Mitmachthema Charakteristisches aus dem Ruhrgebiet

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Moin,

ich habe mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt. Selbstverständlich ist das die Geschichte des Ruhrgebietes. Nur ist die bunte Beleuchtung der als Baudenkmäler gehandelten ehemaligen Arbeitsstätten, wo einmal der wesentliche Anteil des bundesrepublikanischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet wurde, ganz und gar nicht mein Geschmack. Es macht auf mich immer den Eindruck jahrmarktschreierischer Vergewaltigung, wenn durch solche und artgleiche "Installationen" diese Orte der oft sehr schweren körperlichen Arbeit schrill beleuchtet dem langsamen Verfall preisgegeben werden, anstatt sie als das was sie einst waren der Nachwelt zu erhalten und zu pflegen. Vielleicht auch, um die Generationen von Arbeitern etwas zu ehren, die dort ihre Lebensarbeitszeit und oft genug auch das Leben selbst investiert haben. Diese Gelände waren auch zu Zeiten ihres Betriebes hinreichend beleuchtet - zwangsläufig, man wollte ja dort arbeiten können - nur nicht so kitschig.

Es käme wohl niemand ernsthaft auf die Idee, die steinernen Zeugen frühmenschlichen Nahrungserwerbs mit Leuchtfarbe anzupinseln damit sie in der Vitrine "hübscher" zur Geltung kommen. Ich bin mir aber darüber im Klaren, dass ich mit damit wohl nicht auf allzuviel Gegenliebe stoße. Ist ja auch nur meine ganz persönliche Meinung und Geschmack.

Freundliche Grüße

Wolfgang
 
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Die Industriekultur wird ja eben nicht dem Verfall preisgegeben, sondern es wird versucht, zu retten was zu retten ist:
Besichtigungen, Museen, coole Restaurants, Veranstaltungen aller Art und ja bei manchen auch nächtliche Beleuchtungen sollen das Interesse wecken, da mal hinzugehen.
Die Kommunen sind nun mal allesamt verschuldet, die Arbeitslosigkeit ist hoch und daher muss eben vieles zu Recht umsonst angeboten werden, kann aber nicht umsonst restauriert und erhalten werden.
Dann ist es legitim, bevor alles verfällt, hier auch mal so ne Art Marketingmethoden einzusetzen und Interesse zu wecken. Das ist der Stil der Zeit, ob er nun gefällt oder nicht, er dient hier eindeutig einem guten Zweck.
Die vielen jungen Besucher vor Ort sind ein lebendiger Beweis, dass das Konzept stimmt.
Vor Ort wird Historisches leibhaftig erlebbar gemacht und durch unzählige multimedial verpackte Informationen so vermittelt, dass bei Interessierten auch was hängen bleiben kann.
Sorry, deine einseitige Interpretation und Konzentration nur auf irgendwelche Beleuchtungseffekte, weckt den Verdacht, dass du nie vor Ort warst oder einfach keinen echten Bezug zum Ruhrgebiet hast oder eben eine seltene Aussenseiterposition aus welche Gründen auch immer bezogen hast.

Martin

 
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Moin Martin,

naja, was meinen mangelhaften Bezug zum Ruhrgebiet anbetrifft, ich weiß nicht recht ...

Ich bin nur in Mülheim an der Ruhr geboren und in Duisburg Neuenkamp an Rhein und Hafen und in Neudorf groß geworden. Ich kenne die Gute Hoffnungshütte noch aus Zeiten wo sie nicht nur so hieß, sondern ich war auch darin als dort noch hart gearbeitet wurde. Als Schüler gehörten Besuche in Bergwerken (nicht das Bergwerksmuseum in Bochum, sondern in Betrieb befindliche solche) beim MPI für Kohlenforschung in Mülheim und in der Montan-und Stahl-Industrie (z.b. die Rohrkonti-Straße der Mannesmann Röhrenwerke ist mir noch sehr gut in Erinnerung) noch zur Selbstverständlichkeit im Unterricht und die Chemie der Eisenverhüttung und Stahlerzeugung war u.a. Prüfungsfach. Ein nicht geringer Teil meiner Verwandtschaft wohnte und arbeitete dort in Meiderich und Hamborn und die Spiele des MSV Duisburg zu sehen war meinem Großvater Ehrensache.

