Auflösung von analogem Film

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Schattenmann

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Auflösung von 35 mm Film entspricht laut diesem Video ca. 15-24 Megapixeln.
Die Frage habe ich mir schon länger gestellt.
Bin schon gespannt auf die Diskussion.
Ich habe schon alles zwischen 6MP bis 150MP gelesen.
Bin so schlau wie vorher.
Mein Bauchgefühl und meine Erfahrung sagt mir aber dass alles ab 12 MP besser oder gleichwertig als Film ist

 
Zuletzt bearbeitet:
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Da es massiv auf den Film ankommt, wie hoch eine äquivalente Auflösung ist, bin ich bei solchen Angaben eher skeptisch. Die Auflösung eines Kodachrome 64 wird sicherlich sehr hoch sein, die eines Ektar 1000 eher nicht so.
 
Kommentar
Kann man nicht pauschal beantworten.
Film setzt das Bild aus Silberkorn oder Farbstoffwolken zusammen.
Will man diese abbilden (Nyquist) kommt man auf rund 35-40 Megapixel die dazu nötig sind.
Allerdings ist es keineswegs so daß jedes Silberkorn auch Information enthält.
Wenn ein Punkt im Motiv sich auf 5 Silberkörner auf dem Film verteilt, dann reicht es
aus diesen 5 Silberkörnern einen digitalen Pixel zu machen und man hat immer noch
keine echte Bildinformation/Nutzsignal verloren.

Ich hab im Gang ein Bild hängen. 120er Rollfilm Kodak T-Max 100, geschossen
in der Hasselblad mit CF-Planar 2,8/80mm, vom Manfrotto MA161 Stativ mit Blitzanlage.
Von mir persönlich im Fachlabor entwickelt in T-Max Entwickler und mit einem
Apo-Rodagon aus voller Negativhöhe auf 70x100cm geprintet.
Viel mehr ging analog nicht.

Daneben hängt in 140x200cm ein Druck aus einer Canon 450D - 12 Megapixel.
Jeder Einzelpixel ist Bildinformation. Der Abzug vom Mittelformat hat dagegen keine Chance.

8 Megapixel DSLR waren in etwa gleichwertig zu rechteckigem Beschnitt aus Hasselbald 6x6,
was den echten Informationsgehalt angeht. Wohlgemerkt: Bei ISO 100.
Bei höheren Empfindlichkeiten verschlechterte sich das Rennen zum Nachteil des Films.
Davon unbenommen braucht man deutlich mehr Auflösung wenn man das Filmkorn
digital abbilden will - aber das ist dann wie gesagt das Material, nicht der Bildinhalt,
den man da abbildet.

Bei größeren Formaten kommen noch andere Aspekte zum Tragen.
4x5" war meiner Ansicht nach das größte sinnvolle analoge Format.
Darüber hinaus nahmen Planlageprobleme, Verwindung, mechanische Toleranzen
in Verbindung mit geringerer Ortsauflösung der Objektive immer mehr zu,
was den Formatgewinn vernichtete und nur Kosten und Aufwand nach oben trieb.

Und dann haben wir noch nicht darüber geredet daß man analog nicht ansatzweise
so schwarz printen konnte wie das heute mit matt pigmentierten Tinten geht.
Und selbst "matt" getrocknetes Barytpapier hatte immer noch reichlich Glanz drauf.
Nahezu totmatt amorphes Schwarz geht nur im Tintenstrahldruck.
 
1 Kommentar
W
Wojomebo.1 kommentierte
Herzlichen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, der auch noch mit Wissen unterfüttert ist. Danke !
Wolli
 
Danke, das sind Praxisnahe Aussagen, mit denen man was anfangen kann.
Irgendwelche technischen Messwerte interessieren mich nicht.
 
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3 Kommentare
ZHR
ZHR kommentierte
Aber interessant sind sie doch.
 
