VR und IBIS, was macht was.

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RAWky

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Habe mich zuletzt mal aufklären lassen, weil immer die Frage herumgeistert, welche Vorteile (oder Nachteile) VR-Objektive in Verbindung mit IBIS bieten.
Hier eine kleine Aufklärung:

Man kann auf 5 verschieden Arten Bewegung in die Kamera-Objektiv-Kombination bringen:
  1. Nicken (Pitch): Die Kamera macht eine Nickbewegung um die Querachse.
  2. Gieren (Yaw): Die Kamera bewegt sich um die Hochachse, ähnlich eines Kopfschüttelns links-rechts.
  3. Rollen (Roll): Die Kamera bewegt sich über die Längsachse (schräger Horizont).
  4. Horizontal: Die Kamera bewegt sich wie ein Aufzug auf und ab (entlang der Hochachse, keine Drehung).
  5. Vertikal: Die Kamera bewegt sich entlang der Querachse (eine Verschiebung von links nach rechts).
1. und 2. wird durch das VR-System in den Objektiven langer Brennweite effektiv ausgeglichen.

Die IBIS in den Nikon-Z-Kameras wirkt über alle 5 Achsen, die Bewegungen zu 1. und 2. können aber durch IBIS für "lange" Brennweiten nur eingeschränkt kompensiert werden. Daher gibt es auch für das Z-System noch Objektive mit VR:

400/2.8 TC, 400/4.5, 600/4 TC, 600/6.3, 800/6.3, 24-200/4-6.3, 28-400/4-8, 70-200/2.8, 100-400/4.5-5.6, 180-600/5.6-6.3 und die DX-Zoom-Linsen alle.

VR alleine: 2 Achsen-Stabilisation mit 5 - 5.5 Stops.
VR + IBIS: 5-Achsen-Stabilisation bis zu insg. 8 Stops.
 
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Anmerkungen:
6. Axial wäre auch eine Bewegung. Dann hast Du die 6 FG der Mechanik komplett.

1. und 2. sind bei langen Brennweiten mit Abstand die größte Gefahr, alle anderen Verwacklungen sind sekundär.

Der Objektiv VR korrigiert nicht nur 1. und 2. sondern durchaus auch 4. und 5. wenn auch nicht perfekt.

Das zwei Systeme besser sind als eins ist nur dann zu erwarten, wenn die Systeme kooperieren (was sie bei Nikon tun, bei 3rd Party Linsen wäre ich nicht automatisch sicher).
Abgleich was gemessen wurde.
Abgleich der Korrekturberechnung
Abgleich/ Aufteilung der Verfahrwege/-winkel und zugehörigen Geschwindigkeiten.
 
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4 Kommentare
RAWky
RAWky kommentierte
Die axiale Kompensation wird, so weit ich weiss, nur im FUJI-XF 80 Macro vollzogen - weil dort der AF zu langsam ist ...
 
RAWky
RAWky kommentierte
Kurzer Nachtrag: Die VR-Objektive stabilisieren nur 2 Achsen (Nicken und Gieren).
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
sie können nur 2 Achsen bewegen. Aber damit kann man auch eine z.B. vertikale Verschiebung korrigieren. Nicht perfekt, aber besser als stillsitzen. Ich sehe keinen sinnvollen Grund warum man eine mögliche Korrektur verweigern würde nur weil sie translatorisch verursacht wurde.
 
RAWky
RAWky kommentierte
Stimmt. Es ist auch schwer, die Kamera ausschliesslich in einer nicht-korrigierten Achse zu bewegen. Daher wird das 2-Achs-VR jeder solchen multiachsialen Verwackelung (sofern eine der zwei korrigierten Achsen mit im Spiel ist) entgegen wirken. Wenn das Tele (200+) aber auf einem Gimbalstativkopf montiert ist, reichen die zwei Achsen des VR ja aus - weil der Gimbalstativkopf ja auch nur diese 2 Achsen beweglich lässt.
Die tatsächliche Nutzung eines Super-Tele "aus der Hand" findet aber erst seit der Kombi VR mit IB-VR (IBIS) in Praxis statt, meine ich zu beobachten. Früher war man mit Einbein und/oder Dreibein, jeweils mit Gimbalstativkopf (es gibt auch "Gimbals" für das Einbainstativ, z.B. Wimberly Monogimbal) unterwegs, heute nur noch selten. Da war das Super-Tele dann meist auf einem Stativ, der VR blieb aber eingeschaltet, die DSLR und der Fotograf brauchten noch kein IB-VR.
 
