Vielleicht eine Weihnachtsgeschichte ...

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sam25

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Es sind die staunenden Augen jenes jungen Menschen, welcher nun seit kurzem bei uns lebt, als sie heute im Adventskalender wollene Gelenkwärmer erhielt. Es erschien mir, als ob sie nicht wusste, was sie jetzt machen soll, drehte diese wollene Gelenkwärmer in ihren Händen, lächelte, sprachlos.

Ich beobachtete diese Szene am Tisch. Leise spricht sie, nickte, als ihr meine Frau erklärte, für was sie gedacht sind. Meine Frau erklärte ihr, dass warme Gelenke auch warm Hände bedeuten und das dies wichtig sei. Aber nichts Verständliches kam der Jugendlichen über ihre Lippen. Ihr Lächeln, eher Verlegenheit.

Nie anerkannt, schon von klein auf, nicht akzeptiert, als lästig empfunden, als Stolperstein für das eigenen Leben betrachtet. Sie wuchs so auf, diese Jugendliche und alles was wir nun tun ist, diesen Menschen willkommen heissen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Willkommen, als Mensch, als Seele, als Gegenüber, ihr zuhören und sie fragen. Begleiten in allen Situationen, welche sie zu meistern hat, sie in den Arm zu nehmen, wenn sie nicht weiterweiss, und danebenstehen, wenn ihr der Gang versagt. Ihr sagen dürfen, dass sie auch laut und deutlich sprechen darf, nicht fast flüsternd. Dass sie laut lachen darf, nicht verstohlen ins eigene Gesicht lächeln. Sie darf gehört werden, sie darf beachtet und geachtet werden. Gleichwertig, wie wir alle auch.

Der Jugendlichen sagen, dass Erwachsene auch verbindlich sein können, dass man ihnen vertrauen kann und darf. Aber nicht in Worten, in Taten. Und vielleicht sind diese wollenen Gelenkwärmer symbolisch für genau das. Über die Handgelenke die Seele wärmen, das funktioniert nur über Vertrauen. Nur eine warme Seele schöpft Vertrauen und Vertrauen entsteht nur mit Handlungen. Nicht eine Handlung, deren vieler.

Als ich dieser Tage diesen kabellosen Strommasten sah, hielt ich inne. Schon lange steht er da, ohne Kabel, ohne Verbindung. Die Handy-Anlagen müssen noch abgebaut werden, dann hat der Mast ausgedient und hat seine Bedeutung verloren. Und ich musste erneut an die Jugendliche denken.






In Verbindung bleiben schöpft Vertrauen, gibt Halt und Zuversicht. Und um beim Bild des Strommastens zu bleiben, erzeugt Verbindung auch Wärme. Und die Gelenkwärmer schaffen auch Wärme, geben warme Hände. Auch wenn die Jugendliche sich nicht gewohnt ist, beschenkt zu werden. Auch nicht mit Wärme.

Vielleicht eine Weihnachtsgeschichte. Als die Jugendliche gestern Abend weinend von der Schule kam, am Boden zerstört, dann habe ich mich wieder an den Strommasten erinnert und an die Gelenkwärmer. Wir trösteten sie, meine Frau brachte ihr den feinen selbstgebackenen Apfelstrudel mit selbstgemachter Vanillecreme ans Bett, in dem sie bitterlich weinend lag. Kommt schon gut.

Das Grosse verändern ich nicht. Die Sonne schien am Wochenende durch die wunderschöne Schneelandschaft. Und wenn ich das Bild betrachte, dann wird mir warm und ich empfinde eine grosse Zufriedenheit. Und in dieser Zufriedenheit kann es vorkommen, dass ich etwas Weihnachten spüre.






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