Wohin entwickelt sich die Fotografie?

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Herbert M.

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Hans-Heinrich Parday von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung denkt mal wieder über Fotografie nach.

Zitat:"Die beiden Nachrichten schlugen fast gleichzeitig auf: Gerade schaffte es der Streaming-Dienst Spotify bis in die Radionachrichten mit der Mitteilung, dass er sich auf dem Wege einer Änderung seiner Nutzungsbedingungen als Datenkrake neu erfinde. Da hatte der in Frankfurt ansässige deutsche Photoindustrie-Verband am schicken Düsseldorfer Hafen einer Handvoll Fachjournalisten bereits erläutert, wie er die Zukunft des „Imaging“ sehe." ...Punkt...Punkt...Punkt...

http://www.faz.net/aktuell/technik-...hin-entwickelt-sich-die-branche-13775756.html

Wollen wir da mitmachen?
-äh, wo war gleich noch die Rodinalbuddel?

Viele Grüße
Herbert
 
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Es hat eben alles seine Zeit.

Vermisst heute – außer ein paar Puristen – die LP? CD’s sind auch schon kurz vor dem aus. Nun erwischt es halt auch die DSLRs und Kompaktknipsen.
Es gibt mehr Bilder als früher, aber ich glaube parallel zu dieser Bilderflut hat der Qualitätsanspruch bei der Masse der Bilderkonsumenten nachgelassen. Ein digitales Foto auf dem Smartphone hat auch nicht mehr den Wert eines Abzugs vom Negativfilm, der schon fast eine Erinnerung für die Ewigkeit darstellte.
Die Qualität und Beständigkeit der Fotos ist der Aktualität gewichen. Auf der Party werden schnell ein paar Fotos mit dem Smartphone geschossen, die dann Freunden zum schnellen Ansehen und Vergessen übermittelt werden.
In den letzten Jahren waren die Smartphone-Entwickler einfach kreativer als die Ingenieure der Canons und Nikons und konnten evtl. auch die Zeichen der Zeit besser deuten. Irgendwie scheinen die Kamerahersteller mit immer neuen Funktionen – die kaum ein engagierter Fotograf/in wirklich benötigt – den Smartphones hinterherzulaufen. (Evtl. kommt ja doch noch die D400, mit der man endlich auch noch telefonieren kann – sorry, war nicht ernst gemeint)
Die in dem verlinkten Artikel beschriebenen Aktionen von Olympus könnten ein Weg aus der Sackgasse sein. Den qualifizierten Einzelhandel gibt’s fast nicht mehr, in Elektronikmärkten wird man oft von lustlosen Lurchen bedient, die einem evtl. grade noch das Preisschild als Dienstleistung vorlesen, und der Versandhandel kann einem auch nicht die Faszination Fotografie vermitteln.
Da sind schon die Marketingstrategen gefordert, um die DSLRs am Leben zu erhalten.
Dürfte nicht so einfach sein. Wenn es klappt, würde ich mich freuen.
 
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Na, ich denke, hier solle es in eine andere Richtung gehen:
Zitat Parday: Das klang in einer Erklärung des Vorstandsvorsitzenden Rainer Führes unter der Überschrift „Die Rückkehr der Bilder-Hoheit“ im Auszug so: „Wir gehen davon aus, dass in Zukunft nicht nur die technischen Aufnahmedaten von Bildern, die sogenannten Exif-Dateien, gespeichert werden, sondern dass auf Kommunikationsplattformen wie Facebook, Instagram oder Google relevante Bildinhalte erkannt und analysiert werden können. Dadurch wird es möglich sein, Profile über die Autoren der Bilder zu erstellen, Vorlieben zu identifizieren, Vernetzungen mit anderen Personen zu erkennen und dadurch letztlich Konsum- und Verhaltensmuster zu definieren - ähnlich wie sie Plattformen wie Paypal über das Kaufverhalten der Menschen anlegen." Zitat Ende.

Wohlgemerkt. Hier werden die Interessen der großen Bilderprinter in Deutschland ventiliert, die sich die Daten (im weitesten Sinne) der Bilderkunden unter den Nagel reißen wollen um diese zu vermarkten.

