Sportaufnahmen mit der Z6

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Hallo zusammen

Wenn's darum geht zu schauen, was mit den "Kleinen" geht: Ich fotografiere viel Unihockey und Eishockey. Seit einigen Wochen mache ich das vor allem mit der Z6ii und dem 70-200/2.8 sowie einer D780 mit dem 24-70/2.8.
Das Foto unten ist mit der Z6ii (ISO 3200, 1/800, f3.2, AF-C, RAW umgewandelt zu JPG in Photo Mechanic, nicht bearbeitet ausser verkleinert, damit ich es hier hochladen konnte) geschossen.


Ich musste mich ziemlich umgewöhnen mit der Z6ii, insb. weil der Viewfinder nicht immer an ist.

Ausschuss gibt es bei diesen Sportarten immer, das macht mir keine Sorgen. Und es erscheint mir auch logisch, dass man mit der Zeit besser wird, sobald man sich an seine Ausrüstung besser gewöhnt hat.

Für mich ist es klar, dass man zumindest mit der Z6ii auch semi-professionell Sportfotos schiessen kann.

Gruss, Markus
 
2 Kommentare
G
Gianty kommentierte
Hier geht es zwar primär um die erste Z6, trotzdem bin ich auch für Rückmeldungen zur Z6ii dankbar

Verwendest Du F - Objektive mit Adapter oder native Objektive?
 
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M
markusaeschimann kommentierte
F-Objektive mit Adapter, sorry, habe ich vergessen zu erwähnen.
 
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Hier spricht Canon angeblich immer noch von einer Sucherverzögerung von 1/30 Sekunde.

Das wären bei 108 km/h 1 Meter Unterschied zum Sucherbild, bei Tempo 180 dann schon 1,65 Meter. Dass bedeutet, ich ziehe hier mit und das was ich sehe ist schon gar nicht mehr "da".
 
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Das ist mir auch schon aufgefallen.
Kann in der Einstellung ...glaube d8... umgestellt werden. Müsste jetzt nachschauen, habe die Kamera jetzt leider nicht griffbereit.

Geht dann ganz gut, aber immer noch nicht so gut wie bei einer DSLR.

Am Wochenende ist hoffentlich gutes Wetter damit ich die Jungs treffen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
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So.............heute war der geplant erste Tag des Wochenendes, an dem ich verschiedene Tests mit MTB-Sportaufnahmen mit der Z6 durchführen wollte. Es war so enttäuschend, dass ich mir nicht sicher bin ob weitere Tests Sinn machen. Ich habe mit vielen verschiedenen Einstellungen getestet und mit keiner kamen nur halbwegs gute Aufnahmen raus. Hauptproblem war der AF sowie die Auslöseverzögerung.

Aber Schritt für Schritt zuerst die Bildergebnisse mit den zugehörigen Einstellungen ( es ist nur eine Auswahl an Aufnahmen, die anderen Einstellungen waren alle gleich schlecht geeignet ):

Nach dem Drücken des Auslösers dauert es zu lange bis das Bild wirklich entsteht - unabhängig von der Einstellung unter +D8 ( Individual )
Durch die ausgeprägte Auslöseverzögerung war es mir nicht möglich, passende Aufnahmen zu machen. Im freien Feld unter guten Lichtverhältnissen schafft sie es jedoch problemlos, ein auf die Kamera direkt zukommendes Motiv zuverlässig zu verfolgen.


Objektiv: 2.8 / 24-70mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Dynamisch
VR: OFF
Blende: 4,8
Brennweite: 24mm
Belichtungszeit: 1/500s
Blitz: SB-700
Blitzmodus: Erster Verschlussvorhang
Master: TTL, -0,7LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,7LW )
Gruppe A: TTL, -1,7LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: 0LW )



Objektiv: 2.8 / 24-70mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Dynamisch
VR: OFF
Blende: 4,8
Brennweite: 24mm
Belichtungszeit: 1/500s
Blitz: SB-700
Blitzmodus: Erster Verschlussvorhang
Master: TTL, -0,7LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,7LW )
Gruppe A: TTL, -1,7LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,0LW )

