Botswana – Fotosafari vom Chobe River bis ins Okavangodelta

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

Sandra Petrowitz

Sehr aktives NF Mitglied
Marktplatz
Registriert
Liebe Foristi,

nach einer längeren arbeitsbedingten Abwesenheit melde ich mich wieder zurück :hallo:

Und möchte Euch mitnehmen in eine Ecke der Welt, die es mir seit meinem ersten Besuch sehr angetan hat: Botswana. Im Frühjahr war ich mit einer kleinen Gruppe enthusiastischer Fotografinnen und Fotografen auf Safari, und von dieser Fotoreise stammen die nachfolgenden Bilder. Los ging's in Kasane, am Chobe River, und dann durch den Chobe National Park und die Region Savuti bis nach Khwai und ins Moremi Game Reserve, ins Gebiet Xakanaxa.



Kommt Ihr mit?

LG Sandra
 
Anzeigen
Die Regenzeit, die normalerweise im Februar, spätestens im März endet, hatte diesmal besonders lange gedauert. Noch bei unserer Ankunft hingen dicke graue Wolken über dem Land. Einen Tag später, auf dem Weg von Kasane durch das Chobe Forest Reserve in Richtung Savuti, schoss das Wasser in den tieferen Pfützen bis über die Motorhaube des Landcruisers – beeindruckend. Völlig unbeirrt von den Wassermassen steuerte unser Guide KB das Fahrzeug stundenlang in Richtung Süden. Sämtliche Ausrüstung blieb trocken, und am Abend belohnte uns im ersten Camp ein fantastischer Sonnenuntergang.

Ach ja, das eine oder andere Tier gab's auch schon zu sehen – Giraffen AUF der Straße und Löwen direkt daneben …


Die Giraffe hat Vorfahrt, Chobe


Neugierige junge Giraffen, Chobe


Löwenbegegnung direkt neben der Straße, Chobe


Abendstimmung im ersten Camp

LG Sandra
 
Kommentar
Die Tour war als Mobile Safari angelegt. Das bedeutet, man schläft in einem exklusiven Zeltcamp, das an jeder Stelle für die Gruppe auf- und (in unserem Fall) nach drei Nächten wieder abgebaut wird. Um das Auf- und Abbauen sowie um das leibliche Wohl der Gäste kümmert sich ein dreiköpfiges Camp-Team. Die Zelte sind geräumig und bieten auch zwei Reisenden mit Gepäck und Fotokram genügend Platz. Zu jedem Zelt gehört ein Freiluft-Badezimmer, das "umzäunt" ist mit Zeltplane, und aus einer Buschtoilette und einer Buschdusche besteht. Wer duschen möchte, sagt dem Camp-Team Bescheid, dann wird der Eimer (mit Duschkopf, bitteschön!) mit warmem Wasser gefüllt. Luxus!

Die Zeltplätze hat man exklusiv für sich, und es sind gesonderte Plätze, die nur für Mobile Safaris genutzt werden dürfen (nicht für individuelles Campen). Sie liegen in aller Regel sehr schön, natürlich mitten in der Natur – mitten im Busch – mit den dazugehörigen Geräuschen (vor allem in der Nacht). Das ist Safari pur.

So sieht sowas aus:



Es gibt ein Aufenthalts- und Esszelt, aber wenn es das Wetter erlaubt, wird oft das Zeltdach entfernt und unter freiem Himmel gegessen.

LG Sandra
 
Kommentar
Schön Sandra: ich geniesse deine Einblicke in eine Welt, wo ich wohl nie hinkommen werde ... :up::up::up:

Und ich freue mich auf mehr ...
 
Kommentar
Die nach den Regenfällen hohe Luftfeuchtigkeit beschert uns am anderen Morgen traumhafte Nebelstimmungen, als wir zu unserer ersten Pirschfahrt aufbrechen.


Morgennebel in Savuti

Die Protagonisten sind auch schon wach.


Impala im Morgennebel

Savuti zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus. Es gibt weite Marschen und lockere Baumbestände, Granithügel und Wasserflächen. Zwei Tage lang erkunden wir die Region auf ausgedehnten Streifzügen.