T
Tom.S kommentierte
DIe Daten sind auch für mich interessant.
Ich finde es nur ermüdend, dass sich seit bald 20 Jahren praktisch jährlich irgendein Heini findet, der gerade die analoge Fotografie für sich entdeckt hat (bzw das, was er glaubt davon zu verstehen) und die selben Inhalte, wie alle vor ihm, ohne ein Jotta mehr an Sachinformation im Netz verbreitet. Eine ziemlich absurde Sache.
 
Schattenmann
Schattenmann kommentierte

Die wachsen halt immer wieder nach. 😅
 
Ich habe in den 80ern Dias gemacht, meistens Agfa oder Ektachrome meistens höhere Empfindlichkeiten. 200 ASA mochte ich.
Diese Dias habe ich durch abfotografieren mit D810 in 36 Megapixel digitalisiert.

In den Aufnahmen kann man Filmkorn deutlich erkennen. Mehrere Pixel groß.

Daraus jetzt eine Megapixel-Umrechnung abzuleiten ist sicher schwierig (siehe oben).
Aber ich sehe dass die heutige Technik viel besser ist billdlich vor mir.
 
Kommentar
 
5 Kommentare
Schattenmann
Schattenmann kommentierte
Das sind halt so Messergebnisse, die mir nichts sagen.
Theorie ist halt keine Praxis.
Ich guck mir lieber Ausdrucke oder Abzüge an, denn das ist für mich das Endprodukt.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Unter Idealbedingungen und bei Kontrast 1000:1 - das kommt nicht vor.
Und dann ist das eben nur die Auflösung des Materials, nicht der eigentliche Bildinhalt.
 
T
Tom.S kommentierte
Das sind halt so Messergebnisse, die mir nichts sagen.

Macht nichts. Anderen ist damit vielleicht geholfen.
Das hat aber nichts mit Theorie und Praxis zu tun. Auflösung ist eine physikalische Größe in der Optik, die einen Messwert hat. Und nach der Auflösung hast du dich ja erkundigt.
 
Schattenmann
Schattenmann kommentierte

Das meinte ich ja, es gibt viele Tests im Internet und teilweise mit widersprüchlichen Angaben.
So einer Aussage wie von VisualPursuit oben traue ich mehr.
Vor 2 Jahren hab ich noch gelesen, dass 24 Megapixel niemals an die Auflösung von Film kommt.
Andere sagen man kann mit 10 Megapixeln bessere Din A2 Ausdrucke erstellen wie mit Kleinbildfilm.
Daher glaube ich lieber was ich sehe als irgendwelchen Tabellen und Labormessungen.
Meine Erfahrung:
Ein Ausdruck 2m x 1,50m meiner Z5 sah besser, schärfer und qualitativ besser aus als eine Vergrößerung eines Fachlabors in gleicher Größe von einem T-Max 400, den ich mal für eine Messe hab anfertigen lassen.
 
T
Tom.S kommentierte


Wenn man sich die Testmethoden ansieht dann sind die Ergebnisse nicht sehr widersprüchlich. Widersprüchlich sind die Schlussfolgerungen, die mancherorts im Netz gezogen werden ohne die Zusammenhänge auch nur annähernd verstanden zu haben. Physik hat auch nichts mit Glauben zu tun.
 
4x5" war meiner Ansicht nach das größte sinnvolle analoge Format.
Das sehe ich rein technisch auch so. Und mit z.B. einer Linhof Technika auch noch ganz gut zu händeln :cool:. Hab "damals" einiges an Architektur damit gemacht, mit 65-er und 90-er Super-Angulon.

Aber ein 8x10"-Dia in der Hand zu halten und einfach ohne Hilfsmittel anzuschauen, das hat schon auch einen gewissen Charme :). Allerdings war das Material für so ein Ektachrome-Dia nie ganz billig ... :drugs:
 
1 Kommentar
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Ich hatte mal einen Auftrag, bei dem der Kunde auf 4x5" bestand.
Es war (mir) völlig klar daß Kleinbild für den Job weit besser geeignet war, aber er bestand darauf.
Er war beim Job jedoch nicht dabei.......... also habe ich das auf Ektar 25 Kleinbild ("Follvormat")
geschossen und anschliessend auf Vericolor Print Film abgezogen.