Selbst dieser langsam rollende Junge war nicht scharf oder im richtigen Moment abzulichten. In diesem Bildbeispiel lag das Einzelfokus-Messfeld auf dem Hinterreifen wobei es egal war ob dort oder auf dem Fahrer - es gab kein scharfes Foto:



Objektiv: 2.8 / 24-70mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Einzelfeld
VR: ON ( Sport )
Blende: 5,6
Brennweite: 24mm
Belichtungszeit: 1/250s
Blitz: SB-700
Blitzmodus: Erster Verschlussvorhang
Master: TTL, +1,7LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,7LW )
Gruppe A: TTL, +1,0LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,0LW )


Auch manuelles Vorfokussieren half nicht:



Objektiv: 2.8 / 24-70mm Z
Fokussteuerung: Manuell
AF-Messfeld:
VR: OFF
Blende: 5,6
Brennweite: 24mm
Belichtungszeit: 1/250s
Blitz: SB-700
Blitzmodus: Erster Verschlussvorhang
Master: TTL, +2,3LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +2,3LW )
Gruppe A: TTL, +1,0LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,0LW )



Objektiv: 2.8 / 24-70mm Z
Fokussteuerung: Manuell
AF-Messfeld: Dynamisch
VR: ON ( Sport )
Blende: 5,6
Brennweite: 24mm
Belichtungszeit: 1/250s
Blitz: SB-700
Blitzmodus: Erster Verschlussvorhang
Master: TTL, +2,3LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +2,3LW )
Gruppe A: TTL, +1,0LW ( Kamera:0LW, Blitzgerät: +1,0LW )

Langsames Fortbewegen war kein Thema



Objektiv: 1,2 / 50mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Automatische Messfeldgruppe
VR: OFF
Blende: 1,2
Brennweite: 50mm
Belichtungszeit: 1/500s

Der langsam rollende Junge ging auch noch



Objektiv: 1,2 / 50mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Dynamisch
VR: ON ( Sport )
Blende: 2,0
Brennweite: 50mm
Belichtungszeit: 1/350s

Das hier war die einzige Sequenz, die einigermaßen funktioniert hat....bis zum Ausfall beim letzten Foto





Objektiv: 1,2 / 50mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Automatische Messfeldgruppe
VR: ON ( Sport )
Blende: 2,0
Brennweite: 50mm
Belichtungszeit: 1/350s

Das hier war Standard - egal mit welcher Einstellung ( VR, AF, AF-Messfeld ) und Objektiv ( 24-70mm oder 50mm )



Objektiv: 1,2 / 50mm Z
Fokussteuerung: AF-C
AF-Messfeld: Automatische Messfeldgruppe ( lag halb auf der rechten Schulter - halb Hintergrund )
VR: ON ( Sport )
Blende: 2,0
Brennweite: 50mm
Belichtungszeit: 1/350s


Mit den heutigen Erfahrungen wird es egal sein, mit welchem Objektiv ich die Tests mache.

Nochmal: Bei gutem Licht im Freien schafft sie es sogar mit dem 200-500mm Nikkor, Vögel im Flug zu verfolgen.

Wenn jemand Tipps hat was ich falsch gemacht habe, dann bitte her damit. Unter Umständen habe ich die Einstellung probiert, hier jedoch nicht in der Auswahl gezeigt.
 
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Wenn ich Auslöseverzögerung höre, denke ich an Schärfenpriorität bei af-c.
Habe aber nur Erfahrungen mit der d850.
 
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Wenn ich mich mal als Sportfotograf, der mit vielen, aber beileibe nicht allen, Wassern gewaschen wurde mal dazu äußere, dann entspricht die Diskussion hier im Thread genau meinen Erfahrungen.

Mit Schwerpunkt auf Laufberanstaltungen habe ich auch genauso Mountainbiker, Radrennen, Triathlon und auch Rafting fotografiert, auch mit der Z6 und ich bin immer wieder von der DSLM zur DSLR zurückgekehrt. Die Sucherverzögerung ist das eine, der für Sport eher mäßig bis schlecht geeignete AF das andere. Auch der erhöhte Strombedarf spielt eine nicht unerhebliche Rolle.

Sport und Action werden noch ein paar Jahre das Metier der Profi-DSLRs bleiben und diese Linien werden vermutlich auch nich einige Jahre produziert und die Consumer-DSLRs zu gunsten der Spiegellosen eingestampft, was man bei Nikon sehr gut zur Zeit sieht.

