[GELÖST/SOLVED] Welches 60er Micro ist besser (geeignet)?

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Metalhead

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Habe nun den Nikon ES-2 Filmdigitalisierungsadapter, aber mein vorhandenes Nikon AF Micro 55mm F2.8 ist trotz den geforderten 62mm Filterdurchmesser nicht besonders gut geeignet, um meine vielen Filmnegative zu digitalisieren. Nun möchte ich mir möglichst günstig ein von den auch von Nikon geforderten Micro Nikkoren mit 60mm Brennweite zulegen. Prinzipiell hatte ich mich schon auf ein wesentlich günstigeres AF 60 F2.8 D festgelegt. Nun habe ich aber ein Angebot für ein AF-S 60 F2.8 mit neuem AF Motor erhalten, was preislich sehr attraktiv wäre. Erst recht bei der Aussicht, wenn alles digitalisiert ist benötige ich es nicht mehr und könnte es sogar mit Gewinn wieder weiter verkaufen. Denn die neueren AF-S Makro Objektive Nikons sind allgemein ca. 100€ teurer gebraucht zu erwerben als die älteren ohne eigenen Motor. Habe allerdings schon häufiger gelesen, dass gerade die bildqualitativ besser sind und z.B. auch deutlich weniger verzeichnen als die moderneren Varianten.

Deshalb bin ich noch am Überlegen. Wenn ich schon einmalig meine alten Filmnegative digitalisiere, dann möchte ich auch am liebsten die bestmögliche Qualität. Falls aber die Unterschiede zwischen der AF-S und der AF Version des 60er Micros verschwindend gering sind, dann könnte ich durchaus zur neueren greifen, auch wegen o.g. Aussicht des höheren Wiederverkaufswertes.

Kennt also jemand beide Varianten und kann was zu den Unterschieden sagen?
 
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Jetzt muß ich leider doch erneut zurückrudern. Habe inzwischen bereits sehr viel Filmstreifen mit hunderten von Fotos abfotografiert mit der Kombi D850, AF Micro Nikkor 55/2.8 und Nikon ES-2 Adapter. Ein Film war sauschlecht (altersbedingt abgebaut oder er war damals schon eher von schlechter Qualität kann ich nicht genau sagen), weshalb ich auch nachträglich die Farben überhaupt nicht mehr gut hinbekam. Andere (im Grunde die meisten) wiederum sind wirklich klasse. Hauptproblem ist aber manchmal die Schärfe. Ca. 80% der Bilder sind ausreichend bis sehr gut scharf zu bekommen. Ein paar leider nicht. Habe das dem Ausgangsmaterial zugesprochen sprich, dass da auch das Bild an sich sicher nicht scharf gewesen sein dürfte.

Nun bin ich bei meinen Hochzeitsfotos angekommen und da sind fast 90% der Bilder relativ unscharf. Das darf, das kann auch nicht sein wenn ich mir die daraus bereits mal entwickelten Bilder so anschaue. Also habe ich mal ein bißchen rumexperimentiert und auch mal den längeren Vorsatz auf den Adapter geschraubt. Damit bekomme ich die Bilder tatsächlich richtig scharf gestellt. Nachteil ist, nun hätte ich eine Auflösung von ca. 5600x3700 nach Beschneidung der Ränder, weil halt nur ca. 2/3 des Bildfeldes der D850 ausgenutzt werden. Vorher hatte ich pi mal Daumen 8100x5400 px Auflösung mit dem kurzen Adapteraufsatz, wo das Filmmaterial aber halt näher am Sensor liegt und damit schon eigentlich zu nah bezüglich des Mindestabstandes. Mußte das Objektiv da dann per manuellem Fokus quasi ganz rausfahren um diesen Mindestabstand gerade so einzuhalten und noch scharfe Bilder zu bekommen. War damit praktisch an der Grenze, und bei manchen reichte es nicht mehr für eine angemessene Scharfstellung.

