Information Dein Sternenkind sucht Fotografen


jazzmasterphoto

Erfahrenes Mitglied



Die berichtet heute über einen Fotografen,
der für die Initiative Fotos
von Totgeburten fertigt – sehr bewegend.


Die ehrenamtliche Initiative sucht übrigens
ständig weitere – ein harter Job,
aber wichtig und wohl auch erfüllend …


Ich sag's mal ganz bewußt zynisch:
Allemal besser als Plümchen-Knipsen! :4you:



 

Bettina

Administrator
Teammitglied
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santana100

Sehr aktives Mitglied
Mein Beitrag dazu steht in # 12
Beitrag gelöscht: Grund : Hab keine lust hier weiter als hau drauf Dummy zu dienen.
 
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Thomas Ferber

Sehr aktives Mitglied
Es gibt " Dinge " die muss ich nicht auch noch fotografieren.
.
Hallo Santana,

es ist sehr selten, dass ich den roten Daumen bewusst betätigt habe - in diesem Fall war es aber kein auf dem Phone aus Versehen-drüber-wischen oder so.

Es geht dabei nicht um Dinge, sondern um Menschen - wenn auch um kleine oder gar sehr kleine Menschen.

Es gibt Eltern, die das in dem Moment, wo sie sich der Situation gegenüber sehen auch welche, die das so sehen wie Du.
Wenn sich so jemand später doch irgendetwas Bleibendes von seinem kleinen Sohn oder seiner kleinen Tochter wünscht, ist es leider oft nur ein Foto .... das aber vorher gemacht werden muss. Es gibt keinen zweiten Anlauf.
Und für den Trauerprozess der Eltern ist es wertvoll, wenn sie etwas haben, das ihnen zeigt - ja - es ist wahr - wir sind Eltern. Wenn auch nur von einem Sternenenkind.

Ich wünsche Dir viel Freude, wenn Du gleich Deine Zwischenringe nimmst und durch die nächste Wiede streifst.

Ich werde gleich meine Ausrüstung packen und in die nahe gelegene Klinik fahren, um den Eltern eines kleinen Mädchens eine Erinnerung an ihre Kleine zu schaffen.
So heißt es ja auch als Überschrift der FAZ - "Wenigstens ein Foto"

Liebe Grüße, Thomas
 
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snap7

Nikon-Clubmitglied
Als Vater bin ich der Meinung, manchmal wäre es gut der eine oder andere Fotograf würde nichts schreiben und wünsche mir, die Diskussion würde jetzt hier auch enden.
 
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goodyhundini

Nikon-Community VIP Member
Ich kannte das gar nicht und finde, dass das eine ganz wundervolle Aktion ist!!!

Ich stelle mir nichts schlimmer vor, als die Tatsache, dass ein Baby, bevor es leben darf geht und wie furchtbar schwer muss dieser Verlust sein. :frown1:

Es ist bestimmt ein großer Trost und ein großes Geschenk, von diesem kleinen, geliebten Menschlein wenigstens dieses eine Bild in den Händen halten zu dürfen.

Eine großartige Aktion! Mein Respekt spreche ich allen dort ehrenamtlich tätigen Fotografen aus, ihr macht einen wunderbaren Job!
 
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Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Wer so etwas macht ist mehr Psychotherapeut als Fotograf und ich hoffe wer sich da meldet hat auch die entsprechende menschliche Reife.

Ich hätte Angst diese nicht zu haben und wollte daher solche Aufnahmen nicht machen.
 
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Thomas Ferber

Sehr aktives Mitglied
Wer so etwas macht ist mehr Psychotherapeut als Fotograf .
Hallo Wuxi,

um sich anzumelden ist es erwünscht, dass man über eine DSLR mit lichtstarker Optik verfügt, den Link zu der eigenen Homepage erinnere ich mich, angegeben zu haben. Das hilfreichste für die Arbeit ist es, selbst Elternteil eines Sternenkindes zu sein.

O.k. ich habe auch ein Seelsorgesemirnar gemacht, was nicht Voraussetzung ist, aber sicher hilfreich.

Meist geht es gar nicht darum, groß zu reden - sich die Zeit für die Betroffenen nehmen und sich etwas in sie hineinfühlen können.

