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DxO PhotoLab 10 erweitert vor allem die lokale Bildbearbeitung und bringt außerdem Color Grading und eine automatische Sensorstaub-Entfernung. Die neue Version ist ab sofort für Windows und macOS erhältlich. Ich hatte bereits vorab Gelegenheit, an einer Produktpräsentation teilzunehmen und mir die wichtigsten Neuerungen zeigen zu lassen. Und ich muss sagen: DxO hat für diesen Versionssprung so einiges aufgefahren!


DxO PhotoLab 10 legt einen Schwerpunkt auf neue Maskierungs- und Bearbeitungswerkzeuge. © DxO

Beeindruckt hat mich dabei weniger die reine Anzahl neuer Funktionen als die Art, wie sie zusammenspielen. PhotoLab 10 erweitert die lokale Bildbearbeitung um neue Tiefenmasken, baut die KI-gestützte Motiverkennung deutlich aus und verbindet diese stärker mit der bekannten U-Point-Technologie. Dazu kommen das neue Color-Grading-Werkzeug, die automatische Sensorstaub-Entfernung und erstmals eine direkte Übergabe an Affinity für die weitere Pixelbearbeitung.

Tiefenmasken: Auswahl nach Entfernung statt Motivform​

Eine der spannendsten Neuerungen von PhotoLab 10 sind für mich die neuen Tiefenmasken. Bisher basieren automatische Auswahlen meist darauf, was eine Software in einem Bild erkennt oder welche Farben, Helligkeiten und Strukturen vorhanden sind. PhotoLab 10 bekommt nun eine weitere Ebene hinzu: die Entfernung einzelner Bildbereiche zur Kamera.

Dafür analysiert die Software das Foto und erstellt daraus eine Tiefenkarte. Anschließend lassen sich z.B. Vordergrund, Mittelgrund oder Hintergrund gezielt auswählen. Und: Dafür benötigt die Bilddatei keine bereits vorhandenen oder von der Kamera gespeicherten Tiefeninformationen. Mit Reglern und anpassbaren Übergängen könnt ihr dann bestimmen, wo eine Korrektur wirken soll und wie weich sie in angrenzende Bildbereiche übergeht. Gerade bei Motiven, bei denen eine Auswahl anhand von Farbe oder Motivform schwierig ist, könnte das einiges an manueller Maskierungsarbeit sparen.

KI-Masken werden deutlich präziser​

Auch die schon zuvor vorhandenen KI-Masken hat DxO erweitert. PhotoLab 10 kann nun einzelne Personen innerhalb einer Szene unterscheiden. Bei Gruppenaufnahmen könnt ihr z.B. mehrere Personen gemeinsam auswählen oder jeweils eigene Masken für einzelne Personen erstellen.


PhotoLab 10 kann einzelne Personen innerhalb einer Gruppe erkennen und getrennt maskieren. © DxO

Noch detaillierter wird es bei Gesichtern. Augenbrauen, Augen, Iris und Pupille, das Augenweiß, Zähne, Gesichtsbehaarung, Haut und Lippen können separat erkannt und ausgewählt werden. Damit könnt ihr Porträts lokal bearbeiten, ohne die Bereiche vorher mühsam von Hand maskieren zu müssen. Interessant finde ich dabei, dass DxO die KI nicht einfach neben die bisherigen Werkzeuge stellt. Die verschiedenen Auswahlmethoden werden mehr und mehr miteinander verzahnt.

KI trifft U Point​

Eine mit KI erzeugte Maske könnt ihr nun in PhotoLab 10 mit der U-Point-Technologie weiter verfeinern. Die bekannte Pipette berücksichtigt dabei Farbe und Helligkeit und kann Bereiche innerhalb einer bestehenden KI-Auswahl hinzufügen oder ausschließen. Dazu kommen ein neuer Kontrollpinsel und elliptische statt ausschließlich kreisförmiger Kontrollpunkte. Gerade letzteres klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, dürfte sich bei vielen Motiven aber wesentlich besser an deren tatsächliche Form anpassen.

Damit stehen Tiefeninformation, Motiverkennung, Farbe und Helligkeit nicht als voneinander getrennte Auswahlmethoden nebeneinander. Je nach Motiv können sie kombiniert werden. Genau dieses Zusammenspiel fand ich bei der Präsentation besonders spannend.