Nun versuche ich, das mir im DSLR Forum von einem netten User offerierte 60er Makro Objektiv doch noch zu bekommen, damit diese Probleme wegfallen. Habe jetzt auch noch meine bereits fertigen Bilder nochmals durchgeschaut wohlwissen, dass es da ebenfalls unscharfe BIlder gibt. Aber von ein paar Einzelbildern in dem ein oder anderen fertigen Ordner abgesehen die ich nicht nochmal neu aufnehme, werde ich mir wohl vier von bisher insgesamt 32 fertig digitalisierten Filmtaschen nochmals vornehmen müssen, weil darin recht viele Bilder unscharf erscheinen. Ganz von vorne möchte ich nämlich nicht anfangen, aber die meisten Bilder sind wirklich auch gut geworden und die viele Arbeit die ich da reinsteckte bisher hat sich gelohnt.
 
Beuteltier
Beuteltier kommentierte
Bei gewölbten Negativen einfach viel stärker abblenden.
 
Metalhead
Metalhead kommentierte
Bin schon wie irgendwann mal hier geraten worden ist auf Blende 11.
 
Beuteltier
Beuteltier kommentierte
Bei gewölbten Negativen kann das aber noch zu wenig sein.
"Einen Tod musst du sterben" - entweder Unschärfe in den Bildecken bei scharfer Mitte, unscharfe Mitte bei scharfen Ecken, leichte Unschärfe in der Mitte und in den Bildecken bei scharfen Bereichen dazwischen, -
oder insgesamt leichte Unschärfe (Beugungs-Unschärfe) bei Abblenden auf f/22 bis f/32.
 
T
Tom.S kommentierte


Wenn du nach Beschnitt eine Auflösung von ca. 5600x3700 hast, dann bist sicher weit jenseits der Auflösung des Films. Ich würde mir daher diesbezüglich keine Sorgen machen.
 
Metalhead
Metalhead kommentierte
Zum einen ist ja auch auf dem Ausgangsmaterial nicht immer alles scharf auf den Bildern. Es gibt dort auch z.B. verwackelte Fotos etc.. Zumeist ist das Hauptmotiv in der Mitte und darauf wurde auch wohl fokussiert (wenn überhaupt, lief eh immer alles automatisiert ab und niemand hat sich damals um sowas wie Fokus gekümmert :unsure: ). Blende und Schärfentiefe gibts ja rein physikalisch schon immer, wenn also die Person im Vordergrund damals scharf war und der Hintergrund nicht mehr so, kann ich letzteren heute beim Abfotografieren der Negative natürlich auch nicht mehr schärfer machen. Das Problem z.Zt. ist halt, bei manchen Bildern ist alles unscharf, auch das Hauptmotiv. Und das könnte tatsächlich an der Naheinstellgrenze des Objektives verbunden mit der minimal stärkeren Wölbung mancher Negative liegen. Jedenfalls bin ich gespannt, wie das irgendwann mit dem 60er Makro aussieht. Da müßte ich dann unabhängiger von der Wölbung sein weil ich mehr Spielraum bei der manuellen Fokussierung haben sollte.
 


Wenn du nach Beschnitt eine Auflösung von ca. 5600x3700 hast, dann bist sicher weit jenseits der Auflösung des Films. Ich würde mir daher diesbezüglich keine Sorgen machen.
Korrekt. Mein Coolscan V ED arbeitet mit 4.000 ppi, das sind bei einer DSLR circa 20-22 Megapixel. Mehr an Auflösung/Schärfe/Brillianz spielt sich in keinem Kleinbilddia oder -negativ ab, egal, wie gut Film oder Objektiv sind/waren. Noch mehr Auflösung am Kamerasensor löst höchstens das Korn noch besser auf :LOL: .
 
Kommentar
Hallo Bernd,
ich kann Deine Schwierigkeiten nicht ganz nachvollziehen. Ich habe bisher über 1000 Dias und Negative mit dem ES-2 fotografiert und hatte zumindest mit der Schärfe keine Probleme. Ok, ich verwende das AF-S 60mm/2.8, vielleicht liegt es wirklich daran. Die erzielbare Schärfe sowohl bei den Dias als auch Negativen ist im Vergleich zu einer rein digital entstandenen Aufnahme recht bescheiden, aber mehr gibt das analoge Bildmaterial einfach nicht her.

