fuji S5 bin - einer Kamera von vorgestern, ein Exemplar einer bereits ausgestorbenen Spezies sozusagen. Die Frage war natürlich, ob ich damit nun zufriedener bin. Für diejenigen, die's interessiert, fasse ich hier meine ersten Eindrücke zusammen:
- Die Auflösung der S5 ist geringer. Das kann ich bestätigen, und muss es gleich wieder relativieren. Wenn man die S5 12MP-Bilder machen lässt, sind in der 100%-Ansicht die Details der D90 sauberer gezeichnet, feine Linien und Konturen wirken weniger ausgefranst. Dennoch habe ich festgestellt, dass die D90 kein MEHR an Details liefert. Ich kann nicht erklären, warum es so ist, aber es ist so. (Ja, sicher gibt es noch bessere Objektive als meine, aber es sind immerhin ein paar anständige Festbrennweiten darunter, und ich dachte bisher, dass z.B. mein Sigma 70/2.8 bereits an die Grenzen der Auflösung des 12MP-Sensors stößt.)
Ganz anders sieht es aus, wenn man die 6MP-Files der S5 betrachtet, und in dem Zusammenhang sei erwähnt, wie gering in Wirklichkeit der Größen-Unterschied zwischen einem 6MP- und einem 12MP-Bild ist, wenn man beide in voller Größe geöffnet hat!
- Viel wichtiger als die Anzahl der Pixel sind mir, gerade bei meinen Porträts, die Farben, das war ja schließlich meine Kritik bei der D90. Und in dem Punkt - Auslaufmodell hin oder her - ist die S5 einfach um LÄNGEN besser. Wo die Nikon zu gelblichen bzw. grauen Hauttönen tendiert, trifft die S5 die Farben fast immer auf Anhieb. Ein ganz leichter Rotstich ist manchmal bemerkbar, der mich aber nicht wirklich stört, und der außerdem leicht zu entfernen ist.
- Der Weißabgleich bei der S5 FUNKTIONIERT einfach. Vielleicht nicht immer absolut perfekt, aber im Vergleich zur D90 trifft er das Farbspektrum mit traumwandlerischer Sicherheit. Ich habe in meiner Wohnung bei Kunstlicht geknipst, und das Birkenfurnier meiner Bücherregale sieht wirklich wie Birke aus, und Buche wie Buche, während bei der Nikon alles irgendwie einen ungesunden und unnatürlichen Farbstich hat, der meist sehr ins Gelbliche tendiert.
Das Problem dabei ist, dass man diese Farbstiche, besonders bei Hauttönen, auch in der Nachbearbeitung nicht wegbekommt - oder vielleicht sollte ich fairerweise sagen, ICH kriege diese Farbstiche nicht weg. Ich muss aber auch sagen, ich habe immer weniger Lust, mich mit jedem Bild stundenlang an den Computer zu setzen, vor allem, seit ich gesehen habe, was für Resultate die S5 (in JPG!) bereits von vorneherein liefert.
- Das Arbeiten mit RAW-Dateien ist bei der S5 sehr mühsam. Die mitgelieferte Software liefert zwar gute Ergebnisse, aber in einem quälend langsamen Tempo, und, anders als bei Nikon, unterscheiden sich die Resultate dabei von den JPGs fast nicht, oder nur in Ausnahme-Situationen. Dieser Punkt - dass die Fuji "out of camera" praktisch perfekte JPGs liefert - ist meiner Ansicht ein enormes Plus, zumindest für diejenigen, die lieber Bilder machen als nächtelang am Computer zu tüfteln.