Der Kunde hielt also ein 4x5" Dia in der Hand und tönte im Brustton der Überzeugung
"SO scharf wäre das mit Kleinbild nie geworden!"

8x10" hätte man natürlich auch auf Vericolor print Film ziehen können, aber sehen wir es nüchtern:
Das sind gerade einmal 20x25cm, und es braucht einen Leuchttisch.
Ohne das Hilfsmittel Leuchttisch war das Erlebnis eher suboptimal.
Ein 13" iPad ist noch ein bißchen größer, es ist selbstleuchtend, und man kann reinzoomen.
Das große Dia war nur deswegen so spannend weil es damals in der Steinzeit
keine Konkurrenz hatte und jeder wusste wie teuer es ist.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Oder Dias, gab es ja auch.
 
N
Nikorino kommentierte
hast du dich in #8.2 verschrieben und es sollte Glasplattenformat heißen???
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Treffer, versenkt. Natürlich.
Kann ich leider nicht mehr ändern.
 
N
Nikorino kommentierte
ich finde Gasplatte eigentlich auch ganz lustig, war mir nur nicht ganz sicher 😅
 
peterkdos
peterkdos kommentierte
So schaut das bei 4x5" aus...
_DSC1380.jpg
 
Ist doch an sich Wurst. Es sind ein paar Megapixel-aequivalent.

Meine "Kleinbild"-Bildchen mit HP5 haben vielleicht 1-2 MPix. Ich habe davon jedoch tolle Abzüge an der Wand hängen. Die 4x5 Bilder auf FP4 haben sicher mehr MPix. Davon habe ich auch tolle und grosse Abzüge an der Wand hängen.

Wer den ganzen Tag vor dem Computer sitzen will und technisch das Maximum herausholen will, der soll das gerne machen, mit allen Vor- und Nachteilen, am besten mit vielen Megapixeln, der neusten und besten Kamera, einem Top Computer mit der besten Software und einem Top Drucker. Mit Film wird man nie mehr an das rankommen, was heute digital technisch machbar ist.

Wer sich handwerklich etwas betätigen will, der soll in der Dunkelkammer planschen. Ich habe gehört, dass ein 50x60cm Abzug auf Fiber für unter 10 Euro machbar sein soll.

Toll wird es, wenn man sich über das Endprodukt freut.
 
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Kay
Kay kommentierte
und mir sind die Geschichten, die die Bilder erzählen, seit anno dunnemals wichtiger ...
- und das bleibt auch bei besserer arittmätrischer und obdischer Rechnung
- aber ich lese als alter Seppel noch gerne mit - macht das gut und vor allem deutlich, das ist ach so wichtig!
 
@VisualPursuit hat dazu schon die messbaren Informationen geliefert.

Mein Persönlicher Eindruck ist/war, dass ich mit dem 24MP Sensor nicht mehr das Gefühl hatte, ich liesse Qualität liegen. Mit den 12MP Sensor war weniger Crop möglich als mit einem KB Negativ/Diapositiv. Mit 24 MP war der digitale Sensor dem Film bei Prints überlegen - meine beiden Lieblingsformate (90*60 und 120*80 cm) sahen vom 24 MP Sensor kommend besser aus.

Das ist auch der Grund, warum mich das "Megapixel-Race" (Buzzword-Alarm!) seit 10 Jahren nicht mehr interessiert: ich hänge mir keine Aufnahmen über 120 cm an der langen Seite an die Wand und selbst auf einem 80" Bildschirm sehen 24 MP (6K) noch richtig gut aus. Die 8k der D810 (36 MP), mit denen ich inzwischen arbeite, werden niemals "nicht genug" sein.
 
Kommentar
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