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Wie aus einer persönlichen Idee eine browserbasierte Plattform für Fotos, Geschichten und Fotobücher entstand.​


venovani bündelt eigene und geteilte Erinnerungen in einer gemeinsamen Übersicht.

Was passiert eigentlich mit all den Fotos, die wir im Laufe unseres Lebens aufnehmen? Wir speichern sie irgendwo, sortieren sie vielleicht in Ordner und Alben. Aber wie oft schauen wir sie uns später gemeinsam an? Und wie einfach (oder kompliziert) ist es, Erinnerungen mit Familie und Freunden zu teilen, ohne dass die Bilder wieder über verschiedene Messenger und Geräte verstreut werden?

Mit solchen Fragen beschäftigte sich unser Community-Mitglied Jörn Döring, als 2019 auf einem Campingplatz in Mecklenburg-Vorpommern die Idee zu venovani entstand.

Von der Baumwidmung zur Erinnerungsplattform​

Ursprünglich ging es um die Widmung von Bäumen. Doch Jörn, der selbst gerne fotografiert, dachte bald weiter: Warum sollte man nicht auch Reisen, Familienfeiern oder andere gemeinsame Erlebnisse an einem Ort festhalten können?

Seine Familie lebt über Deutschland verstreut. Auch die älteren Familienmitglieder sollten an Urlauben, besonderen Ereignissen und den kleinen Geschichten des Alltags teilhaben können. Möglichst unkompliziert, ohne zusätzliche Software installieren oder sich erst mit komplizierten Freigaben beschäftigen zu müssen.

Aus der Idee entstand zunächst eine App für iOS und Android. Doch mit der Zeit zeigte sich, dass die Installation einer App oder notwendige Updates für manche Menschen eine Hürde sind. Deshalb entwickelte Jörn die Plattform grundlegend neu.

Seit 2026 ist venovani browserbasiert und kann auf Smartphones, Tablets, Computern und geeigneten Fernsehgeräten genutzt werden. Die Erfahrungen und Rückmeldungen aus den vergangenen Jahren sind in die Neuentwicklung eingeflossen.

Jörn ist übrigens kein Unbekannter bei Netzwerk Fotografie: Er gehört unserer Community schon seit 2013 an. Umso mehr freut es mich, dass er uns sein Projekt vorstellen und mit uns darüber diskutieren möchte. Wir haben vereinbart, dass ich den redaktionellen Teil übernehme und euch hier also venovani einmal grundsätzlich vorstelle. Jörn wird euch in dem dazugehörigen Diskussionsthread ein paar öffentlich zugängliche Beispiele verlinken und persönlich für Fragen, Anregungen und Kritik zur Verfügung stehen. Legen wir also los

Fotos gemeinsam sammeln, statt sie zu verstreuen​


Fotos und Videos lassen sich ihren Aufnahmeorten zuordnen und auf einer Weltkarte anzeigen.

Das Grundprinzip von venovani ist einfach: Für ein Ereignis oder ein Thema wird eine sogenannte Erinnerung angelegt. Das kann eine Urlaubsreise sein, eine Familienfeier, eine Hochzeit oder auch die Geschichte eines geliebten Haustiers. Anschließend können mehrere Menschen Fotos und Videos zu dieser Erinnerung beitragen. Je nach Freigabe ist das sogar ohne eigenes Benutzerkonto möglich.

Dabei geht es nicht nur darum, Bilder hochzuladen. Man kann Fotos mit Beschreibungen versehen und sowohl zeitlich als auch geografisch zuordnen. Über eine Weltkarte wird sichtbar, wo die Aufnahmen entstanden sind. Eine Zeitleiste führt durch die einzelnen Stationen eines Erlebnisses.

Zum Konzept gehört auch die gemeinsame Kommunikation: Mitglieder einer Erinnerung können sich über eine integrierte Chatfunktion austauschen, sofern diese freigegeben wurde. Für die gemeinsame Bilderschau gibt es eine Diashow, die ihr optional mit einer Audiodatei kombinieren könnt. So lässt sich eine Erinnerung auch über größere Entfernungen hinweg miteinander teilen – wie früher bei der Diashow im Wohnzimmer.


Erinnerungen lassen sich auch als Diashow präsentieren und auf Wunsch mit einer Audiodatei kombinieren.