- Tempo: man liest ständig, dass die S5 "schnarchlangsam" (ein unsinniges Modewort in Fotografie-Foren) sei. Das stimmt allenfalls, wenn man die Serienbildgeschwindigkeit meint. Ich fotografiere keine sportlichen Ereignisse, wo das eine Rolle spielen mag, und abgesehen davon finde ich es eher peinlich, wenn ein Fotograf nach Art eines Maschinenpistolen-Schützen drauflos ballert, in der Hoffnung, dass schon ein Treffer dabei sein wird. Mit der S5 fotografiert man hingegen wie ein Scharfschütze: beobachten, warten auf den richtigen Moment, und DANN abdrücken! Im Fokussieren und Auslösen ist die S5 nämlich genau so flott wie jede andere zeitgemäße DSLR.
Insgesamt lässt es sich für mich so zusammenfassen: die D90 ist kleiner, leichter, eleganter zu handhaben, schneller und vielseitiger. Mit der S5 fotografiert man anders, konzentrierter, bedachter. Die S5 ist klobiger, umständlicher zu bedienen, dafür allerdings mit professionellen Features. Und sie macht ganz einfach die besseren Fotos. Anders ausgedrückt: Ich FOTOGRAFIERE lieber mit der D90, aber ich ZEIGE lieber die Bilder von der S5
Abschließend: Ich glaube, es versteht sich von selber, dass alles, was ich hier gesagt habe, ausschließlich meine subjektive Meinung ist.
Viele Grüße, G.
NACHWORT: seit ein paar Tagen habe ich auch mit einer Sigma DP2 fotografiert. Dazu nur soviel: trotz der allseits bekannten Schwächen, und trotz der putzigen Abmessungen halte ich das für einen ernstzunehmenden und innerhalb seiner Grenzen eigentlich professionellen fotografischen Apparat. Interessant dabei finde ich, WIE viel Detailzeichnung die Bilder bei nur 4,6MP aufweisen, und WIE realitätsnah die Bilder wirken. Die knalligen Farben, die man oft sieht, sind etwas, wozu die Sigma-Software verleitet, was sich aber ebenso leicht auch vermeiden lässt. In Wahrheit finde ich die Farbgenauigkeit, ebenso wie bei der Fuji, sehr hoch.
Dieser Umstand also hat dazu geführt, dass ich seit einigen Wochen Besitzer einer Fuji S5 bin - einer Kamera von vorgestern, ein Exemplar einer bereits ausgestorbenen Spezies sozusagen. Die Frage war natürlich, ob ich damit nun zufriedener bin. Für diejenigen, die's interessiert, fasse ich hier meine ersten Eindrücke zusammen:
- Die Auflösung der S5 ist geringer. Das kann ich bestätigen, und muss es gleich wieder relativieren. Wenn man die S5 12MP-Bilder machen lässt, sind in der 100%-Ansicht die Details der D90 sauberer gezeichnet, feine Linien und Konturen wirken weniger ausgefranst. Dennoch habe ich festgestellt, dass die D90 kein MEHR an Details liefert. Ich kann nicht erklären, warum es so ist, aber es ist so. (Ja, sicher gibt es noch bessere Objektive als meine, aber es sind immerhin ein paar anständige Festbrennweiten darunter, und ich dachte bisher, dass z.B. mein Sigma 70/2.8 bereits an die Grenzen der Auflösung des 12MP-Sensors stößt.)
Ganz anders sieht es aus, wenn man die 6MP-Files der S5 betrachtet, und in dem Zusammenhang sei erwähnt, wie gering in Wirklichkeit der Größen-Unterschied zwischen einem 6MP- und einem 12MP-Bild ist, wenn man beide in voller Größe geöffnet hat!
- Viel wichtiger als die Anzahl der Pixel sind mir, gerade bei meinen Porträts, die Farben, das war ja schließlich meine Kritik bei der D90. Und in dem Punkt - Auslaufmodell hin oder her - ist die S5 einfach um LÄNGEN besser. Wo die Nikon zu gelblichen bzw. grauen Hauttönen tendiert, trifft die S5 die Farben fast immer auf Anhieb. Ein ganz leichter Rotstich ist manchmal bemerkbar, der mich aber nicht wirklich stört, und der außerdem leicht zu entfernen ist.