Das gute bei Nikon Z ist, dass sich Kamera und Objektiv per Kommunikationsprotokoll unterhalten. D.h. bei Nikon Z Kameras mit IBIS und kompatiblen VR-Objektiven arbeiten beide Systeme synchron zusammen (Synchrone VR). Dies führt zu einer deutlich effektiveren Stabilisierung als jedes System alleine und es wird nicht gegeneinander geschafft.

Die Aufteilung der Aufgaben sieht in der Regel so aus:
VR: Übernimmt hauptsächlich die Kompensation von Nicken und Gieren, insbesondere bei Telebrennweiten.
IBIS: Kompensiert Rollen, horizontale und vertikale Verschiebungen und unterstützt VR bei Nicken und Gieren.


Es gibt noch einen ausführlicheren Artikel von Nikon, Link muss ich noch raussuchen, gerade nicht gefunden.

Und da sicher auch Anfänger mitlesen: 5 Stops Verbesserung durch VR und IBIS bedeutet, man kann beispielsweise bei einer 200mm Brennweite mit 1/6 Sekunde (1/200 -> 1/100 -> 1/50 -> 1/25 -> 1/13 -> ≈1/6) noch scharfe Bilder machen, wenn man die Regel mit dem Kehrwert der Brennweite als Belichtungszeit aus der Hand nimmt.
 
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Kommentar
...und wenn man die Kamera auf einem Stativ befestigt hat, sollte man lt. Nikon die Bildstabilisierungen ausschalten.
 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte

Referenzanleitung für das NIKKOR Z MC 105mm f/2.8 VR S, Seite 29:
"Wenn die Kamera auf einem Stativ oder Einbeinstativ montiert ist, empfehlen wir die Einstellung [Aus] für die in die Kamera integrierte Bildstabilisierung."
 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Und der Vollständigkeit halber, Nikon Referenzhandbuch für Z7II und Z6II, Seite 162:

"Verwenden des Bildstabilisators: Anmerkungen"
(fünfter Unterpunkt:)
"• Um unerwünschte Effekte zu vermeiden, wählen Sie [Aus], wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist. Beachten Sie, dass sich die Einstellungen der VR-Objektive unterscheiden können; nähere Angaben finden Sie in der Objektivanleitung. Bei der Montage der Kamera auf einem unverriegelten Stativkopf oder einem Einbeinstativ jedoch empfiehlt sich die Option [Normal], [Sport] oder [Ein]."

Ob es nun stimmt oder nicht, das sind die offiziellen Empfehlungen.
 
Gianni33
Gianni33 kommentierte

Danke! Du warst schneller, ansonsten hätte ich das identische Zitat aus dem Benutzerhandbuch hier eingestellt.
 
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C
Christian B. kommentierte
An dem Zitat aus dem Kamerahandbuch erkennt man, dass die Aussage #4 so allgemeingültig, wie sie dort steht, nicht richtig ist. Es kann von Objektiv zu Objektiv verschieden sein, und es kann vom verwendeten Stativ oder der Art seiner Verwendung her verschieden sein.

(Hinsichtlich des Einbeinstatives widersprechen sich die beiden Handbuchangaben übrigens.)
 
C
Christian B. kommentierte
In der Bedienungsanleitung des Z NIKKOR 600mm f4 TC hingegen steht, dass man den Stabilisator auch bei Verwendung eines Dreibeines und immer bei Verwendung eines Einbeines anschalten sollte. Allerdings könnte es unter bestimmten Voraussetzungen des shootings oder des Stative manchmal geraten sein, die Stabilisation abzuschalten.
 
Bewegungsachsen 4. und 5. können streng genommen durch den IBIS oder VR nicht exakt korrigiert werden bzw. nur für eine Entfernungs-Ebene, idealerweise für die scharfgestellte Ebene, weil Horizontal- und Vertikalbewegungen der Kamera die Perspektive verändern, wenn auch nur minimal. Aber ein dadurch ggf. verursachter Fehler ist sicherlich viel kleiner als z.B. ungenaue IBIS/VR-Korrekturbewegungen, die nicht exakt passend berechnet werden können z.B. wegen nicht beliebig exakter Brennweiten-Übermittlung (z.B. bei Zooms). Wobei es bei Makro-Aufnahmen schon eine Rolle spielen könnte.
Maßgeblicher Bezugspunkt für alle Bewegungsachsen müßte übrigens eigentlich die Mitte der Eintrittspupille sein (also das objektseitige Bild der Aperturblende), genau wie beim Panorama-Adapter (der üblicherweise, aber nicht ganz korrekterweise, meist Nodalpunktadapter genannt wird).
 
