Ich behaupte mal: Wenn ein Sachverhalt zwei Parameter hat, dann ist er von einigen nicht mehr durch "knipsen gehen" intuitiv zu erfassen.
Ich habe mich ja nun an dieser streckenweise etwas skurrilen Debatte nicht beteiligt, aber mitgelesen, und das mit dem "folgen" war so eine Sache. Ich halte viele Äußerungen für wenig praxisnah und -relevant. Hier wurde ein durch exakte Parameter nur unzureichend erfassbarer Sachverhalt doch ein bisschen aufgebauscht, und daher: geht lieber fotografieren. Der Nutzen für die Nachwelt wird größer sein.das ist immer das Totschlagargument, das gerne mal kommt, wenn man irgend einer Art von technischer Debatte entweder nicht folgen will oder nicht folgen kann.
Absolut richtig. Aber genauso wie manche Leute auch nach Jahren kein Gefühl für die richtige Belichtung haben und ohne Belichtungsmesser und Matrixmessung aufgeschmissen sind, schätzen andere das nach Gefühl und liegen (fast) immer richtig. Dito bei der [ ]Schärfentiefe/[ ]Tiefenschärfe (gewünschtes ankreuzen) - da muss man nicht mal auf Kommando die richtigen Zahlen ausspucken können, denn das geht nach Gefühl.Und so wie es auch sinnvoll ist, mit solche "unnützen Zeug" wie Blende und Verschlusszeit zu beschäftigen, macht es vielleicht auch Sinn sich um die Schärfentiefe zu kümmern.
Ganz ohne Theorie nützt die schönste Praxis nichts.
hab´ jetzt grad´ nix anderes gefundenDas Bild ist jetzt aber ein schlechtes Beispiel!
Und was erwartest Du dann in Deiner Beispielsituation, in der Du mit ISO 1250, 1/60s und f3,5 schon längst an den selbstgesteckten Grenzwerten angekommen bist? Da kann auch ein bipolares Anfokussieren mit viel Rechnen nicht die Posaunistin und den Akteur dahinter komplett scharf abbilden, weil dazu bei 135 mm deutlich stärkeres Abblenden (ich schätze mal f8) nötig wäre.Ich könnte auf alle Tabellen und Kurven verzichten, wenn ich zwei (!) Punkte anfokussieren könnte und der Kamera sagen könnte: Blende bitte so wählen, dass alles zwischen diesen beiden Punkten scharf ist.
....hab´ jetzt grad´ nix anderes gefunden
Du weißt selber, dass Du Dein Problem nicht wirst lösen können durch Nutzen einer Tiefenschärfeautomatik... Um im Beispielbild die beiden Männer auch halbwegs scharf ablichten zu können, müsstest Du schon statt 3,5 Blende 8 oder 11 einstellen. An DX mit 135mm ist es evtl sogar unerreichbar.dann will ich noch einen draufsetzen: Mein Problem ganz häufig bei Konzerten: Available Light ist Pflicht, Licht ist wenig bis gar keines vorhanden, frontale Bilder gehen häufig nicht oder sehen langweilig aus, also werden zwei oder mehr Personen von der Seite fotografiert. Belichtungszeit geht selten unter 1/60 bis 1/100 Sekunde und dann wirds mit der D300 bis ISO 1600 schon knapp. Aufgabe: Musiker, idealerweise incl. sämtlicher Ohren scharf abbilden. Bei zwei Musikern müsste man auf den Zwischenraum fokussieren (also da, wo gerade nichts ist). Ich könnte auf alle Tabellen und Kurven verzichten, wenn ich zwei (!) Punkte anfokussieren könnte und der Kamera sagen könnte: Blende bitte so wählen, dass alles zwischen diesen beiden Punkten scharf ist.
[...] der viel diskutierte Verlauf von Schärfe zu Unschärfe ist objektivspezifisch und beeinflusst den Bildeindruck bei identischer Blendeneinstellung durchaus mit. Wenn man das alles noch in solche elektronischen Tabellenwerke mit einarbeiten kann: nur zu...
