Ich empfand keine Trauer im Moment, aber ich empfand auch keine Beziehung zu dem was ich gerade fotografierte. Als würden mir die Motive in die Kamera geworfen ...
Ich genoss das kühle Bier und liess mir meine "Abdankungs-Erfahrungen" durch den Kopf gehen....
Unschöne, aber auch sehr innige habe ich erlebt. Emotional die schlimmste war jene eines Kindes. Das Bild bringe ich noch heute nicht aus dem Kopf, der kleine Sarg eines 10jährigen Kindes ...
So schlenderte ich weiter, beobachtete die Menschen, die sich Aarau näher bringen, und fotografierte.
Das Leben findet statt in Aarau, habe ich gedacht, aber irgendwie bin ich nicht Teil davon. Inmitten von Menschen nicht Teil zu sein, ein komischer Gedanke ...
Die Abdankung war noch nicht fertig. Vielleicht ist jetzt "Grosser Gott wir loben Dich" dran, oft das Schlusslied bevor dann auf die Kollekte hingewiesen wird ...
Danke Sam. Du hast wie immer eine berührende Art zu zeigen und zu erzählen und es war, als wäre ich mit unterwegs gewesen.
Abdankung - der Begriff war mir für einen Trauerfall / eine Trauerfeier bisher nicht bekannt und jetzt spiele ich mit dem Wort und dem Klang und Deinen Bildern dazu. Es fällt mir eine Menge dazu ein, so ganz spontan.
vor einiger Zeit habe ich einen guten Freund mit zu Grabe tragen müssen und deine Bilder lassen genau die Stimmung in mir hoch kommen, die ich damals hatte.
Alleine, nur noch kleine Details wahr nehmend und nicht mehr das Ganze.
Sehr schöne Bilder, Sam!!!
Nur, die gringelige Unschärfe stört; soweit zur Bildkritik .....
Danke Anja und Jakker für die Kommentare. Ich möchte noch auf zwei Dinge eintreten:
Der Hinweis betreffend Schärfe, Jakker ist sehr berechtigt. Ich habe mir auch überlegt ob sie überhaupt zeigenswert sind. Wenn ich an diese ein einhalb Stunden in Aarau zurück denke, dann sind sie so wie sie hier sind authentisch. Sie wären anders und nie in dieser Form so entstanden, hätte ich nicht den Hinweis auf die Abdankung gelesen. Das passiert mir oft, dass ein Stichwort, eine Musik, ein Satz mich schlagartig in einen ganz besonderen Zustand versetzt. Es ist dann so, dass ich keine Ahnung habe was daraus wird, ich lasse mich dann immer tragen von dem was kommt.
Zum Begriff "Abdankung", Anja: die Bezeichnung für ein Begräbnis ist noch heute in der Schweiz üblich. Der Begriff wird aber auch anders verwendet, wenn auch nicht sehr würdevoll. Wenn jemand einen Posten etwas unfreiwillig räumen muss, dann wird er auch verwendet. Als er hat dann abgedankt. Monarchen danken auch ab, und so wurde vermutlich der Begriff auch auf die Beerdigung übertragen.
Es gibt nur sehr wenige, die so souverän Unschärfe einsetzen,
um bestimmte Details zu akzentuieren, wie Sam. Grandios!
Neben der Abdankung gibt's auch die Aussegnung, während
ich ja die Auferstehungsmesse bevorzuge, die im Grunde ja
eine durchaus freudige Angelegenheit ist – vor allem, aber
nicht nur, für den Verstorbenen …
Neben der Abdankung gibt's auch die Aussegnung, während
ich ja die Auferstehungsmesse bevorzuge, die im Grunde ja
eine durchaus freudige Angelegenheit ist – vor allem, aber
nicht nur, für den Verstorbenen … .
Danke Sven. Der Begriff "Aussegnung" kannte ich nicht, finde es aber immer wieder spannend, wie Wörter entstehen und sich im Verlaufe der Zeit verändern und entwickeln ...
Sam. vielen Dank dass du uns auf deiner "Wanderung" rund um die Kirche und an deinen Gedanken, verbunden mit deiner Sichtweise zu diesen Gedanken, mitgenommen hast. Den Begriff "Abdankung" bezüglich einer Beerdigung habe ich noch nie gehört. Deine Erklärung dazu macht aber Sinn ...
Du bist ein großartiger Geschichtenerzähler! Weißt du das?