Leierantilope oder Tsessebe in den Savuti-Marschen

Nach einer ausgiebigen Morgen-Tour, die vor Sonnenaufgang beginnt und bis in den späten Vormittag dauert, kehren wir üblicherweise ins Camp zurück. Wir sichern und sichten Bilder, nutzen die Gelegenheit zur Buschdusche oder legen einfach mal die Füße hoch – trotz allem ist so eine Fotoreise ja schließlich Urlaub. So sieht das Camp um die Mittagszeit typischerweise aus:


Safari-Camp Savuti

Hochgradig faszinierend ist für mich immer wieder die Vielfalt der Tierwelt. Es gibt so viel zu entdecken, zu sehen, zu fotografieren und zu beobachten, dass man manchmal gar nicht mehr hinterherkommt. Und bald gerät auch die Vogelwelt in den Fokus der Fotografen, selbst wenn sie das vorher vielleicht gar nicht so richtig vorhatten


Blauwangenspint


Milch-Uhu in der Abenddämmerung


Waffen-Kiebitz (eigentlich müsste er Waffenschmied-Kiebitz heißen, analog zum englischen Blacksmith lapwing)

LG Sandra
 
Kommentar
Löwen, Leoparden, Wildhunde – nach diesen dreien kribbelt es jeden Fotografen in den Fingern. Wir haben sagenhaftes Glück. Der Leopard entzieht sich zwar wiederholt unserer Suche, aber dafür treffen wir an einem Morgen plötzlich auf Afrikanische Wildhunde. Ein Impala stiebt plötzlich durchs Wasser, und als wir nachschauen wollen, was es aufgeschreckt hat, kommt ein Rudel Wildhunde daher – ein absolut fantastisches Erlebnis.


Afrikanischer Wildhund, Savuti


Wildhund-Rudel, Savuti

Die Tiere sind sehr aufmerksam. Ob es an der Hyäne liegt, die da ebenfalls herumstreift? Nein, die Ursache der Unruhe ist eine andere:


Löwin, Savuti

Eine Löwin hat entdeckt, dass die Wildhunde die Reste eines Risses verwalten, und möchte ihnen die Beute gern streitig machen. Leider spielt sich die eigentliche Begegnung zwischen Löwin und Wildhunden außerhalb der Reichweite der Objektive direkt am Flussufer ab, aber wir sehen, dass die Hunde ohne Zögern nachgeben und der Löwin den Rest der Beute überlassen. Viel dürfte ohnehin nicht mehr übrig sein, wahrscheinlich nur noch die Haut.

Später erleben wir dann noch eine hochgradig erheiternde Begegnung der ganz anderen Art mit: Zwei Schakale legen es darauf an, eine bachelor herd von Impalas zu ärgern. Mehr als ein paar Scheinangriffe kommen nicht heraus, aber die Antilopen sind wachsam – man ist einander ganz eindeutig nicht grün!


Impalas und Schabrackenschakale, Savuti

Am letzten Abend begegnen wir noch einmal einer Löwin auf der Pirsch. Die Tiere sind clever und nutzen die Pisten – da läuft es sich wesentlich bequemer als querbuschein.


Löwin im Abendlicht, Savuti

Dann ist es Zeit, ins nächste Camp umzuziehen. Unser persönliches Gepäck fährt auf einem Hänger mit, als wir uns auf den Weg nach Süden machen – in Richtung Mababe-Senke und Magwikwe Sand Ridge. Während wir schon mal losziehen, baut das Camp-Team in Windeseile die Zelte ab, verlädt die gesamte Ausrüstung einschließlich Küche auf einen zweiten Landcruiser samt Hänger und fährt voraus zum nächsten Zeltplatz. Als wir dort am späten Nachmittag ankommen, steht fast alles schon wieder, als wäre es nie woanders gewesen – Magie à la Botswana

Unterwegs stoßen wir diesmal auf jede Menge Gleitaare. Im vergangenen Jahr hatten wir lediglich einen oder zwei zu Gesicht bekommen, und das sehr weit weg. Diesmal sind sie gleich im Dutzend vertreten, und dann sind die wunderschönen Raubvögel auch noch sehr kooperativ und bleiben zum Fotografiertwerden brav auf ihrem Ast sitzen:


Gleitaar, Savuti

LG Sandra
 
Kommentar
Unser zweites Mobile Camp steht in der Khwai Community Area. Das ist ebenfalls ein Wildschutzgebiet, aber mit etwas weniger strengen Regeln als die Nationalparks. Hier darf man zu Fuß auf die Pirsch gehen, was sich angesichts des hohen Grases und der allgemein dichten Vegetation nach der Regenzeit allerdings verbietet. Wichtiger für Fotografen: Das Offroad-Fahren ist erlaubt, und es besteht die Möglichkeit, nachts auf Pirschfahrt zu gehen.

Auf dem Weg zum Camp sind die Hippos weder zu übersehen noch zu überhören.


Flusspferd, Khwai

Am anderen Morgen nutzen wir einen der weiteren großen Vorteile von Khwai: Hier kann man mit dem Mokoro in die Kanäle des Okavangodeltas vorstoßen. Das Mokoro (Mehrzahl: Mekoro) ist der traditionelle Einbaum der Region, lang und schlank mit einem flachen Boden, der das Staken in den engen Kanälen mit ihrem Pflanzenbewuchs ermöglicht. Jeweils zwei Fotografen teilen sich ein Mokoro, das von einem so genannten Poler mit einer langen Holzstange bewegt wird.


