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Festplatten, SSDs und Speicherkarten gehören längst zu den festen Kosten der Fotografie. Gleichzeitig wachsen Bildarchive kontinuierlich: Hochauflösende RAW-Dateien, Videos und umfangreiche Kataloge belegen schnell mehrere Terabyte Speicherplatz. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom.

Symbolbild für Datensicherheit mit Vorhängeschloss und Binärcode im Hintergrund.

Demnach erstellen nur 39 Prozent der Internetnutzer:innen in Deutschland regelmäßig Backups ihrer Daten. Weitere 26 Prozent sichern zumindest gelegentlich, während jede und jeder Zehnte nach eigenen Angaben überhaupt keine Datensicherung anlegt. Auch bei Software-Updates zeigt sich Nachholbedarf: Nur 43 Prozent installieren angebotene Aktualisierungen zeitnah. Fast ebenso viele verschieben Updates regelmäßig oder verzichten ganz darauf. (*)

Wenn Bilder verloren gehen, gibt es oft keinen Ersatz​

Für viele Menschen mag ein Datenverlust vor allem ärgerlich sein. In der Fotografie können die Folgen deutlich gravierender ausfallen.

Familienaufnahmen, Reisebilder oder persönliche Langzeitprojekte lassen sich oft nicht reproduzieren. Für professionelle Fotograf:innen kommen darüber hinaus Kundenaufträge, Veranstaltungsdokumentationen oder kommerzielle Produktionen hinzu. Gehen die Originaldaten verloren, ist der Schaden häufig weit größer als die Kosten für neue Speichermedien.

Dabei entsteht das Risiko nicht nur durch defekte Festplatten. Auch versehentlich gelöschte Dateien, Schadsoftware, Diebstahl, Feuer oder technische Fehler können dazu führen, dass ganze Bildarchive verloren gehen.

Warum ein NAS allein noch kein Backup ist​

In vielen fotografischen Arbeitsumgebungen gehören Netzwerkspeicher (NAS) inzwischen zur Standardausstattung. Sie bieten große Speicherkapazitäten, komfortablen Zugriff und häufig eine automatische Datenspiegelung.

Doch genau hier entsteht oft ein Missverständnis: Ein RAID-Verbund oder ein NAS ersetzt nicht automatisch ein Backup.

Fällt eine einzelne Festplatte aus, kann ein RAID-System den Betrieb häufig ohne Datenverlust aufrechterhalten. Werden Dateien jedoch versehentlich gelöscht, durch Schadsoftware verschlüsselt oder durch einen Softwarefehler beschädigt, werden diese Änderungen in der Regel ebenfalls auf alle Laufwerke übernommen.

Ein NAS erhöht die Verfügbarkeit von Daten. Es schützt jedoch nicht automatisch vor jedem Verlustszenario.

Die 3-2-1-Regel gilt weiterhin als bewährter Standard​

IT-Sicherheitsexpert:innen empfehlen seit Jahren die sogenannte 3-2-1-Regel:
  • Drei Kopien der Daten
  • Auf mindestens zwei unterschiedlichen Speichermedien
  • Eine Kopie an einem anderen Ort
In der Praxis könnte das beispielsweise so aussehen:
  • Originaldaten auf dem Arbeitsrechner
  • Eine Sicherung auf einem NAS oder einer externen Festplatte
  • Eine weitere Kopie in der Cloud oder an einem räumlich getrennten Standort
Gerade bei größeren Bildbeständen erscheint dieser Aufwand zunächst hoch. Verglichen mit dem möglichen Verlust mehrjähriger fotografischer Arbeit ist er jedoch oft die wirtschaftlichere Lösung.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt regelmäßige Datensicherungen als zentrale Maßnahme gegen Datenverlust und Cyberangriffe.

Wer zusätzlich Cloud-Speicher für die Archivierung oder Datensicherung nutzt, sollte sich auch mit Datenschutz, Verschlüsselung und den Freigabeeinstellungen der jeweiligen Anbieter beschäftigen. In unserem Beitrag Datenschutz beim Online-Fotodienst: Bilder sicher verwalten gehen wir ausführlich auf diese Aspekte ein.

Updates betreffen weit mehr als den Computer​

Die Ergebnisse der Bitkom-Studie zum Umgang mit Software-Updates sind für Fotograf:innen ebenfalls interessant.

Bei Updates denken viele zunächst an Windows, macOS oder das Smartphone. Tatsächlich besteht ein moderner fotografischer Workflow jedoch aus zahlreichen Komponenten:
  • Kameras
  • Objektive
  • Speichersysteme und NAS-Lösungen
  • Bildverwaltungssoftware
  • RAW-Konverter
  • Betriebssysteme
Firmware- und Software-Updates schließen nicht nur Sicherheitslücken. Sie verbessern häufig auch die Stabilität, beheben Fehler oder erweitern bestehende Funktionen. Besonders spiegellose Kameras erhalten heute regelmäßig neue Funktionen, die ursprünglich bei der Markteinführung noch nicht verfügbar waren.

Digitale Sicherheit beginnt mit Routine​

Zur Vorstellung der Studie weist Felix Kuhlenkamp, Leiter Sicherheit beim Bitkom, darauf hin, dass digitale Sicherheit häufig weniger am fehlenden Wissen als an fehlender Routine scheitere. (*)

Gerade in der Fotografie trifft diese Beobachtung einen wunden Punkt. Backups erstellen, Sicherungen kontrollieren oder Firmware aktualisieren gehört selten zu den spannendsten Aufgaben rund um das Hobby oder den Beruf. Gleichzeitig zählen sie zu den Maßnahmen mit dem größten Nutzen.

Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls, dass viele Menschen bei der Datensicherheit noch Nachholbedarf haben. Der bundesweite Digitaltag am 26. Juni 2026 stellt das Thema „Digitale Sicherheit“ in den Mittelpunkt und bietet zahlreiche Informations- und Mitmachangebote. Für Fotograf:innen könnte dies ein guter Anlass sein, die eigene Backup-Strategie einmal kritisch zu überprüfen – bevor ein Defekt oder ein Bedienfehler zum Ernstfall wird.

(*) Grundlage dieses Beitrags ist eine repräsentative Bitkom-Studie unter 1.005 Personen in Deutschland, veröffentlicht am 11. Juni 2026. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass nur 39 Prozent der Internetnutzer:innen regelmäßig Backups erstellen und lediglich 43 Prozent angebotene Software-Updates meist sofort installieren. Quelle:
 
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