Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Meine Frau arbeitet teilzeit als MTA in einer Hausarztpraxis - die Situation bzgl. Schutzmaterial dort ist tatsächlich so schlecht.
Es gibt für jeden Angestellten und die Ärztin jeweils genau eine (1 Stk.) ffp3 Maske, eine Schutzbrille, eine Haube und einen Kittelüberzieher.
Diese “Ausrüstung“ musste über Beziehungen besorgt werden, auf den normalen Bezugswegen wurde noch nichts geliefert.
Einweg-OP-Masken hat die Ärztin im Internet zu den gängigen Wucherpreisen gekauft, sie werden mehrfach getragen.
Anfang dieser Woche kam 1 Packung (50 Stk.) Einwegmasken von der Kassenärztlichen Vereinigung (gelobt sei die Bürokratie... )
Zudem berichtet meine Frau, dass viele Fachärzte ihre Patienten mit diversen Diagnosen (von der Punktion eines Knies bis zum Halskratzen, das auch nach 2 Wochen nicht weggeht) zum Hausarzt zur Erstdiagnose und Weiterbehandlung schicken.

In diesem Zusammenhang noch ein bisschen private (und natürlich nicht wirklich relevante Statistik):
Wir haben 11 positiv getestete Freunde/Bekannte/Verwandte.
2 davon waren im März in St. Anton beim Skifahren.
9 davon arbeiten im medizinischen Dienst oder leben im Haushalt mit jemandem, der das tut.
2 von den 7 sind Hausärzte (Praxis), 2 sind Krankenhausärzte (nicht Intensiv), 1 ist Medizinstudentin in Famulatur, die anderen Familienangehörige von ihnen.
Schwer erkrankt (statistisch “mittelschwerer Verlauf“) ist die Ehefrau eines Hausarztes und eine Krankenhausärztin (Dermatologin).
Leicht erkrankt die Medizinstudentin. Die anderen ohne oder mit leichten Symptomen.

Zusätzlich zu meiner Frau und 2 bereits positiv getesteten Cousinen haben wir noch eine Zahnmedizinstudentin in klinischer Ausbildung mit einem Lebensgefärten, der als Chirug in der Klinik seine Facharztausbildung macht und eine Schwägerin mit gynäkologischer Praxis in der Familie.

Wenn ich mich über dieses Virus informiere, dann deshalb, damit ich das unbestreitbar etwas höhere Risiko in meiner Familie einschätzen kann und nicht, weil ich jemand bin, der Zahlen “geil findet“.
 
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4 Kommentare
Gianni33 kommentierte
Danke für den Link!

Ich habe mir soeben die UVEX Ultravision Supravision Excellence Transparent/Grau Schutzbrille bestellt.
Die Brille ist so dimensioniert, dass ich auch meine normale Brille darunter tragen kann.

Damit werde ich eine mögliche Infektion mit dem Corona-Virus über die Schleimhäute (Bindehäute) der Augen stark vermindern oder sogar gänzlich verhindern können.

In Orten bis besonders hoher Ansteckungsgefahr wie Supermärkten, Arztpraxen, Krankenhäusern usf. werde ich zukünftig die Schutzbrille zusätzlich zu einer FFP2-Maske aufsetzen.
 
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mfey kommentierte
Für wieviele Jahre hast du das vor?
 
hansolo22 kommentierte
Ich war gerade bei einem Dermatologen - nun wenn nicht mal die MTAs die Masken richtig aufsetzen am Empfang dann braucht man sich nicht wundern wenn es die Bevoelkerung auch falsch macht.
 
hansolo22 kommentierte

Ich finde das OK Gianni, entscheidend ist das du dich dabei sicherer fuehlst, darum geht es.
Es schadet auf jeden Fall nicht.
 
Vielleicht können sich ja mal einige der hier vertretenen Sachkundigen äußern und ihre Stellung - die sie vermutlich irgendwo in den Untiefen dieses Threads schon mal kund getan haben, in komprimierter Form wiedergeben?
Ich zähle mich ganz sicher nicht zu den Sachkundigen, möchte aber meine Stellung auch mal kundtun. Vor allem, weil mir die Wogen hier langsam schon zu hoch gehen. Das wird ja immer mehr zum Grabenkampf, der mir, ehrlich gesagt, völlig unbegreiflich ist. Dieses Eindreschen aufeinander könnte uns andererseits aber auch wieder viel ersparen, weil sich erfahrungsgemäß in einer Keileirei die Anzahl der aufeinander Einschlagenden naturgemäß wie von selbst reduziert.