Im Mokoro

Für mich ist das DIE Art schlechthin, um das Delta zu erkunden – und jeden Fotografen freut der wunderbar tiefe Standpunkt für außergewöhnliche Aufnahmen. Das Ganze ist faktisch lautlos; einzig das Eintauchen des Stabes und das Geräusch der an den Seiten des Mokoros hin und wieder entlangschleifenden Pflanzen und Riedgräser ist zu hören – und natürlich die Natur, die dafür umso deutlicher.


Seerose im Morgenlicht

Wer ganz genau hinschaut, entdeckt vielleicht auch einen der winzigen Riedfrösche.


Die kleinen Kerlchen sind nicht viel größer als ein Daumennagel.


Angolanischer Riedfrosch

Wir haben einen wunderbar stillen und sonnigen Morgen erwischt, und das Spielen mit den Spiegelungen macht einfach Spaß.



Ein wenig später haben wir noch mehr Glück, und eine Elefantenherde kommt ans Ufer, um zu trinken. Langsam schieben wir uns näher.





Dadurch, dass wir keinen Lärm verursachen, uns langsam bewegen und genügend Abstand halten, sind die Tiere nicht beunruhigt. (Damit Ihr Euch eine Vorstellung machen könnt: Das zuletzt gezeigte Bild ist mit 200 mm Brennweite (70-200) am Vollformat gemacht und nur minimal beschnitten.)

LG Sandra
 
Kommentar
Wo Wasser ist, sind in aller Regel auch Flusspferde zu finden. Die vielen Wasserflächen bieten wunderbare Fotomöglichkeiten.


Flusspferde gibt's in Khwai fast überall: mal …


… noch recht klein und sehr freundlich …


… mal schon deutlich größer und Eindruck schindend


Auf unseren Nachtfahrten, auf denen ich nicht fotografiert, sondern meist mit dem Spot geleuchtet habe, haben wir ebenfalls Glück und entdecken Wildhunde und Hyänen, Springhasen und Bushbabys (Galagos), und einen Milch-Uhu finden wir auch.

Morgens sind wir immer schon sehr früh unterwegs und schauen zu, wie der Wald und die Savanne erwachen.


Bei Sonnenaufgang, Khwai

Wir treffen auf Nachtgestalten, die im ersten Tageslicht von ihren Streifzügen zurückkehren.


Tüpfelhyäne, Khwai

Hinter seltener zu beobachtenden Vogelarten wie dem Goldbugpapagei sind wir immer mal wieder her, aber erst bei der Morgenpirsch am Khwai River haben wir das Glück, zwei geduldige Tiere fotografieren zu können – ansonsten hört man sie meist nur lautstark schimpfen und sieht sie wegfliegen.


Goldbugpapagei beim Frühstück, Khwai

Dafür stelzt ein Pärchen Sattelstörche sehr fotogen durch einen Wasserlauf. Männchen und Weibchen sind am einfachsten an der Farbe der Iris auseinanderzuhalten. Gelbe Iris: Weibchen. Rötlichbraune Iris: Männchen.


Madame Sattelstoch, Khwai

LG Sandra
 
Kommentar
Nach drei Nächten in Khwai ziehen wir weiter, diesmal in Richtung Xakanaxa – mit den Klicklauten ist es schwierig, am wenigsten falsch macht man mit der Aussprache "Kakanaka"

Wir haben gehört, dass sich ein Löwe auf unserer Route befinden soll. Noch ist uns nicht ganz klar, was hier vor sich gegangen sein mag, aber den Löwen finden wir – er liegt im Schatten eines Busches direkt neben der Piste und rührt sich nicht von der Stelle. Er trägt ziemlich frische Kampfspuren, und keine drei Meter entfernt verwest ein weiterer Löwe, der nicht mehr ganz vollständig ist. Zum Glück für uns steht der Wind günstig.


Löwe, Moremi

Nach viel Herumfragen per Funk und an den Nationalpark-Gates stellt sich heraus, dass der Totenwache haltende Löwe der Bruder des toten Löwen sein muss, der wiederum einem rivalisierenden Männchen zum Opfer fiel. Wer immer sich in die Nähe des Kadavers wagt, wird angegriffen. Sonst aber liegt der Löwe meist nur da und scheint zu trauern – ganz gleich, ob wir Menschen da zu viel hineininterpretieren oder nicht, es ist eine bewegende Begegnung.

