Es geht immer(!) billiger...

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@Stefan Lenz
Vmtl. hast Du noch nie ein 10-jähriges Kind bis zu den Knien in Öl und Spänen stehend an einer pakistanischen Drehbank gesehen, sonst würdest Du sowas nicht absondern.

Was ich da 'abgesondert' habe, entsprang nicht meinem Hirn, sondern den Schilderungen von HIER lebenden Betroffenen. Ob die sich nun angesichts ihrer wirtschaftlichen Lage mit pakistanischen Kindersklaven messen sollten, kannst du denen ja mal persönlich vorschlagen. Als ausbeutender Arbeitgeber fände ich an pakistanischen Arbeitsverhältnissen gemessene Bedingungen und Löhne natürlich klasse. Aber zum Glück für uns alle, sind nicht einmal die Arbeitgebervertreter bei Tarifverhandlungen so borniert derlei Maßstäbe anzulegen.

@Stefan Lenz
Das was hier in unserer 100% Vollkasko-Mentalität als "unwürdig" gilt würden 99% der übrigen arbeitenden Bevölkerung im Rest der Welt als Segen empfinden.

Da hast du durchaus recht! Aber soetwas kann man bei uns doch nicht ernsthaft zum Maßstab hießiger Arbeitsbedingungen/Löhne machen. Wo kommen wir denn da hin? Oder wärest du bereit, deine Entlohn am Einkommen eines pakistanischen Kollegen bemessen zu lassen? Ich schätze mal nein, denn zum Existieren in unseren Regionen benötigst du dann doch ein paar Rupien mehr...

@Stefan Lenz
Ach ja, ich hab übrigens vor 15 Jahren für meine Vorstudiums-Praktika auch nicht einen müden Pfennig gesehen, hätte ich auch nicht erwartet, ich war froh die Plätze überhaupt zu bekommen.

Sag ich doch. Und wenn du dort zumindest den Praktikumsrichtlinien entsprechend angeleitet wurdest, dann ist das ja auch soweit OK. Wenn du aber auch nur eine 0,- Euro Produktionskraft warst, dann finde ich das einfach nur verwerflich.


Gruß,
knipsy
 
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Als ausbeutender Arbeitgeber fände ich an pakistanischen Arbeitsverhältnissen gemessene Bedingungen und Löhne natürlich klasse. Aber zum Glück für uns alle, sind nicht einmal die Arbeitgebervertreter bei Tarifverhandlungen so borniert derlei Maßstäbe anzulegen.

Als ausbeutender Arbeitgeber, der ich nunmal bin, mal so als kleiner Gedankenanstoß: Ist Dir schonmal eine Kausalität aufgefallen zwischen Lohnerhöhungen, Massenentlassungen bei Großbetrieben und "Seitenwechseln" bei Gewerkschaftern?

Mein Vater war lang im Vorstand und der Tarifkommission von Nord-Metall, ich weiß wovon ich rede, Tarifrunden in D haben nichts, aber auch rein gar nichts mit gesamtwirtschaftlicher Realität zu tun.

Oder wärest du bereit, deine Entlohn am Einkommen eines pakistanischen Kollegen bemessen zu lassen? Ich schätze mal nein, denn zum Existieren in unseren Regionen benötigst du dann doch ein paar Rupien mehr...

... und schon schließt sich der Kreis. Meine Kunden geben einen Sch... ob und wie ich meine Leute bezahle, die kennen und wollen die Preise der Pakistani und hier werden immer wieder die billigsten Preise gesucht, auf dem Rücken der Fachhändler.

Wenn ein Foto-Fachhändler schliessen muß und ein paar Angestellte entläßt ist er unfähig und hatte Pech. Wenn ein Unternehmer Leute entläßt und irgendwo anders welche einstellt, um billiger zu produzieren ist das natürlich zutiefst verwerflich.
 
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@Stefan Lenz
Als ausbeutender Arbeitgeber, der ich nunmal bin, mal so als kleiner Gedankenanstoß: Ist Dir schonmal eine Kausalität aufgefallen zwischen Lohnerhöhungen, Massenentlassungen bei Großbetrieben und "Seitenwechseln" bei Gewerkschaftern?

Und ist dir schon einmal eine Kausalität zwischen Lohndumping und Konsumverzicht aufgefallen?

@Stefan Lenz
... und schon schließt sich der Kreis. Meine Kunden geben einen Sch... ob und wie ich meine Leute bezahle, die kennen und wollen die Preise der Pakistani und hier werden immer wieder die billigsten Preise gesucht, auf dem Rücken der Fachhändler.

Und? Wie sieht die Lösung aus? Pakistanische Preise = pakistanische Löhne = pakistanische Mieten = pakistanische ...? Wer sich bei uns als Leiharbeiter durchschlagen muss, kann sich die von dir angebotenen Waren (du bist Fotofachhändler?) eh schon nicht mehr leisten. Diese Konsumenten dürften für Händler von hochpreisigen Artikeln völlig weggebrochen sein. Und wie es ausschaut, werden das auch immer mehr werden. Schlecht bezahlte Arbeitnehmer, die gerade mal so über den Monat kommen, haben andere Sorgen und fallen als Konsumenten solcher Güter weg. Da beißt sich die Katze dann in den Schwanz. Ansonsten gibts dann noch die Konsumenten, die genug Schotter haben und jene, die Geiz tatsächlich schon RICHTIG geil finden. Und eben auch die, die geizen MÜSSEN, um sich ihr 'Traumteil' leisten zu können.
Aber wie gesagt, das ist hier kein Politik/Wirtschaftsforum und wir könnten das hier sicherlich seitenlang weiterführen und uns letztlich doch nur im Kreise drehen. Oder hast du tatsächlich eine Lösung parat?

Ach ja, um auch das abschließend noch klar zu stellen: Arbeitgeber halte ich idR NICHT für Ausbeuter. Ausnahmen bestätigen aber leider zunehmend die Regel :(


Gruß,
knipsy
 
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Wer sich im Wettbewerb nur behaupten kann, wenn er Sklavenlöhne zahlt, hat im Wirtschaftsgeschehen nichts verloren.
Ebensowenig der, der das Überangebot von Arbeitskräften und der Zwang aus der Hartz IV-Gesetzgebung schlichtweg ausnutzt, Sklavenlöhne zahlen zu können.
Wenn der Markt ausgelutscht ist, dann ist er dicht

Neben mir im Restaurant saßen vor nicht all zu langer Zeit am Nebentisch 2 gut situierte Wirtschaftsprüfer, die sich sehr erfreut darüber unterhielten, dass sie nunmehr für einen fertigen Betriebswirt nur noch einen Praktikantenlohn von 500,- € statt wie früher 3.000,- € /Monat zu zahlen brauchten. Da war dann der Porsche für das Frauchen natürlich drin.

Man nehme die Luxus-Hotels und die Kreuzfahrtreisen, die von sehr betuchter Kundschaft und entsprechend hohen Preisen leben. Und die Mitarbeiter verdienen dort auch keinen Cent mehr als anderswo. Hauptsache die eigene Brut kann sich mit Champus in St. Moritz gegenseitig abduschen oder regelmäßig nach New York zum shoppen fliegen.

Gier ist geil !
Justin
 
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OK, ich bin raus und mache mir im stillen Kämmerlein Gedanken wie ich mein Unternehmen aus dem Wirtschaftsgeschehen bekomme...



... selten so einen Blödsinn gelesen
 
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