Mal wieder Antarktis: 30 Tage entlang des Packeises von Tasmanien nach Kapstadt...

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achim kostrzewa

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Aschermittwoch: Derzeit überqueren wir die "Roaring Forties", dann die "Furious Fifties" und kommen in die "Screaming Sixties." Der Kapitän meldete gerade noch 1100 sm bis zur Eiskante. 200 sm haben wir hinter uns. Samstag früh morgens sollten wir da sein. Derzeit spielt das Schiff mit den Wellen fangen... und der

Semi_26_Waves.JPG

Sturm bläst mit bis zu 60 kn. Die Außendecks sind zu, bis auf eine Tür auf Deck 5, die ich kurz für Fotos benutze. Da wird man aber nass :)
 
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Donnerstag: wir haben morgens die "Furious Fifties" bei 51° S erreicht. Das Wetter bietet immer den gleichen Wind aus der südpolaren Zirkulation, die im Uhrzeiger Sinn um die Antarktis bläst und so eine gigantische Meeresströmung - fünfmal so groß wie der Golfstrom - 20260219_114148_01.JPGinduziert: der Wind bläst konstant mit ca. 8 Windstärken von rechts (Steuerbord). Foto: Renate durch ein Brückenfenster, die Außendecks sind zu ! Weitere Informationen auf unserem Reiseblog: http://www.antarktis-arktis.de/Semi-Ostantarktis_2026.htm
 
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Freitag abend: ruhige See, wir machen Speed Richtung Commonwealth Bay mit bis zu 17 Knoten !
Sieht ein wenig langweilig aus, ist es auch, aber 2.700 km müssen halt überwunden werden. Von Hobart aus ist es die weiteste Anfahrt in die Antarktis. Da müssen wir nun durch, aber ohne Sturm ist es besser, einige waren doch etwas seekrank...
Ruhige_See_DSF1669.jpg
 
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Samstag: Derzeit, um 7:00, ist der Himmel zu 100% bedeckt, das Meer relativ ruhig und wir fahren mit >15 kn weiter Richtung Süden. Für die 2.700 km Anreise von Hobart bis Commonwealth Bay muß man halt minimal vier Tage kalkulieren. Wir haben gestern am Spätnachmittag die Antarktische Konvergenz passiert und heute Morgen gegen 8:00 auch den 60sten Breitengrad Süd überqueren. Damit wären wir in der ozeanografischen Antarktis angekommen !
Semi_26_Iceberg1_D754821.JPG
13:15 treffen wir auf unseren ersten Eisberg... Die Temperatur ist zwischenzeitlich von 2 auf 0,5°C gefallen. Foto AK
 
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Immer noch Samstag: Höre gerade das Commonwealth Bay wegen Sturm nicht geht, jetzt ist Dumont d'Durville, die frz. Antarktisstation etwas weiter westlich unser Ziel. Die Station selber dürfen wir nicht mehr besuchen, die haben schon auf Winterbetrieb umgestellt und können wegen diverser Ansteckungsgefahren keine Besuche mehr empfangen, weil sie ab jetzt für viele Monate auf sich allein gestellt sind...
 
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Sonntag, 22:2.: Wir haben den südlichen Polarkreis soeben überschritten, der hier im Adelieland ganz nah an der Küste verläuft und fahren einen Schlingerkurs zwischen großen Eisschollen und kleineren Eisbergen. Leider ist es nebelig. Wir wollen im Laufen des Vormittags auf der Gouverneursinsel mit den Zodiacs anlanden. Kapitän Devorsine kennt sich hier bestens aus, hat er doch viele Jahre den frz. Eisbrecher ASTROLABE befehligt, der die Versorgung der Station gewährleistet. Der ist übrigens auch hierin noch unterwegs und wir werden ihn wahrscheinlich treffen. Das Expeditionsteam ist seit 8:00 draußen und sucht nach einem günstigen Anlandeplatz, lädt dann die Sicherheitsausrüstung aus und bringt uns dann - die erste Gruppe von 100 Paxen - gegen 9:15-9:40 an Land. Wir bleiben 1,5h zum Erkunden der Insel mit Blick aufs Festland. Die ersten (mausernden) Kaiserpinguine haben wir auch schon auf Fernglasdistanz auf diversen Eisschollen beobachten können. Es schneit in dicken Flocken._D754866.JPG
 
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Heute zur Feier der Ankunft im Adelieland mal 2 Fotos:
_D754842.JPG
Renate ist mir - wie immer - voraus. Wir stapfen durch den Schnee zum vermeintlichen Aussichtspunkt auf die Station Dumont d'Urville auf der Nachbarinsel, aber der Schnee verhindert die Sicht weitgehend. Foto AK
Ganz aktuelle Studien (Kyle R. Clem et al. vom Dezember 2025) zeigen, was wie seit 30 Jahren erleben, es wird immer wärmer, pro Dekade 1°C und auch immer feuchter. Hatten wir früher meist Sonne und trocken, haben wir heute eher Wolken, Regen und Schnee auch im Sommer... Das Wetter kann uns aber nicht abhalten !
 