Insofern ist mein Bezug zum Ruhrgebiet natürlich begrenzt, denn in der Tat habe ich den bunten Landschaftspark in Duisburg noch nie betreten. Bilder davon reichten immer um mir die Tränen in die Augen zu treiben. Aber wenn Du sagst/schreibst, dass dies dem Zweck der Erhaltung dient und das Rezept aufgeht will ich es mal glauben, auch wenn ich beim Betrachten der Bilder oft einen anderen Eindruck als den der Erhaltung bekomme. Mein Geschmack ist es dennoch nicht.

Nix für ungut es ist meine Heimat und damit ist die Geschichte des Ruhrgebietes zu einem winzig kleinen Teil auch meine eigene - will sagen, dass mir der "Pott" immer am Herzen lag und liegt, auch wenn ich seit rund 30Jahren im kühlen Norden wohne und arbeite. Aber vielleicht bin ich ja der von Dir prognostizierte Außenseiter?

Freundliche Grüße zum Abend

Wolfgang
 
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denn in der Tat habe ich den bunten Landschaftspark in Duisburg noch nie betreten.
Freundliche Grüße zum Abend

Wolfgang

Moin Wolfgang
dann wäre doch die P&A 2017 mal ein willkommener Anlass
1. du kannst dir Fotogedöns anschauen und uns am NF-F-Stand besuchen
2. du kannst dir anschauen das wirklich viel getan wird um die alten Industrieanlagen
zu erhalten. Ist doch eine tolle Sache, anstatt zu verschrotten diese Anlagen für Freizeit und Kultur zu nutzen. Z.B. in der Kraftzentrale finden unter anderem regelmäßig Konzerte statt.
 
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Die Marina Bergkamen-Rünthe:
Sportboot- und Yachthafen am Hamm-Datteln-Kanal. Der Freizeitmittelpunkt in der Region Nördliches Ruhrgebiet. Nicht nur für Bootfahrer, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. Und die Großkraftwerke, hier das von Bergkamen-Heil sind immer (noch) allgegenwärtig.


 
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Früher standen dort Schilder mit dem kurzen Hinweis "Betreten verboten". Das hat über Jahrzehnte gereicht. In der heutigen Schuldzuweisungsschadensersatzwelt mus man aus haftungsrechtlichen Gründen auf jeden Schiss hinweisen.
 
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LAPADU Duisburg
dunkle Atmosphäre, trübes Wetter, Wolken mit EBV eingesetzt und bei der BW Umsetzung kräftig an diversen Reglern gedreht, bis es meiner Stimmung entsprach.

BW_LapaduGmicSmall by Martin Feyerabend, auf Flickr



original jpg ooc in Farbe ohne Wolken:

DSC_3408small by Martin Feyerabend, auf Flickr

Bin sonst kein BW Fan, aber hier kommt die beabsichtigte Bildwirkung nur mit BW rüber.

Oder ??
 
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Schwerte kann man neben Unna und Hamm ruhigen Gewissens noch zum östlichen Rand des Ruhrgebietes zählen.
Hier ein paar Bilder von der Rohrmeisterei, einem Kulturzentrum mit Restauration. Wikipedia sagt dazu u.a.:
"Die Rohrmeisterei Schwerte ist eine ehemalige Pumpstation (erbaut ab 1890) zur Trinkwasserversorgung."


Ein paar Eindrücke vom Gebäude:








Die hierzulande üblichen Gebäude- und Wandverschmierungen sind natürlich auch vorhanden, wie man sehen kann .

Und so sieht es innen im Restaurant aus, leider sind wg der extremen Kontraste die Lichter ausgefressen:




Oben drüber trohnt noch ein ehemaliger Laufkatzen-Kran mit Hand-Kettenbetrieb (Traglast war max. 5 t):

 
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