Ich verwende grundsätzlich den Autofokus (vor jeder einzelnen Aufnahme!) und habe meine Einstellungen so gewählt, dass ich ganz kurz vor der Naheinstellgrenze des Objektives arbeite. Wenn also ein Dia/Negativ zur Kamera hin gewölbt ist, dann kann ich das immer noch einwandfrei scharf stellen. Mit einer geringen Ausschnittvergrößerung inklusive gerade ausrichten entferne ich dann in der Nachbearbeitung den schwarzen Rand. Die hohe Auflösung der D850 bietet dazu ausreichend Reserven.

Fokussierst Du manuell? Bei jeden Bild erneut? Hast Du verschiedene Filmtypen oder unterschiedliche Diarahmen?

Die automatische Negativkonvertierung der D850 habe ich zum Schluss nicht mehr verwendet, weil es einige Motive gab, die zu sehr merkwürdigen Ergebnissen geführt haben (z.B. Vögel gegen blauen Himmel, Sonnenuntergänge). Ich bin dann auf RAW umgestiegen und habe die Bilder in der Nachbearbeitung konvertiert. Die Ergebnisse waren viel besser und der Bearbeitungsspielraum ist viel größer. Damit ich auf dem Monitor der Kamera ein halbwegs bewertbares Bild sehen kann, habe ich mir zusätzlich eine PictureControl-Einstellung mit invertierter Gradationskurve angelegt.

Gruß Jürgen
 
4 Kommentare
N
Nicname kommentierte
Herzlichen Dank für Deine Ausführungen. Wie genau neutralisierst Du die Orange-Maskierung von Farbnegativen im Raw-Konverter?
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Danke für die Frage, würde mich auch interessieren.
 
J
JBusse kommentierte
Die Orange-Maskierung? Über den Weißabgleich, weiße oder neutral graue Fläche im Bild suchen und mit der Pipette anklicken, ggf. manuell optimieren. Dabei darf man nicht vor extremen Werten zurückschrecken. Normalerweise sollte das konstant sein, wenn man das einmal für einen bestimmten Filmtyp eingerichtet hat und man kann sich das alles als Preset abspeichern.

Gruß Jürgen
 
Metalhead
Metalhead kommentierte
Ja natürlich, liegt einfach am "falschen" Objektiv. Bei den meisten Negativen geht es so gerade noch, bei anderen eben nicht mehr. Und gerade die Bilder meiner Hochzeit vor mehr als 25 Jahren möchte ich dann schon in besserer Qualität haben. Hat mir ja mein Test gezeigt, dass da einiges an Schärfe drinsteckt. Viel mehr jedenfalls als die Ergebnisse beim normalen Abfotografieren wie bisher mit meinem 55er Micro. Bekomme jetzt die nächsten Tage ein 60er. Dann werde ich weitersehen.

Habe den Autofokus abschalten müssen, da der nur hin und her pumpte und meistens nix fand. Und deshalb rein manuell eingestellt. Und da war das Objektiv halt am Ende. Mehr ging nicht. Und wenn das Negativ wohl zu stark nach innen gewölbt war, dann hatte ich keinen Spielraum mehr und es wurde unschärfer. Wie gesagt, es war wohl gerade so an der Naheinstellgrenze, welche beim 55er meines Wissens auch minimal größer ist als bei den 60ern. Und klar, es sind querbeet verschiedene Filmtypen (Kodak, Fuji, AGFA etc.) mit teilweise auch verschiedenen Analog Kameras verwendet worden damals. Meine letzte habe ich sogar noch, irgendeine von Olympus.

Die Negativkonvertierung nutze ich natürlich auch nicht. Da war schon bei einem ersten Test der Himmel grün. Da hätte ich viel zu viel Nachbearbeitung gehabt hinterher bei schlechter zu bearbeitenden JPEGs. Deshalb auch bei mir RAW. Habe dananch einiges probiert (auch Photoshop hat ja eine Option "Umwandeln"), wenig hat mir gefallen. Habe dann das Prog "FilmLab" gefunden. Damit waren die Ergebnisse deutlich am besten. Der erste Monat ist frei, danach im mtl. kündbaren ABO 5,99€. Was damit sogar der günstigste kommerzielle Umwandler ist den ich finden konnte sofern ich in 2-3 Monaten fertig wäre. Für Lightroom gibts ein Plug-in. Dies probierte ich ebenfalls als Testversion. War aber deutlich schlechter als o.g. Programm. Oder ich hatte etwas falsch gemacht damit. Will ich gar nicht mal ausschließen. Und teuer ist es zudem. Aber letztlich war FilmLab unkompliziert und man kann bei Bedarf trotzdem noch genügend einstellen falls einem das automatische Ergebnis nicht zusagt. Auch damit kann man gleich JPEGs erzeugen, aber ich lasse mir Tiff Dateien erstellen, die ich dann abschließend noch in Photoshop bearbeite und da dann erst JPEGs abspeichere. ist alles ziemlich aufwändig, aber ich bin mit den meisten meiner bisherigen Ergebnisse sehr zufrieden. Wenn etwas schlecht wurde (oder ich es nicht besser hinbekam, Photoshop Profis könnten sicher noch etwas mehr da rausholen), dann lags zumeist am schlechten Ausgangsmaterial.
 