Pardey weiter: "Dies bedeutet: Wer die Hoheit über die Bilder - und damit deren Daten - hat, der verfügt über ein enormes Wertschöpfungspotential. Wir sind davon überzeugt, dass die Imagingbranche wesentliche Teile der Bilder-Hoheit zurückerlangen wird, da sie über die notwendigen Ideen, Technologien und Erfahrungen verfügt, um den Konsumenten attraktive Bildservices anzubieten und um die Bilddaten qualifiziert zu analysieren.“

Das, meine ich, sind bislang neue Aspekte im "Fotogeschäft" der Bilderdienstleister.
Bislang bin ich (in meiner Naivität) davon ausgegangen, dass derartige "Bildanalysen"
bei den Bilderdiensten rechtlich nicht möglich sind.

Viele Grüße
Herbert
 
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Was diesen Aspekt betrifft, gehe ich davon aus, dass eine Analyse, sofern technisch möglich, unabhängig von der Rechtslage irgendwo auf der Welt durchgeführt wird.
Zu groß und reizvoll ist das Potential einer solchen Analyse.
 
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Na das wäre ja quasi eine neue Marktlücke für das 'Fotolabor Ihres Vertrauens', das mit den Bilddaten der Kunden dann auch vertraulich umgeht

VG
 
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Oooooooh - ist jetzt ein Kampfbomber durch euer Wolkenkuckucksheim geflogen?

Wo es Daten gibt, werden Daten gesammelt. Wer persönliche, über die technische Information hinausgehende Daten in die EXIF einträgt, der gibt mit jedem Bild, dass er IRGENDWO veröffentlicht, persönliche Informationen weiter.

Wer GPS Daten in den EXIF einträgt, erstellt automatisch und unumgänglich ein Bewegungsprofil. Um das auszulesen, braucht es keine richterliche Anordnung und Anfrage beim Mobilfunk-Provider oder beim Kreditkarten-Unternehmen; es reicht, durch den Photostream zu klicken.

Wenn man bestimmte Programme nutzt, dann werden derartige Daten sogar an den Programmhersteller/Vertrieb weitergegeben und dort gespeichert (ohne viel darüber zu reden). Es reicht, das Bild mit dem Programm "angefasst" zu haben, und schon wandern die Metadaten durch die "Cloud" zum Hersteller.
 
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Zu groß und reizvoll ist das Potential einer solchen Analyse.

Die sind ja nicht einmal in der Lage, die Leute anhand ihrer Einkaufslisten richtig einzuschätzen. Was soll denn dabei rauskommen, wenn sie es anhand des Inhalts ihrer Bilder versuchen?

Hochzeitsfotografen kriegen Brautkleidwerbung geschickt, ein, zwei Sonnenuntergänge und man wird von Bookingcom belästigt und wer auf meine Hundefotos anspringt, möchte ich gar nicht erst wissen

Für mich ist die Zeit noch nicht gekommen, mich aus dem Internet zurückzuziehen, aber man wird vorsichtiger, wenn man nicht blöd ist. Wenn es denn so weit ist und ich mich zu Recht verfolgt und belästigt fühle, werde ich einen Schnitt machen und den PC vom Netz nehmen. Ich hoffe, ich hab mich dann nicht zu sehr ans CC-Photoshop gewöhnt, sonst muss ich nachher noch analog fotografieren
 
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Wie es bei Facebook bzw. Instagram mit den Rechten der Bilder ist weiß ich nicht genau, ich weiß aber, dass man bei einem Bild was über WhatsApp verschickt wird automatisch laut AGB die Bildrechte an WahtsApp bzw. Facebook (Facebook hat WhatsApp ja gekauft) abtritt. Da WhatsApp zu Facebook gehört könnte ich mit vorstellen, dass es beim Bilderupload auf Facebook ähnlich ist. Heißt also mit unseren Bildern könnten die alles mögliche anstellen. Meines Wissens verstößt dieses Prozedere gegen deutsches Recht, aber schienbar scheint das noch niemanden so recht zu interessieren, da man nicht wirklich was davon hört, dass sich jemand dagegen wehrt.
 