Kommentar
Interessant, gerade mit der Z6III Sonnenaufgang fotografiert auf Stativ. VR an, ebenso Belichtungsverzögerung. Praktisch alle völlig unscharf. Teilweise sogar fast Wischeraufnahmen. Fokussierung korrekt. Dann VR auf off und alles gut, gestochen scharf. Die scheint wirklich heikel zu sein, ist mir bei anderen Kameras noch nie vorgekommen. Dort hab ich VR immer an auf Stativ. Hier viel es mir auf in der Nachbetrachtung.
 
1 Kommentar
volkerm
volkerm kommentierte
Objektiv mit oder ohne VR?

Ich habe so etwas mit der Zf und Objektiven ohne VR noch nicht beobachtet, und dabei fotografiere ich überwiegend mit Stativ, mit 2s Selbstauslöser und IBIS aktiv.
 
Mit Belichtungsverzögerung meinst Du Zeitauslöser?
Dann hat VR/Ibis evtl. gerade im Moment der Belichtung wieder abgeschaltet, daher der Wischeffekt/Unschärfe.
 
2 Kommentare
Swisshead
Swisshead kommentierte
Ja Zeitverzögerung auf 1 Sek. Ja das wäre möglich, dass es daran liegt. Waren Langzeitbelichtungen, teilweise bis 30 Sek. Müsste der da nicht an bleiben?
 
RAWky
RAWky kommentierte
Wenn die VR eingeschaltet ist, bleibt er auch während der Belichtung aktiv. Wird also während der Belichtungszeit eine Bewegung registriert, versucht die VR diese zu kompensieren. Wenn man während einer Belichtung, z.B. 10 Sekunden, mal an das Stativ stösst und sich der Blickwinkel ändert, sollte es so etwas wie eine Doppelbelichtung mit verwischtem Übergang geben, weil nach "Neuausrichtung" der Kamera sich die VR langsam (deshalb längere Belichtung) auf den neuen Blickwinkel einstellt.

Mal probieren: Kamera auf Stativ, Sucherlupe auf max. Vergrößerung, VR ein, Raster auf Monitor einschalten und eine Kante anvisieren (das ist mit VR schon schwierig). Bleibt diese Kante an Position? Meistens ja, aber nicht sofort und immer.

Oder mal mit maximaler Sucherlupe und VR durch den Sucher etwas anpeilen und nur ein ganz wenig auf und ab bewegen, so, dass die VR versucht zu folgen. Manchmal springt das Sucherbild mehr als die Bewegung es ausgelöst haben kann. Das sind die seltenen Momente, wo die VR zu einer Unschärfe führen kann, wenn die Kamera trotz VR nicht ruhig gehalten wird - wenn die Kamera ruhig gehalten wird, ist die VR viel wert und hilft bei längeren Verschlusszeiten (meine zuverlässige persönliche VR-Grenze liegt bei max. 3 Stops länger als 1/Brennweite).
 
Das ganze System ist ja schon recht komplex.

Ein Beschleunigungssensor misst laufend Beschleunigungen/Winkelbeschleunigungen in Richtung x wobei x=[x,y,z,alpha, beta, gamma]
1. Daraus wird einerseits eine sofortige Korrekturanweisung kalkuliert (Sucherbildstabilisierung).
2. Andererseits wird eine Korrekturbewegung für den Auslösefall kalkuliert: sobald ausgelöst wird absolvieren die Aktuatoren für die Laufzeit der Belichtungszeit eine Bewegung (dx/dt), die die prognostizierte Bewegung der Kamera kompensiert.
Für diese Bewegung (2.) muss auch immer noch genug Verfahrweg da sein, was die Möglichkeiten für (1.) limitiert.

Nicht umsonst sieht man manchmal nach der erfolgten Aufnahme (v.a. bei DSLR) einen richtigen Sprung des Bildes im Sucher.

Das ist tolle Technik!
 
1 Kommentar
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Vor allem so winzig! Im Großen gab es Bewegungsstabilisierung ja schon länger: KLICK :LOL:
 
Hier die Anweisungen aus dem Referenzhandbuch der Zf zur Verwendung des Bildstabilisators:

Bildstabilisator (VR)
G-Taste U C Fotoaufnahmemenü

Wählen Sie, ob der Bildstabilisator arbeiten soll. Die verfügbaren Optionen hängen vom Objektiv ab.