Wenn man kommerziell Bilder macht, dann ist eine Ausschussrate von 90 Prozent völlig indiskutabel, selbst 50 Prozent ist viel zu viel! Ich rede eher von Ausschussraten um 10 Prozent oder weniger. Das ist mir mit noch keiner spiegellosen Kamera gelungen! Punkt.

Für mich gibt es derzeit nur eine Alternative und die heißt D500 bzw. D5 oder D6. Speziell bei der D500 arbeitet der AF traumhaft, wenn man ihn richtig einzusetzen weiß. Die fast vollständige Abdeckung des Bildfeldes mit AF-Punkten ermöglicht problemlose Objektbachverfolgung.

Der optische Sucher in Kombination mit einem leistungsfähigen Phasen-AF lässt die DSLR in diesem Betätigungsfeld Kreise um die spiegellosen Kameras fahren, noch zumindest! Auch hier wird die Entwicklung weiter voranschreiten und innerhalb der nächsten 5 Jahre ist der AF der DSLMs auch auf dem gleichem Niveau der jetzigen High-end DSLRs. Danach stirbt das Genre DSLR vermutlich komplett aus, weil sie keine Daseinsberechtigung mehr haben.

Es geht schließlich nicht nur um den schnelleren Autofokus, aber ein AF-System, dass bis LW -5 noch arbeitet, ist schon mal Ansage! So dunkel kann der Wald gar nicht werden, wie ein Salzbergwerkstollen, den eine Bergmannsfunzel beleuchtet. Klar steigt der Ausschuss hier an, aber der AF der D500 funktioniert auch hier noch leidlich. Mit Liveview oder einer Spiegellosen ist fotografieren kaum mehr möglich.

Sicher, das sind alles Grenzbereiche und für die Mehrheit der Fotografen ist die DSLM absolut ausreichend und mit Spezialitäten wir Tieraugen-AF sogar im Vorteil. - Für die Dinosaurier wie mich, die sich allwöchentlich im Dreck suhlen, um Bilder zu machen gibt es eben (noch) die DSLRs.

Viele Grüße!

Sven
 
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Hallo Sven,

da bin ich schon mal froh, dass es noch solche Erfahrungen gibt.

Ja, die D500 und sogar die uralte D300 sind für diese Sportart perfekt geeignet. Die D850 kommt direkt dahinter. Wenn ich alleine hole wie schnell die D850 im Zusammenspiel mit dem 4.0/600mm diese Woche im gleichen Gelände Fahrer scharf gestellt hat, die kurz vorm Absprung durch die Größe des Sprunghügels komplett dahinter verschwunden und kurz darauf an unbestimmter Telle aufgetaucht sind, dann liegen Welten dazwischen.

Es ist kein Drama, dass die Z6 hier überfordert ist. Dazu gibt es genügend Equipment in meiner Tasche, das diese Aufgaben hervorragend meistert. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung. Was mich extrem verwundert hat war das Blitzen. Die Einstellungen dafür kenne ich bei der DSLR auswendig. Mit der Z6 ist mir keine einzige Aufnahme gelungen, die auch nur den Hauch dessen dargestellt hat was ich wollte.

Nachher bin ich wieder vor Ort. Dann mit der D500 und den beiden TAMRON 24-70 und 70-200.
 
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Die D500 ist wirklich phänomenal gut, wenn es um AF-Genauigkeit und Speed geht. Ich habe zum Vergleich nur die D750, die in diesen Punkten deutlich schlechter ist, auch wenn sie an sich schon gut ausgestattet ist.
Wirklich interessieren würde mich allerdings mal der direkte Vergleich mit der D6. Leider ist der Kaufpreis für meinen Hobbyeinsatz jenseits von Gut und Böse und die Mietgebühren ebenfalls. Die variable Gruppensteuerung samt „Fokusfalle“ würde ich definitiv mal gerne selbst ausprobieren.
 
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Mit der D300/D300s habe ich seit ihrem Erscheinen gearbeitet und dabei einige Kameras verschlissen. Da waren auch mal 40tsd Bilder an einem Tag durchaus drinnen, ein bis zwei Verschlüsse pro Jahr die Regel.