Mein Standpunkt hat mit Wirtschaft vs. Meschenleben allerdings ebensowenig am Hut wie mit dem Aufrechnen von persönlich bekannten Menschenleben vs. den Leben entfernter Fremder. Ich bin also nicht nur kein Sachkundiger, ich bin auch kein Politiker. Aber ich habe meine Verhaltensweisen bzw. -richtlinien:
  • Ich persönlich halte es in Krisen wie diesen so: Ich versuche meine Lieben und mich zu schützen. Dazu reicht oft schon der Hausverstand. Gut, nicht bei Covid-19/SARS-2/Wuhan-Virus (Nichtzutreffendes bitte streichen).
  • Wo der Hausverstand nicht reicht, versuche ich mich, weitergehend zu informieren. Ist bei (für mich) völlig neuartiger Gefährdungslage auch nicht einfach. Vor allem, wenn selbst die "unmittelbare Wissenschaft", also die Sachkundigen, uneins sind. Dann gilt wieder die Regel 1, der Hausverstand. In aktuellen Fall also Abstand (für alle), Maske (vor allem für andere), Hygiene (für mich und die Meinen). Besuche auf Notwendiges reduziert halten. Derzeit. Und ja, so viel Disziplin habe ich noch.
  • Klar ist, dass bei dieser Methode Fehler passieren und passieren müssen. Damit muss ich leben. Aber ich habe mein Bestes getan, auch wenn das Beste nicht genug gewesen sein sollte. Und ich tue weiterhin, was meinem Überleben und dem meiner Familie dient.
  • Was ich nicht mache bzw. vermeide, so gut es geht, auch weil es meiner Familie und mir nicht nützt: Auf andere (verbal) eindreschen, weil sie anderer Meinung sind. Das hat - auch wieder erfahrungsgemäß - selten bis nie Meinungen anderer geändert. Wer Argumenten nicht zugänglich ist, reagiert auf Druck bestenfalls bockig.
  • Was ich auch vermeide: Die Ängste anderer nicht ernst zu nehmen, selbst wenn sie mir auf die Nerven gehen. Für jeden Menschen ist das eigene Problem das größte, der eigene Schmerz der schlimmst etc. Das ist das Wesen des Menschen - und nicht nur des Menschen. Auch ein Virus "konzentriert sich" auf sich und die Erhaltung seiner Art, nicht auf Koloteralschäden, die es verursacht. Die Kolateralschäden werden gerade so weit begrenzt, dass sie sich nicht bei der eigenen Verbreitung als Hindernis erweisen. So gesehen ist ein Virus ohne Gehirn und nicht mal lebend, wesentlich gescheiter als ein Mensch.
----------------------------------------------------------------- Strich drunter

Und nein, ich kann mich nicht wirklich um Weltwirtschaft, die Weltbevölkerung in ihrer Gesamtheit und ähnlich komplexe Themen kümmern. Dazu habe ich, siehe oben, zu viel zu tun. Und außerdem: Man muss delegieren können. Ich zahle schließlich dafür Vertreter (=Politiker =Bereichsleiter, Geschäftsführer). Wie in Unternehmen auch, erweist sich der eine oder die andere dieser bezahlten Geschäftsführer als mehr oder weniger untauglich. Dann gibt es Verfahren (=Wahlen, =Gerichte), sie abzuberufen und manchmal auch zur Verantwortung zu ziehen. Ich halte aber nicht viel davon, mit Messer und Gabel loszuziehen, um sie selbst abzuschlachten. Ich halte nicht einmal viel davon, den Tag damit zu verbringen, mir über diese (auch von mir) gewählten Vertreter tagtäglich und ganztägig das Maul zu zerreißen. Würde eine solche Vorgehensweise in Unternehmen Alltag sein, gäbe es keine Wirtschaft, die überhaupt noch irgendetwas stemmen könnte.

Habe fertig.
 