- Der Weißabgleich bei der S5 FUNKTIONIERT einfach. Vielleicht nicht immer absolut perfekt, aber im Vergleich zur D90 trifft er das Farbspektrum mit traumwandlerischer Sicherheit. Ich habe in meiner Wohnung bei Kunstlicht geknipst, und das Birkenfurnier meiner Bücherregale sieht wirklich wie Birke aus, und Buche wie Buche, während bei der Nikon alles irgendwie einen ungesunden und unnatürlichen Farbstich hat, der meist sehr ins Gelbliche tendiert.
Das Problem dabei ist, dass man diese Farbstiche, besonders bei Hauttönen, auch in der Nachbearbeitung nicht wegbekommt - oder vielleicht sollte ich fairerweise sagen, ICH kriege diese Farbstiche nicht weg. Ich muss aber auch sagen, ich habe immer weniger Lust, mich mit jedem Bild stundenlang an den Computer zu setzen, vor allem, seit ich gesehen habe, was für Resultate die S5 (in JPG!) bereits von vorneherein liefert.
- Das Arbeiten mit RAW-Dateien ist bei der S5 sehr mühsam. Die mitgelieferte Software liefert zwar gute Ergebnisse, aber in einem quälend langsamen Tempo, und, anders als bei Nikon, unterscheiden sich die Resultate dabei von den JPGs fast nicht, oder nur in Ausnahme-Situationen. Dieser Punkt - dass die Fuji "out of camera" praktisch perfekte JPGs liefert - ist meiner Ansicht ein enormes Plus, zumindest für diejenigen, die lieber Bilder machen als nächtelang am Computer zu tüfteln.
- Tempo: man liest ständig, dass die S5 "schnarchlangsam" (ein unsinniges Modewort in Fotografie-Foren) sei. Das stimmt allenfalls, wenn man die Serienbildgeschwindigkeit meint. Ich fotografiere keine sportlichen Ereignisse, wo das eine Rolle spielen mag, und abgesehen davon finde ich es eher peinlich, wenn ein Fotograf nach Art eines Maschinenpistolen-Schützen drauflos ballert, in der Hoffnung, dass schon ein Treffer dabei sein wird. Mit der S5 fotografiert man hingegen wie ein Scharfschütze: beobachten, warten auf den richtigen Moment, und DANN abdrücken! Im Fokussieren und Auslösen ist die S5 nämlich genau so flott wie jede andere zeitgemäße DSLR.
Insgesamt lässt es sich für mich so zusammenfassen: die D90 ist kleiner, leichter, eleganter zu handhaben, schneller und vielseitiger. Mit der S5 fotografiert man anders, konzentrierter, bedachter. Die S5 ist klobiger, umständlicher zu bedienen, dafür allerdings mit professionellen Features. Und sie macht ganz einfach die besseren Fotos. Anders ausgedrückt: Ich FOTOGRAFIERE lieber mit der D90, aber ich ZEIGE lieber die Bilder von der S5
Abschließend: Ich glaube, es versteht sich von selber, dass alles, was ich hier gesagt habe, ausschließlich meine subjektive Meinung ist.
Viele Grüße, G.
NACHWORT: seit ein paar Tagen habe ich auch mit einer Sigma DP2 fotografiert. Dazu nur soviel: trotz der allseits bekannten Schwächen, und trotz der putzigen Abmessungen halte ich das für einen ernstzunehmenden und innerhalb seiner Grenzen eigentlich professionellen fotografischen Apparat. Interessant dabei finde ich, WIE viel Detailzeichnung die Bilder bei nur 4,6MP aufweisen, und WIE realitätsnah die Bilder wirken. Die knalligen Farben, die man oft sieht, sind etwas, wozu die Sigma-Software verleitet, was sich aber ebenso leicht auch vermeiden lässt. In Wahrheit finde ich die Farbgenauigkeit, ebenso wie bei der Fuji, sehr hoch.
:up:. 