Mathematisch ja. Wie Du aber auch selbst feststellst, ist das Bokeh höchst unterschiedlich und damit die tatsächlich empfundene Bildwirkung im Schärfe-/Unschärfeverlauf. Das muss konsequenterweise dann alles mit in die Tabellen einfließen, sonst ist es vom sichtbaren Ergebnis her auch nicht viel präziser als die althergebrachte erfahrungsgestützte Schätzometrie. Es wird dann nur eine Pseudogenauigkeit vorgegaukelt.Wenn Du Bokeh meinst: Ja. Wenn Du den Schärfeverlauf meinst: Nein, der ist (innerhalb des auch in ST-Rechnern benutzten einfachen Modells) vom Objektiv unabhängig.
[...] nicht viel präziser als die althergebrachte erfahrungsgestützte Schätzometrie. Es wird dann nur eine Pseudogenauigkeit vorgegaukelt.
[...] Aber es soll ja hier auch wieder nicht um die auf 3 Nachkommastellen genaue Berechnung gehen, sondern um eine Darstellung der prinzipiellen Zusammenhänge. Und die sind mehr als die "numerische" Schärfentiefe.
Vielleicht wäre eine Schärfentiefe-Automatik die Lösung: Man wählt eine gewünschte Schärfentiefe (z. B. 1 Meter) und die Kamera sucht sich die passende Blende in Abhängigkeit der aktuell fokussierten Motiventfernung und der Brennweite.
Deine Lösung ist eine d700 oder d3 mit Iso sehr hoch, kürzerer Brennweite und näher rangehen.
Dies ist ähnlich wie bei der Belichtung. In den Anfängen hat man alles nach Daumenregeln manuell eingestellt, dann kam der externe Belichtungsmesser als Hilfsmittel, dann kamen die Belichtungsautomatiken A, S, P zusammen mit verschiedenen Messmodi, und zum Schluss die Vollautomatik mit Szenenprogrammen. Für jeden ist was dabei und man hat die freie Wahl.
...
Und wie bei der Belichtung hat jeder die frei Wahl, so was zu nutzen oder nicht.
Es werden meiner Meinung nach zunehmend Lösungen ersonnen für die es eigentlich kein reales Problem gibt.
All diese Funktionen haben gemeinsam, dass sie von Leuten mit weniger Können gebraucht werden, aber trotzdem oft nicht sinnvoll zum Einsatz kommen, und für Leute mit mehr Können meist entbehrlich sind (beim AF will ich mich da nicht streiten, der hat im Sport klar seine Berechtigung und einen hohen Mehrwert für alle)....oder sie wollen einfach mehr Bequemlichkeit.
... Man denke nur an Features wie automatische Belichtung, Autofokus, Auto-ISO, usw.
Wow, isses wahr?All diese Funktionen haben gemeinsam, dass sie von Leuten mit weniger Können gebraucht werden
Ich schrieb *gebraucht* und nicht *benutzt* - feiner sprachlicher Unterschied. Ich hätte auch *benötigt* schreiben können. Der Taxifahrer *benutzt* die Automatik, *braucht* sie aber nicht, denn er könnte auch manuell schalten, weil er es beherrscht. Im Übrigen haben sich die Taxifahrer meiner Erinnerung nach anfangs heftig gegen die Automatikgetriebe gewehrt, bis sie dann den Nutzen in der Bequemlichkeit erkannt haben. So wie übrigens bei Kameraautomatiken in der Vergangenheit auch...Wow, isses wahr?
Vermutlich sind die meisten Taxifahrer ganz schlechte Autofahrer, sie fahren ja überwiegend Automatik, also alles Stümper?
Trotzdem kämen sie auch ohne hin, oder hat es zu Filmzeiten oder vor Einführung der Automatik keine tollen Sportfotos gegeben?Ich kenne eine Reihe durchaus professioneller Sportfotografen, die vor allem die ISO-Automatik als die genialste Neuentwicklung jüngerer Zeit schlechthin bezeichnen, zumindest für die Fotografie in Hallen.
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