LG Sandra
 
Kommentar
Xakanaxa liegt von all unseren Safari-Stationen am weitesten im Okavangodelta. Entsprechend dominiert hier Wasser. Schon bei unserer Anfahrt stoßen wir auf Moorantilopen (Red Lechwe), die perfekt ans Leben in sumpfigen Regionen angepasst sind und auch nur dort vorkommen.


Red Lechwe, Xakanaxa

Die Motivvielfalt ist auch hier immens, aber die Baumhörnchen begeistern uns immer wieder.


Baumhörnchen, Xakanaxa

Am nächsten Morgen erleben wir das Delta noch einmal aus einer anderen Perspektive – wir steigen um ins Boot. Das Doppelstock-Safariboot, das wir exklusiv gechartert haben, bietet viel Platz auf dem niedrigen unteren Deck und eine herrliche Aussicht vom Oberdeck. Der potente Außenborder brummt vor sich hin, und so geht es hinein in die Kanäle des Okavangodeltas.


Mit dem Safariboot unterwegs im Delta

Natürlich haben wir es unter anderem auf die Eisvögel abgesehen, aber die sind gar nicht so einfach zu finden – und meist auch schon wieder weg, sobald man die "lange Tüte" ausgerichtet und fokussiert hat. Aber dann gelingt es doch – unser Fahrer ist sehr engagiert und geduldig beim Aufspüren der Tiere und bei der Annäherung.


Malachit-Eisvogel, Okavangodelta

Die Gräser sind aber auch ein sehr lohnendes Motiv.



Im Laufe unserer Fahrt entdecken wir einige avifaunistische Kostbarkeiten.


Afrikanische Zwergente beim Start


Afrikanisches Schwarzkehlchen, ebenfalls beim Start


Die niedrige Perspektive aus dem Boot begeistert alle. – Wo Wasser ist, darf das Jacana nicht fehlen …


Blaustirn-Blatthühnchen (Jacana)

… aber ich hatte unseren Guide gebeten, dass er Ausschau nach einer wesentlich selteneren Art hält: nach dem Zwergblatthühnchen. Und tatsächlich findet dieser Tausendsassa eins, und noch dazu ein wunderbar geduldiges!


Zwergblatthühnchen (Lesser Jacana)

LG Sandra
 
Kommentar
Während unserer Safari-Runden in Xakanaxa sind wir immer wieder auf der Suche nach Leoparden. Wir finden die Spuren, aber irgendwie kommen wir immer ein kleines bisschen zu spät – auch das ist Safari.

Dafür entdecken wir Löwen und beobachten Meerkatzen, halten eine Fotosession in unserer Camp-Küche ab und ducken uns vor dem letzten Gewitter der Regenzeit unter die Ponchos.


Baumhörnchen, Xakanaxa


Junger Pavian


Streifenliest als Silhouette


Heiliger Ibis


Unser Safarifahrzeug als Schattenriss


Gehört zu einer Safari in Afrika unbedingt dazu: die Gabelracke


Offenblenden-Spielerei im morgendlichen Gegenlicht


Es sind volle, lange, erlebnisreiche und sehr spannende Tage in der Wildnis Botswanas, und wir fallen abends immer ziemlich müde in unsere Betten – wenn wir denn nicht noch draußen sind, um den Sternenhimmel zu bewundern. An die Geräusche im nächtlichen Busch haben wir uns längst gewöhnt. Immer wieder besuchen Eulen das Camp, und in der letzten Nacht hören diejenigen, die von der Action wachwerden, einen Leoparden in unmittelbarer Campnähe – ein Warnpfiff im Stockfinstern, kurze, intensive Kampfgeräusche, Stille. Da war er also, der Leopard, quasi nebenan …

Ich danke Euch fürs Mitreisen – hat Spaß gemacht! Vielleicht sehen wir uns ja mal in Botswana auf Safari

LG Sandra
 
Kommentar
Danke Sandra für das Mitnehmen auf die Safari

Fast kann man die Gerüche, Geräusche und das Land mit seinen Geheimnissen spüren ...

Deine Bilder sind sehr sehr schön und mir sind schon die Daumen ausgegangen
 
Kommentar
Sandra,
es ist wieder einfach toll, was für schöne Bilder Du wieder aus Botswana mitgebracht hast.
:up::up::up:

Da habe ich sofort Lust hinzufahren ...
... aber was soll ich da noch fotografieren.

Jetzt hast Du uns hier schon die ganz seltenen Vögel gezeigt.
Was bleibt mit dann noch?
 
Kommentar

Danke

Na, die anderen seltenen Vögel. Und ein Buschbaby. Und die Leoparden! :winkgrin:
Und … und … und …

LG Sandra
 
Kommentar
-Anzeige-