Eichener See

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horstnet

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Der Eichener See im Landkreis Lörrach ist ein temporärer Karstsee, der je nach Wasseraufkommen in unregelmäßigen Jahresabständen auftaucht, oder eben auch nicht. Der See kann dabei bis zu 2,5 m tief werden und eine Fläche von 300 x 130 m einnehmen. Ist der See zu sehen, zeigt er sich zwischen 2 und 4 Monaten. Dieses Jahr war es nach 3 Jahren wieder einmal soweit. Die Besonderheit besteht neben dem temporärer Auftauchen vor allem darin, dass der seltene Kiemenfußkrebs dann dort zu finden ist. Dieser Urzeitkrebs zeigt sich, sobald Wasser an der Oberfläche des Eichener Sees austritt. Innerhalb von 2-3 Wochen schlüpfen Millionen kleine Krebse, die bis zu 2 cm groß werden können.

Der See liegt in einer Mulde:

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horstnet

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Den Seebewohner habe ich leider nur unzulänglich einfangen können, da ich die passende Ausrüstung hierfür leider nicht dabei hatte
(Z.B. wären ein Paar Gummistiefel hervorragend geeignet gewesen)

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new_nik
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Ich denke das ist ein Tripos der schon mit den Dinos zusammen gelebt hat,
wir hab die mal gezüchtet im Aquarium wilde Tiere :)
 
WoHeSch
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ZHR
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Gerade vor ein paar Tagen schaute ich im TV eine Reportsge über den Eichenersee. Die Eigenheiten dieses Sees sind sehr interessant. Erstsunlich, dass die Eier dieser Mikro-Krebse jahrelang im Trockenen "überleben" können.
 

WoHeSch

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Inspiriert durch die Fotos von Horst habe ich mich erinnert, dass ich vor einiger Zeit im SWR Wetter einen Beitrag über den "Eichener See" und seine Besonderheit gesehen habe. Da der "Eichener See" von meinem Wohnort (Waldshut) nicht sehr weit weg liegt, habe ich Horst gefragt, wie man zu dem See gelangen kann. Sein Tipp mit dem "Parkplatz" ca. 1 Km vor dem Ort Eichen war Gold wert ...

Ich habe heute ein paar Fotos vom "Eichener See" mitgebracht und darf sie mit Einverständnis von Horst hier zeigen. So kann man sehr gut sehen, wie schnell das Wasser bereits wieder zurück geht. Aber seht selbst ...


1. Eichener See in der Gesamtansicht

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2. Auch frisch Vermählte wissen den "Eichener See" und seine Besonderheit zu schätzen.

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3. Dramatischer Rückgang der Wasseroberfläche (siehe oben Foto 4 von Horst. Er konnte hier noch nicht gehen.)

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4. Gepflegter Rundweg um den ganzen See.

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WoHeSch

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5. Ein wirklich wunderschöner Ort zum Genießen ...

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6. Spiegelbild ...

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7. Der Eingangs erwähnte Parkplatz ...

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8. Wissenswertes Rund um den Eichener See:

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Kay
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Verstehe bloß nicht, warum für diese armen Kleinkrebse ein absolutes Fangverbot besteht - wovon sollen die denn überleben ?
 

WoHeSch

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Ein schönes Fleckchen Erde, das sich bestens bei dem strahlenden Sonnenschein präsentiert - aufgenommen in unsere Highlights auf der Portalseite (y)
Oh, dass freut uns (Horst und mich) sehr, Bettina. Vielen Dank.
 
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WoHeSch

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Verstehe bloß nicht, warum für diese armen Kleinkrebse ein absolutes Fangverbot besteht - wovon sollen die denn überleben ?
Der Seegrund ist von einer krautreichen Wiesengesellschaft bewachsen. Diese darf bei Trockenheit weder beweidet noch gedüngt werden. Im See lebt der Blattfußkrebs Tanymastix lacunae aus der Ordnung der Kiemenfüßer (Anostraca). Für seinen Lebenszyklus ist ein Austrocknen des Seegrundes unabdingbar. Für Deutschland ist hier der einzig gesicherte Fundort für sein Vorkommen, in ganz Europa sind lediglich sieben weitere sichere Fundorte bekannt. (Zitat aus Wikipedia)

Die Möglichkeit im Eichener See zu überlegen, verdankt der Tanymastix dem Besitz von Dauereiern. Sie ertragen nicht nur eine weitgehende Austrocknung, sondern können sich ohne vorherige Trockenperiode nicht entwickeln. Ein Weibchen kann bis zu 17.000 Eiern legen. Nachdem der See verschwunden ist, liegen diese Eier im Boden. Auf diese Weise müssen sie mindestens 4 Tage im Trockenen liegen. Wenn nun nach einiger Zeit, oder auch nach Jahren, das Wasser wieder erscheint, so entwickeln sich diese Eier und eine neue Generation entsteht.