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Austria, 29.4.2020

29.4.2020:
Neue Fälle: 83
Gleitendes 7-Tage Mittel: 69
R0: 1.02

Forecast 26.5.: 16 (1 - 250)

Ich habe Österreich hinzugefüht, da hier ein Anstieg (in meinem Modell) über die letzten 4 Tage zu beobachten ist der sich womöglich auch für Deutschland abzeichnet. Entsprechend unscharf wird mein Forecast. Der Haupttrend im Forecast für Österreich zeigt noch keinen Anstieg, da ich für R0 ein gewichtetes Wochenmittel verwende, nicht den letzten Tageswert.
 
1 Kommentar
ernst.w kommentierte
Ich wollte nicht gleich widersprechen, weil ich deine Anstrengungen sehr schätze. Aber jetzt habe ich wirklich lange in allen öffentlich zugänglichen Statisiken gesucht. Nirgendwo konnte ich auch nur annähernd 83 neue Ansteckungsfälle für den 29.4. finden. Zurückblickend wurde diese Zahl ab dem 17.4. nicht mehr erreicht oder überschritten. Für den 29.4. habe ich derzeit 36 Fälle eingetragen, die drei Tage davor kamen 51, 47, 33 Fälle dazu.

Nicht wegen i-Tüperlreiterei, ich will nur verstehen. Denn du hast dir die Zahl sicher auch nicht aus dem Finger gezogen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ernst!
Wer Argumenten nicht zugänglich ist, reagiert auf Druck bestenfalls bockig.
Korrekt!
Das erlebe ich fast täglich.
Die Polizei ist zuständig, wenn "das Bockige" in einem Bereich stattfindet, der von der Regierung / den Gesetzen geordnet wurde - wie z.B. bei der Pflicht zum Masken tragen oder Abstand halten.
Schwierig bis unmöglich wird das Ganze, wenn es im privaten Bereich stattfindet.
 
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Schwierig bis unmöglich wird das Ganze, wenn es im privaten Bereich stattfindet.
Das ist aber nicht das Problem. Wer die Richtigkeit / Angemessenheit von Regeln nicht nachvollziehen kann und mit zivilem Ungehorsam reagiert, verhält sich zunächst einmal nicht falsch. In einer Demokratie zumindest.

Das Problem ist vielmehr der unfassbar große Quatsch, der ständig und ungestraft in den neuen Medien (und per Zitat zunehmend auch von etablierten Medien) verbreitet wird. Es fehlt ein funktionierender Regelkreis, der Qualität von Information belohnt. Wenn überhaupt, wird der Unterhaltungswert belohnt. Und Dissing hat per se einen eher hohen Unterhaltungswert.

Die Corona-Krise sollte muMn auch genutzt werden, Regelkreise in die Internet Medienwirtschaft einzuführen. Wie Social Creditpoints o.ä. Damit man beim schnellen Browsen die Spreu vom Weizen trennen kann, ohne sofort immer die Quellen zu recherchieren - was eh kaum jemand macht.

Wer jemals versucht hat, mit einem Impfgegner ein vernünftiges Gespräch zu führen, weiss, wie tief der Vorrat an "Quellen" dubioser Natur ist, nahezu unerschöpflich. Das kommt jetzt alles wieder hoch. Und kulminiert in Corona-Parties oder Verweigerung.
 
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Bei uns auf dem Land finden Dinge statt da faellt man vom Glauben ab.

Der Buergermeister wohnt zwei Häuser weiter und ich bin mit ihm befreundet und wir kamen gestern beim Gassi gehen - mit Abstand - ins Reden.

Eisdiele am Sonntag - Menschenschlange mit max. 1m Abstand - Bedienung ohne Mundschutz und ohne Handschuhe - angesprochen darauf das sie damit ihr Eis kontaminieren koennten und evtl. hunderte Menschen anstecken - wir glauben nicht an die Informationen - alles uebertrieben.

Am Fischteich Trinkgelage mit 19 Erwachsenen - angesprochen und Pruegel angedroht bekommen - Corona gibts nicht Erfindung der Regierung.
Polizei ist ueberlastet und kann keinen Einsatz fahren.

Im Rathaus wird einem Besucher der Eintritt verweigert weil er keine Maske auf hat.
Wueste Beschimpfungen - faules Beamtenpack - er wird sich beschweren.

