Das Problem ist, daß KI-Bilder ohne Bezug zu Raum und Zeit mit einer Frequenz erstellt werden, die kein Fotograf auch nur annähernd erreichen kann. Viele Bildagenturen werden richtiggehend zugespamt und die Bilder werden allzu oft als "Fotografie" deklariert. Pech für die "echten" Fotografen. Und die Interessenten werden zunehmend unkritischer, glauben, was sie sehen, oder es ist ihnen egal (Hauptsache "schön").
Wieso hast Du den Eindruck dass ich von mir rede?
Mir persönlich geht es geschmeidig und weit am Allerwertesten vorbei, wer (was), wo, wie und warum irgendwelche Bilder/Grafiken/Abbildungen herstellt, anschaut, findet, bewertet, verkauft... solange alles im Rahmen der Legalität bleibt.
Ich glaube, dass es bald kein Bildbearbeitungsprogramm mehr gibt, welche nicht auch die Unterstützung von KI nutzen wird. Bei der Filterarbeit macht die KI eigentlich ja nichts anders, als was ich ohne KI selbst mit meiner Filterregelung an einem Bild verändern würde. Der einzige Unterschied ist der, dass ich nur eine begrenzte Erfahrung habe, welchen Bildteil ich für verbesserungswürdig halte bzw. welchen speziellen Filter ich dann zur Optimierung nutze, während die KI für diese Verbesserung (aus einer enormen Vielzahl von abgespeicherten Möglichkeiten) recht treffsicher und vor allem viel schneller nicht nur die zu optimierenden Bildteile erkennt, sondern dazu dann ebenso schnell auch die optimale Filtereinstellung findet.
Ich nutze diese Vorarbeit sehr gerne, zumal ich es ja am Ende immer noch selbst in der Hand habe, hier und da Veränderungen zu machen, wo ich mit der KI-Vorarbeit u. U. nicht einverstanden bin.
Du erzeugst aus der endlosen Zahlenkolonne der RAW-Datei ein Graustufenbild - ein RAW enthält keine Farben. Du erhältst ein ziemlich flaues und nicht ganz scharfes Schwarzweisbild.
Du legst das Bayern-Pattern darüber. Aus der Entfernung mit etwas zusammengekniffenen Augen kannst Du schon Farben erahnen. Allerdings ist das Bild ziemlich grünstichig, da auf ein rotes und ein blaues Pixel zwei grüne kommen.
Nun erfolgt das sog. Demosaicing - auch Farbenraten genannt. Mittels Statistik und Wahrscheinlichkeiten werden aus den Helligkeitsinformationen aus 1. und den Farbinformationen aus 2. Farben für die einzelnen Pixel errechnet. Jetzt hast Du ein Farbbild, allerdings immer noch flau und nicht ganz scharf.
Die automatische Bildbearbeitung geht über das Bild, bei Nikon Picture-Styles genannt. Jetzt hast Du ein ansehnliches Bild, was in der Regel als .jpg abgespeichert wird. Dieses .jpg ist natürlich nur eine Interpretationsmöglichkeit der Rohdaten unter hunderttausenden.
Es macht aber einen gewaltigen Unterschied, ob eine KI mein (!) Bild analysiert, um Rauschen oder Schärfe zu optimieren, oder ob eine KI aus dem Nichts ein völlig neues Bild generiert. Die KI wurde ja mit Bildern trainiert, deren Autoren man höchstwahrscheinlich nicht um Erlaubnis gebeten hat. Somit nutzt sie das geistige Eigentum anderer, um daraus etwas zu schaffen, was der Anwender dann als "sein" Werk betrachtet und verwendet.
Und das gefährlichste - finde Ich - ist, dass sich mit KI Bilder und Videos erzeugen lassen, die (nicht nur) vom Laien nicht von der Realität unterscheiden lassen und die Bildaussagen darstellen, die es so nicht gegeben hat. Die öffentlich zugänglichen KI-Bildgeneratoren haben zwar (angeblich) inzwischen Sperren für so etwas eingebaut, aber leider gilt dies nicht für Tool in der Hand von Staaten oder Geheimdiensten.
Solche Tools sind die perfekten Werkzeuge im "(Des-)Informationskrieg".