mir aus einem anderen Zusammenhang schrieb:
Da ein wenig Basiswissen nie schaden kann, folgt jetzt ein Ausflug in den Bereich der Technik: Quasi alle aktuellen Spiegelreflexkameras nutzen als Verschluss heute einen vertikal ablaufenden Schlitzverschluss. Im nebenstehenden Schnittbild einer Nikon D3 [Anm.: Bild fehlt hier im Beitrag] ist der Schnitt durch den Verschluss eingekreist. Was zeigt das Bild denn nun und was bedeutet ‚Schlitzverschluss‘ genau? Zunächst ist es wie der Name schon sagt: Ein Schlitzverschluss gibt einen Schlitz vor dem Sensor frei durch den das Licht fällt. Dafür werden im Moment der Auslösung die Lamellen die den Schlitzverschluss bilden von oben nach unten – oder von unten nach oben, je nach Kameramodell und Hersteller – bewegt. Wenn die vorgesehene Belichtungszeit erreicht ist, dann kommt der zweite Verschlussvorhang ins Spiel. Der fährt in diesem Moment in dieselbe Richtung wie der erste Vorhang und beendet somit den Lichteinfall auf den Sensor. Als letztes gehen dann beide Vorhänge wieder in ihre Ausgangsposition und sind bereit für die nächste Belichtung.
Die Belichtungszeit wird bei einer Spiegelreflexkamera also gebildet durch das Zeitfenster zwischen dem Ablaufen zweier Verschlussvorhänge. Konkreter: Die Zeit zwischen dem Starten des ersten und des zweiten Belichtungsvorhangs ist die Belichtungszeit. Wenn die lang genug ist, dann öffnet sich der erste Verschlussvorhang und gibt den Sensor frei, wenn die Belichtungszeit erreicht ist, schließt sich der zweite Verschlussvorhang und der Sensor liegt wieder im Dunkeln. Wenn die Belichtungszeiten aber kürzer werden, dann gibt es ein Problem: Die Vorhänge laufen nicht schnell genug. Als Beispiel: Es soll 1/1000 Sekunde belichtet werden. In dieser kurzen Zeit schafft es der Verschlussvorhang aber nicht, den kompletten Sensor freizugeben. Also behilft man sich mit einem ‚Trick‘: Der zweite Verschlussvorhang wird bereits gestartet, bevor der erste den Sensor komplett freigegeben hat. Zwischen beiden Vorhängen bildet sich somit ein Schlitz, der sozusagen über den Sensor fährt. Die Größe dieses Schlitzes ist abhängig vom Startzeitpunkt des zweiten Vorhangs, sie entscheidet in diesem Fall also darüber wie viel Licht auf den Sensor fällt. Je schmaler der Schlitz, desto kürzer also die resultierende Belichtungszeit.