Leider haben es doch einige immer noch nicht begriffen.
 
2 Kommentare
falconeye kommentierte
> wir glauben nicht an die Informationen

(siehe auch deinen Kommentar unten)
Aber genau das meinte ich doch, Du bestätigst es hier nur selbst:
Die Leute verfallen den Desinformationskampagnen. Hier muss man ansetzen, nicht bei der Durchsetzung der Regeln gegen die Einsicht mit Gewalt (das schon auch, aber eben sekundär).

Die Urheber der Desinformationskampagnen sollten identifiziert und wie Hacker auf die Informationsinfrastruktur eines Landes verfolgt werden. Denn gut gemachte Desinformationen verbreiten sich fast exakt so, wie ein Computervirus. Und ja, es gibt diese Urheber und die handeln im vollen Wissen um den Schaden, den sie willentlich hervorrufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
mfey kommentierte
Die Übergänge von falsch, zu wenig zutreffend, zu Aussenseiter, aber vielleicht doch zutreffend, sind fliessend und wissenschaftlich nicht klar definierbar. Wie ich unsere Mainstream - Meinungspresse und deren Vertreter einschätze, ist es dann nur noch ein kleiner Schritt auch Andersdenkende als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, wie man das z.B. mit Daniele Ganser und anderen macht, die zu anderen Themen (hier etwa Friedenspolitik) durchaus Ansätze liefern, über die es lohnt nachzudenken.
In der Flüchtlingskrise gab es auch schon mal Ansätze "ein Wahrheitsministerium" zu gründen, ich weiss nicht, was daraus wurde. Die Sozialen Medien wurden glaube ich da schon in die Pflicht genommen und haben auch schon bedenkliche Löschungen in ganz anderen Fällen vorgenommen. Ich halte es für gefährlich, an dieser Schraube zu drehen. Wenn dann muss ein Gesetz ja sehr allgemein formuliert werden.
In Ungarn werden ja nun auch schon kritische Journalisten wegen falscher Hofberichterstattung mit Gefängnisstrafen bedroht. Das wird dann auch anderenorts möglich und je nach Regierung auch Wirklichkeit werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist aber nicht das Problem. Wer die Richtigkeit / Angemessenheit von Regeln nicht nachvollziehen kann und mit zivilem Ungehorsam reagiert, verhält sich zunächst einmal nicht falsch. In einer Demokratie zumindest.

Das sag ich der Rennleitung demnaechst wenn sie mich mit 180 in der 130er Zone erwischt und rausholt.
Die Regel ist nicht angemessen, mein Auto hat Sportfahrwerk 275er Breitreifen, die Autobahn war ausserdem leer, insofern kann ich sie nicht nachvollziehen und reagiere mit zivilem Tempo Ungehorsam - weil wir sind ja in einer Demokratie.

Wer Regeln unangemessen findet der kann ja bei der naechsten Wahl seine Meinung kundtun und darauf setzen das noch mehr seiner Meinung sind.

Ansonsten gilt - innerhalb der Regeln - die Freiheit eines jeden geht soweit wie sie die des Anderen nicht einschraenkt oder schaedigt.
Und die Uebertragung eines potentiell toedlichen Virus halte ich fuer eine deutliche Schaedigung.

Anderes Beispiel Autorennen mit toedlichem Ausgang werden inzwischen als Mord angeklagt.

Was sind Gruppenversammlungen bei denen am Ende einer stirbt?

Ordnungswidrigkeiten?

Die Beteiligten haben vorsaetzlich eine Gefahr fuer Leib und Leben herbei gefuehrt.

Auch der Raser ging davon aus das er die Situation unter Kontrolle hat und niemand zu schaden kommt.
 
5 Kommentare
Sedlitzer kommentierte
Wenn die Rennleitung zuständig ist, bist du nicht mehr im privaten Bereich. Die Antwort oben von @falconeye bezog sich aber auf diesen.
Insofern hinkt der Vergleich.
 
hansolo22 kommentierte
Die Ausgangs- und Distanzregeln betreffen ganz klar auch den privaten Bereich.
Also wenn ich mich "privat" treffe dann gelten diese Regeln.

