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Mariendom, Neviges


Die Architektur des Marien"doms", wie erst der Volksmund die von dem Kölner Architekten Gottfried Böhm entworfene Kirche "Maria - Königin des Friedens" getauft hat, erschließt sich erst, wenn man weiß, das es sich um eine Wallfahrtskirche handelt. verehrt wird in Neviges seit 1676 das Gnadenbild der Immaculata, welches heute in der Gnadensäule (Bild 5 von Harry) gezeigt wird.

Die unregelmäßige Struktur der Kirche soll an Nomadenzelte erinnern, Ausdruck des Pilgertums wie des Unterwegs-Seins entsprechend der Definition der Kirche "als einer Gemeinschaft aus Menschen ... auf ihrer Pilgerreise zum Reiche des Vaters" durch das 2. Vatikanische Konzil. Gerade unter dem jetzigen Papst Franziskus ein aktueller Gedanke.

Die aufgestelzten Räume, die den Pilgerweg säumen, sind Mönchszellen des dort noch aktiven Franziskanerklosters.

Besonders kostbar sind die Fenster, die ich zur Ergänzung von Harry's Beitrag zeige.


Das Pfingstfenster






Das Erlösungsfenster






Das Fischfenster






Eine kurze Beschreibung des Bildprogrammes der Fenster gibt es hier:
http://www.mariendom.de/index.php?id=149


 
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Danke für die Erklärung. Ich hatte bei der Betrachtung der Fotos schon die Befürchtung, Bauherr und Architekt hätten sich bei der Entwurfsplanung gemeinsam ein paar Schlückchen zuviel von Seinem Blut genehmigt...
 
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Danke für die Erklärung.

Gerne, Olaf. Wobei ich mich korrigieren muss: Die halbrunden Räume gehören nicht zum Kloster, sondern zum Schwesternwohnheim.

1970 erbauten meine Eltern ihr Haus im Norden von Elberfeld. Von dort sind es 10 Minuten Autofahrt bis Neviges. Als wir in das Haus zogen, war die Wallfahrtskirche gerade 2 Jahre geweiht, das Schwesternwohnheim und der "Heilige Bezirk" noch im Bau. Natürlich war der Bau umstritten.

Damals wie heute beeindruckte mich der Innenraum, dessen Betonflächen und minimalistische Innenausstattung mit dem warmen, fast feurigen Licht der Fenster spielen. Das Äußere der grauen, massigen Betonarchitektur über den Fachwerkhäusern von Neviges finde ich auch heute noch schwierig, aber es ist sicher ein Zeugnis der Zeit. In den 1960er Jahren kam die architektonische Moderne nach den restaurativen 1950ern langsam in Deutschland an. Beton ermöglichte Formen, die anders nicht zu realisieren waren, und es entstanden zu der Zeit viele Bauten, die den Werkstoff zeigten ("Sichtbeton") und nicht verhüllten, allerdings m.W. selten so radikal wie in Neviges. Schon gedanklich erzeugt die Synthese von Zeltformen und Beton eine gewaltige Spannung.

Wer sich für die Geschichte der Kirche und des architektonischen Wettbewerbs interessiert:
http://www.karl-kiem.net/Neviges/index.html
 
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Wer sich für die Geschichte der Kirche und des architektonischen Wettbewerbs interessiert:
http://www.karl-kiem.net/Neviges/index.html
Damit das nicht falsch verstanden wird: ich habe an sich nichts gegen die Verwendung von Sichtbeton, nur finde ich, es ist ein äußerst schwieriges Baumaterial, weil er keinerlei Fehler in der Formensprache verzeiht. Diese zu vermeiden ist bei sakralen Bauten m. E. noch wichtiger als bei profanen. Denn ein modernes Bürogebäude wird auf eine Nutzungsdauer von ca. 30, ein Wohngebäude auf 80-100 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt, dann erfolgt der Rückbau. Kirchen werden dagegen buchstäblich für die Ewigkeit errichtet oder sollten es zumindest.

Kenzō Tanges "St. Marien" in Tokio und auch Tadao Andōs "Kirche des Lichts" in Osaka zeigen durchaus, dass sich mit Sichtbeton auch im Sakralbau beeindruckende Werke erschaffen lassen. Der Mariendom zu Neviges ist mir persönlich von außen nicht minimalistisch genug, um mit Sichtbeton wirklich zu überzeugen. Die Flächen sind zu kleinteilig, zu verwinkelt und wirken auf mich erst einmal chaotisch. Ein Zelt hätte man m. E. in eher organischen statt kleinteiligen, aber streng geometrischen Formen umsetzen können.

Doch ich möchte den Thread hier nicht zerreden, ich werde wohl selbst mal wieder nach Neviges fahren und meine persönlichen Eindrücke auffrischen müssen. Daher gleich eine Frage: wird die Kirche des Abends von außen beleuchtet?
 
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Wallfahrtskirche "Heilige Linde"!

Nicht nur baulich äußerst interessant ist die Orgel der Wallfahrtskirche "Heilige Linde" sondern sie hat auch einen Klang der einem unter "die Haut" geht!
Nebenher bemerkt sind die Figuren beweglich je nach Notenfolge angeordnet.



....auf der Gegenseite der Hauptaltar der Kirche!



und interessante Deckengestaltung runden das Bild ab.





...die ganze Serie ist natürlich nicht optimal, da aus der freien Hand gemacht, weil mit dem Rad unterwegs! Aber die 7100 ist schon ganz ordentlich im Rauschverhalten und ich wollte meine Eindrücke gern weiter geben!

Alles mit dem Sigma 18-35 bei f:1,8


Gruß breakwater
 
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Holzpfeifenorgel
in der Schlosskirche des Renaissanceschlosses Wilhelmsburg
in Schmalkalden (Thüringen)

(leider grässlich beleuchtet)











"Der berühmte 'Orgelmacher' Daniel Meyer aus Göttingen schuf von 1587 bis 1589 eine Orgel speziell für die Kirche der Wilhelmsburg. 252 hölzerne Orgelpfeifen und ein Manual (kein Pedal), 6 Register, bestehend aus Lippen-und Zungenpfeifen geben der Orgel ihre ausgefallene Klangfarbe. Sie zählt zu den bedeutendsten und heute noch spielbaren Renaissance - Instrumenten in Europa. Den Zauber dieses Kleinodes der Orgelbaukunst beschreibt der amerikanische Orgelexperte Alan Durfés: 'Ich habe San Petronio Bolognia, Sion und eine kleine gotische Orgel in Ostfriesland gehört und gespielt, aber nicht solch eine wie in Schmalkalden.' "
Zitat von http://www.schmalkalden.com/entdecken-erleben/sehenswertes/holzpfeifenorgel.html






Wir konnten die Orgel während unserer Besichtigung hören. sie klingt wunderbar.

 
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