Der AF der D500 ist im Vergleich zur D300 eine Offenbarung, die meine Bilder trotz 20 Jahren Erfahrung in der Sportfotografie noch einmal auf ein neues Level gehoben hat.

Vor über 20 Jahren noch mit Filmkameras angefangen, Canon EOS 600, die klapperten wie ein Sack Nüsse, waren aber unheimlich robust. Dann kam die Nikon D1H, was für ein Trumm, auf dem Bildschirm konnte man bei Tageslicht nichts erkennen, war auch unwichtig, denn die Schärfe konnte man auf dem Ding eh nicht beurteilen, dann kam die Nikon D2H/D2Hs, der Bildschirm wesentlich besser und mit einem Akku waren auch mehr als 10tsd Bilder drinnen... Die Dinger haben wir ausgelutscht ohne Ende, immerhin lebt meine D2H noch, hat aber schon 1,2M Bilder und den 3. od. 4. Shutter drinnen. Die Belederung wurde noch häufiger vom NPS getauscht. Selbst Stürze vom Motorrad halten die Dinger aus, auch wenn dann mal ein neues Dachkantprisma fällig war... Dann D300/D300s bis dann die D500 raus kam.

Seit letztem Jahr ist ja nicht mehr so viel mit Sport, weshalb ich jetzt doch nicht mehr sooo häufig im Dreck liege, sondern mit der neu gewonnenen Freizeit mich anderen Dingen fotografisch widmen kann.

Wenn ich an die AF-Leistung denke, dann ist die der D2H auch schon sehr hoch und steht der D300 kaum nach. Klar, sie hat weniger Messefelder, aber schnell ist sie.

Die Objektive sind im übrigen sehr entscheidend, ob das Bild noch scharf wird oder nicht. Mit den genannten 50 mm Objektiv bekommt man keine gute AF-Leistung, obwohl es ein AF-S Objektiv ist. Man merkt den längeren Gläsern ab, dass sie auf Geschwindigkeit getrimmt sind. Ein AF-S IF ED 80-200 oder die nachfolgenden 70-200 in allen Varianten sind an der richtigen Kamera wirklich sehr schnell. Drittanbieter bieten optisch gleichwertige oder bessere Optiken an, haben es aber niemals geschafft an die AF-Leistung der Nikkore heran zu kommen.

Der Abstand zwischen einem Sigma oder Tamron und einem Nikkor ist nicht hoch, aber bei den genannten Einsatzfeldern erhöht das den Ausschuss ungemein, sobald die Bildfrequenz richtig nach oben geht, man also Stress beim Fotografieren hat. Das ist zwar mittlerweile besser geworden, also der Abstand geringer, trotzdem kommt man an den Nikkoren nicht vorbei.

Wie gesagt, es gibt mitunter auch bei Nikon echt lahme Objektive. Andererseits hab ich auch Objektive mit Stangen-AF, die an der D2H oder der D500 auf einmal richtig schnell sind.

Das Gesamtpaket macht es: Gutes AF-System, was man auch bedienen kann und versteht wie es tickt und funktioniert, gepaart mit einer Optik, deren AF-Motor auf Geschwindigkeit ausgelegt ist sind da das Erfolgsrezept. Zusätzlich macht es sich auch bemerkbar, wenn die Stromversorgung für das Objektiv entsprechend ausgelegt ist. Da gibt es zwischen den Kameras durchaus Unterschiede.

Ich bin gespannt, was die Z9 kann. Vielleicht ist sie schon der Totengräber der Profi-DSLRs, vielleicht wird es auch erst eine Z9s oder Z9II oder Z9III? Wer weiß das schon?

Viele Grüße!

Sven
 
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Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man hier der Z6 den Eignung einer Sportkamera andichten möchte. Das ist sie definitiv nicht. Aber auch eine D750 (Wir haben noch eine zu Hause) bringt nicht die Ergebnisse wie eine D5/500, wie ich selbst schon feststellen konnte. Man kann trotzdem mit Einschränkungen auch mit einer D750 Sportfotografie machen. Genauso ist es mit der Z6. Wer Sportfotografie intensiv betreibt, ist mit einer Z falsch aufgestellt.
 
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Es war schon klar dass sie es schwer haben wird.
Trotzdem interessant herauszufinden wie sie sich verhält und wo genau die Grenzen liegen.

