Hallo Leute,
jetzt gibt’s von mir auch noch mal etwas Senf zu der Diskussion.
Also erst mal grundsätzlich: wenn jemand davon überzeugt ist, mit „Vollformat“ (FX) seine Bildideen besser umsetzen zu können, dann hat er einen guten Grund zum „Aufstieg“. Macht das jemand nur aus „Prestigegründen“, freut’s Nikon natürlich auch.
Ich photographiere seit Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit Nikon-Gerödel und
seit 2005 Digital (DX). Ich hatte mir einige Vollformat-geeignete Linsen für den geplanten Umstieg auf FX aufgehoben und noch ein gutes Zoom (16-35 VR) dazu gekauft.
Dann gab’s den Ärger mit den verdreckten Sensoren bei vielen Exemplaren meiner „Wunschkamera“ D600, so dass ich mit dem Kauf erst einmal abgewartet habe. In der Zwischenzeit bis zum Erscheinen der D610 hatte ich dann beim Sortieren von Photos auf dem Computer irgend wann ein „Aha-Erlebnis“:
Ich stellte fest, dass gut 90% meiner Bilder unterwegs auf Reisen (gerne auch Fernreisen) entstanden sind. Des Weiteren stellte ich fest, dass davon wiederum ca. 60-70% eher im Telebereich gemacht wurden. Also begann ich zu überlegen, ob der Umstieg FÜR MICH überhaupt sinnvoll wäre.
Welche Eigenschaften einer Photoausrüstung sind denn bei Reisen besonders gefragt?
Für mich sind das: (1) hohe Bildqualität, (2) kompakte Packmaße und (3) möglichst geringes Gewicht.
Bei (2) und (3) ist also das DX-Format offenbar deutlich im Vorteil. Alleine schon die Möglichkeit mit kompakteren Teleobjektiven Reisen zu können, ohne auf Reichweite zu verzichten.
Bleibt noch Argument (1): die Qualität.
Ich habe also vor meiner letzten Reise als Zweitgehäuse versuchsweise eine D3300 (ja genau, die kleine Plastikknipse) gekauft, um zu schauen, was moderne DX-Sensoren denn so leisten können.
Mit dabei waren das AF-S 10-24, das AF-S 18-105 VR, das AF-S 55-200 VR und das Tamron 70-300 VC.
Nach der Rückkehr aus Costa-Rica, beim Betrachten der Bilder war ich extrem angetan von der Bildqualität aus der D3300 - auch bei 1600 und sogar 3200 ASA im Regenwald gab es kaum etwas zu meckern. Klar, eine moderne FX-Kamera hätte vielleicht sogar 6400 ASA oder mehr bei gleicher Qualität zugelassen, aber der ISO-Spielraum der D3300 hat für die Aufgaben völlig ausgereicht.
(Nebenbei benied ich beim Wandern meine Frau, die meist mit der D3300 + 18-105 und 55-200 unterwegs war, da sie deutlich weniger Gewicht zu schleppen hatte als ich.)
Auf jeden Fall habe ich fest gestellt, dass es für meine Bedürfnisse sinnvoller sein wird, weiterhin auf eine ordentliche DX-Ausrüstung zu setzen, anstatt größere und schwerere FX-Gehäuse und Objektive durch die Gegend zu tragen.
Daher habe ich damit begonnen, alle Vollformat-tauglichen Objektive, die ich nicht unbedingt an den DX-Kameras weiter betreiben möchte, zu verkaufen und dann im kommenden Jahr zu entscheiden, welchen DX-Body ich jetzt noch kaufen werde (D7200, D5500, D5300 oder vielleicht eine kommende D400?) und ggf. welche Objektive mir dann noch fehlen könnten (oder welche ich durch andere ersetzen möchte).
Der lange Rede kurzer Sinn: man kann solche Systementscheidungen auch ganz nüchtern nach Analyse seiner photographischen Vorlieben und Wünsche fällen. Man sollte sich nicht von den Marketingabteilungen der Kamerahersteller einreden lassen, dass man nur mit „Vollformat“ gute Photos machen könne.
Allen gut Licht (egal ob auf den DX- oder FX-Sensor)!

Hobbs