Das gilt und galt schon davor fuer viele andere Dinge - z.B. Misshandlungen von Kindern, Laermschutzregeln und vieles mehr.
Da hinkt gar nichts.
 
falconeye kommentierte
Doch, das hinkt, da die Sinnhaftigkeit solcher Regeln ein jeder (*) einsieht.
(*) im Sinne der überwältigenden Mehrheit. Die im Falle von Corona aufgrund Desinformation halt bröckelt.
Übrigens gilt in unserer Demokratie auch der Grundsatz, dass Regeln nur rechtmäßig sind, wenn sie auch durchsetzbar sind.
 
hansolo22 kommentierte

So macht sich jeder seine Welt - das ist das Problem.
Fuer mich ist die Musik nicht zu laut sagte der Nachbar und muede bin ich auch noch nicht.
 
Klaus Harms kommentierte
Du bist auf Deinem Gebiet sicherlich gut. Mit rechtlichen Beurteilungen solltest Du Dich besser zurückhalten.

 
In den USA sind Stand heute mehr Amerikaner an Covid-19 gestorben, als US-Soldaten im ganzen Vietnamkrieg.
Wer das Vietnam War Memorial mal besucht hat und die unfassbar vielen Namen eingraviert gesehen hat, der
bekommt jetzt vielleicht eine ungefähre Ahnung davon wie groß das Problem tatsächlich ist.

Was den Einzelnen angeht, nehmen wir mal aktuelle Zahlen der Johns Hopkins, heute, am 29.4.2020 um
rund 15:300h MESZ abgerufen: Die melden für Deutschland 160059 bestätigte Infektionen und 6314 Tote.
Das sind 3,94%.

Wer in Deutschland mit oder ohne Symptome positiv getestet wird, landet ziemlich sicher in dieser
Liste der bestätigt gemeldeten Infizierten.

Was sich aber kaum einer bewusst macht, ist daß man mit Aufnahme in diese Liste auch Teilnehmer
der Lotterie 1 aus 25 wird. Eine Quote von 3,94% bedeutet nämlich daß jeder fünfundzwanzigste
diese Liste nicht lebend verlässt.

Das sind verdammt schlechte Karten.

Man sollte annehmen, daß das für jeden halbwegs intelligenten Menschen Grund genug sein müsste
alles zu unternehmen um zu verhindern überhaupt erst (infiziert zu werden und damit) auf die Liste
zu kommen.

Man justiert stattdessen die eigene Einschätzung der Verteilung des Intellekts in der Bevölkerung.

Nach unten.

Weit nach unten.

Es ist zum Verzweifeln.
 
Fraenker kommentierte
Dass die Risikogruppe ein höheres Risiko hat, daran zu sterben, als die Nichtrisikogruppe, dürfte wohl klar sein.
Dafür brauche ich gar keine Statistik, das ergibt sich aus den Bezeichnungen.
Ich drücke der Risikogruppe (zu der ich laut Aussage meiner Hausärztin auch gehöre, aber nicht zur Hochrisikogruppe) ganz fest die Daumen, dass die bedauernswerten Politiker kluge Entscheidungen/Abwägungen vornehmen werden, damit sich die Wirtschaft auch weiterhin die Versorgung aller Bevölkerungsgruppen leisten kann.
 
falconeye kommentierte
Ich hoffe, dieser Beirag war humoristisch gemeint. Icg fands lustig, aber versteht vielleicht nicht jeder.
 
hansolo22 kommentierte
Jene Menschen die infiziert wurden und symptomlos blieben spielen fuer die Einschaetzung der Schwere und Risikos aus meiner Sicht keine Rolle.
Die Argumentation von Visual Pursuit finde ich schluessig.
Selbst wenn man eine symptomlose Gruppe von 90% hat bleiben immer noch 10% die Erkranken und in die Ueberlebenslotterie gehen = 8 Million = 320.000 Tote
Nach Streeks Prozentzahl kommt man auf knapp 300.000 Tote.

Wenn wir weiter davon ausgehen - muessen - das sich das Virus langsam und kontrolliert durch Massnahmen durch die Bevoelkerung arbeiten wird - und die Zahlenverhaeltnisse bleiben so dann haben wir nach einem Jahr eben diese Anzahl von Toten.

