Diaprojektor


scarlet1

Unterstützendes Mitglied
Hallo!

Ich fotografiere leidenschaftlich gerne mit Dias. Hat jemand Erfahrung mit Projektoren? Ich selbst besitze ein ca. 15-20 Jahre altes Gerät von Reflecta. Ich glaube, es hat damals kaum DM 200 gekostet. Kürzlich habe ich ein Gerät von Leica gesehen und beim abschrauben des Objektivs (nennt man das bei Projektoren auch so?) bemerkt, dass es aufgrund seines offensichtlichen Mehrgewichts nicht aus Kunststoff (wie meines), sondern aus Glas ist.
a) Lohnt es sich also, in einen qualitativ guten Diaprojektor (Leica?) zu investieren, d.h. kann man an der Abbildungsqualität einen sichtbaren Unterschied erkennen und
b) Gibt es auch bei der Reflektionswand (meine ist auch von Reflecta und grau beschichtet) sichtbare Unterschiede oder ist es hier eher belanglos?
c) Es gibt verschiedene Brennweiten, welche wäre für den Heimgebrauch am besten geeignet?
d) Ist es möglich, den Abbildungsmasstab für zu Hause zu vergrößern, ohne 10m nach hinten Platz haben zu müssen (d.h. ein Dia auf eine Breite von z.B. 1,50m zu zeigen --> Stichwort Brennweite?)

Vielleicht kann mir jemand einen Projektor mit gutem Preis/Leistungs-Verhältnis nennen.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen
Scarlet
 

miez

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

die Preisunterschiede bei Projektoren sind - wie immer bei Technik - deitlich größer als die Qualitativen Unterschiede.

Ein großer Preissprung ist der zwischen 150- und 250-Watt-Geräten. Den stärkeren Projektoren sagt man brilliantere Wiedergabe auch auf größerer Entfernungen nach. Wenn Du nur auf kurze Distanz projezierts, ist das eine nicht erforderliche Ausgabe.

Dann macht die Austattung - kabellose Fernbedienung, einstellbare Stamdzeiten, dimmbar oder nicht - sehr viel Geld aus. Un natürlich die Optik. Günstige Geräte haben 2,8er-Objektive mit 85 oder 90 mm und Kunstofflinsen, teurerer meistens 2,4er oder 2,5er (Leica) mit Glaslinsen. Der Unterscheid ist für extrem aufmerksame Augen sichtbar, aber gering.

Was m.E. wichtig ist: Eine stabile Mechanik, da sich leichtes Bergauf-Projeziren meistens nicht vermeiden lässt (ich würde Reflecta da nicht empfehlen) und ein leises Geräusch. Nichts ist nerviger als sägende, lute Projektoren. Die Kindermann Silent-Serie z.B. hat ein recht leises Belüftungssystem und klingt angenehm.

Gerät: Kindermann silent 150 zum Beispiel. Brennweite von 90/85 mm reicht für mehr als ausreichend große Projektion auch auf Zimmerentfernung.
 
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D

Denis

Guest
Ich hab einen gebrauchten Zett Royal AF Selektiv mit 250 Watt Lampe und 90 mm 2.5 Objektiv und Koffer für 125,- Euro bekommen - ein wirklich tolles Markengerät - noch made in Germany!
 
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Hobbs

Sehr aktives Mitglied
Hallo Scarlet,

>....a) Lohnt es sich also, in einen qualitativ guten Diaprojektor (Leica?) zu investieren, d.h. kann man an der Abbildungsqualität einen sichtbaren Unterschied erkennen und ....<

JA !!! ABER: es kommt drauf an, wie die Randbedingungen sind. Bei glaslos gerahmten Dias wird i. d.R. auch mit dem besten Projetionsobjektiv die Schärfe nicht gleichmäßig gut über das gesamte Bildfeld sein. Eine schief aufgestellte oder im Durchzug schwankende Leinwand tut hier ihr übriges.
Dennoch würde ich nicht viel Geld in gute Aufnahmeobjektive und Filmmaterialien stecken, um dann durch einen "Flaschenboden" zu projizieren. Mein erster Projektor (1979) war ebenfalls ein 199,- DM Reflekta. Als ich mir dann irgendwann einen besseren (BRAUN) Projektor mit sehr gutem Objektiv (Braun ULTRALIT 2,4/90mm) gegönnt habe, gab's schon ein Aha-Erlebnis !
Ich denke, man muß nicht den Projektor mit den meisten Features kaufen, aber ein ordentliches Projektionsobjektiv (hier sollte man nicht zu sehr sparen !) sollte man sich gönnen. Ein leiser Projektor ist natürlich auch von Vorteil!
Im übrigen habe ich meinen damals gebraucht (im praktisch neuwertigen Zustand) beim Händler gekauft. Heute gibt's E-Bay !

>...b) Gibt es auch bei der Reflektionswand (meine ist auch von Reflecta und grau beschichtet) sichtbare Unterschiede oder ist es hier eher belanglos? ...<

Nach meiner Erfahrung sind silbern reflektierende Wände gut für Projektion in nicht ganz abgedunkelten Räumen. Bei guter Abdunkelung ist Weiss sicher auch O.K.

>....c) Es gibt verschiedene Brennweiten, welche wäre für den Heimgebrauch am besten geeignet? ...<

Wenn Du wenig Abstand zur Projektionswand halten kannst, sind weitwinkelige Projektionsobjektive evtl. besser. Hier gibt es allerdings auf dem Markt nicht so viel Auswahl. Es gibt auch einige Zoom-Objektive für die Projektion (LEICA, BRAUN ..). Standardmäßig sind eben meist 85 oder 90mm Objektive dabei. Ich hätte auch manchmal gerne etwas mehr Winkel zur Verfügung...