Vielleicht liegt es wirklich daran, das das ES-2 nicht zu dem AF Micro 2.8/55mm passt. Aber wenn Ihr mir helft, dann könnten wir das mal eben ausrechnen. Ich würde nur jemanden benötigen, der mir die Auszugsverlängerung bei 1:1 vom AF Micro 2.8/55mm (Bernd?) und vom AF-D Micro 2.8/60mm herausmisst. Es geht also darum, um wieviel das Objektiv länger wird, wenn man von Unendlich auf 1:1 fokussiert. Dann könnte ich diese Tabelle vervollständigen und wir hätten die Kompatibilität mit dem ES-2 ein für allemal geklärt :

kürzeste NaheinstellgrenzeObjektivlängeAuflagemassAuszugsverlängerungAbstand zwischen Objektiv und Dia
Objektiv[m][mm][mm][mm][mm]
AF-S Micro 2.8/60mm0,1858946,5049,5
AF-D Micro 2.8/60mm0,21974,546,55048
AF Micro 2.8/55mm0,2287446,55057,5

Achtung : die beiden kursiv gedruckten Werte 50mm sind angenommen und sicher nicht richtig!

Gruß Jürgen
 
3 Kommentare
Metalhead
Metalhead kommentierte
Es sind beim 55er ca. 57mm.
 
J
JBusse kommentierte
Danke. Dann ist der erforderliche Abstand des ES-2 aber nur um 1mm größer als bei dem AF-S Micro 2.8/60mm! Das sollte die Verschiebbarkeit des Adapters auf jeden Fall hergeben...:unsure:
 
Metalhead
Metalhead kommentierte
Das ist aber wahrscheinlich dann der eine Millimeter der den Unterschied ausmacht. Ich habe beide Adapter in beide Richtungen verschoben und alles ausprobiert. Und hinzu kommen ja noch die 5mm Unterschied der Brennweite. Alles in allem geht es mit dem 55er irgendwie, aber eben nicht perfekt. Ich werde halt sehen, ob es mit dem 60er tatsächlich besser ist. Bin selber gespannt.
 
Zusätzlich sollte man sich beim Scannen für optimale Qualität den Repro-Grundsatz "Schicht gegen Schicht" berücksichtigen. Das heisst im Falle der Dia-Digitalisierung: "Emulsion gegen Sensor". Erscheint die Beschriftung am Filmstreifenrand spiegelverkehrt, dann schaut man auf die Emulsionsseite - diese muss dann gegen die Kamera schauen. Die Wölbung des Streifens geht dann (in der Regel) von der Kamera weg und nicht gegen die Kamera. Die Scans müssen dann in der EBV horizontal gespiegelt werden.

Hans Jörg
 
1 Kommentar
Metalhead
Metalhead kommentierte
Das hatte ich auch schon überlegt (nachdem die Wölbung nun ein Thema wurde), habe mich aber dagegen entschieden. Wäre ein weiterer Schritt/Klick in meinem Workflow den ich leicht vergessen könnte. Was dann schnell passieren würde und das wäre blöd (leider gibts in genanntem Umwandlungsprogramm keine Automatisierungsfunktion dafür, dann wäre es sicherlich ein Thema geworden das so zu machen). Ich bekomme bald das gute AF-S 60mm F2.8 Micro für einen sehr guten Preis und kann es theoretisch nach meinem Projekt sogar mit Gewinn (wenn ich mir die ansonsten aufgerufenen Preise dafür so anschaue) wieder loswerden.
 
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