In Deutschlang starben letztes Jahr 927 tausend Menschen - das waeren zusaetzlich ein Drittel mehr and Toten.

Wenn der Veterinaermediziner am RKI mal solche Hochrechnungen zeigen und erklaeren wuerde dann koennte ich mir vorstellen waeren einige doch umsichtiger.
 
Zuletzt bearbeitet:
D
dimetos kommentierte
Dabei hat man noch Glück, wenn man sich in Deutschland testen lässt, dann beträgt die Sterbewahrscheinlichkeit bei positivem Test 1:25. Wenn man sich dagegen in der Schweiz testen liesse, wäre bei positivem Test die Wahrscheinlichkeit noch 1:16. Und in Frankreich gar 1:7. Das mit dem Testen scheint echt gefährlich zu sein.

Man braucht, glaube ich, kein Doktorat in Mathematik um zu erkennen, dass an der Argumentation was faul ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
gelenkpfanne kommentierte
Erster Satz in meiner Statistikvorlesung im ersten Semester: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast.
Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich den Saudiarabischen Virus nehmen: 0,7% klingt schon gar nicht mehr so gefährlich. Oder den aus Katar: 0,08%. Das ist noch besser.
 
Was den Einzelnen angeht, nehmen wir mal aktuelle Zahlen der Johns Hopkins, heute, am 29.4.2020 um
rund 15:300h MESZ abgerufen: Die melden für Deutschland 160059 bestätigte Infektionen und 6314 Tote.
Das sind 3,94%.
Damit das Zitieren dieses Quotienten mal aufhört ...
Weder gibt dieser die Fallsterblichkeit (die ist höher), noch die Infektionssterblichkeit (die ist niedriger) an. Also lasst es.

Da die Infektionssterblichkeit zwischen unter 0.1% und über 25% liegt, je nach Alter etc., ist der Mittelwert für persönliche Betrachtungen auch irrelevant.

Für epidemiologische Betrachtungen ist die Infektionssterblichkeit wichtig, die wird zwischen 0.4% und 1.6% geschätzt, je nach Quelle. Oft wird mit ~1% gearbeitet.
 
Kommentar
In den USA sind Stand heute mehr Amerikaner an Covid-19 gestorben, als US-Soldaten im ganzen Vietnamkrieg.
Auch, wenn dies an anderer Stelle hier verteufelt wurde. Aber ich möchte ungern den toten 20 jährigen gefallenen Sohn und den 80 jährigen Großvater gleichsetzen. Ich will überhaupt keine dieser Vergleiche Tote gegen Tote sehen.

Wenn man sich dem Thema "Größe der Tragödie" nähern möchte, schlage ich vor, dies über die Übersterblichkeit zu tun. Z.B. im Vergleich zu Grippeepidemien in jüngerer Zeit. Hier liegen jetzt ja auch Zahlen vor und ausser für Deutschland (wir haben die Epidemie bis jetzt aufgehalten) ist die Übersterblichkeit in vielen Ländern bereits deutlich sichtbar.
 
3 Kommentare
VisualPursuit kommentierte
Ich setze nichts gleich, ich gehe lediglich davon aus, daß viele dieses Monument
kennen und sich nun vorstellen können wieviele Namen 58.000 Tote tatsächlich
ausmacht.

Es ist als greifbares Bild für die Dimension gedacht, nichts weiter.
 
mfey kommentierte
Wie ein Monument mit 200 000 Grippetoten aussähe, kann man sich auch vorstellen ......
Sorry, falsche Zahl: Grippetote in den USA in Saison 2017/2018 ca 60 000. Damit soll nichts verniedlicht werden, es ging ja um Dimensionen.
 
Zuletzt bearbeitet:
falconeye kommentierte
Schon wieder ein Grippevergleich
Noch einmal: Während der seit 30 Jahren tödlichsten Grippewelle 2017/2018 verstarben (Zahlen für Deutschland, Quelle RKI) offiziell 1.674 Personen an Influenza. An Covid trotz Eindämmung mehr. Die Übersterblichkeit betrug 25.000 Personen (im Winterhalbjahr mehr verstorbene Personen). Die Übersterblichkeit ordnet man i.d,R. der Grippe zu und wird oft als Todeszahl der Grippe genannt. Die Übersterblichkeit für die Corona Epidemie in Deutschland ist noch nicht bekannt, aber eher gering, da ja keine Durchseuchung stattfindet. In Italien, Spanien etc. ist die Übersterblichkeit aber bereits jetzt zu Beginn der Epidemie höher als sie bei der Grippe je war.
 
