Moin HaPe,
ich weiß nicht, an wen du den Vorwurf der "pseudowissenschaftlichen Methode" richtest?
Martin kann man diesen Vorwurf meiner Einschätzung nach nicht machen. Er hat in diesem Test überprüft, welchen Dynamikumfang verschiedene Medien aufzeichnen können, und das hat er offensichtlich mit wissenschaftlicher Korrektheit durchgeführt. Um das Ergebnis abzusichern hat er auch den Testaufbau auf mögliche Fehler überprüft und entsprechende weitere Tests durchgeführt, diese Fehlerquellen auszuschliessen. Alles bestens.
Ich bin im übrigen der Meinung, daß die Ergebnisse von Martins Test sehr viel differenzierter Antworten geben, als es hier den Anschein hat. In zwei Sätzen kann man das kaum zusammenfassen und eine einfache "besser/schlechter" Aussage wird der Sache auch nicht gerecht.
Zu Bernhard: Es ist richtig, daß bei diesem Test der Dichteumfang des Films gemessen wurde, denn das war das Thema des Experimentes: die Grenzen der Aufzeichnungsmedien sichtbar zu machen. Ob der Scanner den gesamten möglichen Dichteumfang in einem einzigen Bild erfassen kann, das ist eine interessante Frage. Wir scheinen uns aber einig zu sein, daß es für die Durchführung DIESES Tests bedeutungslos ist, weil die Testdurchführung DIESES Tests gerade so gewählt wurde, daß man nicht an dieses Scanner-Limit stößt, sondern wirklich die Eigenschaften des Mediums misst. Würde man den Dynamikumfang des Scanners testen wollen, so würde man den Test ganz anders durchführen müssen. Anderes Thema. Hier im Test von Martin wurde der Dynamikumfang des Mediums Film Dia bzw. Negativ verglichen mit der direkten digitalen Aufzeichnung JPG bzw. RAW und durch die Testmethode sichergestellt, daß der Scanner HIER in diesme Test nicht das schwächste Glied ist.
Zu Tim: Der vorgeschlagene Test mit einem Projektor ist, bei allem Respekt, unsinnig. Wir testen das schwächste Glied in der Kette und das wäre in dem Fall ohne Zweifel der Datenprojektor. Dazu muß man nicht testen, das wissen wir bereits. So ein Test ist nicht geeignet, etwas über das Aufzeichnungsmedium auszusagen. Man kann ihn benutzen, um die Aussage "in der Projektion ist das Dia besser" zu überprüfen, aber das ist ein anderes, spezielles Thema und beinhaltet dann die ganze Kette, von der wir wissen, daß eben nicht das digitale Aufzeichnungsmedium der Schwachpunkt ist.
Zur Fragestellung, ob man überhaupt ein Digitalbild mit einem digitalisierten Analogbild vergleichen kann:
In der wahren Welt werden Bilder heute digital verabeitet und all die schönen Bildbände sind, unabhängig davon ob die Bilder analog oder digital aufgenommen wurden, selbstverständlich digital produziert worden. Es mag im privaten Rahmen gelingen, eine rein analoge Kette aufrecht zu erhalten, aber das ist dann sehr beschränkt. Digitalisierung ist in vielen Fällen einfach erforderlich, weil die Aufgabenstellung keinen rein analogen Workflow zulässt.
Wenn es nicht möglich wäre, analoge Bilder in guter Qualität zu digitalisieren, so wäre die analoge Fotografie wirklich sehr eingeschränkt. Zum Glück ist dem nicht so und wir sind sehr wohl in der Lage, sachgerecht digitalisierte Analogbilder mit digitalen Fotos zu vergleichen, auf der in der Praxis relevanten digitalen Ebene. Aber wie gesagt ... letzteres war nicht der Anspruch von Martin, denn der hat nur einen sehr speziellen Aspekt untersucht.