Ein Hoch auf den ollen 24MP-Sensor!

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Jürgen Kuprat

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Vorab: Ich weiß, was ich hier lostrete :eek: :ROFLMAO:

Aber ich habe mich in einem anderen Thread so über das abfällige Niedermachen des "ollen 24MP-Sensors in der Nikon Zf" eines Forenmitglieds geärgert, dass ich heute auch mal provokant sein möchte.

Wie manche wissen, komme ich aus dem People-/Hochzeit-/Eventsektor und kann auch nur über diesen halbwegs fundiert reden. Klar mache ich auch mal Landschaften, Sport o.ä., aber hier reicht meine Erfahrung nicht aus, um tiefer in die Materie einzusteigen.
Nun habe ich mir vor einiger Zeit eine Nikon Zf zusätzlich zur vorhandenen Z9 (eine Z6 und eine Z5 ist auch noch vorhanden) gekauft - und zwar nicht trotz, sondern wegen des non-stacked, 24 MP BSI - Sensors, den ich in der Nikon-Version für einen der Besten ever halte.
Warum? Weil ich für mein Genre die raw-files aus diesem Sensor in Sachen Rauschfreiheit und DR sowie Farbanmutung für das derzeit Beste halte, was man draussen so kaufen kann. Und weil in meinem Genre halt oft mit hohen ISO fotografiert wird UND nachher nochmal Schatten um ein / zwei Blenden hochgezogen werden müssen - da ist man in den Schatten schon auch mal im Bereich von ISO 25600 oder gar 51200. Das Ganze soll dann trotzdem noch gut aussehen. Klar vermeidet man das so gut es geht, dennoch kommt es öfter vor als man möchte.

Ich habe einige Zeit damit verbracht, das studio shot comparison tool von DPreview zu nutzen, um das zu vergleichen, was hinten rauskommt - irgendwelche Grafiken zum DR oder Rauschen interessieren mich nicht.

Nun habe ich also mal aktuelle, in meinem Genre gerne verwendete Kameras bei verschiedenen ISO-Stufen gegeneinander antreten lassen und dabei immer alle Bilder der Fairness halber auf 24MP runtergerechnet betrachtet. Hier mal die raw-files der Nikon Zf, Sony A7IV, Nikon Z9 und Canon R5II bei ISO 6400:
Compare 1
Hier tut sich noch nicht viel. Alle files sehen brauchbar aus, wenngleich Unterschiede vorhanden sind. Müsste ich gewichten, wäre meine Abstufung: Zf > Z9 > A7IV > R5II (> heisst besser)

Bei ISO 51200 trennt sich die Spreu schon eher vom Weizen:
Compare 2
Eindeutig vorne die Zf, dann wird eine Abstufung schon schwieriger. Ich würde sagen, A7IV > Z9 > R5II, wobei die R5II klar abgeschlagen ist.

Spaßeshalber habe ich auch mal die nicht mehr aktuelle Sony A7III mit dem ollen 24MP-Sensor einbezogen, aber auch die kann nicht mit der Zf mithalten. Hier sieht man, dass der Sensor in seiner Grundform vielleicht von Sony hergestellt wird, von Nikon aber nachgelagert zu besseren Ergebnissen als in der Sony-Version der A7III gebracht wird. Und schon gar nicht kann das aktuelle, teuerste 24MP Rauschmonster, die Sony A9III, mithalten:
Compare 3
Ja, ich weiß: "aber der global shutter" usw, usf...

Was ich aber erschreckend finde ist die Tatsache, dass bei der A9III schon bei ISO 250 (tiefer kann man bei Dpreview nicht einstellen, obwohl sie laut Datenblatt bis ISO 125 runtergeht) sichtbar rauschmindernd geglättet wird und damit Details verloren gehen - und das nicht im verarbeiteten jpg, sondern im raw-file:
Compare 4
bei ISO 400 noch deutlicher sichtbar:
Compare 5
Hier hat Sony schon stark in die Trickkiste greifen müssen.

Hier sieht man übrigens auch, dass bei den tiefen ISO die MP-Boliden Z9 und R5II auch bei den auf 24 MP runtergerechnetes files mehr Details zeigen als die 24 MP Sensoren der Zf und sowieso der A9III. Bei den höheren ISO helfen dann auch die "Cropreserven" nichts mehr, weil das Rauschen dann die Details überlagert.

