Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

Stefan L.

NF-F Premium Mitglied
Premium
Registriert
... sind Frau Schnief und ich gemeinsam durchs Leben gegangen. Den Namen gab ich ihr, da sie fast schon nach ein paar Lebenswochen an einem Schnupfen zugrunde gegangen wäre. Doch irgendwie schafften wir es doch zu überleben, wenn auch die vielen Medikamente die noch jungen Organe massiv geschädigt hatten.

Manchmal hätte ich sie an die Wand klatschen können, wenn sie mal wieder mit ihrer Milchtreterei eine neue Hose oder T-Shirt binnen Minuten zerstört hatte. Auf Dauer konnte ich ihr aber nie böse sein, sie war unsere größte Schmusekatze und auch als wir unser Haus kauften und alle anderen weite Freigänge unternahmen blieb sie immer in unserer Nähe.

Einen neuerlichen Schnupfen vorletzte Woche konnten wir noch halbwegs auskurieren, aber diese Woche begann sie angewidert von den Freßnäpfen wegzulaufen und behielt auch nach einer Zwangsfütterung kaum noch was bei sich. Ein relativ starkes Indiz für ein Nierenversagen, das dann heute beim Tierarzt auch durch ein Blutbild belegt wurde.

So war das letzte was ich noch tun konnte sie auf ihrem letzten Weg im Arm zu halten.

Mach es gut Schniefchen und Danke für alles

picture.php
 
Anzeigen
Lieber Stefan

Ja, das sind sie sie, diese Tiere. Sie begleiten, man baut eine Beziehung auf und irgendwann bemerkt man, dass es eigentlich eine tiefe Freundschaft ist. Ein Wegbegleiter, durch dick und dünn, durch Höhen und Tiefen. Und sie sind immer da, immer, in welchem Zustand man selbst auch immer ist.

14 Jahr sind lang, lässt Zeit für solche Beziehungen, bedingt aber auch, dass man all dies zulässt...

Liebe Frau Schnief: Ihnen wünsche ich eine gute Reise. Dir lieber Stefan ein erfülltes Abschiednehmen ...
 
Kommentar
Schlimm!

Solche Ereignisse erinnern mich immer wieder daran, dass unsere beiden Mädels, so sehr sie auch Teil der Familie sind und sich tief in unser Herz gebohrt haben, ein kurzes Leben haben und wir ihre Anwesenheit, von der Geburt bis zum Tod, im Zeitraffer erleben.

Oft wünscht man sich sie sollen älter werden als wir, damit wir den Schmerz nicht fühlen müssen, wenn sie gehen.

Da bekommt der Satz,
"Krämt euch nicht, dass sie gehen, sondern freut euch, dass sie da waren."
... einen Sinn.

Alles Gute!
 
Kommentar
Gut vor allen Dingen, dass Du sie hast den letzten Weg nicht alleine gehen lassen - es unsere Pflicht - auch wenn sie schwer fällt - und Schuldigkeit für die Jahre an Zuneigung, die wir bekommen haben.
 
Kommentar
Das tut mir sehr leid für Dich :-(

Eine schöne Katze war Dein Schnief, gut dass Du ihr beim letzten Gang zur Seite standest.

Alles Gute für Dich und eine gute Reise für Schnief...

LG Goody
 
Kommentar
Solche Abschiede tun weh - wir hatten immer mehrere Katzen, sie hatten stets alle Freiheiten. Ich liebe Katzen, kann mir keine Leben ohne die Fellknäuel vorstellen. Unsere sind dauernd um uns, verteidigen sogar die Kinder...unglaublich, was man so alles erlebt.

Sie hatte ein schönes Leben bei Euch. Erinnerungen bleiben.
LG
Martin
 
Kommentar
Es tut mir leid, dass eure gemeinsame Zeit nun vorbei ist :frown1:
Gute Reise Frau Schnief - komm gut drüben an!
 
Kommentar
Vielen Dank für Eure Worte und Gedanken :up:

Frau Schnief war nicht die erste Katze, die wir beerdigen mußten und es wird nicht die letzte sein, wir haben aktuell noch sieben, aber dennoch war es diesmal besonders einschneidend. Als meine Frau und ich uns kennenlernten hatte ich Frau Schnief und ihre Schwester Purzel gerade 1/2 Jahr. Es waren meine ersten eigenen Haustiere und hatten eine gewisse "Mitschuld" das wir nun fast 13 Jahre verheiratet sind, denn meine Frau hatte zu der Zeit zwei Kater und "Katzenmenschen" verstehen sich normalerweise gut. Wir haben den vieren anfänglich auch einiges zugemutet, denn sie mußten im wöchentlichen Wechsel jedes WE gesamt 800km Autofahren, was die Jungs durch eindringlichen Singsang und meine Mädels deutlich riechbar auf der ganzen Strecke ablehnten.