Ist für mich ein Teil des Hobbys.
 
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Filmst du oder fotografierst du? Das lässt sich doch anschließend gar nicht mehr händeln.

Natürlich lässt sich das noch händeln, allerdings nicht als RAW Daten, sondern als JPEG. Was soll ich sagen? Ich bin ja nicht der einzige Fotograf in dem Unternehmen und da kommen bei manchen Veranstaltungen bis 350 tsd Bilder zusammen, die auch noch alle gesichtet und sortiert werden müssen. Ich bin deswegen froh nur die Bilder zu machen und die nicht auch noch sortieren zu müssen (nach Startnummern).

Wenn man da Sche*ße zusammenfotografiert, bekommt man das von den Leuten, die sortieren, auch gesagt. Dass dann das Verarbeiten der Bilder schon mal bis zu einer Woche dauern kann, ist normal. Wenn jemand gut ist, schafft er ca. 4000 Bilder in der Stunde zu sichten und zu sortieren. - Da ist kein Spielraum für Bildbearbeitung, die Bilder müssen als JPEG aus der Kamera in Ordnung sein, allenfalls Batch-Jobs wie leichtes Aufhellen oder nachschärfen laufen da noch drüber und das war es auch schon.

Anzahl und Qualität der Bilder müssen also ziemlich uniform sein. Mache ich mal 10 Bilder und dann mal wieder nur 2 und dann mal 4 vom nächsten Sportler, bekomme ich das um die Ohren gehauen! 2 bis 4 Bilder, ordentlicher Bildausschnitt, passender Weißabgleich, sitzender Fokus, in der Regel so max. 0,5-1 Sekunde Entscheidungszeit für jeden Sportler und dann noch Ausschussraten um max. 10 %, da fällt es dann schon auf, wenn man selbst oder auch die Technik mal einen schlechten Tag hat. - Trotzdem bleibt kreativer Gestaltungsspielraum, gerade bei Abenteuer- bzw. Hindernisläufen, bei denen die Leute durch den Schlamm kriechen. "Mittendrin statt nur dabei" ist da auch als Fotograf die Devise und wirkt sich entscheidend auf die Bildqualität aus!

Mensch und Material leiden aber schon bei solchen Aktionen! Kann eben auch mal passieren, dass man im Knast landet, die Kamera an der Nase festfriert (seeeehr unangenehm), man mitsamt Ausrüstung in irgendwelche Flüsse fällt oder oder oder... Der Spaß an der Sache ist es mir aber wert! Wenn ich da keinen Spaß dran habe, dann hält man das nicht 20 Jahre lang durch, glaub mir!

Viele Grüße!

Sven
 
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Das Rudelschießen wäre nichts für mich. Bin 20 Jahre lang MTB Rennen gefahren und hatte immer Mitleid mit den Fotografen, die monoton Fahrer für Fahrer abgelichtet haben.

Bei 4.000 Bilder pro Stunde müssen doch abends die Augen Flipper spielen

Finde jedoch die Geschichten ganz lustig, die jeder Fotograf in petto hat und in allen Foto Verkaufanimationsblättern zu finden sind.

Schon mal von Dachdeckern gehört, die jeden Tag fast vom Dach fallen, in Nägel treten, nur knapp den schwungvollen Hammerschlögen der Kollegen entgehen, fast im Knast landen da sie Auflagen nicht beachten.......ist ein anderes Thema.
 
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Kay kommentierte
" ... im Knast landen ... " nach ein paar Monaten gewöhnt man sich .... anderes Thema (ich hatte einen Schlüssel).
 
G
Gianty kommentierte
Auch eine Cola im Freien getrunken?
Kleiner Spaß...
 
Naja, Rudelschießen ist es nicht, aber es kann bei entsprechender Masse zwischendurch schon einmal monoton werden. Da muss man dann öfters mal die Position wechseln und neues ausprobieren.

Sortieren ist anstrengend, ja. Aber da schafft man schon 8 bis 10 Stunden am Tag, und die Augen spielen da auch keinen Flipper. Ist nicht so, dass ich das nicht schon oft gemacht hätte, aber meine Lieblingsbeschäftigung ist es nicht.

