Die Fahrzeuge
Im Sommer 1975 besuchten wir nach zweijähriger Abwesenheit wieder unser Heimatland. Der VW 412 wie auch der Zeltanhänger wurden im Iran verkauft und es ging mit Bahn, Flugzeug und Schiff über die Sowjetunion (heute: Armenien, Georgien, Russland) und Finnland nach Deutschland. Dort kauften meine Eltern ein neues Auto und einen neuen Faltwohnwagen. Die Wahl des geeigneten Autos war nicht schwer: Mittlerweile galt die Gurtpflicht, außerdem waren wir vier Kinder gewachsen und so war es keine Option mehr, zu viert auf der Rückbank eines Familienkombis Platz zu nehmen. Ein Kleinbus kam nicht in Frage, denn für die Nacht hätten wir sowieso noch einen Anhänger mit Schlafmöglichkeit benötigt. Es gab damals kaum Auswahl an PKW mit mindestens sechs Sitzplätzen. Es gab den Citroen CX Break und den Peugeot 504 Familiale, jeweils mit drei Sitzreihen. Der Citroen mit seiner weichen Federung wäre sicher sehr ungeeignet gewesen für die iranischen Straßen der 70er Jahre, der hochbeinige Peugeot dafür umso mehr. Außerdem waren Peugeots schon damals sehr verbreitet im Iran. Ein Umstand, der uns auch bei der Fahrt 1976 zugute kam. Im August 1975 fuhren wir also mit dem neuen Auto und dem neuen Zeltanhänger wieder zurück. Es ging damals nach Triest, dann schloss sich eine Kreuzfahrt auf einem Kombifrachter bis Izmir an, anschließend ging es auf dem Landweg weiter nach Tehran. Wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich auch diese große Rundreise aufarbeiten ..... es gibt viele Fotos .....
Die Nouruz-Fahrt 1976 war also die zweite größere Reise mit diesen neuen Gefährten.
Keiner von uns kann erklären, warum wir damals ein Freiburger Kennzeichen hatten .....
Die Reiseroute
Üblicherweise stelle ich die gefahrene Strecke einfach in Google Maps dar, das ist am einfachsten ..... Nicht so in diesem Fall: Google Maps verzeichnet auf großen Teilen der gefahrenen Strecke schlicht und einfach keine Straßen. Also fotografiere ich den Kartenausschnitt ab, den mein Vater nach der Reise für das Fotoalbum anfertigte.
Um das Ganze in den Kontext Iran einzuordnen:
Man sieht, wir fuhren am Südrand der Wüste Dasht-e Kavir nach Osten, dann nahe der Wüste Dasht-e Luft in die Großstadt Kerman wo wir wieder Asphalt erreichten. Beide Wüsten sind lebensfeindlich und völlig unbewohnt. Die Dasht-e Kavir ist eine Salzwüste, in der Lut wurden angeblich die höchsten Temperaturen weltweit gemessen.
78,2 Grad Celsius. Eine GEO-Expedition misst in der iranischen Wüste Lut die höchste je registrierte Temperatur der Erdoberfläche. Wie können Tiere und Pflanzen in dieser Hitze überleben? Die Antwort wirft neues Licht auf die Anpassungskunst der Natur
Mitten in diese Wüsten hinein wäre nicht wirklich etwas für einen Familienurlaub, schon gar nicht mit diesen Fahrzeugen. Es wurde auch so abenteuerlich genug. Der Rückweg ab Kerman nach Tehran war uns schon gut bekannt.