Erinnerungen müssen nicht auf dem Bildschirm bleiben​

Eine Funktion, die mir gut gefällt, ist die direkte Verbindung zwischen der digitalen Bildsammlung und dem klassischen Fotobuch: Aus der Erinnerung kann direkt ein gedrucktes Buch erstellt werden. Dabei können neben den Bildern auch Beschreibungen, Aufnahmeorte und Zeitangaben übernommen werden. Sogar eine Übersichtskarte der besuchten Orte ist möglich. Wenn in der Erinnerung Videos enthalten sind, werden diese über QR-Codes in das Fotobuch eingebunden. Zur Gestaltung stehen verschiedene Layouts und die Formate A4 und A5 zur Verfügung.


Aus einer digitalen Erinnerung kann direkt ein Fotobuch gestaltet und bestellt werden.

Das gedruckte Buch wird damit zur haptischen Ergänzung der digitalen Sammlung. Man kann darin blättern, Erinnerungen teilen und bei Bedarf zusätzliche Inhalte aufrufen.

Mehr als ein digitales Familienalbum​

Obwohl die Idee aus dem privaten Umfeld entstanden ist, lässt sich venovani für ganz unterschiedliche Zwecke einsetzen: Neben eher privaten Reiseerinnerungen und Familiengeschichten können z. B. Vereine ihre Aktivitäten dokumentieren oder Ausstellungen ihre Exponate mit weiterführenden Informationen präsentieren. Auch persönliche Gedenkseiten für verstorbene Menschen oder Haustiere sind möglich.

Erinnerungen können privat bleiben, mit ausgewählten Personen geteilt oder öffentlich zugänglich gemacht werden. Zusätzliche Zugriffsmöglichkeiten und Berechtigungen legt die Person fest, die die jeweilige Erinnerung verwaltet.

Diese thematische Offenheit gefällt mir an dem Konzept. venovani ist weder auf klassische Fotogalerien noch auf einen bestimmten Anlass beschränkt.


Eine Kanada-Rundreise zeigt, wie sich Erinnerungen zeitlich und geografisch nachvollziehen lassen.

Was kostet venovani?​

Zum Kennenlernen gibt es einen kostenlosen Zugang, mit dem ihr bis zu drei Erinnerungen mit jeweils maximal zehn Fotos anlegen könnt. Der Premium-Zugang kostet derzeit 29,99 Euro pro Jahr. Darin enthalten sind unbegrenzt viele Erinnerungen, die Möglichkeit, Videos einzubinden, und 5 GB Speicherplatz. Zusätzliche 50 GB kosten jeweils 12 Euro pro Jahr. Premium-Mitglieder erhalten außerdem 20 Prozent Rabatt auf Fotobücher.

Nach Angaben des Anbieters werden die Daten in Frankfurt am Main gespeichert. venovani verzichtet auf Werbung und selbstverständlich auch auf die werbliche Nutzung der hochgeladenen Inhalte.

Die Plattform versteht sich vor allem als Ort zum Sammeln, Organisieren und gemeinsamen Erleben von Erinnerungen. Es ist aber ausdrücklich keine Backup-Lösung - eine zusätzliche, unabhängige Sicherung wichtiger Originaldateien solltet ihr trotzdem haben!

Ein Entwickler, der mit unserer Community ins Gespräch kommen möchte​

Jörn hat in den vergangenen Jahren sehr viel Arbeit in venovani gesteckt. Mit dem Wechsel zur browserbasierten Plattform hat er nicht einfach eine bestehende Anwendung angepasst, sondern sie auf einer neuen technischen Grundlage weiterentwickelt. Und die Entwicklung ist damit nicht abgeschlossen – neue Funktionen und Verbesserungen sollen möglichst hinzukommen.

Wie oben schon erwähnt: Jörn möchte gerne wissen, wie seine Plattform bei anderen Fotografiebegeisterten ankommt. Welche Funktionen sind hilfreich? Was fehlt noch? Und welche Möglichkeiten würden sich unsere Mitglieder für ihre eigenen Erinnerungen wünschen?

Deshalb bleibt es nicht bei diesem Artikel, sondern es gibt dazu noch diesen Thread, in dem ihr direkt mit Jörn in den Austausch gehen könnt:

Direkt zu venovani geht es hier:
 
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