Ich habe bei Einsätzen auch schon Freudentränen gesehen und fotografiert.

Liebe Grüße,

Thomas
 
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Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Dann bist Du geeignet, Thomas.
Ich hätte da Sorge dass irgendwelche Idioten sich so etwas anmaßen.
Aber es scheint ja eine Eignungsprüfung zu geben.
 
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jazzmasterphoto

Erfahrenes Mitglied
… Das hilfreichste für die Arbeit ist es, selbst Elternteil eines Sternenkindes zu sein. …

Und das sind mehr Menschen als man gemeinhin glaubt. :cool:

Denn schätzungsweise ein Viertel aller Schwangerschaften
enden in den ersten zwölf Wochen. (Quelle: )

Genau dies ist uns zweimal hintereinander passiert und
dazu jeweils ziemlich spät im o.g. Zeitfenster …

Kein wirklicher Trost, daß es nicht ungewöhnlich und
wohl ein ganz natürlicher Schutzmechanismus gegen
Fehlbildungen ist.

Nun denn, die fünfte Schwangerschaft war danach ein
voller Erfolg in Form einer wunderbaren Tochter … :)



.
 
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santana100

Sehr aktives Mitglied
Hallo Santana,

es ist sehr selten, dass ich den roten Daumen bewusst betätigt habe - in diesem Fall war es aber kein auf dem Phone aus Versehen-drüber-wischen oder so.

Es geht dabei nicht um Dinge, sondern um Menschen - wenn auch um kleine oder gar sehr kleine Menschen.

Es gibt Eltern, die das in dem Moment, wo sie sich der Situation gegenüber sehen auch welche, die das so sehen wie Du.
Wenn sich so jemand später doch irgendetwas Bleibendes von seinem kleinen Sohn oder seiner kleinen Tochter wünscht, ist es leider oft nur ein Foto .... das aber vorher gemacht werden muss. Es gibt keinen zweiten Anlauf.
Und für den Trauerprozess der Eltern ist es wertvoll, wenn sie etwas haben, das ihnen zeigt - ja - es ist wahr - wir sind Eltern. Wenn auch nur von einem Sternenenkind.

Ich wünsche Dir viel Freude, wenn Du gleich Deine Zwischenringe nimmst und durch die nächste Wiede streifst.

Ich werde gleich meine Ausrüstung packen und in die nahe gelegene Klinik fahren, um den Eltern eines kleinen Mädchens eine Erinnerung an ihre Kleine zu schaffen.
So heißt es ja auch als Überschrift der FAZ - "Wenigstens ein Foto"

Liebe Grüße, Thomas
Das finde ich ganz große klasse von dir.
Weil du selber so eine enge Beziehung dazu hast, bist du anscheinend nicht in der Lage meine Gedanken (Beitrag) richtig zu verstehen.
Es ging mir um die Stumpfe Aussage des Herrn jazzmasterphoto, in Bezug auf Blümchen Knipser.
Und ja, ich selber könnte diese art der Trauerbewältigung nicht leisten.
Deshalb würde ich lieber Blümchen knipsen.
Das ist meine persönliche Entscheidung, und wenn du mir jeden Tag dafür ein paar blöde Daumen verpassen willst mach das ruhig, ich bin dir nicht böse, bestimmt nicht.

PS. Wenn ich so wie Bettina reagiert hätte : Zitat... Das wird wohl jeder für sich selbst entscheiden dürfen.
Hättest du mich bestimmt auch verstanden.
 
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Stefan M.

NF Team
Ich bitte darum, dieses für von so einem tragischen Erleben betroffene Menschen wichtige Thema nicht mit persönlichen Eitelkeiten zu belasten. Dafür gibt es weidlich andere Spielwiesen.

Moderativen Dank.
 
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jazzmasterphoto

Erfahrenes Mitglied

Deshalb würde ich lieber Blümchen knipsen.
Das ist meine persönliche Entscheidung ….

Und das ist auch völlig okay so! :cool:


Aber um es ganz deutlich zu sagen:

Die Daumen hast Du nicht für diese
Entscheidung kassiert, sondern für
die respektlose und verdammt wenig
empathische Bezeichnung der von
Thomas u.a. fotografierten Motive.


