D3s Idealeinstellungen für Fotos im Dunkeln?


Zooot

Unterstützendes Mitglied
Liebe D3s Freunde,

ich besitze seit Dezember 2015 eine gebrauchte D3s und hatte bereits viel Freude mit dieser Superkamera. Gekauft habe ich sie, weil ich gerne auf Partys fotografiere und Fotos mit Blitz einfach nicht mag.

Bislang sind mir viele schöne Fotos gelungen, manche sogar nur mit dem Licht von 2 bis 3 Kerzen. Ich nutze dabei meist einen ISO-Wert von 6.400. Als Objektiv kommt dabei das "AF-S NIKKOR Nikon 20 mm 1:1,8 G ED N - f/1.8" zum Einsatz weil man damit viel vom Raum mitbekommt.

Ich bin allerdings kein Profifotograf und brauche immer etwas länger um die Kamera richtig eingestellt zu bekommen, daher meine Frage:

Wie würdet Ihr die D3s mit dem oben erwähnten Objektiv idealerweise einstellen? Welchen Programm-Mode, welcher ISO-Wert, usw.?

Mir ist schon klar, dass es die perfekte Einstellung wohl nicht gibt, sondern das alles immer ein Kompromiss zwischen schneller Belichtung, Bildrauschen (bei zu hohen ISO) ist. Wichtig sind mit einigermaßen schnelle Verschlusszeiten, weil die Menschen auf Partys nie still sitzen.

Freue mich auf Eure Tipps.

Liebe Grüße
Zooot
 

Hanner B.

Administrator
Teammitglied
1. es gibt keine fotografie im dunkeln. ein bisschen licht muss schon da sein oder hinzugefügt werden, ggf. auch in einem nicht ohne weiteres sichtbaren spektralbereich.

2. beschränkt man sich in einigen situationen auf das vorhandene licht, so spricht man neudeutsch von "available light"-fotografie. dafür gelten prinzipiell die gleichen regeln wie für die allgemeine fotografie. insbesondere, dass lange belichtungszeiten kritisch hinsichtlich verwacklungen und bewegungsunschärfe sind. verwacklungen können eventuell mit einem stativ oder VR vermieden werden. ansonsten - auch zur vermeidung von bewegungsunschärfe - hilft nur eine hohe empfindlichkeit - verbunden mit anderen negativen implikationen. die empfindlichkeit sollte deshalb nur so hoch wie nötig eigestellt werden.

3. viel genauer kann man eine derart unbestimmte fragestellung leider nicht beantworten. partyfotografie ist jedenfalls ohne blitz eher ein abenteuerliches unterfangen. man muss ihn nur richtig einsetzen.
 
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Zooot

Unterstützendes Mitglied
Hallo Hanner B.,

vielen Dank für den hilfreichen Hinweis, natürlich war "available light" gemeint. Dann versuche ich mal, die "unbestimmte Fragestellung" etwas zu präzisieren.

Wenn Ihr nur mit "available light" fotografieren wollt, welchen maximalen ISO-Wert nehmt Ihr? Was ist der beste Kompromis bei den Einstellungen, um die Lichtempfindlichkeit der D3s optimal zu nutzen?

Lieben Gruß
Zooot
 
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Hanner B.

Administrator
Teammitglied
wie ich schrieb: so hoch wie nötig. die alternative ist, gar kein foto zu machen. es gibt keinen kompromiss und keine allgemeingültige einstellung.
 
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Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Wenn Ihr nur mit "available light" fotografieren wollt, welchen maximalen ISO-Wert nehmt Ihr?
Die Frage ist ja, was fotografierst Du?

Wenn es statische Motive sind, dann nehme ich ein Stativ, ISO 100 und eine lange Belichtungszeit.

Wenn es bewegte Motive sind (Menschen) dann nehme ich eine gerade noch tragbare Belichtungszeit (1/50s), offene Blende und AutoISO ohne Limit. (Lieber Rauschen als Verwackelt). Einstellung M und AutoISO
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hi,

ich nutze mit der D3S - so wie mit allen anderen Kameras auch - die Bandbreite der Möglichkeiten so weit wie möglich aus. Dies bedeutet, dass ich bei jeder individuellen Situation jeden einzelnen Parameter neu wähle. Es gibt nun zwar nicht unendlich viele unterschiedliche Situationen, aber ein paar hundert sind es schon und deshalb ist Deine Frage in ihrer Allgemeinheit so nicht zu beantworten.

Wenn Du konkret nach den ISOs fragst: Ich wähle immer den niedrigst möglichen ISO Wert. Mit dem ISO Wert gehe ich dann nach oben, wenn dies bzgl. der Schärfentiefe (Blende) und/oder der Motivbewegung (Zeit) erforderlich ist. Je geringer das anvisierte Ausgabeformat ist (Web-Bildchen ... 5 Meter Panorama) desto weniger schwer fällt es mir, den ISO Wert nach oben zu verstellen.