Hier ein kurzer Bericht über die Urzeitkrebse: https://www.swr.de/swraktuell/baden...enomens-urzeitkrebse-im-eichener-see-102.html (Ich hoffe, der Link ist erlaubt?)
 
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WoHeSch

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Gerade vor ein paar Tagen schaute ich im TV eine Reportsge über den Eichenersee. Die Eigenheiten dieses Sees sind sehr interessant. Erstsunlich, dass die Eier dieser Mikro-Krebse jahrelang im Trockenen "überleben" können.
Unter Beitrag #8 habe ich einen Beitrag vom SWR verlinkt. Vielleicht war das die Reportage, die du gesehen hast ...
 
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ZHR
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Stimmt.
 

WoHeSch

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Ich habe heute das schöne Wetter (16 Grad und sonnig) ausgenutzt und bin noch einmal zum "Eichener See" gefahren. Beim letzten Besuch habe ich eine Hochzeitsfotografin bei ihrer Arbeit am See (Bild Nr. 2) beobachten dürfen und heute hatte ich erneut Glück.

Ich habe den Naturschutzwart Hartmut Heise und den Naturfilmer Marco Ruppert mit seiner Frau Katrin Ruppert (Regieassistentin) angetroffen. Hartmut Heise (Naturschutzwart "Eichener See") ist auch im SWR Beitrag (siehe Link in #8) zu sehen. Er hat mir sehr anschaulich das Naturphänomen "Urzeitkrebse im Eichener See" erklärt. Der Naturfilmer Marco Ruppert hat für seinen neuen Film Aufnahmen gemacht. Wer sich dafür interessiert, findet unter "www.ruppertfilm.de" mehr Informationen zum Film "WildWestwegs".

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Im Vordergrund filmt Frau Ruppert gerade die kleinen Urzeitkrebse. Im Hintergrund (von rechts nach links) Marco Ruppert, Hartmut Heise und ein Assistent des Filmteam.



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Leider hatte ich mein Markroobjektiv vergessen. Wer es sehen kann: Die Tanymastix mit roten Augen sind Weibchen!
 
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WoHeSch

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Laut Hartmut Heise (Naturschutzwart Eichener See) wird der See noch ca. 2 bis drei Wochen zu sehen sein. Dann ist er wieder verschwunden ...

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WoHeSch

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Von rechts nach links: Marco Ruppert, Hartmut Heise, Katrin Ruppert.



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... und zum Schluß noch einmal die Internetadresse zum Film ...
 
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WoHeSch

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Update vom 10.05.2021

Vor drei Jahren war er zum letzten Mal zu sehen, jetzt war er wieder da - der Eichener See. Durch den stark gestiegenen Grundwasserspiegel im März 2021 war der Karstsee bei Schopfheim wieder aufgetaucht.

Der Karstsee am Rande des Dinkelberges (Kreis Lörrach) ist ein seltenes Naturphänomen. Er bildet sich nur, wenn der Grundwasserpegel durch starke Regenfälle oder die Schneeschmelze stark ansteigt. Die darunterliegende Karsthöhle füllt sich dann nach und nach mit Wasser und drückt es nach oben.

So groß wie schon lange nicht mehr​

Vor drei Jahren war der Eichener See das letzte Mal aufgetaucht. 2021 war er etwa 300 Meter lang und 100 Meter breit - so groß wie schon lange nicht mehr. Im Wasser des Sees tummelt sich übrigens ein "lebendes Fossil“, der sogenannte Kiemenfußkrebs. Der zwei Zentimeter kleine Winzling stammt noch aus der Zeit der Dinosaurier.

Nun ist er wieder verschwunden und wer weiß wie lange wir bis zu seinem erneuten erwachen warten müssen ...


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