Ich – und Thomas definitv auch –
halte solche fotografischen Aktivitäten
für sinnvoller als das x-te Ablichten
irgendwelcher Plümchen – nicht mehr,
aber auch nicht weniger. Punkt. Zumal
das eine das andere nicht auschließt.

Aber wenn nur ein einziger Leser dieses
Threads sich deswegen dazu entschließt,
diese Initiative als Fotograf zu begleiten,
dann hat sich die Diskussion gelohnt …


.
 
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Klaus Harms

Administrator
Teammitglied
Ich möchte noch einmal versuchen und Euch bitten, in diesem Thread Sachlichkeit und keine Polemik walten zu lassen.

Es gibt fotografische Themen, die sind sensibel, polarisieren, sind besonders, haben nicht nur Fans und Freunde und stoßen auf Gegensätze.

Dazu gehören das Fotografieren von toten Menschen, für viele Menschen das Fotografieren von toten Tieren, sicherlich das Fotografieren von tot geborenen Kindern und toten Kindern insbesondere.

Trotzdem sind dies Teilbereiche in der Fotografie, die natürlich ihre Berechtigung haben, aber diese Berechtigung erstreckt sich nicht auf die Abwertung anderer fotografischer Bereiche, wie Natur, Pflanzen, Architektur, Makro, was weiß ich!

Und es sollte auch jedem von uns überlassen bleiben, die für ihn wichtigen Fotobereiche zu selektieren und zu mögen oder die unwichtigen oder die für ihn möglicherweise gar abstoßenden Fotobereiche nicht zu mögen oder zu ignorieren!

Wer will die qualitative Reihenfolge der Fotomotive beurteilen und festlegen? Ich maße mir das nicht an und verwehre mich gleichermaßen gegen Menschen, die glauben, dass sie die Berechtigung dazu haben!

Und genau in diesem Sinne bitte ich, diesen Thread mit Respekt in Bezug auf Menschen, Mitglieder dieser Community und die einzelnen fotografischen Interessen fortzuführen, oder sich aus dem Thema zu verabschieden!

Vielen Dank!
 
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VisualPursuit

Sehr aktives Mitglied
Der Kai Gebel, der diese Aktion ins Leben gerufen hat und mit einem bewundernswerten
Einsatz organisiert und betreibt ist Fotograf, weil ich ihn damals geschubst habe.

Und ich küsse ihm die Füße für diesen Einsatz, den ich emotional nicht leisten könnte.

Unser Sternenkind ist in der neunten Woche abgegangen - da gab es nichts zu fotografieren.

Ich ganz persönlich hätte alle Qualifikationen um das fotografisch zu leisten.
Aber ich schaffe es emotional nicht, und ich schäme mich dafür.

Kai ist ein ganz großer. Hut ab.
 
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AnjaC

Administrator
Teammitglied
Aber ich schaffe es emotional nicht, und ich schäme mich dafür.
Da gibt es nix zu schämen, Michael. Das ist alles "hätte, hätte, Fahradkette..." Es muss nicht jeder alles können.

Hätte ich damals die Kraft gehabt, mich auf die Hinterbeine zu stellen, hätte es vielleicht eine anständige Beerdigung für mein Sternenkind gegeben. Wer weiß... An Fotografien war seinerzeit nicht mal zu denken.

Es gibt keine Zufälle. Hättest Du Kai Gebel nicht geschubst, was dann? Hätte ich nicht die Erfahrungen von damals gemacht, was dann? Ich war Jahre später drauf und dran, eine Stelle in einem Sterbehospiz anzunehmen, als ich erfuhr, dass ich völlig unerwartet wieder schwanger bin und konnte das dann einfach nicht umsetzen, nicht mit diesem neuen Leben in mir.

Was wäre gewesen, wenn? Meine Tochter ist heute 13 und ein gar grauslig-liebenswertes Pubertier :D. Ich will es gar nicht anders haben.

Eine Weile habe ich noch Tücher für Sternenkinder angefertigt, aber irgendwann passte das einfach nicht mehr. Und das ist in Ordnung.