Lange Rede, kurzer Sinn: wer ähnlich wie ich unterwegs ist und auch öfter mal high-ISO-Bilder durch die EBV jagen muss, sollte sich diese Vergleiche genauer anschauen. Es erspart Frust und Zeit (für die KI-Entrauschung).
Für mich ist der 24 MP BSI-Sensor in der Nikon Version in der Bildqualität derzeit das Optimum und ich hätte ihn mir in der Z6III gewünscht - die durch den teilgestackten Sensor ebenfalls Bildqualität tributieren muss:
Compare 6

Allen ein schönes Wochenende!
 
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Ich schmeiß mich weg. 'komm aus dem Lachen gar nicht mehr raus - schöner Thread. Luxusprobleme.
Ich verwende ausschließlich meine alten 12MPix-Kameras D300, D700, D3s und bin absolut zufrieden. Ich halts da auch mehr so wie in der Polaroid-Zeit. Nachträgliches croppen ist für mich no go. Das Bild soll möglichst authentisch sein, bei der Aufnahme wird gestaltet. Ist natürlich Alles eine Sache des Anspruchs.
'Hab ich mich jetzt geoutet ?
 
2 Kommentare
peterkdos
peterkdos kommentierte
Alles ok, nur Du hast jetzt Jehova gerufen...
 
Lichtschachtsucher
Lichtschachtsucher kommentierte
Es kommt schon stark auf die Motive an, ich stand letztens vor der Wahl zwischen D700+ AF-S 70-200 2.8 E FL oder Z6II+FTZII+70-200 und ich habe die Kröte mit dem FTZII geschluckt weil der 24 MP Sensor der Z6II bei ISO 3200 doch um einiges weniger rauscht als die D700. Vom Gehäuse her ist die D700 natürlich ganz was anderes, bei der Z6II brauch ich den BG bei größeren Objektiven, sie ist mir einfach zu klein. Mit der D300 konnte ich nie etwas anfangen, außer dem BG ist die total unterschiedlich zur D700, ich wollte die D300s damals für Wildlife, einfach zu viel Rauschen.
Für das nostalgische bleibt die D700.
 
Wenn ich tausende Fotos von einer Hochzeit machen muss damit etwas gutes dabei ist, dann versteht der Fotograf sein Handwerk nicht .......
Würde nicht unbedingt sagen, dass er sein Handwerk nicht versteht,
aber er verlässt sich mehr auf den Zufall als auf sorgfältige Komposition und überlegtes Fotografieren.

Kleine Anekdote:
Ich war in den 80ern mal als Assistent mit einem Fotografen bei einer Boxmeisterschaft.
Um den Ring herum ein Dutzend Fotografen mit 3 Kameras um den Hals und Nikons mit Motorantrieb, die schossen alle wild drauflos, was das Zeug hielt. So auch mein Chef. Ich musste alle paar Minuten neue Filme einlegen.
Neben uns ein dicker älterer Herr mit einer Leica Kamera mit Blitz und nur einem Objektiv, der schaute sich gemütlich den Kampf an und machte ab und zu ein Foto.
Im Augenblick des KOs war ich gerade einen Film am Wechseln und die Kamera meines Chefs war auch gerade leer, Mist.

Ich fragte ihn später, wer der alte Mann war?
Er sagte: Das ist ein alter Hase vom Kölner Stadt-Anzeiger, Vollprofi.
Und ratet mal, wessen Foto am nächsten Tag in allen Zeitungen und der Tagesschau war?
Der alte Profi hatte genau im richtigen Augenblick das Foto des Tages gemacht, Boxer hat die Faust im Gesicht und fällt gerade. Klassiker.


Eine Kamera mit Crop-Reserven ist letztendlich gewichtsparend und auch kostengünstiger.
Croppen ist für mich ähnlich wie Serien schießen, man verlässt sich zu sehr darauf, dass man später alles hinbiegt.
Ich persönlich croppe so gut wie nie, sondern versuche das Bild so gut wie möglich zu "komponieren".

.
 