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Heißt also mit unseren Bildern könnten die alles mögliche anstellen. Meines Wissens verstößt dieses Prozedere gegen deutsches Recht, aber schienbar scheint das noch niemanden so recht zu interessieren.

Nee. Weil das Urheberrecht nicht angetastet wird, gibt es keine Probleme. Du überträgst nur die Privilegien aus dem Urheberrecht (vulgo: Nutzungsrecht) an Facebook, bleibst aber natürlich Urheber (geht ja auch gar nicht anders). Stell es dir vor, wie ein ebenso ungünstiger wie unentgeltlicher Vertrag mit einer Bildagentur.

Aber Facebook ist ohnehin keine Photoplatform. Wer es dafür nutzt, ist selbst schuld.
 
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Einerseits bin ich nie Fraze, Farce, oder einer dieser "Gemein-schaften" beigetreten, andererseits habe ich noch ein Laptop, das nach der Einrichtung nicht mehr am Netz war.

Trotzdem bin ich der ständigen Überwachung gegenüber unempfindlicher geworden und was früher in einem Zukunftsroman dargestellt wurde, ist von der Wikichkeit längst überholt.

Natürlich entwickelt sich die Fotografie weiter und der Technik ist noch lange kein Ende gesetzt. Taschenknipsen können heute schon mehr als die ersten Spiegelkästen. Irgendwann werden Armbanduhren kommen, mit denen man die Zeit sehen, telefonieren, fotografieren und sein Auto steuern kann und ich und alle anderen werden weiter kaufen, solange noch Geld "über" ist.

Außer dieser Entwicklung der Konsumware wird es zukünftig auch weiter Neuerungen in Spezialoptiken geben und ein 8oomm, 1,4 mit 1Kilo Gewicht ist noch weit weg, aber die Richtung ist vorgegeben. Und das kaufen dann erst die Könner mit Geld, dann die Bewunderer mit Geld, dann die Sparer, dann die Verrückten und der Kreis dreht weiter ...
 
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ich weiß aber, dass man bei einem Bild was über WhatsApp verschickt wird automatisch laut AGB die Bildrechte an WahtsApp bzw. Facebook (Facebook hat WhatsApp ja gekauft) abtritt.
Du tritt nichts ab, Du gewährst Nutzungsrechte, damit die ihren Service überhaupt anbieten können – übrigens genauso wie hier im Forum. Selbst wenn Du wolltest, kannst Du Dein Urheberrecht nicht abtreten, das ist unveräußerlich: Du hast den Kram verbrochen, Du musst dazu stehen, sogar noch 70 Jahre nach Deinem Ableben.
Heißt also mit unseren Bildern könnten die alles mögliche anstellen.
Sie können das damit machen, was Du ihnen über die AGB-Zustimmung erlaubt hast und eben nicht alles mögliche.
dass sich jemand dagegen wehrt.
Warum sollte man sich dagegen wehren, dass ein Bilderverbreiter Bilder verbreitet? Genau dazu hat man ihn doch beauftragt.
 
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Trotzdem schlimm genug, dass sie die Bilder verwenden dürfen...

Warum? Man MUSS doch echt nicht so bescheuert sein, dass man Bilder dort hochlädt, und die Bedingungen sind sonnenklar genannt.

Natürlich kann man immer argumentieren, dass "sich ja Niemand die Bedingungen durchliest", aber zumindest kann man vor dem ersten Photoupload einmal "Facebook Bildrechte" in eine Suchmaschine eintippen ... soviel Resthirn sollte vorhanden sein.

Wer es nun ganz und gar nicht aushalten kann, sein Leben ohne Facebook-Photos weiter zu leben, der kann immer noch seine Inhalte privat hosten und auf FB nur als Link teilen. So sind die Bilder auf FB sichtbar, die Nutzungsrechte wurden aber nicht übertragen.
 
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Ich wollte noch mal daran erinnern, dass es nicht um Facebook etc geht.
Sondern um die deutschen Bilderprinter (beispielsweise CEWE), bei denen der ahnungslose
Kunde seine Bilder printen lässt. Das hat noch einmal ein ganz andere "Qualität".

Viele Grüße
Herbert
 
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