Wenn man auch international tätig ist, dann kommt das vor, dass man im Ausland von irgendeinem Dorfsherrif eingelocht wird, weil ihm Deine Nase nicht passt oder es ihm generell nicht gefällt, dass Du Fotograf bist. Diese Probleme lassen sich in aller Regel nach ein paar Stunden oder mit etwas Geld lösen.

Genial sind allerdings Momente, die sich festbrennen: Zum Beispiel beim Great Wall Marathon auf der chin. Mauer früh morgens um 4 Uhr auf der Mauer stehen und den Sonnenaufgang genießen. So etwas bekommst Du als Tourist nicht, weil Du um die Zeit dort gar nicht hin kommst.

Viele Grüße!

Sven
 
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Gibt es keine Software, die Startnummern erkennt und automatisch vorsortiert?
 
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Gibt es keine Software, die Startnummern erkennt und automatisch vorsortiert?
Die gibt es schon, aber die Trefferrate ist unterirdisch...

Händisches sortieren ist einfach wesentlich zuverlässiger: Startnummer geknickt, auf dem Kopf stehend, Lichtspiegelungen auf der Startnummer (sind ja i.d.R. wasserfest), nur 3 von 4 Stellen lesbar, ein oder zwei Bilder weiter aber komplett ablesbar usw. Das bekommt man händisch wesentlich zuverlässiger erfasst und leider sind die Störungen im Bereich der Startnummer eher die Regel als die Ausnahme.

Aber gut, lasst uns mal zum eigentlichen Thema zurück: Die Z6 und Sportaufnahmen. - Das Dreiergespann Z5, Z6, und Z7 verstehe ich von Nikon so, dass die Z5 den Einstieg in das Kleinbildformat bietet, die Z6 die Mittelklasse, aber durchaus auch für Sport geeignet sein sollte (weniger Auflösung als Z7, viel schneller als Z5), die Z7 als High-end für Studio- oder Fine-Art-Fotografie, die aber immer noch 9 fps schafft.

Ich denke Nikon hadert im Moment noch daran die Leistung des AF-Systems auf das eines Multicam 5000 zu bringen.

Das Problem bei Kontrast-basierendem AF ist, dass durch Probieren (Fokus vor- und zurück verschieben) herausgefunden wird, wann das Bild scharf ist und somit den höchsten Kontrast bietet. Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist allerdings, die fehlende Information in welche Richtung fokussiert werden muss. Diese Information bietet nur ein Phasen-Autofokus, der entweder als separates Modul (DSLR, Sony SLT) oder direkt im Sensor platziert werden kann.

Leider sind die im Sensor integrierten Phasen-AF-Systeme im Moment noch nicht so empfindlich wie dedizierte AF-Module. Das erklärt auch die schlechte Low-Light-Performance der Z6, wenn es um hohe AF-Geschwindigkeit geht. Zusätzlich arbeitet der AF so, dass trotz der nun vorhandenen Richtungs-Information die AF-Feinfokussierung immer noch mit dem Kontrast-AF funktioniert. Beide Systeme ergänzen sich also, weshalb man auch von einem hybriden AF-System spricht.

Ich denke es wird in den nächsten Jahren interessant werden und auch die Diversifizierung bei den Sensoren zunehmen, da die Hersteller das AF-System und vor allen Dingen dessen Empfindlichkeit verbessern wollen. Die durch das Moore'sche Gesetzt zu erwartende Erhöhung der Rechenleistung wird auch den Kontrast-AF immer leistungsfähiger werden lassen.

Ich gehe also ganz stark davon aus, dass die Innovationszyklen bei den DSLMs etwas kürzer werden und die Technik innerhalb der nächsten 5 Jahre das Level heutiger Highend-DSLRs erreicht. Bis dahin wird vermutlich auch der EVF-Lag unter 10 ms liegen, was die Kamera dann auch uneinegeschränkt für Sport einsetzbar macht.

Viele Grüße!

Sven
 
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Bin mir ganz sicher dass es schon jetzt geeignete Systeme gibt.

Wäre allerdings ungeschickt, diese direkt auf den Markt zu bringen da der zukünftige Absatz durch die dann fehlenden Verbesserungen einbricht.

Auch in der Entwicklung gilt die Salamitaktik.
 
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