T
Tom.S kommentierte


Die M6 ist aber mit Belichtungsmessung, Parallaxenausgleich und Entfernungsmesser technisch reichlich überladen. Fotografische Genies brauchen diesen Kram für Untalentierte sicher nicht.
 
huckabuck
huckabuck kommentierte
Ich lasse oft bewusst etwas Rand, um den wegzucroppen, auch bei der Z6. Durch den Sucher sieht vieles nunmal anders aus, als danach auf 24 Zoll.
 
kommentierte

>>>Beschnitt war und ist immer schon eine der vielen Werkzeuge der Bildgestaltung im Verarbeitungsprozess.
Grundsätzlich drauf zu verzichten hat für ein Bild keinen Mehrwert.<<<

Nicht grundsätzlich, nur wenn man den Ausschnitt vergeigt hat. ;)
Deswegen versuche ich das ja zu vermeiden.
Ist ja kein Dogma. Ist nur meine Arbeitsweise.

Außerdem hat man ja dann wieder mehr Arbeit in der Post Produktion:
- viele Bilder von einem Motiv > viel aussuchen
- Falscher Bildausschnitt > Croppen

Kostet alles Zeit und Mühe.
 
Zuletzt bearbeitet:
T
Tom.S kommentierte
Nicht grundsätzlich, nur wenn man den Ausschnitt vergeigt hat.

Das hat nichts mit richtig oder falschem Bildausschnitt zu tun sondern mit dem Gesamtverständnis des fotografischen Prozesses. Und natürlich kostet das Zeit und Mühe.
 
T
Tom.S kommentierte


Es gab zu Dia-Zeiten wenige Kameras die tatsächlich 100% Bildfeldabdeckung im Sucher zeigten. Da war dann auch mehr drauf als komponiert wurde. Ich würde mich da von den Heldenberichten aus dem letzten Jahrhundert nicht irreleiten lassen.
 
Beschnitt war und ist immer schon eine der vielen Werkzeuge der Bildgestaltung im Verarbeitungsprozess.
Ja.

Aber das Argument mit den Cropreserven geht doch darüber hinaus.

Wer das braucht, gefühlt oder tatsächlich, der soll sich gerne die passende Kamera kaufen. Zum Glück haben wir heute die Wahl.
 
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Gegenposition: Warum soll ich unbedingt für mich bewährte Arbeitsweisen ändern, nur weil es neue Funktionen gibt, die zwar sinnvoll in diversen Situationen oder für diverse Nutzer sein können, mir aber nicht viel Nutzen oder Befriedigung bringen? Ich habe auch nie die "grüne" Automatik benutzt. Ich habe auch nie "Motivprogramme" benutzt. 🤷🏼‍♂️
 
Zuletzt bearbeitet:
T
Tom.S kommentierte


Ich glaube nicht, dass es sich um eine echte Gegenposition handelt sondern vielmehr eine Grundsatzfrage ist, der man sich immer wieder zu stellen hat. Wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, seine Arbeitsweise zu ändern?
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Klar, wenn eine veränderte Arbeitsweise keine Vorteile bringt, dann muss man sich auch nicht umstellen. Aber Crop-Reserven bringen fast immer Vorteile und darum verstehe ich die puritanische Argumentation von einigen Members hier nicht.
 
Lichtschachtsucher
Lichtschachtsucher kommentierte

Bei Fuji sind auch mehr Hipster unterwegs als bei Nikon, da haben dann viele den Streetfotografen in sich entdeckt, außerdem wiegt die X100VI auch nix und ist klein, und das beste, wegen Brennweite muss man sich keine Gedanken mehr machen.
Wenn man genau hinschaut ist die X100VI halt ein Luxusteil die man sich als Zweit- oder Drittkamera gönnt weil man es kann.
Ob der Motivationsschub oder die Kreativität dann besser werden wie sich viele davon versprechen, kann sein oder auch nicht.
 
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1bildermacher1 kommentierte
Für viele, klein und dafür immer dabei ..... wie bei mir mit der Q3
 
Wie konnte man vor 10-15 Jahren nur reihenweise gute Bilder mit einer D3/700 machen :rolleyes:. Diese Sau wird doch regelmäßig durchs Dorf getrieben. Jeder kann sich die MP kaufen, die er glaubt haben zu müssen.
 
2 Kommentare
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Tom.S kommentierte
Wie konnte man reihenweise gute Bilder mit dem Tri-X machen? Diese Fragen sind unsinnig und waren es immer schon.
 
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1bildermacher1 kommentierte
Durch das Dorf werden sie nicht getrieben sondern die Leute zeigen gerne ihre Bilder .....
2.Dezember 2010 mit dem 24-70 an der D700

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