Zu den "Sofort"-Hilfen (14 Tage vorbei, kein Geldeingang, nicht mal ein Ablehnungsbescheid) für Selbstständige ist zu bemerken:
Nach wie vor scheint es der Regierung bei den Soforthilfen für Selbstständige nur darum zu gehen, deren laufende und nicht sofort reduzierbare Kosten (Geschäftsraum-Mieten, Lohn/Gehaltszahlungen, etc.) zu subventionieren.
Die mangels Einnahmen fehlenden Gewinn-Entnahmen für den Betriebsinhaber, die für dessen Lebensunterhalt erforderlich sind, werden dabei offensichtlich überhaupt nicht berücksichtigt.
Und die für Einkäufe von Material zur Endfertigung und von Waren zum Wiederverkauf nun fehlenden Mittel werden in den nächsten Monaten zu einer weiteren Umsatzeinbuße führen, am Ende stehen dann die geschäftliche und die private Insolvenz.
 
4 Kommentare
Beuteltier kommentierte
Die Botschaft hör' ich wohl, allein -
mir fehlt der Glaube.
 
Klaus Harms kommentierte
Ruf mich an und lass uns gemeinsam weinen. :daumenhoch:


 
Beuteltier kommentierte
Gestern war ich noch verzweifelt,
heute erhalte ich eine eMail der Regierung, an die der positive Bescheid als PDF-Datei angehängt war.
Das beantragte Geld wurde angeblich bereits gestern überwiesen.
 


Nun, die genannten "Einkäufe" gehören unzweifelhaft
zu den Betriebsausgaben und dürfen folglich von den
Mitteln der Sofort-Hilfe bestritten werden.

Allerdings sollte man da kaufmännische Vorsicht walten
lassen und keinesfalls mehr einkaufen als die vor März
im Monatsdurchschnitt üblichen Mengen.

Ich sehe für die nächsten zehn Jahre (!), denn so lange
gilt die Aufbewahrungsfrist für alle im Zusammenhang
mit der Soforthilfe-Gewährung relevanten Unterlagen.
da noch jede Menge juristische Auseinandersetzungen
auf uns zukommen – Stichwort: Überkompensation …

Meine Empfehlung an alle Soforthilfe-Empfänger:
Derzeit, wenn es irgend geht, die Kohle liegenlassen
und abwarten, ob und wie sich die Verwendungszwecke
ändern – Stichwort: eigenes Gehalt für Solo-Menschen …

.
 
1 Kommentar
hansolo22 kommentierte
Die zehn Jahresfrist gilt fuer Unternehmer generell fuer alle steuerrelevanten Unterlagen wie Rg. etc.
Ich hab im Dezember fuer einen zwei Jahresumsatz Rohmaterial eingekauft - da ich 35% Nachlass bekam.
Besser kann ich mein freies Kapital nicht verzinsen, dachte ich damals - da war Corona noch nicht auf dem Schirm.
 

Naja, nicht ganz.
Die Bastion ist allein Art. 1.
Es kann nicht die Rede davon sein, dass der Staat in der Pflicht ist, jedes einzelne Leben zu schützen.
Was er nicht darf, ist Leben gegen Leben aufwiegen oder Leben gegen Geld (Bsp. Folterverbot bei Entführung, Verbot eine entführte Passagiermaschine abzuschießen).
Der Staat kann keinen Einzelnen vor einer Naturgewalt schützen. Corona ist eine Naturgewalt.
Derzeit wird nur dafür gesorgt, dass die Intensivkapazitäten ausreichen. Nicht mehr und nicht weniger.
 
2 Kommentare
Gianni33 kommentierte
Das wäre ein Fall für das Bundesverfassungsgericht, sofern in dieser Angelegenheit eine Verfassungsbeschwerde eingelegt wird.
 
falconeye kommentierte
Das Infektionsschutzgesetz schränkt ebenso wie das Gesetz zur Wehrpflicht das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit ein. Dafür wurde die Verfassung geändert und das alles wurde zig mal überprüft. Oder glaubst Du, wie sonst es eine Impfpflicht oder Wehrpflicht geben konnte?
 