Neues Color Grading für den Look​

Auch bei der Farbbearbeitung legt DxO nach. PhotoLab 10 erhält ein neues Color-Grading-Werkzeug mit einem zentralen Farbrad. Schatten, Mitteltöne und Lichter sowie die gesamte Farbbalance können getrennt voneinander bearbeitet werden.

Tonwertbereiche lassen sich außerdem miteinander verknüpfen. Dadurch bleiben ihre Beziehungen zueinander erhalten, während ihr unterschiedliche Farbstimmungen ausprobiert. Das macht das Werkzeug nicht nur für deutlich sichtbare Looks interessant. Jetzt lassen sich auch feinere Farbabstimmungen gezielt auf einzelne Tonwertbereiche anwenden.


Das neue Color Grading ermöglicht getrennte Farbanpassungen für Schatten, Mitteltöne und Lichter. © DxO

Sensorstaub automatisch erkennen und entfernen​

Eine Neuerung hat mich besonders gefreut: PhotoLab 10 kann Sensorstaub automatisch erkennen und entfernen. Die KI-gestützte Funktion arbeitet auf RAW-Ebene und sucht nach Sensorstaub und kleinen Bildfehlern. Das mühsame Absuchen gleichmäßiger Flächen nach jedem einzelnen Fleck gehört damit der Vergangenheit an – oder wird zumindest deutlich weniger zeitintensiv.


PhotoLab 10 erkennt typische Sensorstaubflecken automatisch und entfernt sie während der RAW-Bearbeitung. © DxO

Ich kenne das jedenfalls nur zu gut: Unterwegs mehrfach das Objektiv gewechselt, später die Bilder bearbeitet und irgendwann tauchen im Himmel diese kleinen dunklen Flecken auf. Besonders ärgerlich wird es bei einer ganzen Serie, wenn sie auf zig Aufnahmen an derselben Stelle sitzen. Eine zuverlässige automatische Erkennung ist deshalb für mich kein „nice to have“, sondern eine ziemlich praktische Arbeitserleichterung.

Von PhotoLab direkt zu Affinity​

Spannend ist auch die neue Verbindung zu Affinity. Neben den bisherigen Exportmöglichkeiten gibt es in PhotoLab 10 jetzt eine eigene Schaltfläche, über die sich ein Bild direkt zur weiteren Pixelbearbeitung an Affinity übergeben lässt.


Aus PhotoLab 10 lassen sich Bilder direkt zur weiteren Pixelbearbeitung an Affinity übergeben. © DxO

Damit könnt ihr z.B. die RAW-Entwicklung einschließlich Rauschreduzierung und optischer Korrekturen zunächst in PhotoLab erledigen. Für Retusche, Compositing oder andere Arbeiten auf Pixelebene kann es – wenn gewünscht – dann direkt in Affinity weitergehen.

Wir wissen ja aus unserer Umfrage und Diskussion „Welche Fotosoftware nutzt ihr 2026 – und wofür?“, dass sich Bildbearbeitungs-Workflows längst nicht mehr zwingend innerhalb eines einzigen Programms abspielen. RAW-Konverter, Bildverwaltung und Pixelbearbeitung können von unterschiedlichen Anwendungen übernommen werden. Entscheidend ist dann, wie gut die Übergabe zwischen ihnen funktioniert.

DxO bezeichnet die jetzige Affinity-Anbindung ausdrücklich als ersten Schritt. Die Integration zwischen beiden Programmen soll in kommenden Versionen weiter ausgebaut werden.

Auch der Workflow bekommt einige Verbesserungen​

Neben den auffälligeren Neuerungen hat DxO an einigen Stellen den Workflow optimiert. PhotoLab 10 unterstützt nun die bereits bei der Aufnahme verwendeten Beschnittverhältnisse und ermöglicht Histogramm-Anpassungen direkt in PhotoLibrary.

Verbessert wurden außerdem die Sicherung und Wiederherstellung der Datenbank sowie der Umgang mit verschobenen Ordnern. Das sind keine Funktionen für die große Überschrift; bei umfangreicheren Bildbeständen können gerade solche kleinen Änderungen im Alltag aber durchaus einen Unterschied machen.

DxO PhotoLab 10: Preis und Verfügbarkeit​

DxO PhotoLab 10 ist ab sofort für Windows und macOS erhältlich. Eine neue Lizenz kostet 249,99 Euro, das Upgrade von PhotoLab 8 oder PhotoLab 9 liegt bei 129,99 Euro. Eine kostenlose Testversion kann 30 Tage lang genutzt werden.

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Bildnachweis: © DxO
 
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