Ich freue mich immer, wenn ich lese, dass jemand etwas für Eltern von Sternenkindern tun kann. Vor allem freue ich mich, dass sich inzwischen der Umgang mit Sternenkindern grundlegend geändert hat. Das ist sehr wichtig! Vielleicht bin ich auch irgendwann so weit, dass ich mir (auch technisch gesehen) zutraue, die Verantwortung für Bilder als bleibende Erinnerungen von Sternenkindern zu übernehmen. Wie Thomas schon schrieb: es gibt nur die eine Möglichkeit. Wenn ich die vermassele, das wäre schlimm für die Eltern.

Deswegen darf aber jeder weiter Blümchen knipsen oder Tiere oder Sonnenuntergänge, ohne dass ich ihm einen Strick draus drehe oder das irgendwie abwerte.
 
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sam25

Nikon-Community VIP Member
Manchmal ist es sinnvoll etwas in den Geschichtsbüchern zu schnuppern, auch was die Fotografie betrifft...

Der Tessiner Fotograf Roberto Donetta (1865-1932) war zwar primär Samenverkäufer, war aber gleichzeitig auch Fotograf. Als Verkäufer und Reisender hat er viele Menschen in den Tälern getroffen und hat sie fotografiert.

Er hat nicht nur lebende Menschen bei der Arbeit, an Hochzeiten oder Festtagen fotografiert sondern auch verstorbene Menschen auf den Sterbebetten. Die Aufnahmen von toten Kindern gehören zu den intimsten und berührenden Bildern, welche ich je gesehen habe.

Der Tod war zur damaligen Zeit ein fester Bestandteil des Lebens. Die Fotografie hat eine Möglichkeit mehr eröffnet, sich den Toten zu erinnern und sie mit Bildern in die Ahnenpflege einzubetten.

Sich mit dem Sterben und dem Tod auseinander zu setzen, auch fotografisch, habe ich bei meinem Vater hier im Forum gemacht. Ich fotografierte ihn nicht auf dem Sterbebett, aber der Prozess, die Auseinandersetzung war ein ähnlich. Und es ist ein Thema, das der Fotografie erlaubt, sich mit erweiterten Lebensinhalten auseinander zu setzen.

Für die Betroffen von Sternenkindern heisst das nicht weniger als das, was Donetta den Menschen dazumal im Tessin zurückgab: eine Auseinandersetzung mit Leben und Tod, mit der eigenen Endlichkeit und der Erinnerung an an ungeborenes Leben. Und das ist, wenn es einfühlend gemacht wird nur zu begrüssen.

Fotografie eröffnet eine zusätzliche Möglichkeit, sich mit dem Leben aber auch mit dem Tod auseinander zu setzen. Dabei ist der Fotografierende genau so gefordert, wie die betroffenen Eltern.

Man wird keines Falls dem Thema gerecht, wenn man Vergleiche zieht. Fotografie hat viele Facetten und schafft dem hinter der Kamera für vieles neue Perspektiven und Zugänge. In der Musik, in der Malerei, im Theater und in fast allen Künsten ist der Tod ein Thema seit Jahrtausenden. Und ich bin überzeugt, dass auch die Fotografie zu diesem Thema einen wertvollen Beitrag leisten kann.

Das Buch von Roberto Donetta kann ich nur empfehlen. Jene von Euch, welche die Sternenkindern fotografisch zuwenden, haben meinen grossen Respekt. Und ich wünsche Euch und den betroffenen Familien einen berührenden gegenseitigen Austausch ...
 
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Thomas Ferber

Sehr aktives Mitglied
Der Tessiner Fotograf Roberto Donetta (1865-1932)
An der Stelle vielen Dank für all die Beiträge über Kai Gebel, Hospitz, eigene Betroffenheit und die Ausführungen zu Roberto Donetto.

Nach einigen Recherchen habe ich einen Beitrag auf Swissinfo mit Bildern von ihm gefunden,



Grüße,

Thomas
 
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sam25

Nikon-Community VIP Member


Grüße,

Thomas
Ich bedanke mich sehr für den Link, Thomas. Auf die Schnelle habe ich ihn nicht gefunden.

Keine Rezension, aber zumindest einen etwas ausführlicheren Beitrag hier habe ich hier geschrieben. Wenn Du mir erlaubst ihn hier aufzuführen.

Das Buch denke ich, könnte auch rund um eure Aufgabe betreffend der Sternenkinder hilfreich sein...

https://www.nikon-fotografie.de/vbu...-und-buchprojekte/279448-roberto-donetta.html
 
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