Jetzt kommen wir zur Zusammenfassung.
Ich schrieb ja bereits, in welchen Brennweiten ich mich vorrangig bewege. Dazu müsste man vielleicht noch erläutern, meine Vorgehensweise ist eigentlich ziemlich spontan. Wenn ich etwas sehe, reagiere ich erst mal unmittelbar und mache dann halt mein Bild was letztendlich ein Ergebnis aus der spontanen Wahrnehmung ist.
Zu meiner Arbeitsweise gehört es nie mich über irgendwelche Apps, über irgendwelche das musst du fotografieren und dokumentieren, noch über irgendwelche Trends oder Richtlinien auf meine Motive zu zu bewegen und ich habe nach über vier Jahrzehnten fotografischer Tätigkeit sicherlich auch mein eigenen Stil entwickelt. Wem der gefällt, ist mir auch egal. In erster Linie mache ich Bilder für mich, einfach aus Freude am tun.
Die Hasselblad lässt in dem Sinne nicht so spontanes fotografieren zu. Sie ist von ihrer technischen Ausstattung, sprich Software doch eher bedächtig ausgelegt. Der AF ist nicht so vielseitig ist sicherlich für Mittelformat schnell, aber doch eben bedächtiger. In der vorgänger Version der Kamera war es so, da ist da gab es noch kein AF Nachfürsystem, sondern man konnte scharf stellen. Es gab keine Simulation des fertigen Bildes, wie es dann hinterher aussieht, dass man das schon im Sucher voran sehen konnte und das soll jetzt alles bei der neuen Kamera besser geworden sein.
Aber es hängt doch eigentlich in der technischen Umsetzung und in der schnellen möglichen Präsenz der normalen Spiegellosen Kameras etwas hinterher.
Der zweite Punkt ist natürlich die Einschränkung im Brennweitenbereich, die man hinnehmen müsste, wenn man damit unterwegs ist und wenn man sich genauso voll packt wie mit Nikon Equipment, dann kann man auch gleich dabei bleiben.
Weiter ist ein wesentlicher Faktor, den ich inzwischen lieben gelernt habe der Schutz des Sensors bei den Z8/Z9 Kameras, das hat die Hasselblad gar nicht und ich habe dann im Gegenlicht Aufnahmen gemacht mit Bl 32, wo ich auf dem Sensor vorher wirklich nichts gesehen habe, dass da irgendwelcher Dreck sich drauf befindet. Aber im Resultat der Aufnahme strotzt des nur so voller Dreckfusseln und sonst was d.h. also man müsste sich viel intensiver mit einer ständigen Reinigung und Pflege des Sensors beschäftigen. Das ist auch nicht das, was mir fotografisch so wirklich am Herzen liegt.
Dazu kommt, dass ich bei der Hasselblad festgestellt hab, dass sie zu sehr dunklen Bildern neigt und dass sie auch ungleichmäßig die Belichtung interpretiert bei der Automatik, so dass damit verbunden ist, doch sehr viel mehr Zeit in die Nachbearbeitung zu investieren. Das läuft bei Nikon alles sehr viel geschmeidiger.
Der letzte Punkt Auflösung und Qualität. Ich bin der Meinung, das wird überbewertet und die Vergleichsaufnahmen zeigen, dass eine Nikon mit der halben Auflösungsmenge wie die Hasselblad sich da durchaus nicht verstecken braucht.
Und es ist die Frage wo und wann man das herausaussieht. Erfahrungsgemäß ist es ja so, dass viele der Aufnahmen, die man so macht im Archiv verschwinden und sie werden dann mal hervorgeholt in den Stunden der Nachbetrachtung vom Schottland Urlaub oder aber wenn man halt mal was raussucht, um sich ein neues Bild an die Wand zu hängen.
Und es ist die Frage ob man in der ganzen Erstellung diese Qualität anstreben will und sie pflegen muss um dann mal (ich weiß nicht in welchem Verhältnis eine wirkliche Bild Präsentationsnutzung steht) diese auch vorzuhalten und dafür zu arbeiten.
Und was ich halt natürlich auch gemerkt habe, man ist über die Jahrzehnte mit dem Arbeiten seiner Kamera einfach mehr zu Hause. Die Handgriffe sitzen wie beim Autofahren. Man muss nicht darüber nachdenken, was man tut. Man macht das intuitiv.
Bei der Hasselblad muss man sich natürlich auch eingewöhnen. Man muss halt bedächtiger, sicher noch bewußter Vorgehen und man hat verschiedene Möglichkeiten eben nicht, die mittlerweile auch nutze im Nikon Bereich. Wie zum Beispiel Mehrfachbelichtung, mit denen ich rumspiele oder aber gezielte Langzeitbelichtung mache, dieim Streetbereich zum Tragen kommen. Also Bedienungen, die unterwegs halt eben schnell und spontan gelöst werden oder angewendet werden.
Also alles in allem kann ich sagen, dass mehr die Vorteile in der Gewichtung doch bei Nikon liegen und ich da eben von 17 mm bis 650 mm gut aufgestellt bin und dass die Verluste die ich hinnehmen müsste, wenn ich das alles verticke viel zu hoch wären und zwei Systeme hatte ich ja schon erwähnt sind nicht so meine Vorgehensweise.
Und so hab ich dann beschlossen, statt jetzt irgendwie Geld im Höhe eines Kleinwagens in die Hand zu nehmen, um mein fotografisches Ego zu bedienen, das Geld lieber dazu investiere öfter mal irgendwohin zu fahren, wo es mir Spaß macht, neue Motive zu finden.
Weil für mich doch der Entstehungsprozess eines Bildes, also wenn ich meine Vorstellung umsetzen und verwirklichen kann, eigentlich der wichtigste Teil im ganzen kreativen Bereich des fotografieren ist.
Dazu gehört noch ein wenig Nachbearbeitung Aber das hat eben damit zu tun, dass ich gern Bilder mache, die nicht die Realität wiedergeben müssen in dem Sinne, sondern eigentlich meine Vorstellung, die ich habe und meine Empfindung widerspiegeln sollen, denn die Realität in dem Sinne ist für mich nicht der Maßstab, sondern sie ist nur die Inspiration zu dem was ich dann für mich als Bilder mit nach Hause nehme...
Sensordreck, kenne ich fast garnicht mehr
Bei Hasselblad läßt sich noch sehr viel aus den dunklen Bereichen sichtbarer machen.
Links Nikon, rechts Hasselblad Detailwiedergabe (Nikon Weißabgleich wirklicher, Hasselblad neigt zu warm)
Ich hoffe, ich habe Euch nicht zu sehr mit meiner Exkursion in die Mittelformatwelt gelangweilt.