Eine gewisse Hürde stelle ich mir jenseits ISO 6400 auf. Bei hinreichend kleinen Bildern sind zwar auch hinreichend rauscharme Fotos bei höheren ISO Werten möglich, aber jenseits der ISO 6400 beobachte ich hin und wieder, dass bei typischen Available Light Situationen gewisse Motivteile beginnen, unnatürlich hell zu glühen und echten Spitzlichtern (z. B. Kerzen, Reflexionen) die Show zu stehlen.

Ciao
HaPe
 
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bassheiner

Sehr aktives Mitglied
Moin Zooot,
Generell, auf Partys und available light Situationen taste ich mich wie
folgt mit ein paar Probeaufnahmen an die Geschichte heran:

Grundsätzlich fotografiere ich im RAW Format und stelle ich die
Kamera dabei auf M, also den manuellen Modus und beginne meist
mit ISO 800 (Auto-ISO mag ich nicht, habe lieber selbst die Kontrolle).
Ist wirklich wenig Licht vorhanden, starte ich auch gleich mit ISO 1250
oder 1600. Höher gehe ich eigentlich nie oder nur in sehr seltenen Fällen.

Deine Kamera zeigt Dir ja im Sucher am rechten Rand eine tolle
Belichtungsskala, mit der Du Dir eine gute Kombination von Blende und
Zeit einstellen kannst. Dabei blende ich das Objektiv immer ein bis zwei
Stufen ab, und suche dann eine Zeit, bei der die Belichtungsskala immer
eine leichte Unterbelichtung anzeigt.
Meist nutze ich dann die Spotbelichtungsmessung und Ziele auf Gesichter.

Da Stative – selbst Einbeinstative – bei Partys oder auch bei Konzerten
nicht so der Brüller sind, habe ich mir antrainiert, die Kamera möglichst
ruhig zu halten. Ersetzt zwar kein Stativ, aber bringt schon was.
Also Verwackeln vermeiden. Bewegungsunschärfe hingegen ist ja
manchmal ganz OK.

Also anfangs mit einigen Proschüssen eine Grundeinstellung wählen.
Bei wechselnden Lichtsituationen immer etwas mit Blende oder Zeit
nachregeln. Ich nehmen die Fotos lieber etwas zu dunkel auf. Dadurch
vermeide ich ausgefressene Lichter und aus den dunklen Bildbereichen
kann man bei der Nachbearbeitung noch genug Zeichnung rauskitzeln
.
Hier
habe ich Fotos einer Rammstein Cover-Band. Dort war die Lightshow
passend zur Musik eher sehr finster. Aber ISO 800-1600 hatte
vollkommen ausgereicht.

Grüße aus HB
Heiner
 
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Zooot

Unterstützendes Mitglied
Lieber Frank, lieber Hans-Peter,

Danke für die Tipps, nach solchen hatte ich gesucht. Werde ich in den nächsten Abenden gleich mal ausprobieren.

Beste Grüße
Zooot
 
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Hans-Peter R.

Administrator
Hi,

dann vielleicht noch ein paar lose Punkte aus der Praxis ... ohne Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit:

  • In der Konzertfotografie gibt es meistens eine gefühlte Schmerzgrenze bzgl. der Belichtungszeit, die meist so um die plusminus 1/100 Sekunde liegt (Vivaldi gerne etwas länger, AC/DC gerne etwas kürzer).
  • Lichtstarke Objektive sind bei AL nett, aber nicht wirklich zwingend erforderlich. Meist wird bei (Beispiel Konzert) typischen Brennweiten eine Schärfentiefe benötigt, die Blende 4 oder gar 5,6 erfordert
  • In Summe (erforderliche Zeit/Blende) ist dann der ISO-Wert wirklich eine wichtige Größe und wohl dem, der sie variieren kann. Mit der D3S hast Du IMO für diese Anwendung die beste Kamera, die je auf den Markt gekommen ist.
  • Keine Angst vor dem manuellen Modus. Der M-Modus ist ein Segen für die AL Fotografie. Er verhindert, das verschiedene Bilder einer Serie unterschiedlich anmuten, nur weil gerade ein Scheinwerfer mehr oder weniger günstig stand. Ich verwende für die Konzert-Fotografie nie etwas anderes als den M-Modus und bin damit sehr viel besser unterwegs als mit jeder erdenklichen Automatik
  • Blitz ist tabu? Falsch. In der kreativen Fotografie ist nichts tabu. Man kann Blitze (natürlich manuell :cool:) so geschickt minimal zur AL dosieren, dass sie absolut nicht auffallen und trotzdem die tiefen Schatten eine entscheidende Kleinigkeit aufhellen.
  • Bei der Partytotografie von vorne herein mit den ISO-Werten an die obere Schmerzgrenze gehen (A0 Print wird schon keiner haben wollen) und die Blende so weit wie (sinnvoll) möglich öffnen. Damit maximierst Du bei der Belichtung den Anteil durch das Umgebungslicht und minimierst den Anteil durch des Blitzlichts. Damit bekommst Du viel Partystimmung auf das Bild und minimierst dabei gleichzeitig und automatisch die Gefahr totgeblitzter Gesichter.