Option Beschreibung
C [Normal] Verringert die Verwacklungsunschärfe beim Fotografieren ortsfester Objekte.
D [Sport] Für das Fotografieren von Sportlern und Objekten, die sich schnell und unvorhersehbar bewegen.
[Aus] Der Bildstabilisator ist ausgeschaltet.
Beim Verwenden des Bildstabilisators beachten

Mit manchen Objektiven steht kein Bildstabilisator zur Verfügung.
Es empfiehlt sich, vor dem Auslösen der Aufnahme zu warten, bis sich das Bild in der Aufnahmeanzeige stabilisiert.
Wenn Sie ein Objektiv mit Bildstabilisator benutzen und die Option [Normal] gewählt ist, kann das Bild in der Aufnahmeanzeige vor dem Auslösen unruhig sein; dies hängt mit der Arbeitsweise des Bildstabilisators zusammen und stellt keine Fehlfunktion dar. Falls Sie diese Bildbewegung störend finden, können Sie [Sport] oder [Aus] wählen.
Für »Mitzieh-Aufnahmen« wird die Option [Sport] empfohlen. In den Modi [Normal] und [Sport] gleicht der Bildstabilisator nur solche Bewegungen aus, die nicht zur Schwenkbewegung gehören. Wenn die Kamera beispielsweise horizontal geschwenkt wird, wirkt der Bildstabilisator nur auf vertikale Verwacklungen.
[Normal] oder [Sport] wird außerdem empfohlen, wenn die Kamera auf einem Dreibein- oder Einbeinstativ montiert ist. Jedoch kann die Wahl von [Aus] mit manchen Stativen und unter bestimmten Aufnahmebedingungen die bessere Wahl sein. Welche Einstellungen zur Verfügung stehen, hängt vom Objektiv ab; Angaben dazu finden Sie in der Objektiv-Dokumentation.
Wenn ein F-Bajonett-Objektiv mit Bildstabilisator-Schalter an einem optionalen Bajonettadapter FTZ II/FTZ angebracht ist, steht das Menü [Bildstabilisator (VR)] nicht zur Verfügung (wird grau angezeigt). Verwenden Sie den Bildstabilisator-Schalter am Objektiv.

Anmerkung: Da ich an der Zf als einziges Nikkor-Objektiv mit AF und VR das Nikkor Z MC 105/2.8 S VR verwende, muss ich lt. Benutzerhandbuch für dieses Objektiv den Bildstabilisator ausschalten, wenn ich die Kamera auf ein Dreibeinstativ oder Einbeinstativ stelle.

Gruß
Hans
 
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C
Christian B. kommentierte
Und Du lässt den IBIS für diese Objektive auf einem Stativ an?
 
Gianni33
Gianni33 kommentierte
Ja, Bildbeispiel siehe unten!
 
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C
Christian B. kommentierte
Danke, dann sind wir uns ja wieder einig.
 
Gianni33
Gianni33 kommentierte

Ja, und es hat damit bislang noch keine Probleme gegeben. Hier z. B. eine Nachtaufnahme mit der Nikon Zf und dem Voigtländer Super Wide-Heliar 15mm f/1:4.5 für Nikon Z am Dreibeinstativ:

full

Nikon Zf, f/8, 2sec, ISO 100

Um zu überprüfen, ob die Zuschaltung oder Abschaltung des IBIS in der Zf mit manuellen Voigtländer Objektiven einen Unterschied macht, werde ich das an Vergleichs-Aufnahmen mal ausprobieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gianni33
Gianni33 kommentierte

Ja, so ist es.
Ich finde diesen Thread sehr interessant und ich lerne täglich etwas hinzu.
 
Jedoch kann die Wahl von [Aus] mit manchen Stativen und unter bestimmten Aufnahmebedingungen die bessere Wahl sein.

Und Du lässt den IBIS für diese Objektive auf einem Stativ an?

Was komischerweise nie zur Sprache kommt ist die Belichtungszeit.

Ich halte den VR/IBIS auf einem Stativ bei Belichtungszeiten von, sagen wir 1s und kürzer für ganz unkritisch. Und ja, in solchen Fällen lasse ich den VR/IBIS auch auf dem Stativ an. Warum sollte er da einen schlechteren Job machen als in meiner Hand?

