„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich
Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffverständnis von Sport."
[1]
Dieses Zitat verdeutlicht, dass die hinter dem Begriff Sport liegenden Bedeutungszuweisungen ganz wesentlich durch den umgangssprachlichen Gebrauch und den Kontext geprägt sind, in dem der Begriff Sport verwendet wird.
[2][3] Für den
Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) steht beispielsweise die
motorische Aktivität im Vordergrund. Denkspiele, die
Dressur von Tieren, sowie
Motorsport ohne Einbeziehung motorischer Aktivitäten entspricht daher nicht dem Sport-Verständnis des DOSB
[4]. Dennoch hat der DOSB
Schach als Sportart anerkannt; das
Internationale Olympisches Komitee (IOC) sogar Schach und
Bridge.
Umgangssprachlich wird mit Sport häufig
Wettkampf und
Leistung assoziiert, was sich nicht nur in Begriffen wie
Denksport,
Gedächtnissport oder
e-Sport manifestiert, sondern auch im Anspruch verschiedener Verbände reflektiert wird, vom IOC als
Sportart anerkannt zu werden.
Für die Geschichte des Sports ist bedeutend, dass er ursprünglich als
Spiel dem Ernst einer
Erwerbstätigkeit oder einer kriegerischen Auseinandersetzung gegenübergestellt wurde. So musste er sich von religiösen Vorbehalten befreien, wie sie gegenüber dem
Glücksspiel bestanden, und konnte sich ähnlich wie Tanz und Theater zunächst nur im
Hofstaat entfalten (
Jagd,
Turnier).