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Sonntag Abend: heute war die letzte Versorgungsfahrt der Astrolabe für die Station Dumont d'Urville. Dort angekommen, begrüßen sich beide Schiffe, die Kapitäne sind befreundet. Wir haben heftigen Schneefall und der Wind frischt auf. Viel passiert am heutigen Tag...Astrolabe_D754904.JPG
Es schneit wirklich heftig. Gegenüber der Charcot wirkt die Astrolabe klein, eher wie ein Beiboot... :fenster-putzen:
 
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Montag auf Dienstag Nacht: 6 Offiziere auf der Brücke und 6 Superscheinwerfer, die besonders Eis aufleuchten lassen, sind nötig nachts bei so einem Sauwetter sicher zu navigieren: "gefährlich" sind größere Eisgrowler (so groß wie eine Garage) die kaum aus dem Wasser ragen und vom Radar nicht erfaßt werden können. Wenn wir die Midships erwischen, tut es einen dicken Bums und alle sind wach. Dem Schiff passiert nichts, in den Kabinen könnten aber Sachen umfallen... :liturgy:_DSF1732.jpg
 
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schneemann
schneemann kommentierte
Dem Schiff passiert nichts, in den Kabinen könnten aber Sachen umfallen...

Das wurde bei der Titanic auch angenommen ;)
 
ZHR
ZHR kommentierte

Der geographische Südpol leuchtet mir ein, der geomagnetische eigentlich auch.
Aber die anderen beiden Pole kenne ich tatsächlich nicht. Kanst du das kurz erklären?
 
achim kostrzewa
achim kostrzewa kommentierte
ZHR
WIKI dazu: Die geomagnetischen Pole der Erde fallen dabei nicht genau mit den geographischen Polen der Erde zusammen. 2015 war die Achse des geomagnetischen Dipolfeldes um etwa 9,6° gegenüber der Erdachse geneigt.[4] In erster Näherung entspricht das Dipolfeld dem eines gekippten Stabmagneten, der um ca. 450 km aus dem Erdmittelpunkt in Richtung 140° östlicher Länge verschoben ist.
Der magnetische Südpol der Erde ist der Punkt auf der Südhalbkugel, an dem die magnetischen Feldlinien SENKRECHT in die Erde eintreten. Er liegt derzeit in der Antarktis nahe der Küste (etwa bei 64°S, 136°O) und wandert jährlich um ca. 10–15 km nach Nordwesten. Obwohl er als "Südpol" bezeichnet wird, ist er physikalisch gesehen ein magnetischer Nordpol, da er den Nordpol einer Kompassnadel...

Pol der Unzugänglichkeit definiert sich so: am weitesten entfernt von jedem Ufer des Kontinents. Am Nordpol ist es umgekehrt, das ist dieser geografische Punkt am weitesten von jeder Landmasse entfernt...
Siehe mein Reisebericht "Nordpol" http://www.antarktis-arktis.de/CC_ North-Pole_2024.htm
 
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Thomas Ferber
Thomas Ferber kommentierte
Danke - wieder was gelernt. Das Banner mit der GPS Position muss dann ja ständig aktualisiert werde ;-)
Die Nadel eines Kompasses muß ja dann komplett verrückt spielen, weil sie eigentlich senkrecht stehen müsste (?)
Bei diesen Kugelkompassen erfolgt das wohl auch (?)
Und die App auf dem Handy nimmt wohl auch GPS zur Hilfe?
Über den Unterschied zwischen Geomagnetischem Südpol und Antarktischem Magnetpol werde ich dann noch grübeln ....
 
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achim kostrzewa
achim kostrzewa kommentierte
Hier der Drift des Magnetpols über die Jahre, Renate hats rausgesucht aus unserem Bestand...20260224_120932.JPG
 
ZHR
ZHR kommentierte
Besten Dank, Achim, für die ausfühliche Antwort. Das habe ich alles nicht gewusst, v.A. so genau.
Übrigends, deine Reiseberichte lese ich mit grossem Interesse.
 
Porpoise Bay war sehr tierreich, allein 5 Robbenarten, hier ein Seeleopard:
Semi_26_Seeleopard__D789468.JPG
mit D780 + 500mm PF
 
4 Kommentare
Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Jedes mal wenn ich in deinen "Fred" schaue, bleibe ich hier hängen.
Die Kopfform hat etwas vom Dinosaurier... :) Danke für´s zeigen, denn den habe ich so, oder vielleicht gar,- noch nice gesehen.
noc
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
DerFranz
DerFranz kommentierte
@Wuxi Nun ja... ganz normale Raubtiere halt, wie wir... :whistle:
 
DerFranz
DerFranz kommentierte
@Robert Goppelt Dino hat meine Frau auch sofort gesagt als sie das Bild sah, da ist was dran. Ein echtes Urweltwesen.
 
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