Hi Daniel, ...Erzähl doch bitte mal, wie man Mördermuscheln und Seegurken ärgert!
Stimmt, die Antwort war ich dir ja noch schuldig!
Seegurken sind Tiere, die aussehen wie... Gurken, und ihren Magen auf der Jagd ausstülpen, um ihre Beute zu verdauen. Wenn man sie hochnimmt, "kotzen" sie sozusagen...
"Mördermuscheln" oder Riesenmuscheln werden laut Wikipedia bis zu 1,40m lang und 400kg schwer. Ihr fleischiger Schalensaum leuchtet oft weithin sichtbar und hat ordentlich Abschreckungswirkung. Es gibt zahlreiche Geschichten, nach denen Taucher auf der Jagd nach dem Muschelfleisch oder Perlen von zuschnappenden Schalen festgehalten wurden und letztlich ertranken. Mir selbst erzählte ein Balinese 2012 eine solche Geschichte von seinem Kumpel, dokumentierte Fälle gibt es jedoch wenige.
Wenn man mit der Hand über einer offenen Muschel wedelt, schnappt diese blitzschnell zu, das ausgestoßene Wasser spürt man gut im Gesicht.
Da ich Go Pro-Verweigerer bin, habe ich keine Bilder von den Ungetümen - hier werden die Größenverhältnisse aber deutlich (die Videos sind nicht von mir).
http://www.youtube.com/watch?v=tbK-TAJ5C44
In einem "richtigen" Australienurlaub dürfen natürlich die Koalabären nicht fehlen. In Australien gibt es unzählige Nationalparks, Conservation und Recreation Areas - manchmal eher private Zoos mit weitläufigen Gehegen. Nichtsdestotrotz die beste Gelegenheit, die typische Tierwelt des Roten Kontinents hautnah zu erleben.
#38 Auch Koalas sind durch Abholzung und Buschbrände bedroht. Meist hängen sie in Astgabeln und chillen den lieben langen Tag.
#39 Der Kookaburra macht seinem Namen - Lachender Hans - alle Ehre!
Die zu den Eisvögeln zählenden Tiere werden etwa so groß wie Tauben und klauen gern an Picknicktischen - wenn das schief geht, schimpfen sie mit lautem, keckernden Lachen.
http://www.youtube.com/watch?v=Fc_-icFHwQo
#40 Diese Tauben (mir unbekannter Spezies) treffen wir häufig an.
Wir fahren weiter durch die Pilbara nach Tom Price. Die Stadt wurde aus dem Boden gestampft, eine Oase des Wohlstands in der öden Steppenlandschaft. Ein einfacher Minenarbeiter verdient hier um die 250.000 Dollar pro Jahr, dazu sind Sprit und Lebensmittel subventioniert, ganze Häuser gestellt. Quelle des Reichtums ist die größte Eisenerzmine der Welt, Australien ist zugleich größter Eisenexporteur der Erde, hauptsächlich in das stahlhungrige China.
#41 Die riesigen Schaufelradbagger sehen wir oft in der Gegend.
#42 Dieses Spielzeugauto findet noch auf einem "Road Train" Platz.
Diese Dinger flößen uns gehörigen Respekt ein: mit bis zu vier Anhängern und 100 Rädern, 50 m lang und 150 Tonnen schwer nehmen sie selbst die breiten australischen Highways vollständig ein - wohl dem, der schnell genug auf den Seitenstreifen ausweicht! Manchmal sehen wir zerfetzte Kängurus oder gar halbierte Kühe am Straßenrand.
Die Gefahr eher in den Monstertrucks wähnend, tingeln wir weiter gen Süden, ich schlafe, Claudia fährt. Plötzlich knallt es ohrenbetäubend, es scheppert und splittert, wir geraten ins Schlingern, Claudia schreit wie am Spieß! Hat sie jemanden überfahren? Beim Blick zurück sehe ich das noch zuckende Tier am Straßenrand - ein großes, suizidales Känguru ist uns in die Seite gerannt! Der Spiegel abgerissen, die gesamte rechte Flanke demoliert, die Tür verkeilt, das Tier tot. Als wir uns dem polizeilichen und versicherungstechnischen Prozedere stellen, sitzt der Schreck noch in den Knochen... Schließlich eilt Friedemann zu Hilfe, biegt pragmatisch mit einer Axt die verkeilte Fahrertür zurecht - "Na und, ist doch sowieso kaputt!"
#43 Wir erreichen die
Pinnacles, zauberhafte Sandsteinformationen an der Westküste, zum besten Morgenlicht.
#44 Man weiß nicht genau, wie die Felsnadeln aus Kalkstein entstanden - möglicherweise infolge eines Erosionsprozesses, der die harten, versteinerten Baumstämme im Wüstensand zurückließ.
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Zurück in Perth haben wir das nagende Gefühl, nur einen Bruchteil Australiens kennengelernt zu haben. Erzählungen steigern unsere Neugier: von zehrenden Outback-Durchquerungen und dem Norden des Landes mit seinen Krokodilen und Regenwäldern. Der Drang, zurückzukehren ist groß, und muss wohl noch gestillt werden!
Im nächsten Reisebericht nehme ich euch mit in eine ähnlich unwirtliche, faszinierende, jedoch oft bitterkalte Region: die Atacamawüste, den trockensten Ort dieses Planeten - eine Landschaft, die mich beeindruckt hat wie keine andere zuvor...
Danke fürs Mitreisen, bis zum nächsten Mal.