Was ich dann eher für kritisch halte sind Langzeitbelichtungen die in den Minutenbereich gehen.
Da muss der VR/IBIS seine Leistung ja furchtbar lange durchhalten.
In so einer langen Zeit kann es zu den verschiedensten Störungen kommen wenn z.B. kleine Impulse in das System eingeleitet werden.
Ohne VR/IBIS pendelt sich das dann wieder ein und die Zeilt heilt die Wunden, mit VR/IBIS könnte es zu Eigenfrequenz-Effekten kommen wie oben von @Totalreflexion beschrieben oder eine einmalige Korrektur erfolgt aber stellt nicht wieder auf auf den intitialen Bildausschnitt ein.
 
1 Kommentar
Swisshead
Swisshead kommentierte
Ja das hatte ich eben mit der Z6iii gemacht und dem 70-180/2.8. Bis 30 Sekunden und alle unbrauchbar und unscharf, teilweise sieht man, wie es einen kleinen Sprung gibt. Vor kurzem habe ich dasselbe mit der Z6ii und dem Voigtländer gemacht, auch teilweise extrem lang belichtet, auch bis zu 30 Sekunden und mit dem Voigtländer 40/1.2. Auch Stativ und IBIS nicht abgeschaltet und alle knackscharf. Daher war ich bei der Z6iii nun überrascht, dass das nicht geht. Abgeschaltet dann alle natürlich scharf. Bisher habe ich darauf gar nie geachtet und mit jeder Kamera keine Probleme damit. Erst jetzt mit der Z6iii. Keine Ahnung, was die anders macht. Ja werde das in Zukunft auf Stativ immer abstellen.
 
Es gibt noch eine Besonderheit zu nennen:

Ist ein Objektiv mit VR an einer Z mit IB-VR angeflanscht, so übernimmt das Objektiv den Ausgleich für das Gieren und Nicken. Die Kamera die verbleibenden 3 Freiheitsgrade (Rollen, Parallelbewegungen X und Y).

Im VR-Modus "Normal" ist der VR des Objektivs aktiv, d.h. auch schon vor dem Auslösen wird das Gieren und Nicken versucht auszugleichen.
Im VR-Modus "Sport" ist das VR des Objektivs bis zum Auslösen nicht aktiv. Gieren und Nicken wird vor dem Auslösen nicht ausgeglichen, während der Belichtung ist es aber aktiv.

Bei Verwendung von Objektiven ohne VR verhält sich der VR-Modus "Sport" wie der Modus "Normal".
 
Kommentar
Was komischerweise nie zur Sprache kommt ist die Belichtungszeit.
Ich habe eine zeitlang dazu nichts schreiben wollen, weil ich nach einer passenden Quelle von Nikon gesucht habe, aber zu meiner Verblüffung nichts gefunden habe.

Gemäß meinem technischen Verständnis: um aus den Signalen der zahlreichen Beschleunigungssensoren der Bildstabilisator-Einheiten die passenden Positionen von VR-Linseneinheit und Sensor zu berechnen, muss zweimal integriert werden (wir erinnern uns an den Physik-Unterricht: Beschleunigung ist die zweite Ableitung der Wegfunktion nach der Zeit). Wenn bei den beiden Integrationen eine Anfangsbedingung nur minimal nicht stimmt (Sensor-Genauigkeit, Rauschen), wird der Positionsfehler infolge der Integrationen mit zunehmender Zeit immer größer. Ergo: Das System muss sich mit einer geeigneten (langsamen) Zeitkonstanten stetig zurücksetzen (Nullen), sonst läuft es völlig aus dem Ruder. Das verursacht m.M.n. auch genau das von RAWky beschriebene Verhalten (Beitrag #9.2).

Ich halte es daher genau wie Frank (Wuxi): bei Belichtungszeiten länger als ca. 2 Sekunden schalte ich die Bildstabilisierung auf dem Stativ auf jeden Fall aus.

Bei Belichtungszeiten im Bereich 1 sec - 1/100 sec auf dem Stativ probiere ich meistens aus, was das bessere Ergebnis liefert.
 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte

Ich kann ja fast alles was Du schreibst gut nachvollziehen. Aber Deine These "Wenn mit VR verwackelt, dann ohne VR erst recht" würde doch im Umkehrschluss bedeuten, dass VR auf Stativ immer aktiv sein darf und das Bild nie verschlechtert, egal wie lang die Belichtungszeit ist. Halte ich für eine seeehr gewagte These. Oder interpretiere ich DIch da falsch? Da dieses Unterforum als Informationsquelle insbesondere für Einsteiger und Neulinge gedacht ist, wäre ich ohne Beleg mit solchen Thesen vorsichtig.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Belichtungszeit ergibt sich
In dieser Teil-Diskussion ging es nicht um die maximale gehaltene Freihandzeit sondern darum dass man dem VR/Ibis nicht beliebig lange Zeiten zumuten sollte z. B. Langzeitbelichtungen.
 
RAWky
RAWky kommentierte
Bei der Langzeitbelichtung vom Stativ (stabil) gibt es u.a. 3 Kombinationen, nicht jede ist sinnvoll:

AF-X und VR ON = scharf (gerade mit einer 30 Sekunden Belichtung vom Stativ probiert mit AF-S und AF-C auf unbewegtes Motiv)
AF-C und VR OFF = nicht scharf (dito)
AF-S und VR OFF = scharf (dito)

Links: AF-C VR ON, rechts AF-C VR OFF
AF-C-VRONOFF.jpg

AF-C und VR OFF und Langzeitbelichtung ist offensichtlich nicht optimal.
 
Zuletzt bearbeitet:
G
Gianty kommentierte
AF-C und Langzeitbelichtung....wen willst Du oder wen soll der AF denn während einer Langzeitbelichtung verfolgen?

Mach Dir nicht so viele Gedanken, sammle die Erfahrung nicht im Wohnzimmer mit Porzellanfiguren sondern draußen im Feld.
 
RAWky
RAWky kommentierte
Draussen ist es kalt und dunkel ...
 
Wenn mit VR verwackelt, dann ohne VR erst recht.
Wie oben schon mehrfach erwähnt:
Ein Wackler in 60 Sekunden der dann schnell gedämpft wird (wegen gutem Stativ) wird sich nicht stark auswirken.

Wenn aber der VR aktiv wird und vielleicht in eine Eigenfrequenz zappelt oder schlicht das Bild leicht versetzt neu positioniert oder wegen Langzeitintegration zwischendurch Nullsetzen muss kann sich unkalkulierbar auswirken.

AF-C und VR OFF und Langzeitbelichtung ist offensichtlich nicht optimal.
Diese Experimente kann ich nun leider überhaupt nicht nachvollziehen. Während der Belichtung ist doch kein AF mehr aktiv. Das ist für mich ein Fokussierungsfehler.
 
1 Kommentar
RAWky
RAWky kommentierte
Sieht nach Fokussierfehkler aus, ja, das Fokusfeld (kleinstes AF-C) sitzt aber in beiden Fotos auf dem selben Bereich. Aber, es kann natürlich sein, dass die Kamera sich was anderes ausgesucht hat...
 
Bevor das ganz untergeht: wenn ich die gezeigten Beispiele von Hans (@Gianni33), @RAWky, und die Beschreibung der Aufnahmen von @Swisshead richtig interpretiere, dann habt ihr alle, so wie ich auch, offenbar keine guten Objektive? Denn gemäß

Gute stabilisierte Objektive, schalten den Stabi automatisch aus, wenn das System auf einem Stativ montiert wurde.
hätten doch sonst die Objektive den Stabi ausschalten müssen? Meine Objektive machen das nämlich nicht.

Ich hoffe ja noch darauf, dass sich der @Der Photograph nochmal zurückmeldet und mir sagen kann, welche guten Objektive es da gibt.
Sollte es nur welche von Sony geben, ist das zwar blöd für mich, aber es würde @HaDiDi freuen.

(OT: denkt ja nicht ich würde einen Witz nicht erkennen können, mir ist ja klar, dass das von dem Photographen kein ernst gemeintes Statement war. Nur sollte es in einem Unterforum für Einsteiger und Neulinge nicht ohne Ironie-flag stehen.)
 
4 Kommentare
T
Tom.S kommentierte
Ich kenne die automatische Abschaltung nur von einfacher gehaltenen Objektiven wie dem AF-P 70-300DX, wo man den eigenen VR-Schalter eingespart hat. Qualitätsmerkmal war das bisher keines.
 
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte

d.h. in dem Fall erkennt die Kamera, dass sie auf einem Stativ sitzt und schaltet eigenständig den Stabi ab? Ich bin ehrlich verblüfft...
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
... ja sicher, aber ich wollte ja, dass Ihr meinen Kommentar richtig versteht. Und ich bin eben neugierig welche guten Objektive es gibt ...
 
Ich versuche mal den Eingangsbeitrag zu konkretisieren, weil sich im Laufe der Diskussion (und Recherche) einiges ergeben hat.

Man kann auf 5 verschieden Arten Bewegung in die Kamera-Objektiv-Kombination bringen:
  1. Nicken (Pitch): Die Kamera macht eine Nickbewegung um die Querachse.
  2. Gieren (Yaw): Die Kamera bewegt sich um die Hochachse, ähnlich eines Kopfschüttelns links-rechts.
  3. Rollen (Roll): Die Kamera bewegt sich über die Längsachse (schräger Horizont).
  4. Horizontal: Die Kamera bewegt sich wie ein Aufzug auf und ab (entlang der Hochachse, keine Drehung).
  5. Vertikal: Die Kamera bewegt sich entlang der Querachse (eine Verschiebung von links nach rechts).
Ist kein Objektiv mit VR an einer Z mit IB-VR (InBody-VR), so übernimmt die Kamera die Kompensation der Bewegungen aller 5 Achsen.

Ist ein Objektiv mit VR an einer Z mit IB-VR, so übernimmt das Objektiv exclusiv die Kompensation zu 1. und 2., den Rest macht die Kamera, NIKON nennt das Synchro-VR.

Die Kamera kennt für Objektive mit VR 2 aktive VR-Modi: Normal und Sport. Im Modus Normal ist der VR im Objektiv immer aktiv, auch vor dem Auslösen. Im Modus Sport ist das VR im Objektiv nur während der Aufnahme aktiv, vor der Aufnahme, ist es aus. Der Vorteil liegt im besseren und genaueren Verfolgen von schnellen Objekten mit Teleobjektiven und der Hilfe des Suchers.

Folgende Objektive besitzen VR:
105/2.8 MC VR, 400/2.8 TC, 400/4.5, 600/4 TC, 600/6.3, 800/6.3, 24-120/4, 24-200/4-6.3, 28-400/4-8, 70-200/2.8, 100-400/4.5-5.6, 180-600/5.6-6.3 und die DX-Zoom-Linsen alle.

VR alleine: 2 Achsen-Stabilisation mit 5 - 5.5 Stops an Kameras ohne IB-VR
Synchro-VR: 5-Achsen-Stabilisation mit 5.5 - 6 Stops

Ob die VR auf dem Stativ oder bei Langzeitbelichtungen aktiv sein kann oder sollte, muss man für sich selbst entscheiden oder den Empfehlungen des Handbuchs des Objektivs und der Kamera folgen.
 
2 Kommentare
W
W.W. kommentierte
Auch bei „Sport“ ist der VR vor der Aufnahme aktiv und stabilisiert auch das Sucherbild
 
RAWky
RAWky kommentierte
Nur bei Verwendung eines Objektivs ohne VR ist die IB Bildstabilisierung für Nicken und Gieren aktiv.
IB-VR -> Sport und Normal identisch
Synchro-VR -> Sport-Modus ohne VR, Normal-Modus mit VR

Auch bei der Z50 (die kein IB-VR besitzt) kann man den VR-Modus Normal und Sport anwählen und wie bei Kameras mit IB-VR ist im Sport Modus die VR (des Objektivs) bis zum Auslösen deaktiviert.

(VR bezieht sich auf das Objektiv, IB-VR auf die Sensorstabilisierung und Synchro-VR auf die Kombination der beiden)
 
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Wuxi
Wuxi kommentierte
Ja, das tut er doch immer. Er misst ständig den Beschleunigungszustand und handelt entsprechend.

Habe soeben getestet: Kamera in der Hand - VR bleibt aktiviert (hört man ja)
Kamera abgelegt (= „Stativ“) - VR bleibt aktiviert.

Kein Unterschied.
 
Zuletzt bearbeitet:
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte

Ausgangspunkt war eine Behauptung, dass gute stabilisierte Objektive bei Stativnutzung den Stabi ausschalten würden. Das erregte meine Neugier und Nachfrage.

In dem zitierten Artikel von Nikon wird in der Fußnote für 4 Objektive folgendes ausgesagt: "Das Objektiv erkennt automatisch, dass die Kamera auf einem Stativ montiert ist, und gleicht die Verwacklung entsprechend aus." Ja, Nikon erwähnt hier anscheinend so etwas wie eine automatische Stativerkennung. Aber, der Stabi wird nicht ausgeschaltet, sondern der Stabi "gleicht die Verwacklung entsprechend aus". Der Stabi bleibt also eingeschaltet. Ich finde die Aussage dennoch etwas mysteriös, weil nicht ganz nachvollziehbar ist, was im Detail passiert.