>...d) Ist es möglich, den Abbildungsmasstab für zu Hause zu vergrößern, ohne 10m nach hinten Platz haben zu müssen (d.h. ein Dia auf eine Breite von z.B. 1,50m zu zeigen --> Stichwort Brennweite?) ...<

Siehe (c) !


Gruß

Hobbs
 
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UweFlammer

NF-F Premium Mitglied
Zunächst mal freut es mich, dass es hier noch Diafans gibt!

Nach meiner Erfahrung gibt es bei Projektoren ganz erhebliche Qualitätsunterschiede. Diese kann man hören (Geräusch), sehen (leuchtstärke, Bildqualität) und erfahren (Dia klemmt oder flutscht).

Beim Projektionsobjektiv darf man genausowenig sparen wie beim Aufnahmeobjektiv. Und gerade in der Projektion wird die Qualität von Leica-Objektiven deutlich sichtbar. Colorplan (90 mm) oder Elmarit (150 mm) bringts! Und wenn nicht nur vor einigen wenigen Leuten projeziert werden soll, sind 250 Watt eben deutlich besser als 150 Watt.

Und die Qualität der Magazin-Mechanik ist ebenfalls entscheidend, wenn es darum geht, ob ein komplettes Magazin sauber durch den Projektor flutscht oder immer wieder klemmt. Wobei auch die beste Mechanik nur dann funktioniert, wenn die Dicke der Rähmchen zum Magazin passt. Dünne Rähmchen in einem Magazin, das für dicke Rähmchen gemacht ist, bringen auch den besten Leica-Projektor zum Stehen.

Allzuviele Hersteller gibt es nicht mehr: Leica, Kindermann, Braun, Rollei, Reflecta. Um Billig-Geräte sollte man einen großen Bogen machen. Damit wäre Reflecta schon mal erledigt, und von Braun und Kindermann kommen nur die Spitzengeräte in Frage. Bei Leica darf es auch die Mittelklasse sein. In Kindermann-Projektoren passen Leica-Objektive. Beim Braun-Projektor ist das beste Objektiv zu nehmen, das Braun zu bieten hat. Rollei ist ein Sonderfall, denn einen ganz normalen Kleinbildprojektor gibt es dort nicht mehr.

Generell wäre zu überlegen, ob man nur ganz normal Dias gucken will oder doch lieber überblenden. Dementsprechend ist zu prüfen, welche Schnittstellen für Überblend-Steuergeräte vorhanden sind, oder ob man sich ggf. den speziellen Rollei-Überblendprojektor leisten möchte. Für kleinere, amateurgerechte Überblendschauen ist das Rollei-Gerät eine gute Wahl. Aber bitte nur das neuste Modell! Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es viele der älteren Modelle, und die haben eine furchtbar langsame, komplizierte Mechanik, die ständig klemmt.

Gruß
Uwe
 
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thobe

Unterstützendes Mitglied
Hallo Scarlet,

Ich habe den gleichen Zett Royal wie denis_f5 und obendrein noch einen Leica Pradovit 2002. Beide sind erstklassig, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, aber relativ laute Lüftergeräusche. Der Zett ist noch lauter als der Leica, eigentlich hatte ich es mir umgekehrt erhofft. Das Erlebnis einer Projektion kann leider arg darunter leiden, deshalb solltest Du auf ein leises Gerät achten. Aber gut muß es schon sein!

Einen Kindermann Silent hatte ich für genau einen Tag. Superleise, kein Vergleich zu den beiden anderen, aber laufend Probleme mit dem Magazintransport. Unpräzise Plastikmechanik, leider hat Kindermann da am falschen Ende gespart.

250 Watt sollten es schon sein, das macht einen merklichen Unterschied! Man muß nicht komplett verdunkeln, hat Lichtreserven für großflächige Projektion und eine erheblich bessere Brillanz.

Ich bevorzuge große Projektion und verwende meist ein 60mm Zett- Objektiv. Das ist subjektiv nicht ganz so gut wie ein 90er, aber die Bildgröße macht es mehr als wett. Die namhaften 90er der Spitzenklasse (Leica Colorplan, Rollei Apogon, Schneider Xenotar, Zeiss P-Planar etc.) sind qualitativ so eng beieinander, daß der Preis entscheiden sollte. 60er sind seltener (Leica, Zett, Isco) und eventuell teurer, aber mein Tipp.

Da der Markt eng geworden ist, bleiben für mich nur Leica und Braun übrig. Dummerweise ist der Tubusdurchmesser bei Braun etwa 1mm kleiner als Standard (42,5mm wie bei Kindermann,Leica, Zett, Rollei, Schneider, Isco etc). Somit müsste man Braun-Objektive kaufen.

Bleibt noch Leica. Die 300er- und 600er Baureihen und deren Nachfolger sind einen Kauf wert. Leiser als die alten, gute Mechanik, langlebig und aufgrund des 42,5mm-Standards günstig mit guten Optiken zu bestücken (aber Finger weg von Zoom-Optiken, zuviel Verzeichnung).

Leica hat leider seinen Preis, aber die Qualität stimmt einfach.

Leinwand: es heißt, die Besten seien die dicken Glasfasertücher von Da-Lite. Kümmere dich aber erst mal um einen passenden Projektor...

So oder so viel Freude mit deinen Dias wünscht
TB
 
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