:Coronavirus:

Achtung: nur Hessen
+Corona - Service 29.04.2020+ / Quelle, Text und ein danke: Mark Weinmeister, hessische Staatskanzlei


Ich bin schon mehrmals gefragt worden, ob es eine gute Übersicht über alle Hilfen im Land Hessen gibt, die im Rahmen der Corona-Krise gewährt werden.

Die WI-Bank Hessen (Danke, Gottfried Milde) hat eine schöne Zusammenstellung online gestellt, die ich hier gerne allen zur Kenntnis geben möchte.

Link
 
Kommentar
Hallo Sven!
Meine Empfehlung an alle Soforthilfe-Empfänger:
Derzeit, wenn es irgend geht, die Kohle liegenlassen und abwarten, ob und wie sich die Verwendungszwecke ändern – Stichwort: eigenes Gehalt für Solo-Menschen …
Wie soll das gehen, wenn man die Kohle gar nicht bekommen hat?
 
jazzmasterphoto kommentierte
.

Die Sache ist nicht wirklich einfach, aber ...

1. gebietet die kaufmännische Vorsicht, die Soforthilfe zu beantragen.

2. definiert z.B. NRW wie folgt: "… vorhandene Mittel reichen nicht aus,
um die kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. [jetzt kommt
der wichtige Satz]
Die vorhandenen Mittel umfassen nur den aktuellen
Cashflow, also die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben, und nicht
Rückstellungen oder private Rücklagen."

3. kann man also genügend Geld haben und dennoch o.g. Kriterium
erfüllen.

4. woraus mein Rat resultiert, erst einmal abzuwarten.

5. gilt auch und ist wichtig: "Eine Überkompensation entsteht dann,
wenn der Antragsteller mehr Zuwendungen erhält, als sein tatsächllich
eingetretener Schaden – also insbesondere der durch die Corona-Krise
eingetretene Umsatzausfall
abzüglich eventuell eingesparter Kosten
(z.B. Mietminderung) ist." Hervorhebung vom Autor

.
 
Kurt Raabe kommentierte
Danke Sven
für die Erklärung
 
hansolo22 kommentierte
In Bayern war ich ganz am Anfang auf deren Webseite.
Eine einseitige Erklaerung das die Firma in existenziellen finanziellen Noeten ist haette da gereicht.

Hr. Laschet erzaehlt halt gerne das Eine und macht was ganz Anderes.
 
jazzmasterphoto kommentierte
.

Mmh, Bayern reicht ein eigenes Programm PLUS das Bundesprogramm aus.

In NRW speist sich die Soforthilfe nur aus dem Bundesprogramm – und dies für Antragsteller mit vier ODER-Bedingungen,
die alle klar und eindeutig sind. Irgendwo im Thread ausführlich genannt. Bei mir trafen gleich zwei der Bedingungen zu …

Daß die Vergabe-Bedingungen je Bundesland verschieden sind, ist dem Föderalismus geschuldet und hat mit Hr. Laschet
nun wahrlich nichts zu tun. Daß man in Baden-Württemberg sich auf der Soforthilfe als Solo-Selbstständiger ein Gehalt
in Höhe von 1180 Euro genehmigen darf, in den anderen Bundesländern dagegen nicht, wurde als Problem erkannt und
befindet sich längst in der politischen Diskussion. Auch deshalb rate ich zum Abwarten …

.
 
Beuteltier kommentierte
Heute erhielt ich eine eMail der Regierung, an die der positive Bescheid als PDF-Datei angehängt war.
Das beantragte Geld wurde angeblich bereits gestern überwiesen.
 
2 Kommentare
falconeye kommentierte
Eine Ausrottung hat nie jemand propagiert. Sondern Containment auf niedrigem Niveau, so auch von diesem Konzept empfohlen. Schon längst bekannt als Hammer and the Dance Strategie.
 
Molly_1 kommentierte
Das hören wir doch von Span, Drosten, RKI u.a. und den Ministerpräsidenten seit Wochen! Anderslautende Forderungen kommen doch nur von den Lobbyisten und Hobby-Virologenin diesem Forum!
 
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