Unschöner Effekt bei Blitzfoto

Jürgen B.

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Hallo Leute,

ich war an diesem Wochenende auf einem Dorffest mit angeschlossenem Mittelaltermarkt. Dort waren die Lichtverhältnisse extrem unterschiedlich. Auf dem Dorfplatz kurz nach Mittag gleissendes Sonnenlicht, unter großen Bäumen extremer Schattenwurf.
Bei vielen Bilder hatte ich heftigstes Gegenlicht, sodass ich meinen SB 800 benutzt habe. Dabei ist auf einem Bild folgender Effekt entstanden.

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Der Anzug des Mannes in der Mitte hatte einen leicht glänzenden Effekt, seine Krawatte ebenso. Und wie ihr seht, bilden sich die Farben der Krawatte auf vielen Stellen seines Anzuges wieder. Ich habe das vor Monaten schon einmal bei einem Ballkleid einer Dame erlebt. Und ich weiss nicht wie man so etwas vermeiden könnte. Es sei denn, man verzichtet auf den Einsatz eines Blitzgerätes.
Hat jemand von euch eine Idee dazu?

Gruß
Jürgen
 
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Farben der Krawatte auf vielen Stellen seines Anzuges wieder.
Das liegt nicht an der Krawatte, sondern ist Moiré durch die feinen Strukturen des Anzugstoffs.
Technisch gesprochen: Unterabtastung eines periodischen Signals.
 
5 Kommentare
Jürgen B.
Jürgen B. kommentierte
Und das heisst?? Ist so, kann man nicht ändern??
 
volkerm
volkerm kommentierte
Eine Lösung wäre, durch ein schlechteres Objektiv die Detailschärfe auf dem Sensor zu reduzieren. Nein, das ist nicht ironisch gemeint. Früher hatten die Kameras stärkere Tiefpaßfilter vor dem Sensor, um diesen Effekt zu verhinden, aber das geht eben zu Lasten der Detailschärfe.

In diesem Bild würde ich die Fehlfarben in der Nachbearbeitung lokal entsättigen.
 
Jürgen B.
Jürgen B. kommentierte
Danke für die ausführliche Erklärung. Ich werde also in Zukunft bei solchen Stoffen vielleicht doch eher auf den Einsatz eines Blitzgerätes verzichten.
Es handelt sich um ein Pressefoto...da bastel ich jetzt nicht weiter dran herum. Ich denke bei dem Papier das dafür im Print verwendet wird, wird der Effekt garnicht so dramatisch wie hier herüberkommen.
 
E
Emc2 kommentierte
Läßt sich nur durch Veränderung des Blickwinkels des Objektivs auf das Objekt ändern. Tritt auch auf, wenn man keinen Blitz einsetzt. Angewandte Physik... Das Phänomen tritt auch bei Jeansstoff auf. Wie volkerm sagt: Ein engmaschiges periodisches Signal. Engmaschig heißt nicht umbeding feinstes Gewebe. Die Engmaschigkeit kann auch durch den Blickwinkel auf den Stoff provoziert werden.
 
volkerm
volkerm kommentierte
Es hat nichts mit dem Blitz zu tun, jedenfalls nicht direkt, allenfalls indirekt über höhere Schärfe durch anderen Blendenwert.

Es ist einfach eine Struktur, die zufällig etwas feiner ist als das Raster des Sensors, und die vom Objektiv (leider) mit hohem Kontrast in dieser Detailauflösung zum Sensor gebracht wird. Zynisch gesagt: das Objektiv hat eine zu hohe Auflösung für den Sensor und der Anzugstoff liefert das etwas zu feine Muster. Der Blitz hat nichts damit zu tun.

Bei Offenblende oder mit einem schlechteren Objektiv, wenn die feinen Details etwas verwaschener am Sensor ankommen, würde man so einen Effekt eher nicht sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Blitz wegzulassen ändert nichts an der Physik.
Da werden zwei regelmässige Gitter (Stoff/Sensorpixel) überlagert, Moiré entsteht.
Einfachste Lösung: Zoom weiter aufziehen, Rand um das Motiv lassen, später
schlicht ringsum beschneiden. Das Motiv wird auf weniger Sensorfläche abgebildet,
idealerweise wird die Gewebestruktur dabei gerade eben nicht aufgelöst.

Funktioniert natürlich nur vor dem Schuss.
 
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Aber verrückter Zufall (oder nicht?) dass das Moiree hier genau die Krawattenfarben aufnimmt.
 
3 Kommentare
E
Emc2 kommentierte
Das ist nicht verrückt, sondern systembedingt. Durch die Überlagerung des Sensormusters mit dem Stoffmuster entstehen Interferenzfarben. Und diese sind nicht von den Grundmaterialien (hier Krawttenstoff und Anzugstoff) abhängig, sondern nur von den Winkeln zwischen Sensormuster, Gewebemuster und Blickrichtung des Betrachers auf diese Kombination.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Hätte der Bürgermeister eine grüne Krawatte gewählt, dann hätte Jürgen nie vermutet dass sich das DInk reflektiert.

BTW: Wer trägt überhaupt noch Krawatte? Krawatte is over. (Sagt einer der 30 Jahre werktäglich Anzug + Krawatte trug.)
 
Jürgen B.
Jürgen B. kommentierte
Das ist genau das, was mich besonders irritiert hat. Moiré- Effekte sind mir nicht unbekannt. Auch wenn ich mich mit den physikalischen Zusammenhängen, die dazu führen können, noch nicht sonderlich beschäftigt habe. Das die bei diesem Foto entstandenen Farben jedoch nahezu exakt denen der Krawatte entsprechen, hat mich stutzig gemacht.
 
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Der Moiré-Effekt hat übrigens nix mit Digital-Fotografie zu tun.
Ich habe vor 40 Jahren Werbung für Lichtrasterdecken gemacht.
Da hatten die Fotografen unendlich Trouble mit Mischlicht, was
echt übel zu filtern war.
Aber die echten Probleme gab es erst in der Druckvorstufe, wo
wg. der Druckraster oft Moirés auftraten, egal ob 4C oder sw.
War nicht wirklich lustig … weil ziemliche Fummelei.
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Den Moiree-Effekt finde ich garnicht so schlimm. Bedenklicher ist, dass auf dem Bild die Köpfe abgeschnitten sind.

Aber Spaß beiseite: Moiree war früher beim Fernsehen ein echtes Problem, dem bei Nachrichtensprechern und Moderatoren auch mit passender Kleidungsauswahl entgegengewirkt wurde. Allerdings nicht immer mit Erfolg. Insgesamt hatte man die Sache einigermaßen im Griff, aber es war ein Parameter, den man schon beachten musste.
 
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