jetzt, wo ich meine D80 bekommen habe (aber noch auf das erste Objektiv warte) und mal was rumgespielt habe, hab ich mir die Frage gestellt...welches Bildformat ist denn warum zu wählen??
Raw, Jpeg etc.
Geht es dabei nur um den Speicherplatz, oder gibt es große Qualitätsunterschiede, die wann genau relevant werden??
willkommen hier im Forum.
Bei der Wahl der Bildformate gehen die Meinungen auseinander, aber auf einen kurzen Nenner gebracht:
Bei JPEG hast DU das Bild schon fix und fertig aus der kamera, bei RAW bekommst Du nur die Rohdaten des Chips und musst diese auf dem Computer mit einem geeigneten Programm (RAW-Converter) in ein JPEG, TIFF etc umwandeln.
Sinnvoll sind beide, je nach weiterem Workflow.
Ich speicher sogar beide Formate, und verwende zum Auswählen das JPEG, zur Nachbearbeitung mit Capture-NX das NEF.
Ja, es gibt Unterschiede, und groß sind sie oft auch. Der Sensor der Kamera liefert mehr Informationen als du in einem JPG unterbringen könntest, daher kannst du sie vollkommen unbearbeitet in einer RAW-Datei speichern lassen. Das ist zum Beispiel in Situationen mit sehr großem Kontrastumfang interessant (z.B. heller Himmel, abgeschattete Gebäude). Die Kamera erzeugt zunächst immer ein RAW, bearbeitet es aber eben noch, wenn du es als JPG wünschst. Bei der Bearbeitung werden Kompromisse eingegangen, z.B. kannst du oft nicht den vollen Kontrastumfang des Sensors nutzen. Der Sensor liefert z.B. 12-Bit-Werte pro Farbkanal, im JPG kannst du nur 8-Bit-Werte speichern, es fehlen dir also sehr viele mögliche Farbabstufungen, die weggeworfen werden müssen.
(Nur ein kleiner Hinweis, da es allzu oft verwechselt wird: die Bitzahl pro Kanal ist nicht der Kontrastumfang des Sensors!)
Die Frage war,ob Qualitätsunterschiede bestehen. Und ja, die existieren, wie ein paar Beiträge weiter oben erklärt.
Die andere Frage war außerdem, wann welches zu wählen ist. Wei Hosrst richtig sagt, ist es eine Frage des Workflows. Aber da ist natürlich das eine Format sinnvoller als das andere.
Die Faustregel heißt: Wer bearbeiten will, sollte RAW verwenden (verlangt geeignete Software, gibt aber reichlich Auswahl)
Für Bilder, die möglichst fertig aus der Kamera kommen sollen, ist JPG oder ggf. tiff die richtige Wahl. Beachte aber, dass die Einstellungen in der Kamera sauber gewählt sind. Die können, wie oben beschreiben, durchaus destruktiv wirken.
Merk dir auch: aus einem RAW bekommst du immer irgendwie ein JPG, aus einem JPG nie mehr ein RAW
Ich will hier nicht weiter ausholen. Zu RAW und JPG und den damit verbundenen Arbeitsabläufen findest du vieles über die Suche... Grundsätzlich gilt: Ausprobieren.
Super vielen und vorallem lieben Dank für Eure Tipps und Erklärungen!!
Vielleicht könnt ihr mir noch eine Frage beantworten und zwar...es gibt ja diverse Fotolehrgänge im Internet...habt ihr auch ne Ahnung, ob es sowas auch für das Bearbeiten der Bilder z.B. mit Photoshop gibt? Oder hat jemand von Euch vielleicht ne "Anleitung" wie man Raw Bilder bearbeiten kann / sollte??
Ich glaube Photoshop selbst beherrscht nur eine sofortige Konvertierung und die anschließende Weiterbearbeitung als normales Bitmap, wenn auch fast durchweg in 16bit/Kanal.
Du solltest aber einen Raw-Konverter verwenden, der das nicht-destruktiveArbeiten am Raw erlaubt. Das bedeutet, es werden nur die Einstellungen, die du an dem Bild vornimmst gespeichert, aber nicht im Raw sondern extra, was dir eine gewisse Flexibilität erlaubt, Einstellungen auch sehr einfach auf andere Bilder zu übertragen. Das ganze schließt dann mit dem Export des Bildes in ein JPG, Tiff, PNG oder was auch immer ab.
Ich bin durchaus ein Fan von Bibble, u.a. da ich Linux verwende, weil ich Adobe nicht mag und es auch erschwinglich ist. Bible erlaubt genau die beschriebene Form der Bearbeitung. Die Möglichkeiten sind recht weitgehend, allerdings weniger aber auf Effekte oder Retusche abzielend. Man kann eben vor allem Farben, Helligkeiten, Belichtung, Kontrast und vieles mehr einstellen.
Tstversionen kann man runterladen. Ist jetzt nur ein Programm von vielen möglichen (LightZone ist auch nicht uninteressant). Es muss aber nicht immer Adobe sein.