Erst als wir unser Haus gefunden hatten pendelte nur noch ich und die Jungs und Mädels blieben die Woche über bei meiner Frau. Nun war Rudi, der ältere der beiden Kater, an den ich gestern viel denken mußte gesundheitlich angeschlagen. Schilddrüsenkrebs lautete die Diagnose, aber Simone wollte das nicht akzeptieren und fand an der Uni in Giessen eine spezielle Chemotherapie. Die war zwar noch in der Erprobung, aber wir entschlossen uns den Versuch zu wagen und so fuhr sie monatelang 2x pro Woche die 200km, manchmal mußte er auch ein paar Tage stationär bleiben. Am Ende der Behandlung waren die Schilddrüsenwerte für einen 13 jährigen Kater durchaus passabel und wir waren für eine kurze Zeit glücklich. Leider hatte diese Behandlung nicht nur den Krebs besiegt, sondern auch die alten Organe angegriffen und Rudis Nierenwerte (die ist bei Katzen besonders anfällig) fielen und fielen.

Nun ist der Mensch oftmals ein großer Egoist, meine Frau wollte ihren Erstlingskater nicht gehen lassen. Wir flössten ihm Wasser ein, fütterten ihn mit der Spritze und trugen ihn zum Schluß nur noch durch die Wohnung, da er sich nur noch mit den Vorderbeinen bewegen konnte. Irgendwann fuhren wir dann in die Tierklinik und dort erklärte man uns, das man es noch zwei Tage lang mit einem speziellen Nierentropf versuchen könne die Niere wieder ans Arbeiten zu bekommen. Simone ergriff diesen Strohhalm, aber vergeblich nach den zwei Tagen sahen wir in dem Klinik-Käfig ein in Schläuche gewickeltes Etwas, das uns glaube ich gar nicht mehr erkannte. Nun war der Zeitpunkt allerspätestens gekommen und meine Frau stimmte zu, schaffte es aber nicht dabei zu sein, so blieb auch ich mit ihr im Warteraum, bis uns ein in OP-Tücher gewickeltes Bündel übergeben wurde.

Es mag sich komisch anhören, aber ich grämte mich wochenlang, das ich den Kater, den ich nichtmal sonderlich mochte, im Stich gelassen hatte. Nie wieder würde ich eines unserer Tiere seine letzte Reise allein antreten lassen, sofern ich die Möglichkeit dazu hätte. Meine Frau zog noch eine andere Lehre und begann eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin. Wir beide wollten in Zukunft aber nicht mehr aus falsch verstandener Tierliebe Leiden unnötig verlängern. Wir hatten Rudis Leben um vielleicht 1/2 Jahr verlängert, aber war das für ihn wirklich noch ein Leben, oder nur noch schmerzhafte Quälerei?

Wenn man ein Tier bei sich aufnimmt hat man nicht nur die Verantwortung für das Leben, sondern auch für den Tod und oft auch für die Herbeiführung desselben. Vermeiden liesse sich das wohl nur, wenn man sich mit 80 noch ein paar Landschildkröten zulegen würde und auch das wäre wieder egoistisch, denn was wird nach dem eigenen Tod aus den Tieren?

Als die Zeit von Jupp, Simones zweitem Kater, abgelaufen war setzten wir beide unsere Pläne um. Sie checkte regelmäßig die Blutbilder und den Kater und machte den Termin beim Tierarzt, ich blieb bis zum allerletzten Herzschlag bei ihm.

Auch wenn wir zwischenzeitlich noch zwei Katzen durch Autos verloren hatten, also "Routine" herrschen sollte, war es gestern am Schlimmsten. Letzte Woche war sie zwar etwas schlapp vom Schnupfen aber sonst so normal und schmusig wie immer und nun sollte alles vorbei sein? Meine nächsten Monat 14 werdende Erstlingskatze sollte das Ende ihrer Zeitspanne schon erreicht haben? Ich hoffte, daß sich im Blutbild etwas infektiöses finden würde, ein paar Antibiotika spritzen und schon wäre sie wieder fit. Doch das Blutbild wies Nierenwerte unterhalb der Nachweisgrenze auf, die Tierärztin schlug dann einen Nierentropf vor, sagte aber auch, daß dies in Schniefchens Alter eher selten funktioniert. Ich suchte die Augen meiner Frau, die inzwischen die Tierheilpraxis und Physiotherapie zu ihrem Hauptberuf gemacht hatte und mit der Ärztin das Blutbild anschaute. Sie sah meinen fragenden, wenn nicht flehenden Blick, schüttelte aber den Kopf.

Die Tierärztin ließ uns allein, damit wir uns beraten könnten, aber was gab es noch zu beraten? Das Blutbild war eindeutig und letzte Woche hatte sie kaum noch Simones Nähe gesucht, sondern war meist in enge Ecken gekrochen oder hatte sich draussen unter Büschen versteckt. Katzen spüren oft sehr genau, wenn das Ende naht. Nicht nocheinmal sollte eines unserer Tiere seine letzten Stunden in so einem engen Klinik-Käfig erleben müssen. Schnief war meine Katze und es lag an mir eine der schwersten, wenn nicht gar die schwerste Entscheidung in fast 50 Lebensjahren treffen zu müssen.

Und so hielt ich Rotz und Wasser heulend meine -wie immer wohlig schnurrende- Schniefkatze im Arm, als meine Frau losging die Tierärztin zu holen ...
 
Kommentar
Auch wenn es der normale Weg des Lebens bis hin zum Tod ist, es tut einfach weh und macht unendlich traurig.

Gute Reise über die Regenbogenbrücke, Tigerkatze!
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten