Hornøya

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Megimuck

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Liebe Forumsgemeinde,

2017 waren meine (damals zukünftige) Frau und ich auf Vogelsafari in Gjesvær, Norwegen. Mangels weiterer Teilnehmer kamen wir in den Genuss einer Privattour auf einem kleinen, wendigen Motorboot. Obwohl es etwas mehr kostete, als die bekanntere Vogeltour auf grösserem Kahn, waren wir froh um den uneingeschränkten Spielraum auf Deck und die hervorragenden Kenntnisse über sämtliche Vögel und deren aktuellen Aufenthaltsorte. An diesem Tag Mitte Juli war es ziemlich neblig und es herrschte diffuses Licht bis kurz vor Ende der Tour.
Obwohl wir beide überaus glücklich mit unserer Ausbeute an lichtbildnerischen Erinnerungen waren, wollten wir doch unsere Lieblingsvögel irgendwann in strahlendem Sonnenlicht ablichten. Dass es bis 2022 dauern würde, bis wir wieder einen Anlauf nehmen konnten, lag auch an beruflichen und terminlichen Gründen. Mitte August des genannten Jahres hat es uns endlich gepasst. Wir sind nach Vardø im nordöstlichsten Notwegen gefahren und wollten die bekannte Vogelinsel Hornøya besuchen. Zu unserer grossen Enttäuschung hat uns der freundliche Fährmann erklärt, dass praktisch sämtliche Vögel vor 4 Tagen weggeflogen seien, weil die Brutzeit vorbei sei. Wir sollen doch nächstes Jahr so um Mitte/Ende Juni wiederkommen, hat er uns geraten. Wir haben ihm und uns das versprochen. Und nun waren meine Frau und ich in Begleitung zweier Schweizer Freunde am 22. und 23. Juni wieder in Vardø. Wetter und Temperatur waren hervorragend, diesmal klappt es mit dem Besuch auf Hornøya....

Ich möchte in diesem Reisebericht, hauptsächlich Fotos unserer Lieblingsvögel zeigen. Ein paar davon sind auch von 2017, passen jedoch gut zum Gesamtbild, das ich zeigen möchte. Falls jedoch Interesse besteht, kann ich diesen Bericht mit Fotos anderer Vögel und auch von unterwegs zeigen. Zwischen meinem Wohnort hier im finnischen Norden und Vardø liegen einige interessante und schöne Orte, zumal die Natur da oben sehr spektakulär sein kann. Ich richte mich da ganz nach euren Kommentaren.
Genug geredet, fange ich mal mit diesem scheuen Kerlchen an:

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Ich freue mich auf alle, die mich bei diesem Ausflug begleiten.
Liebe Grüsse von unter der Mitternachtssonne.
 
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Vielen Dank Bettina für das schnelle Freischalten.

So zeige ich nun als erstes ein paar weitere Piepmätze.

Die anfängliche Scheu legt sich...

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... man putzt sich kurz heraus...

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... und wir werden mit offenen Flügeln empfangen. Die Freude ist gegenseitig!

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Morgen geht's weiter...
Bis dann geniesse ich die Mitternachtssonne und freue mich auf eure Kommentare.:)
 
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Als wir morgens um 9 Uhr am Hafen die Tickets für die knapp 10-Minütige Überfahrt lösten, standen zu unserem Erstaunen keine 10 Leute an. Und tatsächlich, als das Boot abfuhr, waren inklusive uns nur ein knappes Dutzend Leute auf der ersten Fahrt des Tages. Das versprach zumindest für die erste Stunde bis zur zweiten Überfahrt kein Gedränge. Und so war es denn auch. Allerdings lag dann auch noch die Mehrheit des Brutfelsens im Schatten.
Interessant, wie die schwimmenden Papageitaucher erst versuchen, vor dem sich nähernden Boot wegzufliegen. Wenn es ihnen dann aber zu knapp erscheint, tauchen sie ab.

Startversuch...

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... abgebrochen

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Papageitaucher fressen ungefähr 80 bis 100 Gramm pro Tag. Sie tauchen nach nach ihrer Nahrung, die hauptsächlich aus Fischen und kleinen Krebstieren besteht. Dabei bewegen sie sich durch Flügelschlag in Tiefen von bis zu rund 45 Metern maximal. Ihre Tauchgänge können bis kanpp zwei Minuten lang sein und im Schnitt tauchen sie dann alle 20 Sekunden ab. Die gefangenen Fische werden mit der Zunge gegen den Oberschnabel gedrückt, bis die ganze Schnabellänge mit Fischen gefüllt ist.
Das sieht dann so aus:

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Jagderfolg:

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Morgen geht's weiter, dann liegt die ganze Insel in der Sonne.
 
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Wenn Mann sich herausputzt...

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... kommt das beim anderen Geschlecht gut an. Man nähert sich an.

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Jedoch gefällt das nicht jedem und es wird diskutiert...

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... und schlussendlich verkündet, wem die Holde für diese Brutsaison gehört. Papageitaucher führen eine monogame Saisonehe, wobei der überwiegende Teil der Paare bereits im Vorjahr zusammen war. In Freiheit werden sie um die 20 Jahre alt, jedoch ist ihr Alter trotz Beringung schwierig festzustellen, weil nach Jahren im Salzwasser und in Höhlen die Ringe schlecht bis gar nicht mehr lesbar sind.

Wenn sich zwei dann einig sind, dann wird in den selbstgegrabenen Höhle genistet.

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Leider waren zum Zeitpunkt meines Besuches noch keine Jungen geschlüpft. Das hole ich dann im Juli 2024 nach.
Deswegen werde ich morgen noch ein paar Poser-Fotos aus dem Gewusel posten.
Ich hoffe, es gefällt und ihr seid auch morgen wieder mit mir dabei auf Hornøya.
Liebe Grüsse von der anderen Seite des Polarkreises.
 
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N
Nikorino kommentierte
Diese Detailaufnahme ist ja wahnsinnig schön! Danke für's Zeigen!
 
Megimuck
Megimuck kommentierte
Dankeschön für dein Lob!🥰 Liebe Grüsse aus dem hohen Norden. 🤗
 
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Heute zeige ich meine letzten Papageitaucherfotos. Danach soll es mit ein paar anderen Vögeln weitergehen.
Und weil dies ja eine Fotoreportage ist, werde ich später auch noch ein paar Fotos von Norwegens Nordosten zeigen.

Baywatch:

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Klippenspringer von Hornøya, nicht Acapulco.

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Landen ist "kontrolliert abstürzen".

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Kurze Distanzen an Land werden "geflaufen".

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Wer beobachtet da wen?

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Und zum Abschied wird wieder gewunken:

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Ich hoffe, euch haben meine Lieblingsvögel genauso gefallen, wie mir und meinen Begleitern.
Ich wünsche euch einen schönen Abend und bis morgen.
 
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Wölkchen
Wölkchen kommentierte
An den schönen Vögel kann ich mich nicht satt sehen -danke, fürs Teilen.

Hier gibt es noch ein paar interessante Infos zu den Clowns der Lüfte.
 
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Obwohl ich hauptsächlich Puffins fotografiert hab, sind mir die anderen Vögel nicht weniger sympathisch.
Als erstes möchte ich die Trottellumme vorstellen, deren Namen mir überhaupt nicht gefällt. Da hat die deutsche Übersetzung von "Guillemot de Troïl" danebengegriffen. Da finde ich den Begriff "gemeiner Guillemot" schöner. Egal, der Vogel, der wie ein fliegender Pinguin aussieht, gefällt mir auch sehr gut. Der weisse Augenring und "Lidstrich" ist nur eine Farbvariation innerhalb der Art und sagt nichts über das Geschlecht aus.

Da kuscheln also nicht zwei Männchen oder Weibchen:

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Guillemots sind 38 bis 46 cm gross und haben eine Flügelspannweite von 61 bis 73 cm.

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Ein vielgesehener Gast auf Hornøya ist auch der Tordalk aus der Familie der Alkenvögel, zu der ja auch die Papageitaucher gehören.
Sein dichtes Gefieder sieht schon fast aus wie ein Fell. Ich hatte das Glück, dass sich ein neugieriger Tordalk zu mir gesellt hat und mir entspannt um die Beide gewatschelt ist, während er entspannt von seiner Frau und seinem zukünftigen Jungen erzählt hat.
So haben wir uns kennen gelernt und hat für mich posiert. Unbeschreiblicher Moment!

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Tordalks sind 38 bis 43 cm gross, haben eine Flügelspannweite von 60 bis 69 cm und sind ca. 600 bis 800 Gramm schwer.
Sie sind damit rund ein Fünftel kleiner als die Guillemots. Auch wenn die beiden sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, unterscheiden sie sich durch den Markanten Schnabel und längeren Schwanz.

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Mit diesen Bildern verlassen wir Hornøya. Morgen folgt ein kurzer Inselrundgang, den ich am Vortag fotografiert hab.
Ich hoffe, ihr seid wieder mit dabei. Gruss aus 70°23´20" / 31°09´25".
 
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Wie angekündigt begeben wir uns auf eine kleinen Rundgang durch das gut 1900 Einwohner beherbergende Dörfchen Vardø.
Es liegt am östlichsten Zipfel Norwegens, der östlichste Punkt, an dem die mitteleuropäische Zeit gilt, östlicher als Istanbul, St. Petersburg oder Kairo. Hier ist Fischfang und -verarbeitung Einkommenszweig Nr. 1, nebst Tourismus und den ganz normalen, alltäglichen Berufsfeldern.
Vardø ist auch End- oder Anfangspunkt der Europastrasse 75, die sich über 4340km bis hinunter nach Sitia auf Kreta zieht. Zudem läuft zweimal am Tag das Hurtigruten-Schiff im Hafen ein, je einmal in südlicher nördlicher Richtung.

Die M/S "Kong Harald" ist das erste Hurtigrutenschiff der modernen Serie, gebaut 1993, Länge 121,8 m, Breite 19,2 m, Tiefgang max. 4.7 m, Vermessung 11204 BRZ.

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Die Insel Vardøya, auf der Vardø liegt, ist seit dem 16. August 1983 durch einen 2895 Meter langen Unterwassertunnel verbunden. Dessen tiefste Stelle liegt 88 Meter unter dem Meeresspiegel und war der erste Unterwassertunnel Norwegens.
Als eine der Sehenswürdigkeiten möchte ich die um das Jahr 1300 herum erbaute Festung "Vardøhus" zeigen. Die von Håkon V. erbaute Anlage ist die nördlichste Festung der Welt.

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Für Interessierte ist das Festungsmuseum abhängig von der Jahreszeit täglich geöffnet.

In der Nähe der Festung, direkt am Strand, steht seit 2011 das Hexenmahnmal. Es soll an die Hexenverfolgung im 17. Jahrhundert erinnern, die in den Jahren 1662 und 1663 in Vardø zu den schlimmsten des Landes gehörten.

Im Pavillon lodert ein symbolischer Scheiterhaufen und durch die Spiegel erkennt der Besucher sich im Feuer.

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Das Mahnmal selbst ist eine 120 Meter lange Holz und Segeltuchkonstruktion, in dessen Innerem 91 Glühlampen und Tafeln an die 91 Opfer der zwei schlimmsten Jahre erinnern.

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Den heutigen Beitrag möchte ich nicht mit Tod und dunklen Zeiten beenden, sondern mit dem Leben.

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Das war's für heute. Wie es morgen weitergeht, verrate ich ausnahmsweise nicht. ;-)
Bis es soweit ist, sende ich euch liebe Grüsse von unter der Mitternachtssonne.
 
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Ich liebe den Norden und lese deinen Bericht mit großem Interesse! Danke fürs Mitnehmen!
 
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Megimuck
Megimuck kommentierte
Herzlichen Dank für das Lob. Es geht noch ein paar Beiträge lang weiter und ich freue mich, dass du mit dabei bist. 🥰
 
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Ihr erinnert euch, dass wie gestern Abend bei tiefstehender Sonne noch beim Hexenmahnmal vorbeigeschaut haben. Ein langer Tag neigt sich zu Ende. Wir sind viel gelaufen und in jedem Arm eine Kamera mit grossem Objektiv tragen auch nicht gerade zur Energiegewinnung bei. Wir einigen uns darauf, sich auf dem Hotelbett lang zu machen. Beim Eintritt ins Hotel bemerkt der freundliche Rezeptionist natürlich meine Fotoausrüstung und fragt, ob wir denn nicht Lust auf eine Walbeobachtungstour hätten. Da ich annehme, dass er mir irgend etwas verkaufen will, zögere ich mit einer Antwort. Er erklärt, dass heute einer der wohl besten Tage des Jahres sei, angenehm warm, kein Wind, bestes Wetter. Er sei gestern Abend auf eigene Faust Buckelwale beobachten gegangen. Um die 30 Exemplare hätte er gezählt, die im Norden der Insel unterwegs auf Fischfang waren. Wir sollten uns das auf keinen Fall entgehen lassen, vor allem bei der Ausrüstung, schliesst er ab. Er nimmt eine Touristenkarte und kreist uns den alten 2. Weltkriegsbunker ganz im Norden der Insel ein. Die Aussicht auf das erste Mal Wale in freier Natur zu sehen, bläst unsere Müdigkeit weg und im Nu sitzen wir im Auto. Kurze Zeit später haben wir den markierten Punkt ausgemacht, Auto abgestellt und erklimmen den Bunker. Schon da sieht meine Frau den ersten Blas (nach dem Tauchvorgang unter hohem Druck ausgestossene Atemluft).

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Unsere Begeisterung wird noch grösser, als wir die imposante 360° Aussicht auf dem Bunker auf uns einwirken lassen. Dabei können wir tatsächlich geschätzte 20 Wale beim Fressen beobachten, überall sehen wir die namensgebenden Buckel beim Abtauchen.

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Zuhause habe ich dann mit Hilfe von Google Earth die Distanz zwischen den Walen und uns gemessen: Je nach Beobachtungswinkel sind es rund 1400 bis 1800 Meter. ABER: Ein Foto ist besser als kein Foto, denn ohne Foto wäre es nicht passiert. ;)

Blick zurück auf Vardø, das von den Globus-II-Radarkuppeln überragt wird.

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Buckelwale unter der Mitternachtssonne beobachten fetzt!

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So geht der Tag mit einer wundervollen Überraschung zu Ende. Die Puffins waren ja geplant, aber die Wale... :smily979:
Morgen machen wir uns auf den Rückweg, aber nicht, ohne ein paar Fotostopps abzuhalten...
Ich hoffe, ihr seid wieder mit dabei.
Nordische Grüsse!
 
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ganz große Klasse was Du uns da zeigst (y)
Auf Island habe ich auch einmal Wale gesehen. Da waren es allerdings "nur" Minkwale/Zwergwale. Die hätte man auf die Distanz kaum noch gesehen.
Da bleibe ich doch gerne dabei und freue mich auf weiter Bilder und Berichte.
 
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Megimuck
Megimuck kommentierte
Herzlichen Dank für dein Lob und das du mich auf meiner Reise begleitest! 🥰 Wale mal ausserhalb von SeaWorld zu sehen war auch für mich ein unbeschreiblich tolles Erlebnis, zumal wir ja das überhaupt nicht auf dem Schirm hatten. Ein paar Landschafts- und Vögelfotos kommen noch... Bis bald.
 
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Wir nehmen Abschied von Vardø und machen uns auf die Heimreise. Vorher schauen wir ein letztes Mal auf den Ort, der uns bisher so viel Freude gebracht hat. Im Hintergrund erkennt man von links die ebenfalls unbewohnte Vogelinsel Reinøya und rechts daneben, etwas höher, dafür kleiner, Hornøya.

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Wir biegen in Ekkerøy links von der E75 ab und fahren zu der ausgeschilderten "Bird site". Alles ist bestens ausgeschildert und Informationstafeln erklären die Bedeutung dieses Standortes im 2. Weltkrieg und natürlich die zu erwartenden Vögel. Wenige Schritte hinter dem einfachen Eingangstor werden wir von brütenden Küstenseeschwalben als Eindringlinge erkannt und unter grossem Gezeter mit Kamikazeangriffen attackiert. Leider bringt es nichts, wenn man denen seine unschuldige Absicht zu erklären versucht. Ich mache, was ich in solchen Situationen immer tue: Ich schicke meine Frau vor. So kann ich in Ruhe ein paar Vögel im Flug fotografieren.

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Als ich dan dran bin, die Attackierzone zu durchqueren, erinnere ich mich an einen Trick, der meinem Freund damals auf Island geholfen hat:
Die Vögel attackieren immer den höchsten Punkt. Also halte ich mir die Kamera über den Kopf und das grosse 200-400 senkrecht in die Luft. So klappt mein Vorhaben für beide Involvierten unbeschadet. Noch habe ich nicht ahnen können, dass uns gleich eine um ein Vielfaches grössere Gefahr droht. Die bis auf die Zähne bewaffnete Sicherheitskontrolle vor dem Brutfelsen fordert unnachgiebig Wegzoll:

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Ausgeraubt aber glücklich, endlich den Brutfelsen erreicht zu haben, beobachten und fotografieren wir das bunte Treiben.

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Auch hier erfreuen wir uns an den süssen Daunenbällchen:

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Die Spuren der Geschichte sind allgegenwärtig:

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Ich habe grossen Respekt vor jenen, die sich zu den ungewöhnlichsten Zeiten stundenlang auf die Lauer legen, um Piepmätze in einzigartigem Licht in aussergewöhnlichen Augenblicken zu fotografieren. Sowas geht halt in meinem Fall nicht und ich nehme mit, was sich gerade anbietet. So wie dieser Austernfischer, mein erster übrigens:

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Wir verlassen die "Bird site" wieder unter lautem Protest der Küstenseeschwalben. Im nahen Hafenrestaurant, das zwar offiziell geschlossen ist, uns aber trotzdem verköstigt, erholen wir uns von den überstandenen "Gefahren". Eine gute halbe Stunde später sitzen wir wieder im Auto und setzten unsere Heimreise fort. Allerdings nur bis zum nächsten Fotostopp, von dem ich aber erst morgen erzählen werde.
Bis dahin wünche ich alles Gute für euch.
 
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Wir verlassen Ekkerøy, wo selbst um die Mittsommerzeit immer noch vereinzelt Schnee liegt. Vielleicht ist das der Grund, warum der schöne Sandstrand menschenleer ist?

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Noch immer sind die Erlebnisse der vergangenen Tage omnipräsent und so schwärmen meine Frau und ich im Auto ununterbrochen von all den Eindrücken. Aber nur, bis wir den nächsten Vogel am Meer sitzen sehen...

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Schon bald haben wir einen unserer Lieblingsplätze erreicht, es ist die aus beiden Richtungen von weitem sichtbare Kirche von Nesseby.
Sie ist eines der nur wenigen Gebäude in der Gegend, das die Brände der Deutschen beim Rückzug aus der Finnmark gegen Ende des 2. Weltkrieges überlebt haben.

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Ne nach Ebbe oder Flut wuseln sehr viele Vögel im Schlamm herum und suchen sich Futter. Auch aus diesem Grund ist die Kirche von Nesseby ein sehr bekannter Spot für Vögelliebhaber. Die Kennzeichen auf dem Parkplatz sind international. Natürlich gönnen wir uns die Zeit, die niedlichen Flugtiere digital einzufangen.

Dies müssten Sandregenpfeifer sein...

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... und das sind Strandläufer. Sieht man doch. ;)

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Meiner Logik folgend sind das dann Strandsteher. ;)

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Und dies ist unser letzter Vogel in diesem Reisebericht:

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Bei so einem Zwischenstopp kommen im Nu hunderte Fotos zusammen und die Zeit verfliegt mit dem Wind, der hier eigentlich immer bläst.
Wir verlassen den Varangerfjord und fahren ins Landesinnere Richtung Süden. Zuerst wird es hügelig und die Strecke erinnert etwas an meine alte Heimat bevor Wald und Seen wieder überhand nehmen. Ich lasse meine Drohne nochmals fliegen um ein Letztes Foto der Fjordgegend zu bekommen.

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Weil ja die Sonne zur Zeit nicht untergeht, spielt die Tageszeit, in der man unterwegs ist, eine untergeordnete Rolle. Man merkt allerdings, dass noch weniger Verkehr rollt, als sonst schon. Wir lassen uns Zeit und beenden unsere Reise wieder unter der Mitternachtssonne, die wir diesmal auf dem Tuulispää (wörtlich übersetzt: Windkopf), einem Hügel bei Inari geniessen.

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Mit dem Ausblick auf den Inarisee, dem grössten See Lapplands, dessen mehr als 10'000 km (!) lange Küstenlinie und über 3000 (!) Inseln auch anhand der Fakten staunen lässt, beende ich hiermit meinen Reisebericht.
Dass es für uns vier eine einmalige, eindrückliche, wunderschöne und abwechslungsreiche Reise war, habt ihr sicher mitbekommen. Ich hoffe, dass mein Bericht über diese einmalige Gegend und dessen Bewohner am Nordrand Europas genauso gefallen hat.
Ich bedanke mich bei all jenen, die mit dabei gewesen sind, für die Kommentare und die Aufnahme in die Forenhighlights und den Newsletter.
Ich verabschiede mich herzlich und sende allen liebe Grüsse von der anderen Seite des Polarkreises.
-Bruno
 
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Danke für den interessanten Bericht in Wort und Bild! Er hat mir sehr gefallen. :f045: Auch Finnland bietet genügend Motive, die es wert sind, gezeigt zu werden. ;):)
 
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