Sicherlich aber ist der alte Artikel mit Vorsicht zu genießen, wenn wir über die Zusammenarbeit von IBIS (in der Kamera) und VR (im Objektiv) diskutieren, den dieses Szenario dürfte wohl in diesem Artikel noch nicht berücksichtig sein.

Dass ein Stabilisator-System automatisch erkennt, dass die Kamera auf einem Stativ montiert ist, halte ich durchaus für möglich - ich vermutete schon weiter oben, dass die Frequenzspektren der Bewegungsmuster für Handhaltung und für Stativmontage sehr unterschiedlich aussehen müssten, d.h. ein FFT der Sensorsignale könnte eine Stativmontage durchaus diskriminieren. Wäre nur interessant zu wissen, ob, und, wenn ja, wie die die Stabilisierung in den beiden Fällen unterschiedlich arbeitet.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Stabilisator-System automatisch erkennt, dass die Kamera auf einem Stativ montiert ist, halte ich durchaus für möglich
Ich nicht.
Die Kamera könnte auch auf Tisch oder Stadionrand liegen und dann sofort wieder hochgenommen werden.
 
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Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte

Das ist ein valider Einwand. Ablage auf Tisch ist von supersteifer Stativ-Montage natürlich nicht am Bewegungsprektrum unterscheidbar. Beides konstant Null.
Aber nach Wiederaufnahme vom Tisch würde sich das Bewegungsmusterspektrum doch gleich wieder ändern? Ich stelle ja nur Hyothesen zur Diskussion, was ich so denke (oder mir als Entwicklungsingenieur dazu möglicherweise überlegen würde).
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
(oder mir als Entwicklungsingenieur dazu möglicherweise überlegen würde).
Genau so mache ich das ja auch. Theoretiker ;) .
Und ich würde mir sagen:
Solange die Kamera ruht (ich aber nicht weiß warum weil ich keinen Sensor im Stativgewinde habe) muss ich vollständig aktiv bleiben, denn die Lage könnte sich ja jederzeit ändern.


Anmerkung:
Beim Dieselskandal war das anders, da konnte der VW am eingesteckten Messgerät erkennen dass jetzt Prüfstand-Zeit war und volle Pulle Ad-Blue einspritzen.
 
Wie gesagt, bei mir Nullkommanull Probleme mit dem IBIS auf Stativ, aber ich wollte das an diesem Wochenende nochmal mit extralangen Zeiten nachtesten.
Hier für diesen Fall mit IBIS ein- bzw. ausgeschaltet ohne VR im Objektiv:
Zf mit 24-120Z, Belichtungszeit 25s, Selbstauslöser 2s, Carbonstativ mit Markins Kopf

full


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Das Motiv habe ich so gewählt dass auch kleine Verwackler als Lichtspur sichtbar wären, z.B. in den Spitzlichtern am Chromteil oder bei den LED. Wie man sieht sieht man nix. Wie gesagt, das bezieht sich rein auf den IBIS, ohne VR-Objektiv.
 
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5 Kommentare
Totalreflexion
Totalreflexion kommentierte
Vielen Dank. Ich kann keinen Unterschied erkennen.
Würdest Du annehmen, dass bei eingeschaltetem Stabi Wackler am Stativ zuverlässig kompensiert würden?
 
volkerm
volkerm kommentierte
Ich verwende ein gutes Stativ auf festem Untergrund, insoweit sollte da kein Wackler auftreten und der IBIS darf gerne pausieren. Bei der DSLR hatte ich Spiegelvorauslösung benutzt, aber die entfällt ja nun, und die minimale Vibration durch den Verschluß vernachlässige ich jetzt mal.

Der einzige Grund warum ich den IBIS eingeschaltet lasse: es ist einfacher, sich nicht darum kümmern zu müssen. Ich bin da etwas vergesslich, und nach meinen Erfahrungen macht es eben keinen Unterschied (wie gesagt - in meinem Fall kein VR im Objektiv).
 
RAWky
RAWky kommentierte
Sehr schön. War das mit AF-S, -C oder M?
 
volkerm
volkerm kommentierte
AF auf die LED-Kugel und dann auf manuell umgeschaltet, damit beide Bilder identisch fokussiert sind.
 
RAWky
RAWky kommentierte
OK, mein Experiment mit Defokus im Ergebnis war mit AF-C, Mit M und AF-S war es OK. Ich habe den Fehler auch nicht reproduzieren können.
 
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