Bergtour: Sulden Südtirol

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malu

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Hallo zusammen und ein speziellen "griaß enk" alle Südtirol- und Bergfreunde im Forum. Davon gibt es ja doch ein paar wie ich im Laufe der Zeit mitbekommen hab.
Ich hatte vor ein paar Tagen eine schöne Tour in Sulden gemacht. Sulden liegt am Fuße des Ortler, dem höchsten Berg Südtirols. Eure Bundeskanzlerin verbringt hier jährlich ihren Sommerurlaub. Meist ist sie wohl einen Tag mit Reinhold Messner beim Wandern und ist auch abends immer bei einer jährlich stattfindenden Multivisionsshow von Herrn Messner anzutreffen. ... Aber dies tut hier nichts zur Sache ;).

Unser Ziel waren die zwei Gipfel des kleinen Angelus, sowie des Schafberg. Eher leichte Gletscherwanderung mit ein wenig Kraxelei am Gipfel. Von daher vielleicht für den ein oder anderen Südtirolurlauber ein lohnenswertes Ziel.

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malu

Sehr aktives NF Mitglied
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Früh morgens starten lohnt bei einer Wanderung fast immer. Hier schon ein paar Hundert Höhenmeter über dem Tal. "König Ortler" und seine "Gemahlin" die Königsspitze lassen sich schon von der Sonne verwöhnen.

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Schon bald ist die Düsseldorfer Hütte auf ca. 2700 m Höhe erreicht. Einfacher und kürzer ist der Anstieg zur Schutzhütte wenn man den "Kanzel-Sessellift" benutzt. Bis hierher wirklich sehr lohnende Wanderung auch für alle die sich im Hochgebirge nicht zu Hause fühlen und dennoch die Gletscherwelt ringsum spüren wollen.

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malu

Sehr aktives NF Mitglied
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Nach kurzer Rast ging es allmählich in hochalpinere Regionen. Der verregnete Sommer war ziemlich zum Leidwesen der Hüttenwirte, die in der ohnehin kurzen Saison doch große Einbußen hinnehmen mussten. Die Gletscher denk ich freuen sich weil es so enorme Schneefälle im letzten Winter/Frühjahr gab und bisher auch keine anhaltenden Hitzewellen im Sommer waren. Das lässt hoffen dass die große Eisschmelze dieses Jahr schwächer ausfallen wird.

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Ich war vor ca. 30 Jahren als Kind schonmal mit meinem Vater auf diesem Berg. Irgendwo müsste ich noch Fotos von damals haben. Der Gipfel des kleinen Angelus war damals noch voll vergletschert und es gab glaube ich auch noch nicht so viele kleine Gletscherseen wie sie sich mittlerweile überall in den Mulden gebildet haben.

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Irgendwann marschierten wir dann doch auf dem kleinen Gletscher. Dieser ist sehr spaltenarm und lässt sich bei guten Verhältnissen, Vorsicht und ein wenig Kenntnis, auch ohne spezielle Gletscherausrüstung begehen.


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Bald ist man auch schon am Grat angelangt. Der Abstieg zur anderen Seite führt in das Laaser Tal, welches ich jedem Bergfreund auch als absoluten Geheimtip empfehlen möchte. Wunderbar ruhiges Seitental mit tollen Wander- und Gipfelmöglichkeiten. Wie man auf dem oberen Bild sieht war die Fernsicht mittlerweile nicht mehr uneingeschränkt genial :D. Ebenfalls sieht man glaub ich recht gut wie brüchig das Gestein ist. Manchmal hab ich das Gefühl dass unsere Berge am Zerbröseln sind....
 
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malu

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Der Weg auf den kleinen Angelus ist von hier nur noch ein Kinderspiel. Oben fehlt zwar ein Gipfelkreuz, dafür ist es hier viel viel ruhiger als auf den Nachbarspitzen großer Angelus, Tschenglser Hochwand und Vertainspitze.


Wir sind schließlich zurück zur Einsattelung und auf der gegenüberliegenden Seite des Grates noch in wegloser und großteils einfacher Kraxelei auf die Schafbergspitze gestiegen. Hier sollte man ein wenig Schwindelfreiheit mitbringen.

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Bald hockt man am Gipfel. Es handelt sich im Prinzip um eine riesige Anhäufung von Steinen und losen Felsen. Als ich da oben saß kam mir ständig der Gedanke dass das ganze Ding womöglich bald unter unserem Arsch webgrechen könnte :)

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Nachdem das Wetter nicht besser wurde hatten wir uns mit dem Abstieg beeilt.

Mein Fazit nach der Tour:
- ich kann auch noch mit 45 den Berg runterrennen wie ein 20jähriger
- am Tag danach fühlen sich die Knie wie die eines 65 jährigen an
- meine Bandscheiben würden ihr letztes Taschengeld für den Kauf einer Olympus OM-D M1 ausgeben
- ich liebe meine D3s und das 14-24 dennoch wie am ersten Tag :)

Also - Südtirolurlauber auf auf in die Berge. Vielleicht eine kleine Inspiration für einen Wanderausflug. Wie schon gesagt, bis zur Düsseldorfer Hütte für jedermann leicht und sehr schön. Wer eine gute Kondition und Erfahrung in den Bergen mitbringt dem möchte ich die relativ einfache Besteigung des kleinen Angelus ans Herz legen. Und ein besonderer Leckerbissen wäre der Abstieg auf der gegenüberliegenden Seite ins Laaser Tal. Problem dabei ist freilich immer die Rückfahrt zum Auto.

Danke für die Aufmerksamkeit :)

Berg Heil und Holladriho

Markus
 
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Thomas.Landsiedel

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Den kleinen Angelus wollte ich im Frühjahr mal mit Tourenski machen. Ist aber nichts geworden, da mir am Tag zuvor der Tourenstiefel am Schaft gebrochen war. Muß also nochmal kommen.

Kennst Du den Klettersteig auf die Tschengelser Hochwand? Soll sehr schön sein.

Gruß

Thomas
 
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malu

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[MENTION=1954]Thomas[/MENTION]: als Skitourenberg ist der kleine Angelus natürlich auch ideal. Den Klettersteig der Tschenglser Hochwand bin ich selbst noch nicht hoch. An dem Tag als wir diese Tour gemacht haben waren realtiv viele Leute im Klettersteig drinnen, viel Gebrüll und lose Steine. Die Tschenglser Hochwand ist ansonsten aber ein toller Berg und wie man auf den Bildern sieht steht sie recht dominant da.
 
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W

Waldläuferin

Guest
Wenn ich Deine Bilder sehe, dann denke ich nur noch: Oh wie gerne würde ich die Berge mal wiedersehen. Wenn auch nur für ein paar Tage.
Eine tolle Tour habt Ihr da gemacht. Und sehr schöne Bilder mitgebracht.
 
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malu

Sehr aktives NF Mitglied
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Vielen lieben Dank für die netten Kommentare. In der Tat könnte ich mir ein Leben ohne meine geliebten Berge nur schwer vorstellen. Es ist ein erhabenes Gefühl oben zu sein und flöst mir immer Respekt und Ehrfurcht ein.

Wie ich erst am nächsten Tag aus den Nachrichten erfuhr, stürzte am Abend jenen Tages ein Mann von der Angelusscharte ab. Er hat schwerst verletzt überlebt.
 
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