Ciao
HaPe
 
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Kay

NF-F Platin Mitglied
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Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Ich entschuldige mich, weil ich nicht genau gelesen hatte, dass es um Partyfotos geht:

auf Partys fotografiere und Fotos mit Blitz einfach nicht mag.
...und gebe zu bedenken, das die große Mehrzahl der guten Partyfotos meiner Beobachtung nach mit Blitz entstanden sind.

Dieser mit einer dezenten Blitzeinstellung, die den Hintegrund noch wirken lässt aber den VG aufhellt.
 
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joerghey

Aktives und bekanntes NF-Mitglied
Ich hätte da die etwas verwegene Idee, die ISO Automatik sehr hoch zu begrenzen, ohne weiteres bis ISO 24800 oder auch etwas mehr, etwas wie das Tamron 1,8/35 VC davorspannen (geht bis 1/8 sec. aus der Hand), D-Lighting auf stark, die Belichtung auf etwa -2 Lichtwerte, dann auf P mal losfotografieren, da tut die Kamera was sie kann, etwas Nachbearbeitung, der Ausschuss könnte sich in Grenzen halten.
 
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häuschen

NF-F "proofed"
Ich mache 98% meiner Fotos mit der ISO-Automatik und gerade mit einem 20/1.8 auf Partys würde ich diese nutzen, dann hat die ganze Einstellerei ein Ende.

Ich würde folgende Parameter empfehlen, wenn Du Portraits und Bilder kleiner Gruppen auf Partys machst.

1. ISO-Autpmatik einstellen, max. ISO6400 (längste Verschlußzeit 1/60sec., oder nach Bedarf)
2. Spotmessung als Belichtungsmessung, da wohl meist Gesichter anvisiert werden
3. Zeitautomatik A
4. Die Belichtungskorrektur aufs hintere Einstellrad legen, ohne den +/-Knopf drücken zu müssen.

Die ISO-Automatik sogt dafür, dass diese eingestellte Belichtungszeit eingehalten wird, solange sie bis max. ISO6400 realisierbar ist. Sie geht aber auch mit der ISO runter, wenns hell genug ist. Das sorgt für stets unverwackelte Fotos, wenn die Belichtungszeit in der ISO-Automatik richtig gewählt wurde.
Die ISO-Automatik habe ich mir auf die FN-Tase gelegt, damit ich schnell auf die Einstellungen zurückgreifen kann und nicht erst ins Menü muss.

Das Einzige, was man dann noch einstellen muss, sind Blende und Belichtungskorrektur und das funktioniert nach kurzer Zeit intuitiv, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen.
 
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cjbffm

Sehr aktives Mitglied
...plusminus 1/100 Sekunde liegt (Vivaldi gerne etwas länger, AC/DC gerne etwas kürzer).
Dann unterschätzt Du aber gewaltig, wie sehr Dirigenten fuchteln und Streicher mit ihren Bögen wackeln können!!!
Dazu kommen dann noch Paukist(inn)en mit ihren Schlägeln, Pianist(inn)en mit ihren Händen, und, und, und.

Gruß, Christian
 
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häuschen

NF-F "proofed"
Dann unterschätzt Du aber gewaltig, wie sehr Dirigenten fuchteln und Streicher mit ihren Bögen wackeln können!!!
Dazu kommen dann noch Paukist(inn)en mit ihren Schlägeln, Pianist(in)en mit ihren Händen, und, und, und.

Gruß, Christian
... einerseits laufen diese Jungs und Mädels nicht auf Partys rum, andererseits kommt etwas Bewegungsunschärfe fuchtelnder Arme/Pinne/Stöcke auf Fotos ziemlich gut.
 
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cjbffm

Sehr aktives Mitglied
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Hans-Peter R.

Administrator
Hi,

Einerseits [...] andererseits
ich empfehle eigene Versuche und eigene Erfahrungen. 1/100 Sekunde war meine Empfehlung für den Einstieg, so dass nicht allzuviel Fehlversuche mit 1/10 Sekunde und 1/2000 Sekunde (mit einem unterbelichteten, dafür aber rattenscharfen, eingefrorenem Drummer) passieren.

Ciao
HaPe
 
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Zooot

Unterstützendes Mitglied
Vielen Dank für die vielen gute Tipps.

Habe jetzt angefangen im manuellen Mode zu fotografieren, maximale Belichtungszeit 1/100 Sekunde, ISO-Automatik auf max 8000 (wobei ich das wahrscheinlich noch auf 6400 reduzieren werde). Macht viel mehr Spaß im manuellen Modus als in den anderen.

Liebe Grüße
Z.
 
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